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'Null-Toleranz-Tag' gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung am 6. Februar

Die Zahl von weiblicher Genitalverstümmelung betroffener Mädchen und Frauen hat sich innerhalb von knapp 20 Jahren fast verdreifacht. 2017 lebten mehr als 58.000 betroffene Frauen und mindestens 13.000 gefährdete Mädchen in Deutschland, 1998 waren es 21.000 Betroffene und 5.500 Gefährdete. Dies geht aus Hochrechnungen der Frauenrechtsorganisation hervor, die sie seit 1998 veröffentlicht. "Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Migration aus Ländern, in denen es zur Tradition gehört, Mädchen zu beschneiden, muss dringend mehr in Aufklärung und Prävention investiert werden", erklärt Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle von TERRE DES FEMMES. Sie fordert deshalb verpflichtende Vorsorgeuntersuchungen so genannte U-Untersuchungen für alle Kinder. Bei den Untersuchungen müssen die Genitalien miteingeschlossen werden.

"Nur so können wir sicherstellen, dass Mädchen unversehrt in Deutschland aufwachsen, und bereits Betroffene medizinisch und psychologisch betreut werden. Das System der Früherkennungsuntersuchungen (U-Untersuchungen) ist eine Errungenschaft unseres Sozialsystems, von dem auch Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund profitieren sollten", fordert Christa Stolle. U-Untersuchungen unterliegen bisher nicht der gesetzlichen Pflicht.

Weibliche Genitalverstümmelung ist eine Menschenrechtsverletzung, unter deren gesundheitlichen und psychischen Folgen Betroffene ein Leben lang leiden. Probleme beim Urinieren, der Menstruation oder bei der Geburt von Kindern sowie beim Geschlechtsverkehr sind eine der zahlreichen Auswirkungen. "Damit rechtzeitig erkannt wird, wer gefährdet und betroffen ist, brauchen wir zudem verpflichtende Aus- und Weiterbildungen für Fachpersonal aus medizinischen, pädagogischen, sozialen sowie juristischen Berufen und für Angestellte der Kinder- und Jugendhilfe", fordert Christa Stolle. "Nur so wird es möglich sein, dass die Zahl Betroffener und Gefährdeter nicht weiter in Deutschland ansteigt", meint sie.

Weitere Informationen

Terre des Femmes, www.frauenrechte.de

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Aktuelle Aktion

Juliane-Bartel-Preis
Mit dem Juliane Bartel Medienpreis werden Arbeiten prämiert, die einen Beitrag zur Gleichberechtigung der Geschlechter leisten, indem sie u.a. die Gleichstellung von Frauen und Männern thematisieren, vielfältige Rollenvorbilder zeigen und kulturelle Vielfalt und Migration unter dem Gleichstellungsaspekt beschreiben. Der Juliane Bartel Medienpreis ist mit insgesamt 12.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am 20. November 2018 im NDR Landesfunkhaus in Hannover statt. www.jbp.niedersachsen.de

Buch der Woche

Darmstaedterinnen-im-Aufbruch
Drei Frauen aus Darmstadt haben ein wichtiges Stück Lokalgeschichte recherchiert und als Buch veröffentlicht. Es zeigt, wie die Frauenbewegung der 1970er Jahre vor Ort mit kreativen Projekten, Protesten und politischer Arbeit aufbegehrte und eine feministische Gegenkultur aufbaute. weiterlesen >>>

Termine Alle Termine >>>

November 2018

20.11.2018 | Equal-Pay im ländlichen Raum - Probleme und Lösungsansätze aus Theorie und Praxis, Berlin

25.11.2018 | Fahnenaktionen von TERRE DES FEMMES, deutschlandweit

25.11.2018 | Internationaler Tag für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, weltweit

30.11.2018 | 3. Münchner Frauenkonferenz - 100 Jahre Frauenwahlrecht, München

Dezember 2018

4.12.2018 | Die Rolle der Frau im Islamismus, Berlin

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11_November_Kalenderblatt
"Women's Voice, Women's Choice" - Der Frauenkalender der Vernetzungsstelle 2018 widmet sich dem Thema 100 Jahre Frauenwahlrecht. Lesen Sie hier unseren Beitrag für den Monat November: Parité-Initiativen in Deutschland.