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Studie zur Geschlechterverteilung von Filmschaffenden veröffentlicht

Vom Studium bis zur Filmherstellung: Wie steht es um die Gleichstellung von Frauen und Männern in der deutschen Filmbranche? Konkrete Antworten und Zahlen darauf liefert jetzt erstmals die Filmförderungsanstalt (FFA) gemeinsam mit den öffentlichen-rechtlichen Fernsehsendern ARD und ZDF. Die Ergebnisse der Studien "Gender und Film" sowie "Gender und Fernsehen" wurden der Öffentlichkeit anlässlich der Berlinale vorgestellt.

Die FFA-Studie zeigt zum ersten Mal Fakten, Rahmenbedingungen und Ursachen der Geschlechterverteilung auf - und macht deutlich, vor welchen Herausforderungen Frauen und Männer in der Filmbranche stehen. Persönliche Interviews und eine umfangreiche Online-Befragung mit Filmschaffenden aus den Schlüsselbereichen - Regie, Drehbuch, Produktion, Kamera, Szenenbild, Kostüm, Schnitt und Ton - vermitteln zudem ein breites und repräsentatives Meinungsbild über Arbeitsbedingungen, Stereotypisierungen und Gründe der Geschlechterverteilung.

Zentrale Ergebnisse der Studie, die Katharina Hochfeld vom Fraunhofer Center for Responsible Research and Innovation auf der Veranstaltung präsentierte, sind:

  • In den meisten kreativen Schlüsselpositionen der Filmproduktionen arbeiten mehr Männer als Frauen: 72 Prozent der Kinofilme werden von Regisseuren, 23 Prozent von Regisseurinnen und 5 Prozent von gemischten Teams inszeniert. Drehbücher werden zu 60 Prozent von Autoren, 23 Prozent von Autorinnen und 16 Prozent von gemischten Teams verfasst. Im Bereich der Produktion werden 58 Prozent der Filme von Männern, 14 Prozent von Frauen und 28 Prozent von gemischten Teams hergestellt. Nur im Bereich Kostüm, der zu 86 Prozent von Frauen verantwortet wird, sind Männer unterrepräsentiert.
  • Der Frauenanteil an Filmhochschulen beträgt durchschnittlich 40 Prozent. Nur 23 Prozent der Absolventinnen im Bereich Regie und Drehbuch sind später aktiv in der Kinobranche tätig.
  • Branchenkulturelle Herausforderungen und Barrieren existieren für Frauen und Männer, sie wirken sich jedoch stärker auf Frauen aus. Hierzu zählen insbesondere: die Vermeidung von Risiken - u.a. der Rückgriff auf bewährte Netzwerke -, die fehlende Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Sättigung des Marktes sowie prekäre Arbeitsbedingungen, wie beispielsweise eine unsichere Auftragslage.
  • Sowohl Männer als auch Frauen sehen sich in der Filmbranche mit Stereotypisierungen konfrontiert. Während Männer eher mit erfolgsrelevanten Attributen in Verbindung gebracht werden, assoziiert man Frauen vorwiegend mit Eigenschaften, die sie als ungeeignet für Führungspositionen deklarieren.


"Die Fakten liegen nun vor", so Christine Berg, stellvertretender FFA-Vorstand und Leiterin der Förderbereiche. "Es gibt ein weibliches Potential in unserer Filmbranche, das nicht genug gesehen, gefördert und gefordert wird. Diesen Schatz müssen wir heben, um die Qualität des deutschen Films weiter zu stärken. Nur so ist Kino ein wahrer Spiegel unserer Gesellschaft."

Die FFA-Studie "Gender und Film - Rahmenbedingungen und Ursachen der Geschlechterverteilung von Filmschaffenden in Schlüsselpositionen in Deutschland" wurde vom Fraunhofer Center for Responsible Research and Innovation (CeRRI) gemeinsam mit Frau Prof. Dr. Elizabeth Prommer erarbeitet.

Weitere Informationen

Die Studie steht auf der FFA-Website zum Download zur Verfügung.

Die gemeinsame Studie von ARD und ZDF "Gender und Fernsehen" ist auf der Website der ARD abrufbar.

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Neue Website zu geschlechtersensibler Pädagogik

Fachkraefteportal-fuer-Genderfragen
Wie kann jedes Kind die Möglichkeit erhalten, sich als Individuum frei zu entfalten und seine eigene Identität zu entwickeln? Wie können stereotype Rollenzuweisungen bei der Erziehung von Jungen und Mädchen kritisch hinterfragt werden? Diese und weitere Fragen beantwortet die neue Website www.geschlechtersensible-paedagogik.de. Das Portal arbeitet Themen der Geschlechterpädagogik an konkreten Beispielen methodisch-didaktisch auf und zeigt Möglichkeiten, wie damit gearbeitet werden kann. Die Materialien dafür haben Jugendliche und junge Erwachsene aller Geschlechter selbst erstellt. Die neue Website ist Teil des vom Bundesfamilienministerium geförderten Projektes "meinTestgelände".

Neu vorgestellt | Aktion zum Equal Pay Day im Emsland

Emsland-EPD-Aktion
Eine nicht alltägliche Kooperation sind das emsländische Aktionsbündnis (Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Emsland, Landfrauen, SoVD, Ev.-luth. Kirchenkreis Emsland-Bentheim, kfd, KDFB, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, Agentur für Arbeit) und die Fußballerinnen der 1. Bundesligamannschaft des SV Meppen anlässlich des Equal Pay Days (EPD) eingegangen: Das Heimspiel Anfang März gegen den VfL Wolfsburg wurde genutzt, um auf den großen Unterschied bei der Bezahlung von Sportlerinnen und Sportlern hinzuweisen. Die große Diskrepanz bei der Bezahlung im Fußballsport steht dabei exemplarisch für die Entgeltlücke in Deutschland insgesamt. Auch die Mannschaft der Herren des SV Meppen (3. Liga) hat die Aktion unterstützt. Einen kleinen Film zu dem Thema finden Sie online auf ems TV www.emstv.de/?s=equal+pay+day.

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April 2021

22.4.2021 | Boys'Day, deutschlandweit

22.4.2021 | Girls'Day, deutschlandweit

28.4.–29.4.2021 | Basisseminar für kommunale Gleichstellungsbeauftragte, Hannover

Mai 2021

1.5.2021 | Eröffnung frauenORT Paula Modersohn-Becker, Worpswede

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Kalender 2021 | Zwölf von uns - Stefanie und Ellen Radtke

04_Kalenderblatt-April_2021
Der Kalender von Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. 2021 stellt zwölf Frauen vor, die sich besonders einsetzen, um unsere Welt gerechter zu machen. Hier unser Beitrag für den Monat April: Mit ihrer flapsig humorvollen Art spricht Pastorin Steffi Radtke in ihrem Vlog "Anders Amen" ein Thema an, das eine Vielzahl lesbischer Paare betrifft: Ihre Frau Ellen ist im fünften Monat schwanger, Steffi will das Kind adoptieren, denn trotz der seit 2017 geltenden Ehe für alle gibt es für Zwei-Mütter-Familien in Deutschland noch immer keine Gleichstellung im Abstammungsrecht. weiterlesen >>>