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Kinderschutzkongress und Informationskampagne für einen starken Kinderschutz

Kinderschutzkongress_2019"Wissen schützt" - unter diesem Motto sind auf dem Kinderschutzkongress in Hannover am 11. Juni 2019 mehr als 200 Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe Niedersachsens zusammen gekommen. Für Kinder- und Jugendministerin Carola Reimann steht im Kinderschutz angesichts der aktuellen Missbrauchsfälle in Lüdge vieles auf dem Prüfstand: "Für die Landesregierung hat der Schutz von Kindern und die Bekämpfung von Kindesmissbrauch oberste Priorität", so die Ministerin. "Für einen starken Kinderschutz braucht es die aktive Auseinandersetzung mit aktuellen Herausforderungen, aber auch die konstruktive Diskussion und Betrachtung von Arbeitsstrukturen, Verfahrensabläufen, Kommunikationswegen und Schnittstellen zwischen den verantwortlichen Systemen. Dafür bieten wir mit dem Kongress eine fachliche Plattform."

Der Deutsche Kinderschutzbund, Landesverband Niedersachsen, hat den Kinderschutzkongress gemeinsam mit dem Niedersächsischen Sozialministerium ausgerichtet. Ziel des Kongresses sei es, den Fachkräften sowohl einen Raum für Austausch und Reflexion zu bieten als auch fachliches Wissen zu vermitteln, betont Johannes Schmidt, Vorsitzender des Kinderschutzbundes in Niedersachsen: "Umfassende fachliche Kenntnisse zu allen Fragen des Kinderschutzes sind unerlässlich. Denn der Schutz der Kinder funktioniert nur mit detailliertem Wissen über Ursachsen von Gefährdungen und über kindeswohlgefährdende Strukturen in unserer Gesellschaft. Ich bin überzeugt davon, dass Wissen nicht nur schützt. Es kann auch die innere Haltung zum Schutze unserer Kinder authentisch zum Ausdruck bringen. Professionalität und Empathie sind die persönlichen Stärken glaubwürdigen und handelnden Kinderschutzes."

Neben dem Kinderschutz im europäischen Vergleich sind der Datenschutz, die Prävention von sexualisierter Gewalt, Kinderschutz im Kontext hochstrittiger Elternschaft, Kinder suchterkrankter Eltern sowie die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Kinderschutz aktuelle Themen der fachlichen Diskussion.

Informationsoffensive für einen starken Kinderschutz
In dieser Woche startet das Land eine Informations- und Sensibilisierungsoffensive im Kinderschutz. "Kinderschutz muss in der öffentlichen Wahrnehmung permanent präsent sein. Daher gehen wir jetzt verstärkt mit unterschiedlichen Maßnahmen unter dem Motto "Kinderschutz geht alle an!" in die Öffentlichkeit", betont Dr. Carola Reimann.

Kinderschutzkongress_Sattelschoner-Aktion-HannoverSo wurden am Morgen des Kinderschutzkongresses an mehreren Bahnhofsvorplätzen in Niedersachsen die dort abgestellten Fahrräder mit Sattelschonern mit dem Aufdruck "Kinderschutz geht alle an!" bezogen. "Ich freue mich sehr, dass sich an dieser Aktion alle niedersächsischen Kinderschutz-Zentren in den Städten Hannover, Lüneburg/Stade, Osnabrück und Oldenburg beteiligt haben. Kinderschutz braucht gesteigerte Aufmerksamkeiten, hohes Engagement und tragfähige Kooperationen", so die Einschätzung von Ministerin Reimann.

Das Land setzt hierbei auf:

Sensibilisierung

Infokarten für Kinder und Erwachsene sollen Betroffene besser auf Beratungsmöglichkeiten hinweisen. Das Kinderschutzportal www.kinderschutz-niedersachsen.de wurde überarbeitet, so dass Betroffene direkter zu den Unterstützungsangeboten gelangen. Mit Aktionen, wie den Fahrradsattelbezügen, soll der Kinderschutz im öffentlichen Raum sichtbar platziert werden.

