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Bundesregierung sieht weiter Handlungsbedarf in der Gleichstellungspolitik

Das Bundeskabinett hat die Stellungnahme zum Gutachten für den Zweiten Gleichstellungsbericht beschlossen. Wichtige Schritte für mehr Gleichstellung sind nach Auffassung der Bundesregierung die Aufwertung sozialer Berufe und mehr Zeitsouveränität für Familien. "Die Bundesregierung hat in dieser Legislaturperiode viel für Gleichstellung getan, aber wir sind längst noch nicht am Ziel". Das betonte Bundesfrauenministerin Dr. Katarina Barley anlässlich der Verabschiedung des Zweiten Gleichstellungsberichtes der Bundesregierung im Kabinett. "Bei der Verteilung von Belastungen und Chancen zwischen den Geschlechtern geht es in unserer Gesellschaft immer noch ungerecht zu: Frauen arbeiten oft mehr und bekommen dafür weniger", so die Ministerin.

Der Zweite Gleichstellungsbericht besteht aus einem Gutachten einer Sachverständigenkommission und der Stellungnahme der Bundesregierung dazu. Die Sachverständigenkommission unter dem Vorsitz von Frau Professorin Dr. Eva Kocher empfiehlt in ihrem Gutachten, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Erwerbsarbeit und unbezahlte Arbeit in der Familie und für die Gesellschaft gerecht zwischen Frauen und Männern aufgeteilt werden kann. Sie hat dazu eine neue Kennzahl entwickelt. Den Gender Care Gap, der bei 52,4 Prozent liegt. Frauen wenden danach deutlich mehr Zeit für unbezahlte Tätigkeiten im Haushalt und für die Familie auf als Männer. Zudem erzielen Frauen pro Stunde und auch über den Lebensverlauf hinweg weniger Einkommen. Die Sachverständigenkommission bewertet diese Lohn- und Sorge-Lücke als Zeichen ungleicher Verwirklichungschancen von Frauen und Männern.

In ihrer Stellungnahme schließt sich die Bundesregierung dieser Analyse an: "Gleiche Verwirklichungschancen von Frauen und Männern sind nach Auffassung der Bundesregierung die Voraussetzung dafür, dass die grundgesetzlich festgeschriebene Gleichstellung von Frauen und Männern auch tatsächlich in der Lebenswirklichkeit der Menschen ankommt. Die statistisch nachweisbaren Unterschiede in der Lebensrealität von Frauen und Männern sind ein Indiz dafür, dass Gleichstellung im Sinne verwirklichter Lebensplanungen noch nicht erreicht ist."

Wichtige Schritte für mehr Gleichstellung sind nach Auffassung der Bundesregierung zum Beispiel die Aufwertung sozialer Berufe und die Schaffung weiterer Spielräume zugunsten von Familien für mehr Zeitsouveränität. Darüber hinaus werden die Impulse des Gutachtens gewürdigt, sich mit Gleichstellungspolitik weiter auch an Männer zu wenden und Strukturen der Gleichstellungspolitik zu stärken.

"Mit dem Zweiten Gleichstellungsbericht ist das Thema längst nicht abgeschlossen", sagte Bundesfrauenministerin Dr. Katarina Barley. "Die Empfehlungen der Sachverständigen müssen jetzt intensiv diskutiert werden. Um mehr Gleichstellung zu erreichen, brauchen wir eine bessere Unterstützung von Familien. Außerdem müssen wir mehr Möglichkeiten schaffen, um Familie und Beruf auch wirklich gut vereinbaren zu können. Eines meiner zentralen Anliegen ist die Aufwertung von sozialen Berufen. Hiervon werden in erster Linie Frauen profitieren."

Der Zweite Gleichstellungsbericht knüpft an den Ersten Gleichstellungsbericht an, der bereits wichtige Impulse gesetzt habe. Vieles davon sei mittlerweile Realität und wirke auf die Gleichstellung von Frauen und Männern: Von der Einführung des allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns profitierten mehrheitlich Frauen in niedrig entlohnten Dienstleistungsbereichen und in geringfügiger Beschäftigung. Mit dem Ausbau der Kinderbetreuung, dem Elterngeld und dem ElterngeldPlus sowie mit der Verbesserung der Familienpflegezeit seien neue Möglichkeiten zur partnerschaftlichen Arbeitsteilung und zur dauerhaften eigenständigen Existenzsicherung geschaffen worden. In ihrer Bilanz stellt die Bundesregierung daher fest: Der Erste Gleichstellungsbericht habe gewirkt.

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie unter: www.gleichstellungsbericht.de

Das Gutachten der Sachverständigenkommission als Download: www.gleichstellungsbericht.de/gutachten2gleichstellungsbericht.pdf

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Auch in 2019 gibt es wieder das Projekt "Lebendiger FrauenKalender Ostfriesland": in 12 Veranstaltungen wird jeden Monat das Wirken einer historischen Frau auf der Ostfriesischen Halbinsel vorgestellt, bzw. Themen aufgegriffen, die einen Bezug zur Gegenwart herstellen und Perspektiven für die Zukunft aufzeigen. Auf dem Programm stehen Vorträge, Erzähltheater, geführte Routen, Ausstellungen, Konzerte und mehr. Initiiert wurde das Projekt vom "Runden Tisch FrauenLeben in Ostfriesland". Das Programm steht unter www.emden.de/frauenlebeninostfriesland zum Download bereit.

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Vom Landesstreik 1918 bis zur Demonstration für Lohngleichheit 2018: Frauen in der Schweiz kämpfen seit jeher für ihre Rechte. Die Fachzeitschrift für Frauenfragen fragt nach Motiven, Aktionsformen und Zielen von prominenten Aktivistinnen. Fachartikel, Porträts, Interviews und viele historische Bilder zeigen: Das Private ist politisch! weiterlesen >>>

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