Das Portal aus Niedersachsen für Gleichberechtigung, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte

IAB-Studie zum Modellprojekt 'Pro Kind'

IAB-Studie_Modellprojekt-Pro-KindDie Begleitung junger Mütter im Hartz-IV-Bezug im Rahmen eines Hausbesuchsprogramms durch Hebammen und Sozialpädagoginnen verbessert die elterlichen Fähigkeiten, die Gesundheit und die Lebenszufriedenheit der Mütter. Auch bei der kindlichen Entwicklung zeigt sich eine Verbesserung. Nicht erreicht wurde allerdings, dass die jungen Mütter schneller von staatlichen Transferleistungen unabhängig werden. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Die IAB-Studie beruht auf den Daten von 394 teilnehmenden Familien und einer Kontrollgruppe von 361 nicht teilnehmenden Familien, die hinsichtlich der sozio-demographischen Merkmale vergleichbar sind.

Um Familien mit Kindern unter drei Jahren zu unterstützen, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Jahr 2007 das "Nationale Zentrum Frühe Hilfen" gegründet. Ein Modellprojekt dieses Zentrums ist das Hausbesuchsprogramm "Pro Kind", in dem Hebammen und Sozialpädagoginnen junge Frauen, die nur über ein geringes Einkommen verfügen und daher überwiegend auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind, von der Schwangerschaft bis zum zweiten Geburtstag des Kinds besuchen.

"Pro Kind" behandelt neben Themen der Erziehung und Gesundheit Fragen der Familienplanung, der Erwerbstätigkeit und des Bezugs staatlicher Transferleistungen wie des Arbeitslosengelds II. Die Begleitforschung zum Programm zeigt zahlreiche positive Auswirkungen der regelmäßigen Hausbesuche durch die Familienbegleiterinnen: Die jungen Mütter leiden beispielsweise seltener unter Depressionen, die Kinder sehen weniger fern, zumindest den Töchtern wird häufiger vorgelesen.

Keine schnellere Unabhängigkeit der Mütter von Transferleistungen
Die höhere Lebenszufriedenheit der am Programm teilnehmenden Mütter führt dazu, dass sie sich in den ersten drei Jahren nach der Geburt häufiger für ein weiteres Kind entscheiden. Ein unbeabsichtigter Nebeneffekt des Programms ist, dass die jungen Mütter länger nicht erwerbstätig sind und auf staatliche Transferleistungen angewiesen bleiben.

Bessere Gesundheit und Lebenszufriedenheit von Müttern und bessere kindliche Entwicklung durch Familienbegleitung
Die Studie bewertet das Besuchsprogramm dennoch positiv - nicht zuletzt aufgrund der verbesserten kindlichen Entwicklung in den teilnehmenden Familien. "Dadurch können langfristig bessere Bildungs- und Arbeitsmarktchancen sowie Einsparungen für den Sozialstaat erzielt werden", schreibt der IAB-Forscher Malte Sandner.

Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (Hrsg.): IAB Kurzbericht 6/2018, Modellprojekt für benachteiligte Familien. Intensive Begleitung hilft Müttern und Kindern, Nürnberg, März 2018

Weitere Informationen

Die Studie steht als Download auf der Website des IAB zur Verfügung.

Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 08.03.2018

<<< Zur Beitragsübersicht

50 Jahre Schweizer Frauenstimmrecht

50-Jahre-Frauenstimmrecht
Am 7. Februar 2021 wird in der Schweiz das Jubiläum "50 Jahre Schweizer Frauenstimmrecht" begangen. Aus diesem Anlass wurde ein Sammelband mit dem Titel "50 Jahre Frauenstimmrecht. 25 Frauen über Demokratie, Macht und Gleichberechtigung" herausgegeben. Isabel Rohner und Irène Schäppi zeigen darin - unterstützt von namhaften Schweizer Frauen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Kultur - wie umkämpft die Frauenrechte in der Schweiz waren und immer noch sind, was bereits getan wurde und wo noch Handlungsbedarf besteht. Zum Buch | Mehr zum Schweizer Frauenstimmrecht

Neu vorgestellt

Vierter-Atlas-Gleichstellung-Niedersachsen
Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung hat den 4. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Niedersachsen veröffentlicht. Ein erfreuliches Ergebnis: Der Anteil der Väterbeteiligung am Elterngeld stieg 2020 auf 38,4 Prozent. Der Bericht zeigt aber auch, dass nach wie vor statistisch nachweisbare Unterschiede in der Lebensrealität von Frauen und Männern bestehen. Die COVID-19-Pandemie des Jahres 2020 hat den Handlungsbedarf deutlich sichtbar werden lassen. weiterlesen >>>

Termine Alle Termine >>>

Februar 2021

3.2.2021 | Digitalisierung und Gleichstellung. Neue Chancen - alte Probleme, online

März 2021

12.3.2021 | Eröffnung frauenORT Marianne Fritzen, Lüchow

26.3.2021 | Eröffnung frauenORT Paula Modersohn-Becker, Worpswede

Newsletter

Monatlich erscheint unser Newsletter mit aktuellen Nachrichten, Aktionen, Veranstaltungen und Veröffentlichungen. Sie können den Newsletter kostenlos abonnieren. Hier geht es zur Anmeldung. Die letzten Ausgaben finden Sie hier als pdf-Datei zum Download.

Kalender 2021 | Zwölf von uns - Anne Jakob: Spitzensport

01_Kalenderblatt-Januar_2021
Der Kalender von Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. 2021 stellt zwölf Frauen vor, die sich besonders einsetzen, um unsere Welt gerechter zu machen. Hier unser Beitrag für den Monat Januar: Anne Jakob war selbst Leichtathletin. Sie wuchs in der DDR auf und absolvierte ein Jurastudium. Danach arbeitete die Juristin als Assistentin des Generalsekretärs des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) in Lausanne. Sie engagierte sich für die Anerkennung der Fachanwaltschaft im Sportrecht. weiterlesen >>>