Fortbildung

Fortbildungsangebote, gerade im Bereich zum Schutz vor sexualisierter Gewalt, werden ausgeweitet. Der Deutsche Kinderschutzbund, Landesverband Niedersachsen, und der Niedersächsische Landesjugendring erarbeiten ein Konzept für die ehrenamtliche Jugendverbandsarbeit. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren führt ein berufsbegleitendes Weiterbildungsangebot "Sexuelle Gewalt gegen Kinder" durch. Weitere Fortbildungsmaßnahmen befinden sich in Vorbereitung.

Ressortübergreifende Abstimmung

Das Sozialministerium initiiert eine ressortübergreifende Abstimmung mit dem Innen-, Justiz-, Kultus- sowie Wissenschafts- und Kulturministerium. So sollen die Zusammenarbeit an den Schnittstellen geklärt sowie eine Abstimmung zu den jeweiligen Ressorttätigkeiten beim Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt herbeigeführt werden.

Niedersachsen zählt auf dem Gebiet des Kinderschutzes und der Missbrauchsprävention zu den Vorreitern. So hat im letzten Jahr Sozialministerin Carola Reimann zwei neue Kinderschutzzentren eröffnet, so dass es nun vier Kinderschutzzentren in Niedersachsen gibt: in Hannover, Oldenburg, Osnabrück sowie in Lüneburg/Stade. Zudem gibt es 22 Beratungsstellen im Bereich Gewalt gegen Kinder, 43 Gewaltberatungsstellen für Mädchen und Frauen sowie eine Kinderschutzambulanz an der MHH, Notrufe, Beratungsstellen gegen sexuellen Missbrauch und Beratungsstellen gegen häusliche Gewalt.

Weitere Informationen

Aktuelle Informationen zum Kinderschutz, Arbeitshilfen, Informationsmaterialien, Veranstaltungshinweise sind im Internetportal www.kinderschutz-niedersachsen.de nachzulesen.

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Aktuelle Aktion

Hanna-Jursch-Preis
Mit dem Hanna-Jursch-Preis der Evangelischen Kirche in Deutschland können alle herausragenden wissenschaftlich-theologischen Arbeiten ausgezeichnet werden, in denen Gender- bzw. geschlechterspezifische Perspektiven eine wesentliche Rolle spielen. Das Thema der aktuellen Ausschreibung lautet: Lebensformen und Beziehungsweisen. Konstruktionen und Dekonstruktionen von Heteronormativität. Der Hauptpreis ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Geschäftsführung liegt beim Referat für Chancengerechtigkeit der EKD. Die Arbeiten sind möglichst mit Gutachten bis zum 17.2.2020 einzureichen. Alle weiteren Informationen zum Preis und zur Ausschreibung unter www.ekd.de/hanna-jursch-preis-info-25087.htm

Broschüre der Woche

Cedaw-Broschuere-VNST
Was ist eigentlich die UN-Frauenrechtskonvention? Warum nennen manche Leute sie CEDAW? Was regelt die Konvention? Welche Auswirkungen hat ein internationales Gleichstellungsinstrument auf Kommunen? Und wer überprüft die Einhaltung? Diesen und anderen Fragen geht die Broschüre "Die UN-Frauenrechtskonvention in der politischen Praxis" auf den Grund. weiterlesen >>>

Termine Alle Termine >>>

Juli 2019

18.7.–19.7.2019 | Geschlechtergerechte Jungenarbeit, München

August 2019

12.8.–30.8.2019 | Ingenieurinnen-Sommeruni - Internationales Sommerstudium für Frauen in den Ingenieurwissenschaften, Bremen

12.8.–30.8.2019 | Informatica Feminale - Internationale Sommeruniversität für Frauen in der Informatik, Bremen

September 2019

17.9.2019 | Keine sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, Hannover

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Der Frauenkalender der Vernetzungsstelle 2019 widmet sich dem Thema "Europa". Lesen Sie hier unseren Beitrag für den Monat Juli: Europa-Pessimismus