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'Worte helfen Frauen'. Übersetzungsleistungen für geflüchtete Frauen


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Erklärvideo zum Projekt
Unser Erklärvideo erläutert die Kernpunkte und Vorgehensweise des Projekts "Worte helfen Frauen" in einfacher Weise. Den Zuschauerinnen und Zuschauern wird die Grundidee sowie Struktur des Projekts erläutert. Wir wünschen viel Spaß beim Schauen!




Sprachbarriere Überwinden - Teilhabe ermöglichen
Worte-helfen-Frauen_FlyerDas Projekt "Worte helfen Frauen - Übersetzungsleistungen für geflüchtete Frauen" bietet die Möglichkeit, für Beratungsgespräche mit geflüchteten Frauen und Mädchen Übersetzungsleistungen abzurechnen. Das Angebot steht bereits seit 2016 zur Verfügung.

Alle Informationen auf einen Blick finden Sie auch in unserem Flyer und in den "Häufig gestellten Fragen".




Die Stellen
Einrichtungen, die in Niedersachsen zu frauenspezifischen Themen beraten, können die Übersetzungskosten bei Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. einreichen, sofern keine andere Möglichkeit zur Abrechnung besteht. Diese sind z.B.

  • Frauenberatungsstellen
  • Gewalt- und Schwangerenberatungsstellen
  • Kommunen
  • Kommunale Gleichstellungbeauftragte
  • Koordinierungsstellen für Frauen und Wirtschaft
  • Frauen- und Mädchenhäuser
  • ...

Es können also nicht, wie zunächst, lediglich die Gewalt- und Schwangerenberatungsstellen, sondern auch weitere Stellen und z.B. auch die Gleichstellungsbeauftragten diese Mittel für Sprachmittlung in Anspruch nehmen.

Zielgruppe
Geflüchteten Frauen und Mädchen, die nach dem 01.01.2015 nach Deutschland eingereist sind und regelmäßig Leistungen zum Lebensunterhalt vom Staat beziehen gehören zur Zielgruppe. Bei Beratungsgesprächen oder für sie konzipierte Veranstaltungen soll die Sprachbarriere durch "Worte helfen Frauen" überwunden werden.

Abrechnung
Das Abrechnungsverfahren ist möglichst einfach gehalten. Die Stellen, die die Übersetzungsleistungen in Anspruch nehmen, rechnen zeitnah direkt mit Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. ab.

Das vollständig ausgefüllte und unterschriebene Abrechnungsformular wird mit den Kontodaten der Einrichtung versehen und anschließend an Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. geschickt. Die Kosten werden bis zu einer Höhe von max. 50,00 Euro pro voller Stunde inklusive aller Nebenkosten erstattet. Bei einem Gespräch von 30 Minuten ergeben sich daher max. 25,00 Euro für die Übersetzungsleistung. Sollte diese Grenze überschritten werden, müssen die darüber liegenden Ausgaben selbst getragen werden. Im Allgemeinen wird von einem Stundensatz von 25,00 bis 50,00 Euro ausgegangen.

Je nach Absprache mit der Übersetzerin oder dem Übersetzer geht die Einrichtung in Vorkasse oder vereinbart die Zahlung des abgesprochenen Honorars nach Eingang der Überweisung von Gleichberechtigung und Vernetzung e.V.

Fristen
Die Abrechnungen müssen bis spätestens am 15. des auf den Beratungstermin folgenden Monats bei Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. eingegangen sein. Die Auszahlung erfolgt dann spätestens zum 15. des darauffolgenden Monats (Beispiel: Beratungsgespräch findet im April statt - Abrechnung muss bis 15. Mai vorliegen - Auszahlung erfolgt bis 15. Juni).
Abrechnungen für den Zeitraum April 2017 - März 2018 bitte bis spätestens 15. Juni 2018 einreichen. Ältere Abrechnungen, die nach dieser Frist eingereicht werden, können leider nicht erstattet werden.

