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Achter Gender Datenreport für Berlin erschienen

Der Gender Datenreport bietet jährlich aktualisierte, geschlechterdifferenzierte Daten zu den wichtigsten Bereichen der Gesellschaft. Neben Angaben zur Entwicklung der Berliner Bevölkerung werden die Themenbereiche Bildung, Erwerbstätigkeit, Einkommen, Lebensunterhalt, Gesundheit und politische Partizipation für beide Geschlechter ausgewertet. Der Bericht, den die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung im Zusammenarbeit mit dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (AfS) herausgibt, erscheint nun zum achten Mal. Er verarbeitet die Daten des Jahres 2015. Der Report wird jährlich aktualisiert und ermöglicht damit auch längerfristige Vergleiche zu gleichstellungspolitischen Rahmenbedingungen und Entwicklungen.

Hier einige Ergebnisse der aktuellen Auswertung

Bei den Bildungsabschlüssen haben die Berlinerinnen die Nase vorn: Mehr Frauen als Männer besitzen die allgemeine Hochschulreife (48 Prozent zu 45 Prozent) oder einen Hochschulabschluss (32 Prozent zu 30 Prozent). Besonders deutlich ist der Vorsprung in der jüngeren Bevölkerung: in der Altersgruppe der 25- bis 35-Jährigen weisen 38 Prozent der Frauen einen Hochschulabschluss aus gegenüber nur 33 Prozent der gleichaltrigen Männer.

Frauen stellten 2015 auch 45 Prozent des wissenschaftlichen und künstlerischen Personals an Berliner Hochschulen und jeweils etwa die Hälfte derer, die 2015 promovierten bzw. sich in einer Juniorprofessur für eine Lehrbefähigung qualifizierten. Allerdings sind nur 31,4 Prozent der Professuren von Frauen besetzt. Damit belegt Berlin zwar im bundesweiten Gleichstellungsranking seit Jahren eine Spitzenposition, Gleichstellung ist aber noch nicht erreicht. Der Senat unterstützt die Hochschulen u. a. mit dem Berliner Chancengleichheitsprogramm, um mehr Professorinnen zu gewinnen.

Auf dem Arbeitsmarkt setzt sich die seit 2005 positive Entwicklung fort. Die Erwerbstätigenquote der Frauen stieg auf 66 Prozent, die der Männer auf 71 Prozent. In Berlin sind Frauen mit Kindern in der Mehrheit erwerbstätig, zunehmend auch alleinerziehende Frauen (59 Prozent). Allerdings arbeiten sie viel häufiger Teilzeit (37 Prozent) als Männer (19 Prozent). Auch ist der Anteil der Frauen unter den geringfügig Beschäftigten höher (53 Prozent).

Noch immer verdienen Frauen im Durchschnitt auch weniger als Männer. So erzielten von allen Erwerbstätigen 35 Prozent der Männer aber nur 24 Prozent der Frauen Einkommen von mehr als 2.000 Euro monatlich. Bei den abhängig Beschäftigten ist die Differenz in den Monats- bzw. Jahreseinkommen mit 20 Prozent (2015) ebenfalls hoch. Zudem dominieren Frauen vor allem in Bereichen mit geringen Durchschnittseinkommen, wie Gesundheit, Soziales und Erziehung und Unterricht. Dazu kommt, dass sie dort 22 Prozent weniger in der Stunde verdienen als Männer. Die größten Verdienstunterschiede sind in den freiberuflichen wirtschaftlichen und technischen Dienstleistungen zu verzeichnen (26 Prozent). In engem Zusammenhang mit Bildung und Erwerbstätigkeit steht die persönliche Lebensführung von Frauen und Männern. In Familien mit minderjährigen Kindern waren 2015 nur noch 51 Prozent der Eltern verheiratet (Deutschland: 69 Prozent). Rund ein Drittel ist alleinerziehend (Deutschland: 20 Prozent).

Der Gender Datenreport enthält Daten der amtlichen Statistik mit besonderer Bedeutung für die soziale und wirtschaftliche Gleichstellung von Frauen und Männern.

Weitere Informationen

Den aktuellen Genderdatenreport sowie die vorherigen Ausgaben können Sie abrufen unter:

www.statistik-berlin-brandenburg.de/gender/homegender.htm

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Aktuelle Aktion

Starke-Netze-gegen-Gewalt_DOSB_2017
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend den Wettbewerb "Starke Netze gegen Gewalt" ausgeschrieben. Ausgezeichnet werden Netzwerke im Kampf gegen Gewalt an Frauen auf lokaler und regionaler Ebene. Hierunter fallen z.B. Kooperationen im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit, langfristige Kooperationen, die sich für die Sensibilisierung und Enttabuisierung des Themas einsetzen oder Aktionen, die auf Präventions- und Beratungsangebote vor Ort hinweisen. Sportvereine können sich noch bis zum 29. September 2017 bewerben. Die Preisverleihung findet Ende November 2017 in Berlin statt. Weitere Informationen sowie die Bewerbungsunterlagen finden Sie auf der Website des DOSB.

Broschüre der Woche

Bekaempfung-geschlechtsspezifischer-Gewalt_2
Die "Denkfabrik Chancengleichheit" ist ein neues fortlaufendes Veranstaltungsformat mit jährlich stattfindenden Dialogveranstaltungen, um Gleichstellung und Chancengleichheit auf kommunaler Ebene voran zu bringen. Die Veranstaltungsreihe läuft im Rahmen und zur Umsetzung der EU-Charta zur Gleichstellung von Frauen und Männern, die 2013 von der Stadt Freiburg unterschrieben wurde. Anfang 2017 hat eine Veranstaltung zum Thema Gewalt stattgefunden. Die nun vorliegende Dokumentation umfasst die Vorträge in gekürzter Form und bildet die Ergebnisse der Workshops ab. weiterlesen >>>

Termine Alle Termine >>>

September 2017

21.9.–23.9.2017 | Bundeskongress und Mitgliederversammlung des Deutschen Juristinnenbundes, Stuttgart

22.9.–24.9.2017 | Brave New Media World - Schöne neue Medienwelt, Ingelheim

25.9.2017 | Öffentlichkeitsarbeit mit Pfiff | Handwerkszeug für Gleichstellungsbeauftragte, Iserlohn

28.9.2017 | Wo geht es lang in Sachen Paritätische Gremienbesetzung?, Kiel

Oktober 2017

6.10.2017 | 16. Hessischer Unternehmerinnentag, Frankfurt am Main

Aktionswochen 2017

Logo_GleichbeRECHTigt
Das neue Programm des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gemeinsam mit den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten Niedersachsens ist gestartet. Unter dem Titel "GleichbeRECHTigt leben - Unsere Werte, unser Recht" geht es um die Sicherung und Weiterentwicklung von Frauenrechten, Gleichberechtigung und Teilhabe für alle Frauen und Männer, die in Niedersachsen leben, ob als Einheimische oder als Geflüchtete. weiterlesen >>>

Kalendermonatsblatt

08_August_Kalendermonatsblatt_260px
"EINE Welt" - Der Frauenkalender der Vernetzungsstelle 2017 widmet sich dem Thema Frauen und Flucht. Lesen Sie hier unseren Beitrag für den Monat August: "HeRoes - Echte Helden im Einsatz für die Gleichberechtigung"