Das Portal aus Niedersachsen für Gleichberechtigung, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen: Ministerin Dr. Carola Reimann hisst Flagge


1 von 1

"Gewalt gegen Frauen ist bis heute die häufigste Menschenrechtsverletzung", sagte Niedersachsens Sozial- und Gleichstellungsministerin Dr. Carola Reimann anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen und Mädchen: "Sie findet in unterschiedlichen Formen alltäglich und mitten unter uns statt. So ist jede vierte Frau, die in Deutschland lebt, mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt geworden." Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, hat Dr. Carola Reimann am 25. November 2019 an der Ministeriumsfassade am Hannah-Ahrendt-Platz in Hannover eine Flagge von Terre des Femmes mit der Aufschrift "Frei leben - ohne Gewalt" gehisst - zeitgleich mit Organisationen und Frauenverbänden in ganz Deutschland.

Niedersachsens Sozialministerin ruft dazu auf, bei Anzeichen auf Gewaltanwendung nicht wegzusehen oder zu schweigen. Sie beteiligt sich auch an der bundesweiten Mitmachaktion "Wir brechen das Schweigen" unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Neben dem Aufruf gegen Gewalt sei konkrete Unterstützung für die Betroffenen enorm wichtig, so Dr. Carola Reimann. In Niedersachsen gibt es ein engmaschiges Netz an Hilfen für Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen sind. Die Angebote reichen von Frauenhäusern über Beratungs- und Interventionsstellen bei häuslicher Gewalt (BISS) und Gewaltberatungsstellen bis hin zu Notrufen.

In den 42 niedersächsischen Frauenhäusern suchen jährlich rund 2.200 Frauen mit etwa 2000 Kindern Hilfe und Unterstützung. Insbesondere die Anzahl der Beratungsfälle der 29 BISS-Stellen ist stark gestiegen. In den nunmehr 43 vom Land geförderten Gewaltberatungsstellen werden jährlich durchschnittlich 8.750 Frauen beraten.

Andere flankierende Maßnahmen sind etwa das Beratungsangebot gegen Zwangsheiraten (www.zwangsheirat.de) oder die anonyme Beweissicherung bei Gewalttaten gegen Frauen und Mädchen (ProBeweis, www.probeweis.de). Das Programm "Worte helfen Frauen" (www.worte-helfen-frauen.de) wendet sich gezielt an geflüchtete Frauen. Um Sprachbarrieren abzubauen, können alle Einrichtungen, die zu frauenspezifischen Belangen beraten, mit diesem Projekt den Einsatz von Übersetzerinnen und Übersetzern abrechnen.

Hintergrund
Seit 1991 ist der 25. November offiziell als internationaler Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen in den Vereinten Nationen anerkannt. Der Gedenktag geht auf den Todestag der drei Schwestern Mirabal im Jahr 1960 zurück, die aufgrund ihres Widerstands gegen Diktator Trujillo in der Dominikanischen Republik ermordet wurden.

Mit zahlreichen Aktionen und Info-Veranstaltungen wird diesem traurigen Thema jeweils am 25. November besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Ziel ist es, die Einhaltung von Menschenrechten gegenüber Frauen und Mädchen zu thematisieren, stärker in das Bewusstsein einer internationalen Öffentlichkeit zu bringen und jegliche Art von Gewalt gegen Frauen anzuprangern.

Einen rechtlichen Rahmen für den Schutz von Frauen und Mädchen bietet die am 1. Februar 2018 in Deutschland in Kraft getretene Istanbul-Konvention. Das internationale Abkommen verpflichtet die Unterzeichnerstaaten zu zahlreichen Maßnahmen, die eine umfassende Prävention, den Schutz der Opfer und die Verurteilung der Täter zum Ziel haben. "Die Istanbul-Konvention ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Gewalt an Frauen. Erstmals gelten damit Mindeststandards im Gewaltschutz für Frauen in den Mitgliedsstaaten des Europarates - das ist ein großer Schritt nach vorne", so Dr. Carola Reimann.