Übersetzungsleistende
Die (Beratungs-) Stellen suchen selbstständig geeignete Übersetzerinnen oder Übersetzer. Diese müssen nicht amtlich zertifiziert sein. Die Stellen entscheiden eigenverantwortlich, ob für die Übersetzung das Einhalten von Qualitätsstandards gewährleistet ist.
Interkulturelle Kompetenzen und eine Gendersensibilität sind obligatorisch. Eine Übersetzungsleistung zu erbringen bedeutet, das Gesagte einer anderen Person ohne Einschränkungen und eigene Interpretationen wiederzugeben. Des Weiteren sind die Übersetzenden über die Schweigepflicht aufzuklären. Das Gebot, keine persönlichen Informationen an Dritte weiterzugeben, ist unbedingt einzuhalten.


Worte helfen Frauen on Tour in Niedersachsen
Worte-helfen-Frauen-OnTour
Die Flüchtlingshilfe von Volkswagen ist auf "Worte helfen Frauen" aufmerksam geworden und stellt uns für das Projekt ein Fahrzeug vom Typ VW T6 Caravelle zur Verfügung. Dieses Fahrzeug können Sie bei uns ausleihen und niedersachsenweit einsetzen. Der Wagen kann vielfältig genutzt werden. Zum Beispiel um auf "Worte helfen Frauen", also die Möglichkeit Übersetzungsleistungen für geflüchtete Frauen unter bestimmten Voraussetzungen abzurechnen, aufmerksam zu machen. Er kann auch bei Veranstaltungen zum Einsatz kommen, als "Infostand" dienen oder im Innenraum Platz für Beratungsgespräche bieten.

Stellen Sie Ihre Anfrage und je nach Eingangsdatum und Verfügbarkeit können Sie den "Worte helfen Frauen-Bus" in Ihre Region holen. (Kontaktdaten s. unten)


Übersetzen heißt Verantwortung. Mehrsprachige Beratungen professionell umsetzen | Veranstaltungsrückblick
Die Fachtagung "Übersetzen heißt Verantwortung. Mehrsprachige Beratungen professionell umsetzen", im Rahmen des Projekts "Worte helfen Frauen" am Freitag, 17.11.2017 in Hannover, war ein voller Erfolg. Rund 80 Personen kamen in den schönen Räumlichkeiten des Forum St. Joseph zusammen. Eingeführt wurde durch kurze Ansprachen der Referatsleiterin des Referat 202 des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Andrea Frenzel-Heiduk und von Almut von Woedtke, Vorstandsvorsitzende des Projektträgers Gleichberechtigung und Vernetzung e.V.
Durch einen belebten und interessanten Vortrag der Sprach- und Kulturmittlerin sowie Diversity Trainerin Meera Sivaloganathan wurden die Teilnehmenden tiefergehend auf das Thema eingestimmt. Die Referentin nannte die "Basics" professioneller Übersetzungsarbeit für Frauen im interkulturellen Zusammenhang und steuerte anschauliche Beispiele auch über die praktische Arbeit bei.

Im Anschluss an den Fachvortrag wurden folgende Themen in Workshops vertieft:

  • Beratung zu dritt
  • Geschlechtsspezifische Asylpolitik
  • Qualitätssicherung bei Übersetzungen
  • Genderkompetenz im interkulturellen Kontext

In den etwa zweistündigen Workshop-Einheiten wurde rege diskutiert, gelernt, ausprobiert und das Gelernte verfestigt.
Anschließend wurde ein Imbiss zur Stärkung gereicht und Raum zum Vernetzen geboten.
Am Nachmittag stieß Frau Sozialministerin Cornelia Rundt dazu. In ihrer Amtszeit wurde "Worte helfen Frauen" als Übersetzungsprojekt bereits im Dezember 2015, quasi als Vorreiter für Deutschland, ins Leben gerufen. "Ich bin stolz, dass es uns gelungen ist, dieses Projekt so schnell umzusetzen", sagt Cornelia Rundt. Sie betont, dass gerade schwierige Lebensläufe und dramatische Erfahrungen sensible Übersetzerinnen erfordern. Doch auch die Beratungskräfte sollten die Kulturen sowie gesellschaftliche Tabus ihrer Klientinnen kennen. "Gerade in den sensiblen Beratungsthemen wie Gewalt und Sexualität wird es bei Unkenntnis der im Herkunftsland bestehenden Tabus schwierig, die Hemmschwellen bei der zu beratenden Frau abzubauen", so Rundt.

