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Niedersachsen | 4. Bericht zur Durchführung des Niedersächsischen Gleichberechtigungsgesetzes (NGG)

Gleichstellungsministerin Cornelia Rundt: "Wir brauchen mehr Frauen in den Führungspositionen des Landes und der Kommunen"

Die Landesregierung hat den von Gleichstellungsministerin Cornelia Rundt vorgelegten 4. Bericht zur Durchführung des Niedersächsischen Gleichberechtigungsgesetzes (NGG) zur Kenntnis genommen und wird diesen noch im Dezember dem Landtag zuleiten. Der 4. Bericht umfasst den Zeitraum vom 1. Januar 2008 bis zum 31. Dezember 2012. Er wurde vom Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung (IES) im Auftrage des Sozialministeriums erstellt.

"Insgesamt betrachtet sank der Frauenanteil in dem Beobachtungszeitraum mit aufsteigender Laufbahngruppe", so Niedersachsens Gleichstellungsministerin Cornelia Rundt. "Je höher die Einstufung innerhalb der Gruppe, desto niedriger war der Frauenanteil. Selbst wenn sich im Berichtszeitraum eine leichte Verbesserung abgezeichnet hat, sind Frauen in den Führungspositionen weiterhin unterrepräsentiert." Künftig müsse die Förderung Frauen beim Aufstieg in höhere Gehalts- und Besoldungsgruppen noch stärker unterstützen - insbesondere in Führungspositionen.

Der Bericht zeige aber auch, dass der Frauenanteil in der Landesverwaltung und den Kommunen in den Jahren 2008 bis 2012 gestiegen sei. Der Anteil liege in allen Bereichen über 50 Prozent, nur im höheren Dienst mit 49,7 Prozent (2008: 45,6 Prozent) knapp darunter. "Rechnet man allerdings die besonders große Gruppe der Lehrerinnen und die im Vergleich wenigen Lehrer heraus, zeigt sich, dass bei den Landesbehörden der Frauenanteil - trotz Anstieg - in dem Jahr 2012 knapp unter 50 Prozent lag", erläutert Rundt. "Im gehobenen und höheren Dienst liege er ohne die Lehrkräfte unter 45 Prozent."

Sonderthema des 4. Berichts waren die Karriereverläufe von Frauen und Männern. Demnach wirken sich Teilzeitbeschäftigung und Beurlaubung stark auf die Länge des Zeitraums bis zur nächsten Beförderung oder Höhergruppierung aus. Da zu rund 90 Prozent Frauen in Teilzeit arbeiten oder sich beurlauben lassen, sei der verringerte Beschäftigungsumfang ein gewichtiger Grund für die geringe Repräsentanz von Frauen in Führungspositionen. Teilzeit in Führungsämtern sei nach wie vor die große Ausnahme.

"Berufliche Gleichstellung ist nicht zu haben, ohne dass sich auch familiäre Rollen verändern. Die Väter müssen verstärkt familiäre Aufgaben übernehmen und ihre beruflichen Anforderungen an die ihrer Familie anpassen, so, wie es bisher nur die Frauen tun", fordert die Ministerin. Die Personalpolitik müsse deutlich herausstellen, dass die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf kein individuelles - und vor allem kein "Frauenproblem" ist. "Wir brauchen mehr flexible Arbeitszeitmodelle, den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung, Telearbeit und Diskriminierungsfreiheit bei Teilzeitbeschäftigung", so Ministerin Rundt.

Weitere Informationen

Den Bericht können Sie auf der Website des Sozialministeriums als pdf-Datei abrufen.

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