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Zweiter Gleichstellungsbericht | Frauen wenden deutlich mehr Zeit für unbezahlte Tätigkeiten auf

Frauen wenden täglich deutlich mehr Zeit für unbezahlte Tätigkeiten im Haushalt und für die Familie auf als Männer. Dieser Unterschied lässt sich nun auch beziffern: Die Sachverständigenkommission zum Zweiten Gleichstellungsbericht hat als neue Kennzahl für diese "Sorge-Lücke" den Gender Care Gap entwickelt. Er liegt derzeit bei 52,4 Prozent. Das geht aus dem Gutachten der Sachverständigen für den Zweiten Gleichstellungsbericht hervor. Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig und die Vorsitzende der Sachverständigenkommission Prof. Dr. Eva Kocher stellten das Gutachten vor.

Das Ziel der Gleichstellung von Frauen und Männern ist nach Ansicht der Sachverständigen noch nicht erreicht. So wenden Frauen nicht nur deutlich mehr Zeit für unbezahlte Tätigkeiten auf als Männer, sondern erzielen pro Stunde und auch über den Lebensverlauf hinweg auch weniger Einkommen. Die Sachverständigenkommission bewertet diese Lohn- und Sorge-Lücke als Zeichen ungleicher Verwirklichungschancen von Frauen und Männern.

Das Gutachten wird von dem roten Faden durchzogen, dass Erwerbs- und Sorgearbeit zusammen gedacht werden müssen, wenn Gleichstellung erreicht werden soll. Es betrachtet die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Erwerbsarbeit, Pflege, Kinderbetreuung und Hausarbeit.

"Alle Menschen sollen jederzeit und unabhängig von ihrem Geschlecht die Möglichkeit haben, private Sorgearbeit zusammen mit Erwerbsarbeit zu leben. Professionelle Sorgearbeit muss aufgewertet, besser anerkannt und entlohnt werden. Wir machen konkrete Vorschläge, welche Rahmenbedingungen sich wie ändern müssen, damit das gelingen kann", erläuterte die Vorsitzende der Sachverständigenkommission Prof. Dr. Eva Kocher.

Das Gutachten wurde im Januar 2017 an die Ministerin übergeben. Eine Stellungnahme der Bundesregierung dazu wird derzeit zwischen den Ressorts abgestimmt. Das Gutachten und die Stellungnahme der Bundesregierung zu diesem Gutachten werden zusammen den Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung bilden, der dem Kabinett nach Abschluss der Ressortabstimmung vorgelegt wird.

Bereits im Ersten Gleichstellungsbericht wurden wichtige Impulse gesetzt. Vieles davon ist mittlerweile auch Realität und wirkt auf die Gleichstellung von Frauen und Männern: Von der Einführung des allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns profitieren mehrheitlich Frauen in niedrig entlohnten Dienstleistungsbereichen und in geringfügiger Beschäftigung. Mit dem Ausbau der Kinderbetreuung, dem Elterngeld und dem ElterngeldPlus sowie mit der Verbesserung der Familienpflegezeit wurden neue Möglichkeiten zur partnerschaftlichen Arbeitsteilung und zur dauerhaften eigenständigen Existenzsicherung geschaffen.

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Aktuelle Aktionen

Faire-Woche_2019
Im Rahmen der Fairen Woche 2019 veranstaltet die Steuerungsgruppe "Fairtrade-Town Hildesheim" in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Hildesheim, dem Frauennetzwerk Antonia e.V. und dem Weltladen/El Puente in Hildesheim am Mittwoch, den 25. September, einen Fairen Brunch. www.hildesheim.de

Broschüre der Woche

Europaeische-Charta_Muenchen
Im Mai 2016 hat die Stadt München die Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene unterzeichnet. Für den Zeitraum 2019 bis 2021 Maßnahmen wurde eine Vielzahl von Handlungsfeldern beschlossen. Der Aktionsplan liegt nun in Broschürenform vor. weiterlesen >>>

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September 2019

17.9.2019 | Keine sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz | Ausgebucht!, Hannover

17.9.2019 | Ein Tag - viele Chancen: Girls'Day und Boys'Day, Bielefeld

20.9.2019 | Geschlecht. Politik. Partizipation. NRW auf dem Weg zur Parität, Bochum

Oktober 2019

11.10.2019 | Weltmädchentag, weltweit

25.10.2019 | Strategien im Umgang mit sexueller Belästigung am Arbeitsplatz, Berlin

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Kalendermonatsblatt

09_Kalender-VNST_September
Der Frauenkalender der Vernetzungsstelle 2019 widmet sich dem Thema "Europa". Lesen Sie hier unseren Beitrag für den Monat September: "EIGE. Ein Institut für Gleichstellungsfragen"