Anschließend wirkte die Sozialministerin an einer Podiumsdiskussion mit der "Fishbowl-Methode" mit. Das Besondere an dieser Methode ist, dass die Teilnehmenden sich von Beginn an aktiv beteiligen konnten. Neben den festen Plätzen, welche durch die Workshopleitungen belegt wurden, boten zwei leere Stühle den restlichen Teilnehmenden die Möglichkeit, an der Podiumsdiskussion teilzunehmen. Es folgte ein spannender Austausch über die Rollenverteilung der Beratungskräfte sowie Sprachmittlerinnen und -mittler in den Gesprächen, über die technischen Möglichkeiten des Video- oder Telefondolmetschens sowie über eine faire Entschädigung für die Übersetzungsleistenden. In der Debatte wurde auch über die Qualifikation der Übersetzungsleistenden gesprochen. Hier wird ein Bedarf zur Professionalisierung gesehen.

Ein großer Dank geht an die Referentinnen und Referenten der Tagung: Anuschka Abutalebi, Frauke Baller, Manfred Brink, Aigün Hirsch, Brankica Ott, Luara Rosenstein, Meera Sivaloganathan, Frau Ministerin Cornelia Rundt

Die Fachtagung war ein Erfolg! Jetzt geht es darum, das neue Wissen umzusetzen, in die eigene Arbeit zu integrieren und mögliche Problematiken anzugehen.

Weitere Informationen

Träger
Gleichberechtigung und Vernetzung e.V.
Sodenstr. 2
30161 Hannover

Sachbearbeitung
Kristina Lunk
Telefon: (0511) 33 65 06 34
lunk@gleichberechtigung-und-vernetzung.de

Finanzverwaltung
Marita Kaikowsky
Telefon: (0511) 33 65 06 21
kaikowsky@vernetzungsstelle.de

Projektleitung
Almut von Woedtke
Telefon: (0511) 33 65 06 23
vonwoedtke@vernetzungsstelle.de


Foerderhinweis-Nds-Sozialministerium

Weitere Informationen

Niedersächsische Anlaufstellen für Fragen zu Schwangerschaft
und Gewalt gegen Frauen

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Aktuelle Aktion

Karlsruhe-Stadt-der-Frauen
Karlsruhe: Stadt der Frauen?! - Die Stadträtinnen des Karlsruher Gemeinderates und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Karlsruhe laden am 27. Juni 2018 Frauen, Frauenorganisationen und -Projekte zu einer Anhörung und einem Austausch ein. Sie möchten so einen öffentlichen Raum schaffen, in dem Anliegen, Verbesserungsvorschläge und auch Engagement von Frauen sichtbar werden und sich Frauen besser vernetzen können. zum Veranstaltungsflyer

Broschüre der Woche

Bundesforum-Maenner_Positionen-Perspektiven
Das Bundesforum Männer, Interessenverband für Jungen, Männer & Väter e.V., setzt sich im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit gegen Diskriminierung und Benachteiligungen ein. Die zentralen Positionen und Perspektiven seiner Arbeit wurden in einer Broschüre zusammengefasst. Der Dachverband nimmt insgesamt sieben Themenbereiche aus männerpolitischer Sicht in den Blick. weiterlesen >>>

Termine Alle Termine >>>

Juni 2018

22.6.2018 | Gleichstellung in der Digitalisierung, Berlin

August 2018

15.8.–16.8.2018 | Grundlagen für die Gleichstellungsarbeit | Basisseminar für behördliche Gleichstellungsbeauftragte in Niedersachsen, Hannover

September 2018

12.9.2018 | Öffentlichkeitsarbeit mit Pfiff - Fast ohne Budget- und Zeitaufwand ALLE erreichen, Hannover

16.9.–18.9.2018 | 25. Bundeskonferenz kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen, Karlsruhe

17.9.–18.9.2018 | 1. Deutscher Mentoring-Tag, Frankfurt am Main

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06_Juni_Kalenderblatt
"Women's Voice, Women's Choice" - Der Frauenkalender der Vernetzungsstelle 2018 widmet sich dem Thema 100 Jahre Frauenwahlrecht. Lesen Sie hier unseren Beitrag für den Monat Juni: Wie informieren sich Frauen über Politik?