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PISA 2015 | Leistungsunterschiede zwischen Mädchen und Jungen

In Berlin wurde die sechste PISA-Erhebung vorgestellt. Demnach liegen Fünfzehnjährige in Deutschland in den drei Kompetenzbereichen Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik deutlich über dem OECD-Durchschnitt. Als ein wichtiges bildungspolitisches Ziel nennt der Bericht die Aufgabe, die Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen besonders in den Naturwissenschaften und Mathematik zu verringern. Insgesamt sind die Leistungen in den Naturwissenschaften gegenüber 2006 konstant geblieben. Im Bereich Lesen setzt sich der kontinuierliche Aufwärtstrend fort, in Mathematik gibt es keine signifikanten Veränderungen.

Fünfzehnjährige in Deutschland haben im internationalen Vergleich und im Vergleich zu 2006 allerdings deutlich weniger Freude und zeigen weniger Interesse an den Naturwissenschaften. Gleichwohl können sich Jungen im Vergleich zu 2006 häufiger eine Tätigkeit in MINT-Berufen vorstellen.

In den Naturwissenschaften haben sich die Leistungsunterschiede zwischen Mädchen und Jungen seit 2006 zugunsten der Jungen vergrößert und sind jetzt signifikant. Auch in Mathematik verfügen Jungen über eine signifikant höhere Kompetenz als Mädchen. Diese Differenz fällt größer aus als im OECD-Durchschnitt.

Im Lesen sind die Leistungsunterschiede zwischen Mädchen und Jungen im Vergleich zu früheren PISA-Erhebungen deutlich zurückgegangen. Dies ist auf Verbesserungen der Jungen im oberen und unteren Leistungsbereich zurückzuführen.

Wie in allen Staaten gibt es in Deutschland weiterhin einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem sozialen Status der Eltern und den PISA-Ergebnissen der Schülerinnen und Schüler. Der Abstand im Kompetenzniveau zwischen den sozialen Schichten hat sich seit PISA 2000 deutlich verringert, liegt aber über dem OECD-Durchschnitt. Vor allem Fünfzehnjährige aus Familien mit niedrigerem sozialen Status haben aufgeholt.

Der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungshintergrund ist von 19,9% (2006) auf 27,9% gestiegen; sie kommen aus deutlich mehr Herkunftsländern als noch 2006. Sie erreichen durchschnittlich eine niedrigere naturwissenschaftliche Kompetenz als Fünfzehnjährige ohne Zuwanderungshintergrund. Anders als bei Lesen 2009 und bei Mathematik 2012 zeigen sich bei den zuwanderungsbedingten Leistungsunterschieden in den Naturwissenschaften seit 2006 keine Verbesserungen.

Die bildungspolitischen Herausforderungen:

  • Potenziale leistungsstarker Schülerinnen und Schüler in den Naturwissenschaften und Mathematik müssen gezielter ausgeschöpft werden, ohne die Förderung leistungsschwacher Schülerinnen und Schüler zu vernachlässigen.
  • Es müssen weitere Anstrengungen unternommen werden, um die Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen besonders in den Naturwissenschaften und Mathematik zu verringern.
  • Eine zentrale Herausforderung bleibt angesichts einer heterogener werdenden Schülerschaft, Kinder und Jugendliche mit Zuwanderungshintergrund gut in das Schulsystem zu integrieren. Ein Schlüssel dafür bleibt der Erwerb von Deutsch als Bildungssprache.
  • Die Untersuchung hat auch gezeigt, dass digitale Medien zum Lehren und Lernen im Unterricht in Deutschland noch zu wenig genutzt werden.

Die PISA-Studie:
PISA wird seit dem Jahr 2000 von der OECD durchgeführt, um die Kompetenzen 15-Jähriger in den zentralen Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften zu ermitteln. An PISA 2015, das in Deutschland und 56 anderen Ländern erstmals komplett computerbasiert durchgeführt wurde, haben neben den 35 OECD-Staaten 37 Partnerstaaten und -regionen teilgenommen. Es nahmen weltweit mehr als 530.000 Schülerinnen und Schüler teil, in Deutschland waren es 6.504 an 253 Schulen. Neben der naturwissenschaftlichen Grundbildung, die zum zweiten Mal nach 2006 als Schwerpunktdomäne untersucht wurde, wurden die mathematische Kompetenz und die Lesekompetenz getestet.

PISA 2015 wurde in Deutschland in Verantwortung des Zentrums für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB), einem von Bund und Ländern gemeinsam getragenen Verbund der Technischen Universität München (TUM), des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und der Mathematik an der Universität Kiel (IPN), durchgeführt und ausgewertet.

Weitere Informationen

Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom 6.12.2016, www.bmbf.de

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