Das Portal aus Niedersachsen für Gleichberechtigung, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte

April | Ungeregelt

04_Kalenderblatt_April-2020In vielen Ländern - u.a. in Deutschland - ist Leihmutterschaft verboten. Legal ist sie z.B. in Indien, der Ukraine und in Kalifornien/USA.

Leihmütter aus Niedriglohnländern sind meist arm. Sie vermieten ihren Bauch zur eigenen Existenzsicherung an Wohlhabende. Sie unterzeichnen Verträge, die sie kaum verstehen und stimmen zu, in Leihmütterherbergen zu leben, ihre Lebensweise streng kontrollieren zu lassen und das Neugeborene sofort nach der Geburt abzugeben. Für diese Arbeit erhalten die Frauen einen - aus ihrer Sicht hohen - Geldbetrag. Im eigenen Land wird Leihmutterschaft aber oft stigmatisiert. Schwangere stehen deswegen nicht offen dazu und leben bis zur Entbindung meist auf dem Gelände einer Geburtsklinik.

In Amerika ist Leihmutterschaft rechtlich geregelt: Agenturen vermitteln Kontakte. Kommerzielle Leihmutterschaft ist verboten. Die Bewerberin muss verheiratet und finanziell abgesichert sein sowie mindestens ein eigenes Kind haben. Ein Vertrag regelt Einzelheiten. Meist werden zwei befruchtete Eizellen in den Uterus der Leihmutter eingesetzt. Es kommt oft zu Zwillingsgeburten. 100.000 Dollar benötigen Paare für ihr Projekt "Kind". Eine Leihmutter erhält 40.000 Dollar davon. Den höchsten Profit erzielen Vermittlungsagenturen, Kliniken und Werbeunternehmen.

Jede Leihmutter riskiert mit der Schwangerschaft ihre Gesundheit. Sie muss dazu einer Hormonbehandlung zustimmen und den Embryo neun Monate beherbergen. Sie verpflichtet sich, Zwillinge auszutragen und akzeptiert medizinische Eingriffe.

Weitere Informationen

Quellen:

  • Analyse: Leihmutterschaft in der Ukraine: Aufstieg - und Fall? - eines lukrativen Marktes, Veronika Siegl in Dossier Ukraine, bpb Januar 2019
  • Der gemietete Bauch, Ethische Überlegungen zur Leihmutterschaft, Monika Konigorski, DLF 09.05.2013
  • Leihmutterschaft. Darf man einen Bauch mieten? Sunaina Kumar, Die Zeit 41/2016
  • Andreas Bernard: "Kinder machen. Samenspender, Leihmütter, künstliche Befruchtung. Neue Reproduktionstechnologien und die Ordnung der Familie"
  • Paying other women to have your babies, Cathrine Bennett, Guardian News in World and Press 02.03.2019

<<< Zur Beitragsübersicht

'Zuhause nicht sicher?' - Poster-Aktion gegen Häusliche Gewalt

Zuhause-nicht-sicher_Poster-Aktion
In der Corona-Krise können Konflikte und häusliche Gewalt zunehmen. Hilfe zu finden, ist gerade jetzt für viele schwer. Die Poster-Aktion des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend "Zuhause nicht sicher?" informiert zu Hilfeangeboten - im Supermarkt oder im eigenen Hausflur. Alle interessierten Unternehmen, Verwaltungen, Vereine oder Privatpersonen, die die Aktion unterstützen wollen, finden die Postervorlage in verschiedenen Formaten zum Download unter staerker-als-gewalt.de.

Aktuelle Infos | Coronavirus

Corona-Spezial
Wir sammeln aktuelle Informationen und Hinweise zur Corona-Pandemie für Gleichstellungsbeauftragte. In erster Linie geht es dabei um Hilfen bei Häuslicher Gewalt, Angebote von Frauenhäusern und Beratungsstellen. Aber auch Fragen zur finanziellen Situation von Frauen, insbesondere Alleinerziehende. Die derzeit besonders sichtbare Systemrelevanz der Care-Berufe versuchen wir hier für Sie darzustellen. Zur Themenseite.

Termine Alle Termine >>>

Juni 2020

2.6.2020 | Töchter des Aufbruchs | Film und Diskussion, online

8.6.2020 | Care Arbeit: Wer kümmert sich? Und wenn kümmert's?, online

September 2020

1.9.2020 | Keine sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz - Handlungssicherheit in Beratung, Begleitung und Prävention | Ausgebucht, Hannover

17.9.2020 | Öffentlichkeitsarbeit mit Pfiff - Fast ohne Budget- und Zeitaufwand ALLE erreichen | Ausgebucht, Hannover

22.9.–23.9.2020 | Grundlagen für die Gleichstellungsarbeit, Hannover

Newsletter

Monatlich erscheint unser Newsletter mit aktuellen Nachrichten, Aktionen, Veranstaltungen und Veröffentlichungen. Sie können den Newsletter kostenlos abonnieren. Hier geht es zur Anmeldung. Die letzten Ausgaben finden Sie hier als pdf-Datei zum Download.

Ausstellung zur Frauenrechtskonvention

Cedaw-Ausstellung
Über 40 Jahre gibt es die UN-Frauenrechtskonvention (engl. Abk. CEDAW) schon. Doch leider sind die Inhalte der Konvention nur wenigen Menschen bekannt. Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. hat eine Ausstellung zum Verleih entwickelt. Sie informiert über die Reichweite, Entwicklung sowie Inhalte des CEDAW-Abkommens. Außerdem werden gleichstellungspolitische Inhalte der UN-Frauenrechtskonvention dargestellt, die auch auf kommunaler Ebene von Bedeutung sind. Die Ausstellung ist in Form von Roll-ups sowie als Posterausstellung erhältlich. Mehr unter www.gleichstellung-sichtbar-machen.de/projekt/ausstellung