Beratungs- und Hilfsangebote
Eine erste Beratung bietet das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" unter der Nummer 08000/116 016 an. Das Hilfetelefon ist rund um die Uhr erreichbar, die Beratung ist vertraulich, kostenlos und wird in 18 Sprachen angeboten (www.hilfetelefon.de).

Das "Netzwerk ProBeweis" bietet von Gewalt Betroffenen die Möglichkeit, Beweise sichern zu lassen - unabhängig von einer eventuellen späteren Strafverfolgung: www.probeweis.de, Telefon (0511) 532 45 99.

Das Programm "Worte helfen Frauen" (www.worte-helfen-frauen.de) wendet sich gezielt an geflüchtete Frauen. Um Sprachbarrieren abzubauen, können alle Einrichtungen, die zu frauenspezifischen Belangen beraten, mit diesem Projekt den Einsatz von Übersetzerinnen und Übersetzern abrechnen.

Weitere Informationen zum Angebot für von Gewalt betroffene Frauen finden Sie unter gewaltschutz.niedersachsen.de.

<<< Zur Beitragsübersicht

Aktuelle Aktion

Gender-Award_BAG
Am 9. Dezember 2019 ist es wieder soweit: Der "Gender Award - Kommune mit Zukunft 2019" wird verliehen. Mit dieser Auszeichnung möchte die Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Kooperation mit dem Bundesfrauenministerium kreative und erfolgreiche Frauen- und Gleichstellungspolitik in Kommunen ehren. Gleichzeitig soll mit der Auszeichnung das besondere Engagement für Gleichstellungsarbeit vor Ort stärker sichtbar gemacht werden. Schirmherrin des Preises ist die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Dr. Franziska Giffey. www.frauenbeauftragte.org

Kalender der Woche

Blick-auf-Mainzer-Frauengeschichte-2020
"Blick auf Mainzer Frauengeschichte" - der Wandkalender 2020 des Frauenbüros der Landeshauptstadt Mainz ist erschienen! Gewidmet ist er im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Mainzerinnen aus jüdischen Familien. Daneben geht er der Geschichte des 1898 gegründeten Vereins zur Verbesserung der Frauenkleidung nach, beleuchtet die Arbeit des Mädchenvereins zur Unterstützung weiblicher Dienstboten und zeigt, wie Anfang des 20. Jahrhunderts haushaltsnahe Dienstleistungen organisiert wurden. Verschiedene Einzelporträts runden die zwölf neuen Blicke auf die Mainzer Frauengeschichte ab. www.mainz.de/frauenbuero

Termine Alle Termine >>>

Dezember 2019

9.12.2019 | Gender Award - Kommune mit Zukunft 2019 | Preisverleihung, Berlin

17.12.2019 | Fair Pay Best Practice Summit, Berlin

18.12.2019 | Frauenrechte sind Menschenrechte! 40 Jahre UN-Frauenrechtskonvention, Berlin

Januar 2020

14.1.2020 | Öffentlichkeitsarbeit für Gleichstellungsbeauftragte, Hannover

Februar 2020

5.2.2020 | Fortbildung für Verwaltungsmitarbeiterinnen von Gleichstellungsbeauftragten, Hannover

Newsletter

Bestellen Sie unseren Online-Newsletter mit aktuellen Nachrichten, Aktionen, Veranstaltungen und Veröffentlichungen. Das Themenspektrum reicht von A wie "Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz" bis Z wie "Zwangsprostitution". Hier geht es zur Anmeldung. Die letzten Ausgaben finden Sie hier als pdf-Datei.

Kalendermonatsblatt

12_Kalender-VNST_Dezember
Der Frauenkalender von Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. 2019 widmet sich dem Thema "Europa". Lesen Sie hier unseren Beitrag für den Monat Dezember: "Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte und Istanbul-Konvention"