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Soziale Konstruktionen in Schule und Unterricht

Soziale-Konstruktionen-in-Schule-und-UnterrichtKategorien wie Geschlecht, Ethnizität, Behinderung und soziale Herkunft wirken in die pädagogische Arbeit der Schule hinein. Die sozialkonstruktivistische Schul- und Unterrichtsforschung untersucht Differenzen und Ungleichheiten, die aus der Interaktion in diesem sozialen Feld resultieren. Zentral für das "Doing School" zur Hervorbringung schulischer Ordnung ist dabei die soziale Konstruktion von "Leistungsstärke" und "Leistungsschwäche". Vor diesem Hintergrund ist auch die Rolle des "Doing Gender" im Unterricht als Zuschreibung von Leistungsdifferenzen zwischen Jungen und Mädchen zu sehen.

Leistungsunterschiede werden durch implizite Erwartungshaltungen von Lehrkräften und entsprechende Reaktionen der Schülerinnen und Schüler konstruiert. Je nach Kompetenz und Reflexionsbereitschaft der Lehrkräfte kann sich dies als Begrenzung oder Erweiterung von Entwicklungschancen und Berufsoptionen junger Frauen und Männer auswirken. Die Beiträge des Sammelbandes geben einen Überblick über die wissenschaftliche Forschung und greifen verschiedene Beispiele für das "(Un)Doing Gender" in Schule und Unterricht auf.

Jürgen Budde beschreibt, wie passförmige Männlichkeit in der Schule über die Vorstellung vom "idealen Schüler" zwischen Ritter, Pflichterfüller und kreativer Persönlichkeit hergestellt wird. Andrea Menze Sonneck zeigt, dass Videoanalyse und Beobachtungsprotokolle geeignete Mittel sind, um die Reflexion des koedukativen Sportunterrichts zu ermöglichen. Alexander Krätzig und Markus Prechtl beschreiben in ihrem Beitrag, wie die wechselnde Vergabe von Verantwortlichkeiten im Chemieunterricht (z.B. als Sicherheitsbeauftragte, Protokollant oder Material-Chefin) einer unausgewogenen Arbeitsteilung vorbeugen kann. Eine gendersensible Feedback-Kultur und die regelmäßige Überprüfung der eigenen Erwartungshaltung durch die Lehrkräfte trägt ebenso zum "Undoing Gender" im Unterricht bei.

Weitere Beiträge des Sammelbandes zeigen, dass die sensible und reflektierte Auseinandersetzung mit der sozialen Konstruktion von Differenzen auch unter dem Aspekt des "Doing Ethnicity", im inklusiven Unterricht und mit Blick auf soziale Herkunft und Intersektionalität Konsequenzen für die professionelle Arbeit in der Schule hat.

Das Buch wendet sich mit seinen aktuellen wissenschaftlichen Beiträgen sowohl an Studierende und angehende Lehrkräfte als auch an erfahrene Lehrkräfte oder Schulleitungen, die konzeptionell an der Unterrichtsgestaltung arbeiten wollen.

Karin Bräu/ Christine Schlickum (Hrsg.): Soziale Konstruktionen in Schule und Unterricht, Verlag Barbara Budrich, Opladen 2015

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Website zum Bundesförderprogramm 'Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen' geht online!

Bundesfoerderprogramm_GemeinsamGegenGewaltAnFrauen
Das Bundesförderprogramm "Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist Teil des Gesamtprogramms der Bundesregierung zur Umsetzung der Istanbul-Konvention. Ab sofort können sich Interessierte und potenzielle Antragsstellerinnen und Antragsteller auf der neuen Website www.gemeinsam-gegen-gewalt-an-frauen.de rund um das Förderprogramm informieren. Neben zahlreichen Informationen, finden sich hier nun auch sämtliche Dokumente zum Zuwendungsverfahren.

Neu vorgestellt

Auf-den-Spuren-bedeutender-Frauen
Auf den Spuren bedeutender Frauen - mit dem Rad Niedersachsens Frauengeschichte erkunden: Im Rahmen der Initiative frauenORTE Niedersachsen hat der Landesfrauenrat Niedersachsen e.V. eine neue Broschüre herausgegeben. Sie bietet Einblicke in die Vielfalt niedersächsischer Frauengeschichte. Neben Texten zu 42 Frauenpersönlichkeiten gibt es Hinweise zu frauenORTE-Stadtführungen und -Ausstellungen sowie Tipps zu weiteren touristischen Zielen. Die Broschüre möchte außerdem dazu anregen, auf niedersächsischen Fernradwegen von frauenORT zu frauenORT zu radeln. weiterlesen >>>

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September 2020

1.9.2020 | Keine sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz - Handlungssicherheit in Beratung, Begleitung und Prävention | Ausgebucht, Hannover

17.9.2020 | Öffentlichkeitsarbeit mit Pfiff - Fast ohne Budget- und Zeitaufwand ALLE erreichen | Ausgebucht, Hannover

22.9.–23.9.2020 | Grundlagen für die Gleichstellungsarbeit - Ausgebucht!, Hannover

28.9.–29.9.2020 | Deutscher Präventionstag, online

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Ausstellung zur Frauenrechtskonvention

Cedaw-Ausstellung
Über 40 Jahre gibt es die UN-Frauenrechtskonvention (engl. Abk. CEDAW) schon. Doch leider sind die Inhalte der Konvention nur wenigen Menschen bekannt. Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. hat eine Ausstellung zum Verleih entwickelt. Sie informiert über die Reichweite, Entwicklung sowie Inhalte des CEDAW-Abkommens. Außerdem werden gleichstellungspolitische Inhalte der UN-Frauenrechtskonvention dargestellt, die auch auf kommunaler Ebene von Bedeutung sind. Die Ausstellung ist in Form von Roll-ups sowie als Posterausstellung erhältlich. Mehr unter www.gleichstellung-sichtbar-machen.de/projekt/ausstellung