Das Portal aus Niedersachsen für Gleichberechtigung, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte

Doing Family

Doing-FamilyFamilienleben ergibt sich heute nicht mehr so selbstverständlich wie früher: Das "Doing Family" ist ein aktiver Gestaltungsprozess von Familienbeziehungen in einer Gesellschaft, die sich schnell verändert. Diese "Herstellungsarbeit" betrifft auch Genderaspekte. Wie Familien diesen Wandel bewältigen und ihr Alltagshandeln danach ausrichten, untersucht eine Sammlung sozialwissenschaftlicher Beiträge, die vom Deutschen Jugendinstitut veröffentlicht wurde.

Die Genderfrage stellt sich einerseits im Hinblick auf die ungleiche Anerkennung von Care Work und Erwerbsarbeit im Sozialstaat. Sie wirkt sich insbesondere für gut qualifizierte Frauen nach der Familiengründungsphase nachteilig aus. Selbst wenn Paare also eine gleichberechtigte Partnerschaft anstreben, stehen dem häufig die organisationalen und sozialstaatlichen Bedingungen entgegen. Die räumliche und zeitliche Flexibilisierung und Deregulierung der Erwerbsarbeit führt außerdem dazu, dass Geschlechterarrangements in Familien neu ausgehandelt werden können bzw. müssen.

Das väterliche Engagement spielt sowohl für die Entwicklung von Kindern als auch für das Doing Family eine wichtige Rolle. Die "neuen" Väter sehen sich jedoch noch mit dem alten Rollenbild des "Familienernährers" konfrontiert und finden noch zu selten ein Arbeitsumfeld, in dem die Sorge um Kinder als gemeinsame Aufgabe von Mutter und Vater verstanden wird.

Der Sammelband führt umfassend in den Ansatz des Doing Family in der Familienwissenschaft ein und reflektiert dessen Nutzen für familienbezogene Praxis und Politik.

Karin Jurczyk/ Andreas Lange/ Barbara Thiessen (Hrsg.): Doing Family. Wa-rum Familienleben heute nicht mehr selbstverständlich ist, Beltz Juventa, Weinheim und Basel 2014, 29,95 Euro

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50 Jahre Schweizer Frauenstimmrecht

50-Jahre-Frauenstimmrecht
Am 7. Februar 2021 wird in der Schweiz das Jubiläum "50 Jahre Schweizer Frauenstimmrecht" begangen. Aus diesem Anlass wurde ein Sammelband mit dem Titel "50 Jahre Frauenstimmrecht. 25 Frauen über Demokratie, Macht und Gleichberechtigung" herausgegeben. Isabel Rohner und Irène Schäppi zeigen darin - unterstützt von namhaften Schweizer Frauen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Kultur - wie umkämpft die Frauenrechte in der Schweiz waren und immer noch sind, was bereits getan wurde und wo noch Handlungsbedarf besteht. Zum Buch | Mehr zum Schweizer Frauenstimmrecht

Neu vorgestellt

Vierter-Atlas-Gleichstellung-Niedersachsen
Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung hat den 4. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Niedersachsen veröffentlicht. Ein erfreuliches Ergebnis: Der Anteil der Väterbeteiligung am Elterngeld stieg 2020 auf 38,4 Prozent. Der Bericht zeigt aber auch, dass nach wie vor statistisch nachweisbare Unterschiede in der Lebensrealität von Frauen und Männern bestehen. Die COVID-19-Pandemie des Jahres 2020 hat den Handlungsbedarf deutlich sichtbar werden lassen. weiterlesen >>>

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Februar 2021

3.2.2021 | Digitalisierung und Gleichstellung. Neue Chancen - alte Probleme, online

März 2021

12.3.2021 | Eröffnung frauenORT Marianne Fritzen, Lüchow

26.3.2021 | Eröffnung frauenORT Paula Modersohn-Becker, Worpswede

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Kalender 2021 | Zwölf von uns - Anne Jakob: Spitzensport

01_Kalenderblatt-Januar_2021
Der Kalender von Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. 2021 stellt zwölf Frauen vor, die sich besonders einsetzen, um unsere Welt gerechter zu machen. Hier unser Beitrag für den Monat Januar: Anne Jakob war selbst Leichtathletin. Sie wuchs in der DDR auf und absolvierte ein Jurastudium. Danach arbeitete die Juristin als Assistentin des Generalsekretärs des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) in Lausanne. Sie engagierte sich für die Anerkennung der Fachanwaltschaft im Sportrecht. weiterlesen >>>