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Das übertherapierte Geschlecht. Ein kritischer Leitfaden für die Frauenmedizin

Das-uebertherapierte-GeschlechtDas Buch beschäftigt sich mit dem Thema der gendersensiblen Medizin und geht auf die Frage ein, ob Frauen in der Medizin möglicherweise unnötig behandelt werden, und es will über irreführende Praxen der Gesundheitsindustrie aufklären.

Einleitend erfahren die Lesenden, dass in der Medizin noch heute von einem Androzentrismus auszugehen ist. Es werden Beispiele vorgestellt, die untermauern, dass Frauen aus diesem Grund falsche Medikamente erhalten oder falsch diagnostiziert werden. Das zweite Kapitel widmet sich dem Thema Schwangerschaft und beschreibt, wie viele Frauen zur Pränataldiagnostik angeregt würden. Im Kapitel zu den "Individuellen Gesundheitsleistungen" (IGeL) wird aufgezeigt, wie irreführend argumentiert wird und Frauen verunsichert werden.

Ein weiteres Kapitel widmet sich dem Thema Schönheitsmedizin und setzt sich kritisch mit den Anforderungen an den Körper auseinander. Auch die verwandten Themen Hormone und Wechseljahre werden tiefgehender analysiert und durch neue Forschungen kritisch hinterfragt. Darüber hinaus geht es im Buch um Gebärmutterentfernung, das Mammografie-Screening und zu guter Letzt um Depressionen und Geschlechterstereotype bei diesem Krankheitsbild.

Die Autorinnen vertreten einen sehr kritischen Standpunkt gegenüber Medizin und Pharmakologie. Sie präsentieren viele Fakten und Statistiken sowie neuere Forschungsergebnisse. Die Intention einer Aufklärung über irreführende Praxen der Gesundheitsindustrie ist durchaus gelungen. Das Buch kann somit helfen, Patientinnen in die Lage zu versetzen, medizinische Leistungen zu hinterfragen.

Christine Wolfrum/ Luitgard Marschall: Das übertherapierte Geschlecht. Ein kritischer Leitfaden für die Frauenmedizin, Albrecht Knaus Verlag, München 2017

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50 Jahre Schweizer Frauenstimmrecht

50-Jahre-Frauenstimmrecht
Am 7. Februar 2021 wird in der Schweiz das Jubiläum "50 Jahre Schweizer Frauenstimmrecht" begangen. Aus diesem Anlass wurde ein Sammelband mit dem Titel "50 Jahre Frauenstimmrecht. 25 Frauen über Demokratie, Macht und Gleichberechtigung" herausgegeben. Isabel Rohner und Irène Schäppi zeigen darin - unterstützt von namhaften Schweizer Frauen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Kultur - wie umkämpft die Frauenrechte in der Schweiz waren und immer noch sind, was bereits getan wurde und wo noch Handlungsbedarf besteht. Zum Buch | Mehr zum Schweizer Frauenstimmrecht

Neu vorgestellt

Vierter-Atlas-Gleichstellung-Niedersachsen
Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung hat den 4. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Niedersachsen veröffentlicht. Ein erfreuliches Ergebnis: Der Anteil der Väterbeteiligung am Elterngeld stieg 2020 auf 38,4 Prozent. Der Bericht zeigt aber auch, dass nach wie vor statistisch nachweisbare Unterschiede in der Lebensrealität von Frauen und Männern bestehen. Die COVID-19-Pandemie des Jahres 2020 hat den Handlungsbedarf deutlich sichtbar werden lassen. weiterlesen >>>

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Februar 2021

3.2.2021 | Digitalisierung und Gleichstellung. Neue Chancen - alte Probleme, online

März 2021

12.3.2021 | Eröffnung frauenORT Marianne Fritzen, Lüchow

26.3.2021 | Eröffnung frauenORT Paula Modersohn-Becker, Worpswede

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Kalender 2021 | Zwölf von uns - Anne Jakob: Spitzensport

01_Kalenderblatt-Januar_2021
Der Kalender von Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. 2021 stellt zwölf Frauen vor, die sich besonders einsetzen, um unsere Welt gerechter zu machen. Hier unser Beitrag für den Monat Januar: Anne Jakob war selbst Leichtathletin. Sie wuchs in der DDR auf und absolvierte ein Jurastudium. Danach arbeitete die Juristin als Assistentin des Generalsekretärs des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) in Lausanne. Sie engagierte sich für die Anerkennung der Fachanwaltschaft im Sportrecht. weiterlesen >>>