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Gesellschaftliche Normierung von Schwangerschaft, Geburt und Säuglingszeit

Schwangerschaft-Geburt-und-SaeuglingszeitDie Zeitschrift Gender 2/2017 reflektiert die aktuelle wissenschaftliche Auseinandersetzung um Schwangerschaft, Geburt und Säuglingszeit. Deutlich werden Widersprüche und Ambivalenzen zwischen individueller Gestaltung, gesellschaftlichen Normierungen und professionellen Ansprüchen, die in dieser Lebensphase wirksam sind. Die Diskussionen in der Hebammenwissenschaft auf der einen und in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften auf der anderen Seite werden aus Sicht der Geschlechterforschung betrachtet.

Schon das Aushandeln der 'Kinderfrage' in Paarbeziehungen ist mit der gesellschaftlichen Erwartung verbunden, dass einer Schwangerschaft ein gemeinsamer Kinderwunsch vorausgehen sollte. Dabei entscheiden Paare nicht immer rational über diese Frage, sondern finden pragmatische und kompromissbasierte paardynamische Lösungen.
Die Vorstellung vom "unternehmerischen Selbst" fördert die Retraditionalisierung der Geschlechterbeziehung während der Schwangerschaft: Schwangeren wird vor dem Hintergrund moderner medizinischer Versorgung nicht nur die Verantwortung für ihre eigene Gesundheit, sondern auch für die des werdenden Kindes übertragen.

Auch für das Gelingen einer "guten" Geburt werden Frauen vor dem Hintergrund einer ausgeprägten Gesundheitsorientierung zunehmend selbst verantwortlich gemacht. Dabei kommt im Vergleich zur sachlichen Informiertheit der Schwangeren ihre Befähigung zur Urteilskraft zu kurz, die auch die Wahrnehmung von Momenten der Angewiesenheit, Achtsamkeit, Angst und Freude einschließt. Ähnliches gilt für die Ansprüche an stillende Mütter, wie die Analyse der professionelle Stillförderung auf einer Geburtshilfestation zeigt.

Als interessante Ausdrucksform für universelle Bedürfnisse im Zusammenhang von Schwangerschaft und Geburt haben sich Erzählcafés erwiesen, in denen Hebammen- und Elternprotest im geschützten Rahmen offen artikuliert werden konnte.

Die Beiträge aus verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen zeigen, dass die Lebensphase von Familienplanung, Schwangerschaft und Geburt trotz pluralisierter Familienformen eine große Gefahr für Frauen (und Paare) birgt, in die "Traditionalisierungsfalle" gedrängt zu werden.

Schwangerschaft, Geburt und Säuglingszeit: zwischen individueller Gestaltung, gesellschaftlichen Normierungen und professionellen Ansprüchen; Gender - Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, Heft 2, 9. Jahrgang 2017. Herausgegeben vom Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW, www.gender-zeitschrift.de

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München | Kampagne 'Kein Platz für sexuelle Übergriffe'

Ob-mit-oder-ohne-Wiesn
Auch wenn dieses Jahr keine Wiesn stattfinden kann: Unter dem Motto "Ob mit oder ohne Wiesn - in München ist kein Platz für sexuelle Übergriffe" ist die Aktion "Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen" gestartet. Die Kampagne sensibilisiert mit Plakaten in Stadt und Landkreis München und unter dem Hashtag #keinplatzfürsexuelleübergriffe digital auf Instagram, Facebook und Twitter dafür, dass - ganz gleich wo - kein Platz für sexuelle Belästigungen, für Nötigung oder Vergewaltigung ist. sicherewiesn.de

Neu vorgestellt

Frauenkalender-2021
Zwölf Frauen stellen wir in unserem Kalender 2021 vor. "Zwölf von uns". Frauen, die zu den Themen, unter denen Frauen leiden, die Frauen zugemutet werden, tätig sind. Zwölf Frauen, die sich besonders einsetzen, um unsere Welt gerechter zu machen. In der Politik, im Recht, in der Kirche, in der Wirtschaft.
Ein hochwertiges Geschenk für Ihre Netzwerkpartnerinnen und -partner, Rats- und Kreistagsmitglieder und andere, die Sie zum Jahreswechsel beschenken wollen, mit denen Sie sich für Frauenrechte und für Menschenrechte engagieren wollen. weiterlesen >>>

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Oktober 2020

5.10.–6.10.2020 | Fachkraft der Antidiskriminierungsberatung, Lüneburg

7.10.2020 | Fortbildung für Verwaltungsmitarbeiterinnen von Gleichstellungsbeauftragten, Hannover

7.10.2020 | Gründen als Antwort auf die VUCA-Welt - Vision, Understanding, Clarity und Agility, online

22.10.–23.10.2020 | Zeitpolitik im/in Betrieb - Atmende Lebensläufe ermöglichen!, Mülheim an der Ruhr

27.10.2020 | Genderbewusste Arbeit bei Suchtstörungen, online

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Fahne und Roll-up Banner zum 'Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen'

Fahne-gegen-Gewalt
Gemeinsam mit UN-Women hat Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. eine Fahne konzipiert, mit der Kommunen und Organisationen auf den Anti-Gewalt-Tag und die weltweiten und lokalen Aktivitäten an diesem Tag und innerhalb der 16-Tage-Kam-pagne aufmerksam machen können. Neben der Fahne steht auch ein Roll-Up-Banner zur Verfügung, dass bei Veranstaltungen eingesetzt werden kann. Sowohl in die Fahne als auch in das Banner kann auf Wunsch das eigene Logo eingedruckt werden. weiterlesen >>>