Das Portal aus Niedersachsen für Gleichberechtigung, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte

Neuer Väterreport: ElterngeldPlus wird besonders positiv bewertet

Vaeterreport-2018Der aktuelle Väterreport des Bundesfamilienministeriums zeigt: Väter haben heute - unterstützt von Elterngeldleistungen - mehr Zeit mit ihren Kindern und nutzen zunehmend die Möglichkeit, sich Beruf und Familie mit ihren Partnerinnen gleichmäßiger aufzuteilen. Das hat auch Vorteile für Wirtschaft und Gesellschaft.

Unter dem Titel "Vater sein in Deutschland heute" ist am 26. Juli 2018 der um aktuelle Daten und Erkenntnisse ergänzte Väterreport erschienen. Er gibt unter anderem Auskunft über Einstellungen und Erwartungen heutiger Väter und die Nutzung von Elterngeld und ElterngeldPlus. Deutlich wird: Immer mehr Väter wollen sich stärker an der Erziehung und Betreuung ihrer Kinder beteiligen.

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey betont: "Vaterschaft verändert sich: Väter heute haben ein neues Selbstverständnis. Sie wollen sich aktiv und auch im Alltag um ihre Kinder kümmern. Die Politik hat diese Entwicklung mit dem Elterngeld und ElterngeldPlus maßgeblich befördert. Dahinter steht die Überzeugung: Eltern sollen Familie und Beruf gleichermaßen leben können, und Kinder sollen Zeit mit beiden Eltern haben. Der Väterreport zeigt, dass diese Politik wirkt. Und er belegt, dass aktive Väter ein Gewinn sind - für Kinder, Mütter, Wirtschaft und Gesellschaft."

ElterngeldPlus besonders attraktiv für Väter
Mehr als jeder dritte Vater - in einigen Regionen fast jeder zweite - nutzt das Elterngeld. Besonders attraktiv für Väter ist das ElterngeldPlus. Damit haben Eltern die Möglichkeit, länger Elterngeld zu beziehen: Wenn Eltern schon während des Elterngeldbezugs wieder in Teilzeit arbeiten, bekommen sie doppelt so lange Elterngeld. Aus einem bisherigen Elterngeldmonat werden zwei ElterngeldPlus-Monate. Seit das ElterngeldPlus 2015 eingeführt wurde, entscheiden sich immer mehr Väter für den längeren Elterngeldbezug. Sie bewerten das ElterngeldPlus noch häufiger als Mütter als "eine gute Sache".

Bei Vätern besonders beliebt ist der Partnerschaftsbonus, mit dem sich auch ihr Wunsch nach einer gleichmäßigeren Aufteilung der Kinderbetreuung erfüllt: In einzelnen Bundesländern entscheiden sich bis zu 42 Prozent der Väter, die ElterngeldPlus beantragen, zugleich für den Partnerschaftsbonus; im Bundesdurchschnitt sind es gut 29 Prozent. Während der Partnerbonusmonate betreuen 82 Prozent der Eltern ihr Kind etwa gleich viel. Anspruch auf den Partnerschaftsbonus haben Eltern, wenn sie gleichzeitig zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeiten. Sie bekommen dann vier zusätzliche ElterngeldPlus-Monate.

Partnerschaftliche Vereinbarkeit auch für Kinder vorteilhaft
Arbeiten Mütter und Väter in ähnlichem Umfang berufstätig, sind laut Väterreport auch Kinderbetreuung und Hausarbeit besonders häufig annähernd gleich verteilt. Partnerschaftliche Arbeitszeitkonstellationen in der Familie ermöglichen Kindern intensiveren Kontakt zu ihren Vätern. Mütter und Väter können dann gleichermaßen Bezugspersonen im Alltag sein.

Vater sein nach einer Trennung
Partnerschaftliche Familienkonstellationen entsprechen auch nach einer Trennung zunehmend den Wünschen der getrennten Eltern. Etwas mehr als die Hälfte der (in einer repräsentativen Studie) befragten Trennungseltern würde sich grundsätzlich für die eigene Familie eine partnerschaftliche Aufteilung wünschen. Nahezu die Hälfte der Väter würde gern einen größeren Anteil an der Betreuung und Versorgung der Kinder übernehmen, 42 Prozent der Mütter etwas weniger.

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.): Väterreport. Vatersein in Deutschland heute, Berlin Mai 2018, 3. überarbeitete Auflage

Weitere Informationen

Quelle: Meldung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) vom 26. Juli 2018 unter www.bmfsfj.de

Die Broschüre steht auf der Website des BMFSFJ zum Download zur Verfügung.

<<< Zur Beitragsübersicht

50 Jahre Schweizer Frauenstimmrecht

50-Jahre-Frauenstimmrecht
Am 7. Februar 2021 wird in der Schweiz das Jubiläum "50 Jahre Schweizer Frauenstimmrecht" begangen. Aus diesem Anlass wurde ein Sammelband mit dem Titel "50 Jahre Frauenstimmrecht. 25 Frauen über Demokratie, Macht und Gleichberechtigung" herausgegeben. Isabel Rohner und Irène Schäppi zeigen darin - unterstützt von namhaften Schweizer Frauen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Kultur - wie umkämpft die Frauenrechte in der Schweiz waren und immer noch sind, was bereits getan wurde und wo noch Handlungsbedarf besteht. Zum Buch | Mehr zum Schweizer Frauenstimmrecht

Neu vorgestellt

Vierter-Atlas-Gleichstellung-Niedersachsen
Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung hat den 4. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Niedersachsen veröffentlicht. Ein erfreuliches Ergebnis: Der Anteil der Väterbeteiligung am Elterngeld stieg 2020 auf 38,4 Prozent. Der Bericht zeigt aber auch, dass nach wie vor statistisch nachweisbare Unterschiede in der Lebensrealität von Frauen und Männern bestehen. Die COVID-19-Pandemie des Jahres 2020 hat den Handlungsbedarf deutlich sichtbar werden lassen. weiterlesen >>>

Termine Alle Termine >>>

Februar 2021

3.2.2021 | Digitalisierung und Gleichstellung. Neue Chancen - alte Probleme, online

März 2021

12.3.2021 | Eröffnung frauenORT Marianne Fritzen, Lüchow

26.3.2021 | Eröffnung frauenORT Paula Modersohn-Becker, Worpswede

Newsletter

Monatlich erscheint unser Newsletter mit aktuellen Nachrichten, Aktionen, Veranstaltungen und Veröffentlichungen. Sie können den Newsletter kostenlos abonnieren. Hier geht es zur Anmeldung. Die letzten Ausgaben finden Sie hier als pdf-Datei zum Download.

Kalender 2021 | Zwölf von uns - Anne Jakob: Spitzensport

01_Kalenderblatt-Januar_2021
Der Kalender von Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. 2021 stellt zwölf Frauen vor, die sich besonders einsetzen, um unsere Welt gerechter zu machen. Hier unser Beitrag für den Monat Januar: Anne Jakob war selbst Leichtathletin. Sie wuchs in der DDR auf und absolvierte ein Jurastudium. Danach arbeitete die Juristin als Assistentin des Generalsekretärs des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) in Lausanne. Sie engagierte sich für die Anerkennung der Fachanwaltschaft im Sportrecht. weiterlesen >>>