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Studie | Welche Vorstellungen und Wünsche bestehen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie?

Frauen zwischen 18 und 60 Jahren sind im Durchschnitt der Meinung, dass eine Mutter drei Jahre und zwei Monate nach der Geburt ihres Kindes wieder in Teilzeit erwerbstätig sein kann. Eine Vollzeiterwerbstätigkeit können ?Mütter den Befragungsergebnissen zufolge ?aufnehmen, wenn das Kind sieben Jahre alt ist. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Vor allem Frauen in Ostdeutschland und Mütter von jüngeren Kindern können sich die Rückkehr auf den Arbeitsmarkt dagegen häufig auch schon früher vorstellen. So nennen in einer Partnerschaft lebende Mütter mit unter dreijährigen Kindern im Durchschnitt zwei Jahre und vier Monate nach der Geburt eines Kindes als richtigen Zeitpunkt für die Aufnahme einer Teilzeittätigkeit.

Als Altersgrenze für eine stundenweise externe Betreuung von Kindern nennen Frauen zwei Jahre und sieben Monate. Für eine Ganztagsbetreuung rückt die Altersgrenze des Kindes mit fünf Jahren und vier Monaten deutlich nach oben.

Die Altersgrenze für eine externe Kinderbetreuung wird von Frauen also deutlich früher angesetzt als die Altersgrenze für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Laut Studie ist dies ein Hinweis darauf, dass eine außerfamiliäre Kinderbetreuung nicht nur unter dem Aspekt der Erwerbsaufnahme gesehen wird, sondern auch anderen Zielen wie der frühkindlichen Bildung dient.

In der IAB-Studie wird zudem die tatsächliche sowie die gewünschte Arbeitszeit von Männern und Frauen in Abhängigkeit der Haushaltskonstellation analysiert. Frauen zwischen 18 und 60 Jahren würden gerne durchschnittlich 28 Stunden arbeiten, Männer 35 Stunden. Kinderlose Frauen ohne Partner wünschen sich im Durchschnitt 32 Wochenstunden, kinderlose Frauen mit Partner 28 Wochenstunden. Die geringste Wochenstundenzahl nennen in einer Partnerschaft lebende Frauen mit Kindern zwischen drei und sechs Jahren: Sie würden gerne 22 Wochenstunden arbeiten. Bei Männern unterscheiden sich die Arbeitszeitwünsche je nach Familienkonstellation dagegen kaum.

Die tatsächliche Arbeitszeit beträgt bei erwerbstätigen Frauen im Durchschnitt 30 Wochenstunden, bei erwerbstätigen Männern 43 Wochenstunden. Eine Erhöhung der Wochenstundenzahl wünschen sich vor allem Alleinerziehende mit Kindern unter sechs Jahren sowie Frauen in Paarhaushalten mit Kindern ab sechs Jahren. Ein weiterer Ausbau der öffentlichen Kinderbetreuungsangebote erhöhe die Chancen von Müttern, ihre Erwerbswünsche in Zukunft zu realisieren, so die IAB-Studie.

Dem Erhöhungspotenzial bei der Arbeitszeit von Frauen sind allerdings Grenzen gesetzt, da den Frauen mit einem Erhöhungswunsch andere mit einem Reduzierungswunsch gegenüber stehen. Vor allem bei den erwerbstätigen Frauen ohne Kinder überwiegen die Reduzierungswünsche, während sich unter den Müttern beide Wünsche etwa die Waage halten.

Die Studie basiert auf Ergebnissen einer repräsentativen Befragung von rund 6.500 Frauen und 5.600 Männern. Sie ist im Internet abrufbar unter http://doku.iab.de/kurzber/2017/kb1017.pdf.

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Kalender 2021 | Zwölf von uns - Monika Hauser

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Der Kalender von Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. 2021 stellt zwölf Frauen vor, die sich besonders einsetzen, um unsere Welt gerechter zu machen. Hier unser Beitrag für den Monat März: Monika Hauser studierte Medizin, weil sie Menschen helfen und ganzheitlich unterstützen wollte. Der jungen Gynäkologin vertrauten Frauen oft Geschichten über erlittene Misshandlungen und Vergewaltigungen an. Um Patientinnen zu stärken, gründete sie u.a. Gesprächsgruppen und eröffnete eine Beratungsstelle für Schwangerschaftsabbrüche.
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