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Unternehmerinnen in der Corona-Krise

Der Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) hat in der vierten Unternehmerinnenumfrage ermittelt: Viele kleine und mittelständische Unternehmen stehen absehbar vor dem Aus. Die Situation der Unternehmerinnen in der Corona-Krise verschärft sich zusehends. Der Umsatz der befragten Unternehmerinnen ist seit Mitte März 2020 im Schnitt um 44 Prozent eingebrochen, drei Viertel verzeichnen einen Umsatzrückgang, jede Zweite musste Wirtschaftshilfen beantragen. Große Sorge bereitet den Unternehmerinnen die geringe Unterstützung für Familien bei der Kinderbetreuung in der Corona-Krise.

Viele Unternehmerinnen stehen vor dem Aus

VdU-Präsidentin Jasmin Arbabian-Vogel zeigt sich besorgt über drohende Insolvenzen in den kommenden Wochen und Monaten: "Die Unternehmen können ihre Liquiditätsengpässe mit Rücklagen und staatlichen Hilfen nur für eine begrenzte Zeit überbrücken." Rund 14 Prozent der Unternehmerinnen sind nur noch vier Wochen zahlungsfähig, 21 Prozent schaffen noch maximal zwei Monate und nur jede fünfte Unternehmerin geht davon aus, dass ihre Liquidität für mehr als sechs Monate reichen wird.

Grundsätzlich bleiben die Unternehmerinnen optimistisch. Schließungen mangels Aufträge oder auch aufgrund von behördlichen Anordnungen treffen für mehr als drei Viertel der Befragten nicht zu. Bislang schließen auch 91 Prozent der Unternehmerinnen eine Insolvenz aus, allerdings ist für fast ein Drittel die betriebsbedingte Kündigung eine Maßnahme zur Rettung des Unternehmens.

Knapp ein Drittel der Unternehmerinnen kommt nach aktueller Einschätzung auch ohne Wirtschaftshilfen durch die Krise, jede Zweite hat bereits Hilfen beantragt, weitere 19 Prozent werden möglicherweise die Angebote von Bund und Ländern in Anspruch nehmen.

Flexibles Arbeiten etabliert sich in den Unternehmen

Für 73 Prozent der Unternehmerinnen ist flexibles Arbeiten grundsätzlich möglich. Eine Mehrheit von ihnen hat sich mit dem flexiblen Arbeiten in den Betrieben arrangiert (61 Prozent). Nur 27 Prozent der Befragten haben kein Home Office eingerichtet. Insgesamt 92 Prozent der Unternehmerinnen finden, dass die Mehrzahl der Mitarbeiterinnen die Arbeit aktuell sehr gut stemmt.

Unternehmerinnen betreuen Kinder im HomeOffice

Mehr als die Hälfte der Unternehmerinnen mit minderjährigen Kindern betreut sie aktuell, während sie von zu Hause aus arbeiten. Große Sorge bereitet den Unternehmerinnen generell die geringe Unterstützung für Familien bei der Kinderbetreuung in der Corona-Krise. Jasmin Arbabian-Vogel mahnt: "Für berufstätige Alleinerziehende und Elternpaare - egal ob Unternehmerin oder Arbeitnehmerin - ist es seit der Schließung der Schulen und Kitas eine enorme Herausforderung ihrer Erwerbsarbeit nachzugehen und gleichzeitig die ganztägige Betreuung ihrer Kinder zu stemmen.

Kinder, berufstätige Eltern und Arbeitgeber benötigen jetzt konkrete Lösungen, um durch die Krise zu kommen und eine Perspektive wie es schrittweise weitergehen kann."

Die VdU-Umfrage wurde vom 20. bis zum 23. April 2020 durchgeführt und basiert auf einer Online-Befragung von 212 deutschen Unternehmerinnen, die Mitglied beim VdU sind.

Die Ergebnisse der VdU-Unternehmerinnenumfrage sind unter www.vdu.de/news/news-einzelansicht/news/vdu-umfrage-vom-20042020.html abrufbar.

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28.9.–29.9.2020 | Deutscher Präventionstag, online

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Über 40 Jahre gibt es die UN-Frauenrechtskonvention (engl. Abk. CEDAW) schon. Doch leider sind die Inhalte der Konvention nur wenigen Menschen bekannt. Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. hat eine Ausstellung zum Verleih entwickelt. Sie informiert über die Reichweite, Entwicklung sowie Inhalte des CEDAW-Abkommens. Außerdem werden gleichstellungspolitische Inhalte der UN-Frauenrechtskonvention dargestellt, die auch auf kommunaler Ebene von Bedeutung sind. Die Ausstellung ist in Form von Roll-ups sowie als Posterausstellung erhältlich. Mehr unter www.gleichstellung-sichtbar-machen.de/projekt/ausstellung