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Geflüchtete Frauen in Deutschland. Anforderungen an eine geschlechtersensible Asyl- und Integrationspolitik

Der Beitrag von Frauke Binnemann und Sabine Mannitz wurde in Wiso Dirket von der Friedrich-Ebert-Stiftung veröffentlicht. Er beschäftigt sich mit geflüchteten Frauen in Deutschland. Der Fokus wird dabei auf eine geschlechtersensible Asyl- und Integrationspolitik gelegt. Zunächst wird die aktuelle Situation abgebildet: Rund 50% der weltweit geflüchteten sind weiblich. In Deutschland liegt die Zahl der geflüchteten Frauen seit 2015 bei etwa 35-40%. Die Flucht birgt viele Gefahren. Insbesondere Frauen können Opfer sexualisierter Gewalt werden. Daher werden sie häufig durch den Familiennachzug auf einem sicheren Weg ins Zielland befördert. Die Begrenzung des Familiennachzugs wird von den Autorinnen daher aus frauenrechtlicher Perspektive als problematisch angesehen.

Die Autorinnen klären über die rechtliche Situation auf, dabei geht es zunächst primär um die Genfer Flüchtlingskonvention, die als Grundlage für Schutzansprüche gilt. Es wird über das Merkmal "Geschlecht" bei Schutzansprüchen diskutiert und erläutert, dass besonders Frauen und Mädchen aus Gründen ihrer Geschlechterzugehörigkeit Diskriminierung, Verfolgung oder Gewalt erfahren. Außerdem geht es um das Aufenthaltsgesetz, welches im Jahr 2013 in das Asylverfahrensgesetz übertragen wurde, und die Autorinnen beschreiben die Auswirkungen auf Vulnerabilität und Schutzansprüche durch beispielsweise das biologische Geschlecht, die sexuelle Orientierung oder Identität.

Die Autorinnen fordern flächendeckende Schulungen, Mindeststandards und Gewaltschutzkonzepte, die Frauen nach ihrer Ankunft in Deutschland schützen sollen. Letztlich wird noch die Gesundheitsversorgung angesprochen und Lösungsvorschläge erbracht.

Binnemann, Frauke; Mannitz, Sabine: Geflüchtete Frauen in Deutschland. Anforderungen an eine geschlechtersensible Asyl- und Integrationspolitik, Friedrich-Ebert-Stiftung, Wiso Direkt, 09/2018. Wiso Direkt finden Sie auf der Website der Friedrich-Ebert-Stiftung.

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Im Rahmen der Fairen Woche 2019 veranstaltet die Steuerungsgruppe "Fairtrade-Town Hildesheim" in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Hildesheim, dem Frauennetzwerk Antonia e.V. und dem Weltladen/El Puente in Hildesheim am Mittwoch, den 25. September, einen Fairen Brunch. www.hildesheim.de

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