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Landkreise Ammerland und Wesermarsch: neues Frauen- und Kinderschutzhaus eröffnet

Erst im Dezember 2018 beschlossen die Kreistage der Landkreise Ammerland und Wesermarsch in Niedersachsen ein Frauenhaus in gemeinsamer Trägerschaft aufzubauen. Grundlage für die Beschlüsse war ein Konzept, das die Gleichstellungsbeauftragten der Landkreise vorgelegt haben. Anfang Juli 2020 wurde das Frauen- und Kinderschutzhaus eröffnet und hat seitdem mit der Aufnahme von gewaltbetroffenen Frauen und ihrer Kinder begonnen. Betrieben wird die Einrichtung von der Diakonie Oldenburg Land.

Das Frauen- und Kinderschutzhaus ist behindertengerecht und bietet ein hohes Maß an Privatheit für die Bewohnerinnen sowie deren Kinder. Ideal für eine gute Auslastung des Hauses ist ebenfalls, dass einzelne Wohnbereiche räumlich veränderbar sind, sodass auf verschiedenste Konstellationen der Belegung reagiert werden kann. Der Standort des Frauen- und Kinderschutzhauses in zentraler Lage des Versorgungsgebietes ist von den Landkreisen ganz bewusst so gewählt worden, damit eine gute Erreichbarkeit mit dem Öffentlichen Personennahverkehr gewährleistet werden kann. Wichtig war den Landkreisen darüber hinaus, dass sich Einrichtungen und Anlaufstellen wie Schulen und Kindertagesstätte sowie ärztliche Versorgung, Beratungsstellen und Einkaufsmöglichkeiten in fußläufiger Nähe befinden.

"Ich freue mich, dass sich nun mit dem Frauen- und Kinderschutzhaus der Landkreise Ammerland und Wesermarsch eine Lücke in der Region im Hilfeangebot bei Fällen von häuslicher Gewalt schließt. Das Land Niedersachsen fördert dieses Frauen- und Kinderschutzhaus gezielt, um in der Region Schutzplätze für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder zur Verfügung zu stellen", sagt die niedersächsische Sozialministerin Dr. Carola Reimann in ihrem Grußwort zur Eröffnung des Frauenhauses.

Für den Landkreis Wesermarsch berichtet Gleichstellungsbeauftrage Ursula Bernhold, dass 2019 allein über die Beratungs- und Interventionsstelle (BISS) LaWeGa 10 Frauen, davon acht mit 14 kleinen Kindern (1 bis 7 Jahre), in Frauenhäuser der Region und anderer Bundesländer vermittelt wurden. Insgesamt hat die BISS im vergangenen Jahr 327 Fälle, davon 166 über die Polizei, aufgenommen. Für das Ammerland berichtet die Gleichstellungsbeauftragte Anja Kleinschmidt, dass 2019 140 Fälle häuslicher Gewalt bei der Polizei gemeldet wurden. 21 Frauen aus dem Bereich der Polizeidirektion Oldenburg Stadt/Ammerland wurden an ein Frauenhaus vermittelt. Diese Fallzahlen stellen jedoch nur einen Teil der Gesamtfälle dar (Hellfeld). Die Polizei geht von einer weit höheren Zahl von Delikten aus (Dunkelfeld). Zudem suchen Frauen eigenständig Zuflucht in Frauenhäusern.

Auch die Situation der Kinder wird im Schutzhaus besonders in den Blick genommen und hat in der pädagogischen Arbeit eine hohe Bedeutung. Für die Kinder und Jugendlichen in der Einrichtung gibt es ein eigenes partizipatives und zugleich geschlechtsspezifisches Konzept.

Weitere Informationen

Hilfesuchende erreichen das Frauen- und Kinderschutzhaus rund um die Uhr unter: Telefon: (0441) 21 00 14 95, dwo.frauenhaus@diakonie-ol.de, www.frauenhaus-diakonie.de

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Website zum Bundesförderprogramm 'Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen' geht online!

Bundesfoerderprogramm_GemeinsamGegenGewaltAnFrauen
Das Bundesförderprogramm "Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist Teil des Gesamtprogramms der Bundesregierung zur Umsetzung der Istanbul-Konvention. Ab sofort können sich Interessierte und potenzielle Antragsstellerinnen und Antragsteller auf der neuen Website www.gemeinsam-gegen-gewalt-an-frauen.de rund um das Förderprogramm informieren. Neben zahlreichen Informationen, finden sich hier nun auch sämtliche Dokumente zum Zuwendungsverfahren.

Neu vorgestellt

Auf-den-Spuren-bedeutender-Frauen
Auf den Spuren bedeutender Frauen - mit dem Rad Niedersachsens Frauengeschichte erkunden: Im Rahmen der Initiative frauenORTE Niedersachsen hat der Landesfrauenrat Niedersachsen e.V. eine neue Broschüre herausgegeben. Sie bietet Einblicke in die Vielfalt niedersächsischer Frauengeschichte. Neben Texten zu 42 Frauenpersönlichkeiten gibt es Hinweise zu frauenORTE-Stadtführungen und -Ausstellungen sowie Tipps zu weiteren touristischen Zielen. Die Broschüre möchte außerdem dazu anregen, auf niedersächsischen Fernradwegen von frauenORT zu frauenORT zu radeln. weiterlesen >>>

Termine Alle Termine >>>

September 2020

1.9.2020 | Keine sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz - Handlungssicherheit in Beratung, Begleitung und Prävention | Ausgebucht, Hannover

17.9.2020 | Öffentlichkeitsarbeit mit Pfiff - Fast ohne Budget- und Zeitaufwand ALLE erreichen | Ausgebucht, Hannover

22.9.–23.9.2020 | Grundlagen für die Gleichstellungsarbeit - Ausgebucht!, Hannover

28.9.–29.9.2020 | Deutscher Präventionstag, online

Oktober 2020

5.10.–6.10.2020 | Fachkraft der Antidiskriminierungsberatung, Lüneburg

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Ausstellung zur Frauenrechtskonvention

Cedaw-Ausstellung
Über 40 Jahre gibt es die UN-Frauenrechtskonvention (engl. Abk. CEDAW) schon. Doch leider sind die Inhalte der Konvention nur wenigen Menschen bekannt. Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. hat eine Ausstellung zum Verleih entwickelt. Sie informiert über die Reichweite, Entwicklung sowie Inhalte des CEDAW-Abkommens. Außerdem werden gleichstellungspolitische Inhalte der UN-Frauenrechtskonvention dargestellt, die auch auf kommunaler Ebene von Bedeutung sind. Die Ausstellung ist in Form von Roll-ups sowie als Posterausstellung erhältlich. Mehr unter www.gleichstellung-sichtbar-machen.de/projekt/ausstellung