Das Portal aus Niedersachsen für Gleichberechtigung, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte

Umsetzung des internationalen Abkommens zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt in Niedersachsen

Als erstes Flächenland führt Niedersachsen Modellprojekte zur Umsetzung der so genannten Istanbul Konvention (IK) durch und verstärkt damit sein Engagement zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen. "Die Istanbul Konvention gibt uns die Chance, gemeinsam vorzugehen, um Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen und Mädchen in allen gesellschaftlichen Bereichen abzuschaffen", erklärt Niedersachsens Sozial- und Gleichstellungsministerin Carola Reimann: "Gewalt gegen Frauen ist eine Menschenrechtsverletzung."

Das in Istanbul beschlossene Übereinkommen des Europarats "zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt" (Istanbul Konvention) erkennt dies an und verankert wichtige Maßnahmen zum Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt.

Die Unterzeichnerstaaten werden zu zahlreichen Maßnahmen verpflichtet, die eine umfassende Prävention, den Schutz der Opfer und die Verurteilung von Tätern beinhalten.

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich verpflichtet, diese Forderungen umzusetzen. Jedes Bundesland ist aufgefordert, wirksame Maßnahmen zu entwickeln. Niedersachsen verfügt für den Bereich der Frauenunterstützungseinrichtungen bereits jetzt über ein flächendeckendes, gut funktionierendes Netz an Beratungsstellen, Krisen- und Schutzeinrichtungen für Frauen und Mädchen, die Opfer von Gewalt wurden. Derzeit stehen 42 Frauenhäuser, 44 Gewaltberatungsstellen und 29 Beratungs- und Interventionsstellen als Anlaufstellen bei Gewalterfahrung zur Verfügung. Ergänzt wird das Angebot durch flankierende Maßnahmen wie zum Beispiel das Netzwerk ProBeweis und elf Beratungsstellen für Täterarbeit.

"Die Evaluation des ‚Aktionsplanes III zur Bekämpfung häuslicher Gewalt in Paarbeziehungen´ von 2012 gegen häusliche Gewalt und die im Frühjahr 2020 daraus folgenden Empfehlungen sind ein wesentlicher Schritt zur Umsetzung der Istanbul Konvention in Niedersachsen", betont Dr. Carola Reimann: "Die Umsetzung der Istanbul Konvention bietet die große Chance, aktiv einen öffentlichen Diskurs über bestehende Machtverhältnisse und veraltete Rollenbilder zu führen, gesellschaftlichen Wandel anzustoßen und geschlechtsspezifischer Gewalt den Nährboden zu entziehen."

Zur Umsetzung der Istanbul Konvention in Niedersachsen initiiert das Niedersächsische Sozialministerium zusätzlich weitere Projekte:

  • Die drei niedersächsischen Mädchenhäuser in Hannover, Oldenburg und Osnabrück bieten im Rahmen des Projektes "Mädchen erstarken lassen" jeweils ein spezielles Angebot für Mädchen und junge Frauen mit und ohne Migrationshintergrund und/oder Fluchterfahrung an. An den drei Standorten werden Mädchen im Umgang mit den sozialen Netzwerken gestärkt (digitale Selbstbehauptung), Spracherwerb und Alltagskompetenzen vermittelt (SPEAK UP!) und spezielle Hilfe in Form von Schul AGs für traumatisierte Mädchen zwischen acht und elf Jahren angeboten (Trauma-sensible Mädchenpädagogik für Mädchen und junge Frauen).
  • Ein Fokus der Istanbul-Konvention (Artikel 16) liegt auf der Stärkung der Täterarbeit auch im Bereich der häuslichen Gewalt. Das Männerbüro Hannover e.V. wird in einem dreijährigen Projekt die in Niedersachsen bestehende Täterarbeit analysieren, durch nachhaltige Vernetzung der Täterarbeitseinrichtungen einheitliche Strukturen aufbauen, stärken und verbessern.
  • Eine Koordinierungsstelle Frauen- und Mädchenberatung zur sexualisierten Gewalt für Niedersachsen mit Sitz in Hannover nimmt jetzt die Arbeit auf. Im Rahmen des ebenfalls dreijährigen Projektes sollen die Vernetzung und der Wissenstransfer zwischen bestehenden Beratungsstellen, Landesverbänden und der Fachpolitik erreicht werden.

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Neue Website zu geschlechtersensibler Pädagogik

Fachkraefteportal-fuer-Genderfragen
Wie kann jedes Kind die Möglichkeit erhalten, sich als Individuum frei zu entfalten und seine eigene Identität zu entwickeln? Wie können stereotype Rollenzuweisungen bei der Erziehung von Jungen und Mädchen kritisch hinterfragt werden? Diese und weitere Fragen beantwortet die neue Website www.geschlechtersensible-paedagogik.de. Das Portal arbeitet Themen der Geschlechterpädagogik an konkreten Beispielen methodisch-didaktisch auf und zeigt Möglichkeiten, wie damit gearbeitet werden kann. Die Materialien dafür haben Jugendliche und junge Erwachsene aller Geschlechter selbst erstellt. Die neue Website ist Teil des vom Bundesfamilienministerium geförderten Projektes "meinTestgelände".

Neu vorgestellt | Aktion zum Equal Pay Day im Emsland

Emsland-EPD-Aktion
Eine nicht alltägliche Kooperation sind das emsländische Aktionsbündnis (Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Emsland, Landfrauen, SoVD, Ev.-luth. Kirchenkreis Emsland-Bentheim, kfd, KDFB, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, Agentur für Arbeit) und die Fußballerinnen der 1. Bundesligamannschaft des SV Meppen anlässlich des Equal Pay Days (EPD) eingegangen: Das Heimspiel Anfang März gegen den VfL Wolfsburg wurde genutzt, um auf den großen Unterschied bei der Bezahlung von Sportlerinnen und Sportlern hinzuweisen. Die große Diskrepanz bei der Bezahlung im Fußballsport steht dabei exemplarisch für die Entgeltlücke in Deutschland insgesamt. Auch die Mannschaft der Herren des SV Meppen (3. Liga) hat die Aktion unterstützt. Einen kleinen Film zu dem Thema finden Sie online auf ems TV www.emstv.de/?s=equal+pay+day.

Termine Alle Termine >>>

April 2021

22.4.2021 | Boys'Day, deutschlandweit

22.4.2021 | Girls'Day, deutschlandweit

28.4.–29.4.2021 | Basisseminar für kommunale Gleichstellungsbeauftragte, Hannover

Mai 2021

1.5.2021 | Eröffnung frauenORT Paula Modersohn-Becker, Worpswede

3.5.2021 | Öffentlichkeitsarbeit mit Pfiff, Hannover / online

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Kalender 2021 | Zwölf von uns - Stefanie und Ellen Radtke

04_Kalenderblatt-April_2021
Der Kalender von Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. 2021 stellt zwölf Frauen vor, die sich besonders einsetzen, um unsere Welt gerechter zu machen. Hier unser Beitrag für den Monat April: Mit ihrer flapsig humorvollen Art spricht Pastorin Steffi Radtke in ihrem Vlog "Anders Amen" ein Thema an, das eine Vielzahl lesbischer Paare betrifft: Ihre Frau Ellen ist im fünften Monat schwanger, Steffi will das Kind adoptieren, denn trotz der seit 2017 geltenden Ehe für alle gibt es für Zwei-Mütter-Familien in Deutschland noch immer keine Gleichstellung im Abstammungsrecht. weiterlesen >>>