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Geschlecht ist politisch

Geschlecht-ist-politischGeschlechterreflexive Perspektiven in der politischen Bildung
Welchen Raum nimmt Geschlecht im Diskurs der politischen Bildung ein? Welchen Einfluss haben renommierte Theorien der Gender und Queer Studies auf die politische Bildungsarbeit? Wie kann das Bildungsziel der Geschlechtergerechtigkeit kritisch weiterentwickelt werden?

Diesen Fragen widmet sich das Buch "Geschlecht ist politisch. Geschlechterreflexive Perspektiven in der politischen Bildung". Es ist in drei verschiedene Kapitel geteilt: Im ersten Kapitel wird der theoretische Hintergrund erläutert, während sich das Zweite konkreter mit den gender- und queer-theoretischen Perspektiven für die politische Bildung auseinandersetzt. Abschließend kommt es im dritten Kapitel zu einer Reflexion und Weiterentwicklung der politischen Bildungspraxis.

Die Theorie wird zu Beginn leicht verständlich aufgearbeitet. Durch den Bezug zu einleitender Literatur in die Gender Studies ist das Buch auch für "Einsteigerinnen und Einsteiger" empfehlenswert.

Geschlechterverhältnisse, Hierarchie und Politik stehen abschließend im Fokus dieses Kapitels. Der zweite Teil beschäftigt sich tiefergehend mit einer dekonstruktivistischen Perspektive in Anlehnung an Judith Butler. Das Überdenken einer heteronormativen Wirklichkeitswahrnehmung in der politischen Bildung wird als Werkzeug angesprochen, die Soziale Wirklichkeit von Diskriminierung, Elend und Verletzung zu befreien - soweit die Utopie. Denn auch hier gibt es den Zwiespalt zwischen dem "Gleichstellungswillen" und dem Antifeminismus. Durch aktuelle Bezüge und Beispiele liest sich dieser Abschnitt äußerst interessant und beleuchtet kritisch die politische Bildungspraxis und ihren Umgang mit queertheoretischer Hintergründen.

Im dritten und letzten Teil wird auf die politische Bildungspraxis eingegangen und die Theorie-Praxis-Lücke beschrieben. Es geht um die Problematik der praktischen Kategorienbildung und folgender Reproduktion sowie dem Versuch der theoretischen Kritik an ebendiesen: "Eine Lücke zwischen Theorie und Praxis, zwischen Utopie und Ist-Zustand, zwischen heteronormativitätskritischer Mädchenarbeit und einer heteronormativ strukturierten Gesellschaft." Abschließend werden Ideen präsentiert, einen genderreflexiven Politikunterricht zu gestalten.

Das Buch gibt einen intensiven Überblick der aktuellen Präsenz von gender in der politischen Bildungsarbeit. Trotz kritischer Haltung herrscht eine positive Grundstimmung, die Lesende geradezu motiviert aktiv zu werden. Das Buch ist besonders empfehlenswert für Menschen, die in der politischen Bildung tätig sind, aber auch für alle, die den Bezug zu Geschlechtertheorien im Alltag vermissen.

Madeline Doneit/ Bettina Lösch/ Margit Rodrian-Pfennig (Hrsg.): Geschlecht ist politisch. Geschlechterreflexive Perspektiven in der politischen Bildung, Verlag Barbara Budrich, Opladen/ Berlin/ Toronto 2016

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Neue Website zu geschlechtersensibler Pädagogik

Fachkraefteportal-fuer-Genderfragen
Wie kann jedes Kind die Möglichkeit erhalten, sich als Individuum frei zu entfalten und seine eigene Identität zu entwickeln? Wie können stereotype Rollenzuweisungen bei der Erziehung von Jungen und Mädchen kritisch hinterfragt werden? Diese und weitere Fragen beantwortet die neue Website www.geschlechtersensible-paedagogik.de. Das Portal arbeitet Themen der Geschlechterpädagogik an konkreten Beispielen methodisch-didaktisch auf und zeigt Möglichkeiten, wie damit gearbeitet werden kann. Die Materialien dafür haben Jugendliche und junge Erwachsene aller Geschlechter selbst erstellt. Die neue Website ist Teil des vom Bundesfamilienministerium geförderten Projektes "meinTestgelände".

Neu vorgestellt | Aktion zum Equal Pay Day im Emsland

Emsland-EPD-Aktion
Eine nicht alltägliche Kooperation sind das emsländische Aktionsbündnis (Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Emsland, Landfrauen, SoVD, Ev.-luth. Kirchenkreis Emsland-Bentheim, kfd, KDFB, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, Agentur für Arbeit) und die Fußballerinnen der 1. Bundesligamannschaft des SV Meppen anlässlich des Equal Pay Days (EPD) eingegangen: Das Heimspiel Anfang März gegen den VfL Wolfsburg wurde genutzt, um auf den großen Unterschied bei der Bezahlung von Sportlerinnen und Sportlern hinzuweisen. Die große Diskrepanz bei der Bezahlung im Fußballsport steht dabei exemplarisch für die Entgeltlücke in Deutschland insgesamt. Auch die Mannschaft der Herren des SV Meppen (3. Liga) hat die Aktion unterstützt. Einen kleinen Film zu dem Thema finden Sie online auf ems TV www.emstv.de/?s=equal+pay+day.

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April 2021

22.4.2021 | Boys'Day, deutschlandweit

22.4.2021 | Girls'Day, deutschlandweit

28.4.–29.4.2021 | Basisseminar für kommunale Gleichstellungsbeauftragte, Hannover

Mai 2021

1.5.2021 | Eröffnung frauenORT Paula Modersohn-Becker, Worpswede

3.5.2021 | Öffentlichkeitsarbeit mit Pfiff, Hannover / online

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Kalender 2021 | Zwölf von uns - Stefanie und Ellen Radtke

04_Kalenderblatt-April_2021
Der Kalender von Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. 2021 stellt zwölf Frauen vor, die sich besonders einsetzen, um unsere Welt gerechter zu machen. Hier unser Beitrag für den Monat April: Mit ihrer flapsig humorvollen Art spricht Pastorin Steffi Radtke in ihrem Vlog "Anders Amen" ein Thema an, das eine Vielzahl lesbischer Paare betrifft: Ihre Frau Ellen ist im fünften Monat schwanger, Steffi will das Kind adoptieren, denn trotz der seit 2017 geltenden Ehe für alle gibt es für Zwei-Mütter-Familien in Deutschland noch immer keine Gleichstellung im Abstammungsrecht. weiterlesen >>>