Das Portal aus Niedersachsen für Gleichberechtigung, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte

Bundestagsanhörung zum Wechselmodell als Regelfall

Im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages fand am 14. Februar 2019 eine Anhörung zur Festschreibung des familienrechtlichen Wechselmodells als Regelfall statt. Die Mehrheit der Sachverständigen sprach sich für eine bessere Betreuung von Kindern geschiedener Eltern, aber gegen eine Festlegung auf das Wechselmodell aus.

Das Wechselmodell sieht vor, dass Kinder getrennt lebender Eltern von beiden Elternteilen im Wechsel zeitlich annähernd gleich lang betreut werden. Im Streitfall von Eltern über das Umgangsrecht für ihre Kinder ordnen Familiengerichte bisher vor allem das sogenannte Residenzmodell an. Bei diesem Modell leben die Kinder überwiegend bei einem Elternteil, meist der Mutter. Der andere Elternteil hat ein Besuchs- und Umgangsrecht. Viele getrennt erziehende Eltern entscheiden einvernehmlich über die Frage des Umgangs.

In einem Interview erläutert Bundesjustizministerin Dr. Katarina Barley aus persönlicher und rechtlicher Sicht die Hintergründe der Diskussion über die Problematik der Zusammenhänge von Umgangs- und Unterhaltsrecht.

Sie spricht sich gegen die Festlegung eines Regelmodells nach einer Trennung aus, die es auch nach der derzeitigen Gesetzeslage nicht gibt. Das Wechselmodell könne nicht von jeder Trennungsfamilie realisiert werden. Wichtiger sei es, Familien darin zu stärken, die für sie richtige Lösung zu finden.

Eine Arbeitsgruppe des Bundesjustizministeriums prüfe jedoch derzeit den Änderungsbedarf im Sorge- und Umgangsrecht. Bei der Frage der Unterhaltszahlung müsse eine faire Lösung für Eltern geschaffen werden, die sich jeweils etwa zur Hälfte um ihre Kinder kümmern, so die Ministerin. Das Wechselmodell sollte ein System sein, das nicht nur besserverdienende Eltern sich leisten können, sondern alle, die es für richtig halten.

Weitere Informationen

Quellen:

  • SPIEGEL-Interview mit Bundesjustizministerin Dr. Katarina Barley, www.bmvj.de

<<< Zur Beitragsübersicht

Neues Mentoring-Programm

Frau-Macht-Demokratie
In Niedersachsen ist am 1. März 2019 ein neues Mentoring-Programm zur nächsten Kommunalwahl im Jahr 2021 gestartet. Mit "Frau.Macht.Demokratie." möchte das Niedersächsische Sozialministerium einen Beitrag leisten, den Frauenanteil in der Politik zu erhöhen. Im Rahmen des Programms unterstützt eine erfahrene Politikerin oder ein erfahrener Politiker eine interessierte Frau bei ihrem Einstieg in die Politik. Projektträger ist Gleichberechtigung und Vernetzung e.V., regional wird das Programm durch kommunale Gleichstellungsbeauftragte betreut. weiterlesen >>>

Broschüre der Woche

abi-extra-2019
Die Bundesagentur für Arbeit macht mit der aktuellen Ausgabe der "abi>> extra" neugierig auf eine Berufs- und Studienwahl ohne Klischees. Vorgestellt wird unter anderem ein junger Mann, der eine Ausbildung als Pferdewirt absolviert. Eine junge Frau, die schon früh wusste, dass Naturwissenschaften ihre Leidenschaft sind, erzählt von ihrem Weg in den Beruf als Fluggeräteelektronikerin. weiterlesen>>>

Termine Alle Termine >>>

März 2019

27.3.2019 | Öffentlichkeitsarbeit mit Pfiff - Fast ohne Budget- und Zeitaufwand ALLE erreichen, Hannover

28.3.2019 | Boys'Day - Zukunftstag für Jungen, bundesweit

28.3.2019 | Zukunftstag für Mädchen und Jungen, Niedersachsen

28.3.2019 | Girls'Day - Zukunftstag für Mädchen, bundesweit

April 2019

2.4.–5.4.2019 | Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen, Mainz

Newsletter

Bestellen Sie unseren Online-Newsletter mit aktuellen Nachrichten, Aktionen, Veranstaltungen und Veröffentlichungen. Das Themenspektrum reicht von A wie "Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz" bis Z wie "Zwangsprostitution". Hier geht es zur Anmeldung. Die letzten Ausgaben finden Sie hier als pdf-Datei.

Kalendermonatsblatt

03_Kalender-VNST_Maerz
Der Frauenkalender der Vernetzungsstelle 2019 widmet sich dem Thema "Europa". Lesen Sie hier unseren Beitrag für den Monat März: Europa garantiert die Gleichberechtigung!?