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Geschlecht und Flucht: Universität Osnabrück beteiligt sich an Verbundprojekt

Gibt es in Deutschland einen Unterschied bei der Aufnahme und Integration geflüchteter Männer und Frauen? Ein Forschungsverbund der Universitäten Osnabrück, Göttingen und Oldenburg wird sich in den nächsten drei Jahren mit dieser und ähnlichen Fragen befassen. Dabei sollen auch Vorschläge entwickelt werden, inwieweit Ungleichbehandlung künftig vermieden werden kann. Das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) finanziert das Vorhaben mit rund 500.000 Euro in der Förderlinie "Geschlecht Macht Wissen".

Am Forschungsprojektverbund "Gender, Flucht, Aufnahmepolitiken. Prozesse vergeschlechtlichter In- und Exklusionen in Niedersachsen" sind das Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück, das Institut für Kulturanthropologie/ Europäische Ethnologie und das Göttinger Centrum für Geschlechterforschung (GCG) an der Georg-August-Universität Göttingen sowie das Zentrum für interdisziplinäre Frauen und Geschlechterforschung (ZFG) der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg beteiligt.

Medienberichte über sexuelle Gewalt in Unterkünften für Geflüchtete haben in den vergangenen Monaten auf die unsichere Situation und Schutzbedürftigkeit insbesondere weiblicher Geflüchteter aufmerksam gemacht. Aber nicht nur bei der Aufnahme, auch bei Maßnahmen und Angeboten zur Integration von Geflüchteten stehen Frauen häufig vor besonderen Herausforderungen. Politik, Unterstützungsorganisationen und Einrichtungen diskutieren seit geraumer Zeit die Folgen dieser Differenzen und einige Kommunen haben begonnen, spezifische Angebote für geflüchtete Frauen zu entwickeln. Allerdings liegen bislang kaum Erkenntnisse über Formen und Ausmaß dieser Bedingungen und Folgen für die geflüchteten Frauen vor. »Zugleich ist zu beobachten, wie zunehmend mit gleichstellungspolitischen Argumenten gegen die Flüchtlingsaufnahme Stimmung gemacht wird, indem etwa männliche Flüchtlinge als rückständig und unemanzipiert beschrieben werden« so Prof. Dr. Helen Schwenken von der Universität Osnabrück. Die Sprecherin des Projektes erläutert die hinter dem Verbund stehende Idee: "Als Wissenschaftlerinnen, die wir schon seit Jahren zu Geschlecht und Migration forschen, hat uns erstaunt, welche große Bedeutung auf einmal die Kategorie Geschlecht hat. Wir möchten erstens erforschen, inwiefern die geschlechtsspezifischen Projekte den geflüchteten Frauen nützen und zweitens interessieren uns die aktuellen Konflikte und Widersprüchlichkeiten des politischen Bezugs auf Geschlechtergleichheit.«

Der Verbund liefert dabei einen empirisch fundierten Überblick über Geschlechterverhältnisse in Aufnahmepolitiken, Arbeitsmarktintegration und Situation von Geflüchteten in Deutschland. In vier Teilprojekten werden an ausgewählten Standorten in Niedersachsen die konkreten Bedingungen und Prozesse sowie der öffentliche Diskurs darüber untersucht. Das Projekt stellt insbesondere die für die Aufnahme und Integration entscheidende Ebene der Kommunen in den Mittelpunkt. In der Transferkomponente möchten die Wissenschaftlerinnen Organisationen, Einrichtungen sowie Politik Anregungen für geschlechtergerechtere Aufnahme- und Integrationspolitiken geben. Durch die differenziertere Analyse des gesamten Aufnahmeprozesses wird das Projekt somit wichtige Grundlagen zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen zur Flucht und Migration leisten.

Weitere Informationen

Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien ( IMIS ) der Universität Osnabrück
www.imis-cms.uni-osnabrueck.de

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2.3.–3.3.2021 | Das Niedersächsische Gleichberechtigungsgesetz und der Gleichstellungsplan, online

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Kalender 2021 | Zwölf von uns - Monika Hauser

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