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Niedersachsen | Zahl der Anzeigen wegen häuslicher Gewalt steigt an

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November hat Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann aufgerufen, das Schweigen bei Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu brechen. Aus diesem Grund beteiligt sich die Ministerin an der bundesweiten Mitmachaktion "Wir brechen das Schweigen" unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Niedersachsens Sozialministerin hisste am Hannah-Arendt-Platz eine Flagge von Terre des Femmes mit der Aufschrift "Frei leben – ohne Gewalt".

"Allein in Deutschland wird jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens einmal Opfer von Gewalt. Wenn Kriminelle viel Geld mit Frauenhandel und Zwangsprostitution verdienen, wenn sexuelle Gewalt noch immer verbreitet ist, dann sind wir alle gefordert. Wir müssen unser Schweigen brechen, wir dürfen nicht wegsehen", betont Dr. Carola Reimann. "Das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist eine erste Anlaufstelle und bietet rund um die Uhr Hilfe für Betroffene – ohne Wenn und Aber."

Laut Lagebericht des Niedersächsischen Landeskriminalamts stiegen in den Jahren 2013 bis 2017 die Delikte der häuslichen Gewalt mit weiblichen Opfern in Niedersachsen an. Im Jahr 2017 wurden insgesamt 11.623 Fälle polizeilich bekannt (2013: 10.283). Der Anstieg der Straftaten könne laut LKA damit zusammenhängen, dass das fortgesetzte Engagement von Polizei und Netzwerkpartnern die Anzeigebereitschaft von Opfern "Häuslicher Gewalt" befördere. Hierfür spricht auch das Ergebnis der Dunkelfeldstudie, die zeigt, dass die Anzeigequote bei Körperverletzungen deutlich gestiegen ist.

In Niedersachsen gibt es ein engmaschiges Netz an Hilfen für Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen sind. 2017 ist die Förderung noch einmal deutlich um 2,75 Millionen Euro auf insgesamt 8,65 Millionen Euro aufgestockt worden. Das Geld kommt allen 41 niedersächsischen Frauenhäusern, den 43 Gewaltberatungsstellen und den 29 Beratungs- und Interventionsstellen bei häuslicher Gewalt (BISS) zugute. So wurde das Beratungssystem weiter ausgebaut. In den 41 niedersächsischen Frauenhäusern suchen jährlich rund 2.200 Frauen mit etwa 2000 Kindern Hilfe und Unterstützung. Insbesondere die Anzahl der Beratungsfälle der 29 BISS-Stellen ist stark gestiegen. In den nunmehr insgesamt 43 vom Land geförderten Gewaltberatungsstellen werden jährlich durchschnittlich 8.750 Frauen beraten.

Andere flankierende Maßnahmen, etwa gegen Zwangsheiraten (www.zwangsheirat.de) oder die anonyme Beweissicherung bei Gewalttaten gegen Frauen und Mädchen (ProBeweis, www.probeweis.de), werden ebenfalls fortgesetzt. Das Programm "Worte helfen Frauen" (www.worte-helfen-frauen.de) wendet sich gezielt an geflüchtete Frauen. Um Sprachbarrieren abzubauen, können alle Einrichtungen, die zu frauenspezifischen Belangen beraten, mit diesem Projekt den Einsatz von Übersetzerinnen und Übersetzern abrechnen.

Einen rechtlichen Rahmen für den Schutz von Frauen und Mädchen bietet die am 1. Februar 2018 in Deutschland in Kraft getretene Istanbul-Konvention. Das internationale Abkommen verpflichtet die Unterzeichnerstaaten zu zahlreichen Maßnahmen, die eine umfassende Prävention, den Schutz der Opfer und die Verurteilung der Täter zum Ziel haben. "Die Istanbul-Konvention ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Gewalt an Frauen. Erstmals gelten damit Mindeststandards im Gewaltschutz für Frauen in den Mitgliedsstaaten des Europarates – das ist ein großer Schritt nach vorne", so Dr. Carola Reimann.

Weitere Informationen

Eine erste Beratung bietet das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" unter der Nummer 08000/116 016 an. Das Hilfetelefon ist rund um die Uhr erreichbar, die Beratung ist vertraulich, kostenlos und wird in 18 Sprachen angeboten www.hilfetelefon.de.

Das "Netzwerk ProBeweis" bietet von Gewalt Betroffenen die Möglichkeit, Beweise sichern zu lassen - unabhängig von einer eventuellen späteren Strafverfolgung: www.probeweis.de, Telefon (0511) 532 4599.

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Hilfe gegen Gewalt | Angebote des BMFSFJ

Das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" unter der kostenfreien Nummer 08000 116 016 leistet Erst- und Krisenunterstützung, bei Gewalt gegen Frauen gibt es Rat und Hilfe rund um die Uhr, anonym, in insgesamt 18 Sprachen, barrierefrei. Das Hilfetelefon ist online zu erreichen unter www.hilfetelefon.de. Angesichts der Corona-Krise könnten Druck und Konflikte in Familien auch in Gewalt gegen Kinder und Jugendliche münden. Das Bundesfamilienministerium stärkt daher die telefonischen Beratungsangebote. Dazu gehören die "Nummer gegen Kummer" (116 111) für Kinder und Jugendliche oder das Elterntelefon (0800 111 0550). Zudem werden im Netz niedrigschwellige Hilfsangebote für Kinder, Jugendliche und Eltern ausgebaut.

Termine Alle Termine >>>

April 2020

21.4.2020 | Der Gleichstellungsplan nach dem Niedersächsischen Gleichberechtigungsgesetz - VERSCHOBEN!, Varel

Mai 2020

7.5.–8.5.2020 | Global Forum for Gender Equality, Mexico City

Juli 2020

7.7.–10.7.2020 | Generation Equality Forum / Weltfrauenkonferenz, Paris

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Ausstellung zur Frauenrechtskonvention

Cedaw-Ausstellung
Über 40 Jahre gibt es die UN-Frauenrechtskonvention (engl. Abk. CEDAW) schon. Doch leider sind die Inhalte der Konvention nur wenigen Menschen bekannt. Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. hat eine Ausstellung zum Verleih entwickelt. Sie informiert über die Reichweite, Entwicklung sowie Inhalte des CEDAW-Abkommens. Außerdem werden gleichstellungspolitische Inhalte der UN-Frauenrechtskonvention dargestellt, die auch auf kommunaler Ebene von Bedeutung sind. Die Ausstellung ist in Form von Roll-ups sowie als Posterausstellung erhältlich. Mehr unter www.gleichstellung-sichtbar-machen.de/projekt/ausstellung