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Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung | Was junge Frauen wollen

Was-junge-Frauen-wollen_FesTrotz vieler Verbesserungen ist aus Sicht junger Frauen die Gleichstellung der Geschlechter noch lange nicht erreicht: Nur eine von zehn sieht die Gleichstellung von Männern und Frauen voll und ganz realisiert. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Was junge Frauen wollen" des DELTA-Instituts für Sozial- und Ökologieforschung im Auftrag des Forums Politik und Gesellschaft der Friedrich-Ebert-Stiftung. Lohngerechtigkeit, Gleichstellung im Berufsleben sowie eine bessere und kostenlose Kinderbetreuung sind demnach die Forderungen junger Frauen an Politik und Wirtschaft.

Für die Studie unter Leitung von Prof. Dr. Carsten Wippermann wurden Frauen aus allen sozialen Schichten und Milieus in Fokusgruppeninterviews befragt. Diese wurden durch die Ergebnisse einer quantitativ-repräsentativen Untersuchung ergänzt. Die breite Datenbasis bietet neue Einblicke in die Lebensrealitäten und gleichstellungspolitischen Einstellungen von Frauen zwischen 18 und 40 Jahren.

Vor allem mit Blick auf die Familiengründung befürchten junge Frauen den Rückfall in traditionelle Geschlechterrollen. Den Hauptgrund dafür sehen die Befragten in der fehlenden Lohngerechtigkeit. Außerdem beklagen sie eine mangelnde Familienfreundlichkeit und fordern mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten. Mehrheitlich streben junge Frauen ab 30 Jahren eine Arbeitszeit zwischen 30 und 35 Stunden an.

Junge Frauen fordern aber auch mehr Unterstützung für Mütter und Familien. Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern, sehen sie großen Bedarf für Investitionen in den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung. Sie fordern: kostenlose Kita-Plätze und flexiblere Betreuungszeiten (auch zu Randzeiten).

Für viele junge Frauen stellten die zum Teil hohen Kosten und die noch zu unflexiblen Betreuungsangebote mit Blick auf ein stärkeres berufliches Engagement ein erhebliches Hemmnis bei der Vereinbarkeit dar, betont Dr. Stefanie Elies, Leiterin des Forum Politik und Gesellschaft der Friedrich-Ebert-Stiftung. Klaren politischen Handlungsbedarf sieht sie auch beim Thema Lohngerechtigkeit.

Der Autor der Studie Carsten Wippermann, Professor für Soziologie, Leiter des DELTA-Instituts und Mitglied der Sachverständigenkommission des Zweiten Gleichstellungsberichts der Bundesregierung, betont den Zusammenhang zwischen fehlender Lohngerechtigkeit und der Zurückhaltung vieler junger Frauen bei der Entscheidung für oder gegen Kinder. Junge Frauen mit gehobener Berufsqualifikation und beruflichen Ambitionen gingen das Thema 'Kinder bekommen' sehr reserviert an. Sie wollen Familie, aber sie schieben den Zeitpunkt der Familiengründung nach hinten, um nicht in die Falle von Retraditionalisierung, Teilzeitarbeit und finanzieller Abhängigkeit vom Partner zu geraten. Das Thema Kinder sei für viele junge Frauen nicht mehr selbstverständlich, sondern sorgenbehaftet.

Weitere Informationen

Pressemitteilung der Friedrich-Ebert-Stiftung vom 7. Juli 2016
www.fes.de

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