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Die Vereinbarkeit von häuslicher Pflege und Beruf

Die-Vereinbarkeit-von-haeuslicher-Pflege-und-BerufPflegende Angehörige leisten einen großen Beitrag zur Solidarität in der Gesellschaft. Wie sie besser unterstützt werden können, hat der Soziologe Wolfgang Keck auf der Basis repräsentativer Umfragedaten analysiert. Er zeigt, wie männliche "Erwerbskarrieren" und weibliche "Betreuungskarrieren" zustande kommen und nennt Maßnahmen, mit denen die Organisation von Pflege und Erwerbsarbeit verbessert werden kann.

In Deutschland pflegen etwa 4 Millionen Menschen nahe Angehörige. Viele von ihnen sind erwerbstätig (working carers) und müssen die häusliche Pflege mit ihrer Berufstätigkeit vereinbaren. Frauen sehen sich einer wesentlich höheren Erwartungshaltung gegenüber als Männer, wenn es um die Übernahme von Pflegeaufgaben geht. Das "Teilkaskoprinzip" der gesetzlichen Pflegeversicherung verschärft zudem bestehende Chancenungleichheiten.

Die "Betreuungskarrieren" von Frauen haben ihren Ursprung teilweise noch in grundlegenden geschlechtsspezifischen Beziehungsmustern und Handlungspraktiken. Frauen, die mit der Rolle als Pflegende nicht zurechtkommen, stehen unter erheblichem Druck. Pflegende Männer dagegen tun sich leichter damit, Pflegeaufgaben zu delegieren und nutzen Unterstützungsangebote häufiger.

Der persönliche Lebensverlauf hat auf die Verteilung der Pflegeaufgaben zwischen Männern und Frauen Einfluss, stellt Wolfgang Keck fest. Die Väterbeteiligung bei der Kinderbetreuung sieht er daher als zukunftsweisende politische Maßnahme an, um die spätere Bereitschaft von Söhnen zur Übernahme von Pflegeaufgaben zu stärken.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege kann nur mit individualisierten Lösungsansätzen erreicht werden. Dazu brauchen Pflegende bessere Unterstützung in Form von flexiblen Pflegearrangements, zeitlicher Entlastung in Pflege oder Beruf und gesundheitlichen Präventionsangeboten.

Das Buch bietet Fachkräften und politisch-wissenschaftlich Interessierten eine fundierte Sachanalyse, aus der politische Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen abgeleitet werden können.

Wolfgang Keck: Die Vereinbarkeit von häuslicher Pflege und Beruf, Hogrefe Verlag, Bern 2012

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Aktuelle Aktionen

Faire-Woche_2019
Im Rahmen der Fairen Woche 2019 veranstaltet die Steuerungsgruppe "Fairtrade-Town Hildesheim" in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Hildesheim, dem Frauennetzwerk Antonia e.V. und dem Weltladen/El Puente in Hildesheim am Mittwoch, den 25. September, einen Fairen Brunch. www.hildesheim.de

Broschüre der Woche

Europaeische-Charta_Muenchen
Im Mai 2016 hat die Stadt München die Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene unterzeichnet. Für den Zeitraum 2019 bis 2021 Maßnahmen wurde eine Vielzahl von Handlungsfeldern beschlossen. Der Aktionsplan liegt nun in Broschürenform vor. weiterlesen >>>

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September 2019

20.9.2019 | Geschlecht. Politik. Partizipation. NRW auf dem Weg zur Parität, Bochum

Oktober 2019

11.10.2019 | Weltmädchentag, weltweit

25.10.2019 | Strategien im Umgang mit sexueller Belästigung am Arbeitsplatz, Berlin

November 2019

25.11.2019 | Internationaler Tag für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, weltweit

27.11.2019 | 40 Jahre Verabschiedung Frauenrechtskonvention & 25 Jahre Pekinger Erklärung und Aktionsplattform | Dialog- und Jubiläumsveranstaltung, Berlin

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09_Kalender-VNST_September
Der Frauenkalender der Vernetzungsstelle 2019 widmet sich dem Thema "Europa". Lesen Sie hier unseren Beitrag für den Monat September: "EIGE. Ein Institut für Gleichstellungsfragen"