Sprache
Kommunikation mit Behörden noch schwieriger als gedacht
Eine Studie belegt: Behördenformulare sind zu schwierig. Menschen aus sozial benachteiligten Milieus haben häufig große Probleme bei der mündlichen und schriftlichen Kommunikation mit Behörden. Dies stellt eine wesentliche Barriere für gesellschaftliche Teilhabe dar. Dies fand ein Forschungsteam an der Technischen Universität Dortmund im Rahmen des Projektes "Schreiben zwischen Sprachen und Kulturen" heraus. Ausserdem wurde untersucht, welche Faktoren für diese Schwierigkeiten verantwortlich sind und ob auch mangelnde Deutschkenntnisse dazu beitragen.
Die Ergebnisse zeigen, dass alle Untersuchungsteilnehmenden Schwierigkeiten hatten, ein einfaches Formular auszufüllen. Viele sind an Stellen, an denen sie selbst schreiben müssen, nicht in der Lage, die Fragen zu beantworten. Auf mangelnde Vertrautheit mit den Formularkonventionen konnte das nicht zurückgeführt werden, denn viele der Befragten sind beispielsweise häufiger zum Besuch beim Arbeitsamt oder der Ausländerbehörde gezwungen. Die meisten erleben ihre persönlichen oder schriftlichen Behördenkontakte als eine fremde - feindliche - Welt und persönlich als bedrohend. Der Unterschied zwischen Menschen, mit Deutsch als Muttersprache und Einwanderern ist im Umgang mit Behörden laut Untersuchung eher gering. Beide Untersuchungsgruppen positionieren sich ähnlich in der Gesellschaft und haben vergleichbare Schwierigkeiten bei der Behördenkommunikation.
Weitere Informationen zum Projekt "Schreiben zwischen Sprachen und Kulturen" an der TU Dortmund.