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Männer ins Grundschullehramt

Maenner-ins-GrundschullehramtWie kann in Grundschulkollegien mehr Geschlechtervielfalt erreicht werden? Nur etwa 12 Prozent aller Lehrkräfte in Grundschulen sind männlich. Olaf Stuve und Dr. Thomas Viola Rieske haben im Auftrag des 'GEW Zukunftsforums Lehrer_innenbildung' untersucht, inwiefern die Unterrepräsentanz von männlichen Lehrkräften in Grundschulen problematisch ist und wie ihr begegnet werden kann.

Die Unterrepräsentanz von männlichen Lehrkräften an Grundschulen ist eng mit Rollenzuschreibungen verknüpft. Männer, die sich für den Beruf interessieren, erfahren normative Beschränkungen in Form von Abwertungen des Berufsbildes, das heute mit Weiblichkeit assoziiert und Frauen zugeschrieben wird. Es herrscht die Vorstellung, dass Männer in diesen Beruf nicht hineinpassen.

Im Berufsalltag müssen Grundschullehrer mit Erwartungen und Zuschreibungen umgehen, die als "männlich" konnotiert sind, denen sie jedoch nicht immer entsprechen wollen oder können. Problematisch ist die Unterrepräsentanz von Männer im Grundschullehramt, weil Kindern so die Möglichkeit vorenthalten wird, eine egalitäre Vielfalt anhand eines Modells eines vielfältigen Lehrerkollegiums kennenzulernen. Bestehende Geschlechterbilder werden reproduziert, was sich bis hin zur Berufs- und Studienorientierung auswirkt.

Wichtig ist eine Auseinandersetzung über die Aufgabenteilung innerhalb des Kollegiums, die es Männern ermöglicht, auch "nicht-männliche" Angebote für alle Kinder zu machen. Die Kinder profitieren von diversen und zugleich diversitätskompetenten Lehrkräften, die ihnen vielfältige Möglichkeiten der Zugehörigkeit, der Unterstützung und Auseinandersetzung bieten.

Aus der Auswertung verschiedener Projekte zu Genderkompetenz bzw. Männern in Kita und Grundschule leitet das Autorenteam unter anderem diese Empfehlungen zur Gewinnung von Männern für das Grundschullehramt ab:

  • geschlechter- und diversitätsreflektierte Berufswahlbegleitung
  • Zugangswege zum Grundschullehramt prüfen: Zugang zu Studienplätzen, Möglichkeiten eines qualifizierenden Quer- und Seiteneinstiegs
  • Grundschullehramt als Beruf im Hinblick auf Besoldung und Weiterentwicklungsmöglichkeiten attraktiver machen
  • Korrektur der Wahrnehmung des Berufsbildes: professionelle Gestaltung von Bildungsprozessen von Kindern als materiell und immateriell lohnende Angelegenheit
  • Geschlechterbilder in der Grundschule vervielfältigen
  • (Weiter-)Entwicklung von Gender- und Diversitätskompetenz als Kernaufgabe der Aus- und Weiterbildung

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (Hrsg.): Männer ins Grundschullehramt, Wie Geschlechtervielfalt in Kollegien von Grundschulen erreicht werden kann, Frankfurt/ Main 2018

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Broschüre zum Download unter www.gew.de/publikationen

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Wir-haben-gewaehlt_EIZ
Im neuen Europaparlament werden in der Mehrheit Männer Politik gestalten - auch wenn in diesem Parlament mehr Frauen sitzen als vorher! Aber es gibt keine Quote auf EU-Ebene, es gibt kein Parité-Gesetz, wie z.B. in Frankreich. Eine quotierte Kommission macht noch keinen frauenpolitischen Sommer - aber es lässt hoffen! Das EIZ Niedersachsen lädt in Kooperation mit dem Landesfrauenrat Niedersachsen und der Region Hannover am 18. Oktober 2019 zur Diskussion ein: "Wir haben gewählt! Was wir Frauen von Europa erwarten". www.eiz-niedersachsen.de

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Zum sechsten Mal hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) den "Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit" vorgelegt. Die aktuellen Ergebnisse zeigen deutliche Fortschritte, aber auch weiteren Handlungsbedarf. Der Monitor wird vom Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) gefördert. Er besteht aus einer repräsentativen Unternehmensbefragung und einer repräsentativen Beschäftigtenbefragung. weiterlesen >>>

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Oktober 2019

18.10.2019 | Wir haben gewählt! Was wir Frauen von Europa erwarten, Hannover

22.10.2019 | NeMiA Netzwerk-Kongress | Die Zukunft der Arbeitswelt - Kompetenzen und Potentiale von Frauen mit Migrationsbiografie, Hannover

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