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Politische Teilhabe von Mädchen: beste Chancen in nordischen Ländern

Die Kinderrechtsorganisation Plan International hat anlässlich des Welt-Mädchentags am 11. Oktober eine Analyse zur Situation der politischen Teilhabe von Mädchen herausgegeben. Diese zeigt: Deutschland steht im internationalen Vergleich nur auf Platz 13 und gehört damit nicht zu den Top Ten. Die besten Chancen auf eine politische Karriere haben Mädchen in nordischen Ländern wie Island, Norwegen oder Finnland. Am schlechtesten schneiden westafrikanische Länder wie Mali, Tschad oder Guinea ab.

Für die Analyse wurden 135 Länder auf Chancen zur politischen Teilhabe von Mädchen untersucht. Als Indikatoren dienten dabei unter anderem die Anzahl weiblicher Abgeordneter im Parlament oder Frauen in Ministerposten, aber auch soziale Indikatoren wie die Alphabetisierungsrate oder die Verbreitung von häuslicher Gewalt und Frühverheiratung. Mädchen, die Gewalt erleben oder sehr früh verheiratet werden, sind oft gezwungen, die Schule abzubrechen. Sie müssen erleben, dass ihre Meinung nicht zählt und sie nicht selbst über ihr Leben bestimmen können.

Besonders schlecht sind die Bedingungen für Mädchen in Westafrika, zum Beispiel in Mali: Eine sehr niedrige Alphabetisierungsrate (von allen Mädchen und Frauen dort kann jede fünfte nicht lesen und schreiben) und eine hohe Rate an Frühverheiratungen führen dazu, dass Mädchen so gut wie kein Gehör finden. 39 Prozent der Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren sind dort bereits verheiratet. Auch in der Politik finden Frauen so gut wie nicht statt: Zwar wurde das Land 2011 ein Jahr lang von einer Frau regiert, dennoch werden nur 9 Prozent der Sitze im Parlament von Frauen besetzt.

Dass es auch in Deutschland noch keine echte Chancengleichheit gibt, hat laut Analyse verschiedene Gründe: ungleiche Macht- und Entscheidungsstrukturen, die Unvereinbarkeit von Familie und Beruf sowie ungleiche Bezahlung wirken sich zum Beispiel negativ auf gleichberechtigte Teilhabe aus. Politikerinnen werden in deutschen Medien zudem häufig marginalisiert und trivialisiert - etwa indem der Fokus in der Berichterstattung auf Äußerlichkeiten oder ihr Privatleben statt auf ihre Arbeit gelegt wird.

In Deutschland ist das Kabinett von Angela Merkel (inklusive der Kanzlerin selbst) mit 7 Frauen und 9 Männern zwar das bisher weiblichste in der Geschichte der Bundesrepublik, doch der Eindruck täuscht: Frauen sind in der Politik noch immer unterrepräsentiert. Der Anteil weiblicher Abgeordneter liegt aktuell bei 31 Prozent und ist im Vergleich zur vorherigen Legislaturperiode um sechs Prozent gesunken. Besonders niedrig ist der Frauenanteil bei Fraktionen wie der AfD (11 Prozent), der CDU/CSU (20 Prozent) und der FDP (24 Prozent).
Die SPD kommt hingegen auf 42 Prozent, die Linken auf 54 und die Grünen sogar auf 58 Prozent. Bei den Grünen muss bereits seit 1986 mindestens die Hälfte aller Listenplätze mit Frauen besetzt sein, bei der Linken gilt seit 2011 eine 50-Prozent-Quote. Die SPD hat seit 1988 eine 40-Prozent-Quote, die CDU führte 1996 ein unverbindliches Frauenquorum mit einer Empfehlung von 30 Prozent ein. AfD und FDP haben keine Regelung zur Frauenquote.

Weitere Informationen

Quelle: Plan International, Pressemitteilung vom 09.10.2018

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Der Deutsche Frauenrat hat ein Positionspapier zur nachhaltigen gesellschaftlichen Integration geflüchteter Frauen und Mädchen veröffentlicht. Viele von ihnen wollen aktiv bleiben und ihre beruflichen, sozialen und politischen Kompetenzen weiterentwickeln. Dazu gehört auch ein neues oder tieferes Verständnis von Demokratie, Frauenrechten und Gleichberechtigung. weiterlesen >>>

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