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Mädchen auf dem Weg ins Erwerbsleben

Maedchen-auf-dem-Weg-ins-ErwerbslebenWie kann Berufsorientierung Mädchen für MINT-Berufe gewinnen und welche Inhalte sollten dabei transportiert werden? Entlang dieser Fragestellung analysieren Lore Funk und Wenka Wentzel die Evaluationsergebnisse zum Girls'Day 2013. Ihr Buch wendet sich an alle, die mit der Berufsorientierung von Mädchen befasst sind.

Die Lebens- und Wertvorstellungen junger Frauen und Männer ähneln sich. Doch die späteren Ausbildungs- und Berufswahlentscheidungen führen noch immer zur Spaltung des Arbeitsmarktes in sogenannte "Frauen-" und "Männer"-berufe. Das Schul- und Berufsbildungssystem scheint diese Segregation nicht überwinden zu können.

Jungen Frauen wie jungen Männern sollen chancengleiche Möglichkeiten in Technik- und Sozialberufen eröffnet werden. Sie sollen Berufe für sich finden können, die ihren Interessen und Talenten entsprechen. Doch Talente in "untypischen" Berufen bleiben häufig unentdeckt.

Der jährliche Girls'Day - Mädchen-Zukunftstag - hat das Potential, daran etwas zu ändern, stellen die Autorinnen fest. Zwei Drittel der Mädchen nehmen mit Interesse am Aktionstag teil, mehr als ein Drittel kann sich anschließend vorstellen, ein Praktikum oder eine Ausbildung im besuchten Unternehmen zu machen. Der Aktionstag motiviert demnach junge Frauen dazu, weitere Schritte hin zu einer MINT-Berufsorientierung zu gehen.

Die Evaluation des Girls'Day gibt weitere Hinweise für eine gelingende MINT-Berufsorientierung. So sehen "MINT-affine" Mädchen ihre zukünftigen Berufe vor allem als abwechslungsreiche Tätigkeit, die ihnen Spaß macht. Gute Beschäftigungsperspektiven sind im Vergleich dazu zwar ebenfalls wichtig, aber nicht ganz so relevant.

Role Models in die Berufsorientierung einzubinden ist sinnvoll, wenn die adressierten Mädchen neben der Geschlechtszugehörigkeit noch weitere Ähnlichkeiten mit sich selbst wahrnehmen. Die vom Role Model repräsentierte Leistung sollte den Mädchen nicht unerreichbar erscheinen.

Eine "optimale" MINT-Berufsorientierungsveranstaltung für Mädchen sollte ein breites Spektrum an Gestaltungselementen einsetzen, gendersensitiv gestaltet sein und weitere Akteurinnen und Akteure aus dem Feld Berufsorientierung und -bildung mit einbeziehen.

Mädchen mit Migrationshintergrund stellen die Autorinnen fest, dass die Einbeziehung weiterer bildungs- und statusbezogener Einflussvariablen sinnvoll ist, um den Blick für die Vielfalt dieser Mädchen zu öffnen.

Die Auswertung stellt verschiedene Gestaltungsprinzipien für die durchdachte Konzeption von (MINT-) Berufsorientierungsveranstaltungen für Mädchen vor. Praktikerinnen und Praktiker finden spannende Anregungen für die Organisation eigener gendersensibler Angebote.

Lore Funk/ Wenka Wentzel: Mädchen auf dem Weg ins Erwerbsleben: Wünsche, Werte, Berufsbilder. Forschungsergebnisse zum Girls'Day - Mädchen-Zukunftstag 2013, Budrich UniPress, 2014

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