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Frau. Macht. Wirtschaft - Niedersachsen wirbt für mehr Gleichstellung in Führungspositionen

Geht es um Frauen in Führungspositionen, bewegt sich in den letzten Jahren einiges. Noch ist viel Potential vorhanden, das es zu heben gilt. Was es dafür braucht und wie mehr Diversität in Führungsetagen gelingen kann, diskutierten auf Einladung des Niedersächsischen Sozialministeriums und des Wirtschaftsministeriums in Hannover etwa 100 Gäste unter dem Motto "Frau. Macht. Wirtschaft" mit hochkarätigen Expertinnen und Experten.

Für Niedersachsens Gleichstellungsministerin Daniela Behrens zeigt das große Interesse an der Veranstaltung, die am 29. September 2021 stattfand, wie wichtig das Thema für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen ist: "Ich freue mich sehr, dass wir heute mit vielen Führungsfrauen in den direkten Austausch kommen. Unser Format zeigt, es gibt genug bestens qualifizierte Frauen, die Führungspositionen wollen. Die Führungsqualitäten von Frauen stehen denen der Männer in nichts nach. Im Gegenteil!"

Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann: "Junge Frauen machen häufiger Abitur, studieren öfter und erlangen häufiger einen Hochschulabschluss als Männer. Dennoch sind sie - trotz einiger Fortschritte in den vergangenen Jahren - in mittleren Führungspositionen und vor allen Dingen im TOP-Management nach wie vor unterrepräsentiert. Wir können es uns nicht leisten, dieses Potential zu verschenken. Angesichts des demografischen Wandels und dem zunehmenden Mangel an Fachkräften muss es im ureigenen Interesse unserer Wirtschaft sein, qualifizierte Frauen in Führungspositionen zu bringen."

Das bestätigte auch die Vortragende Eva Kienle, CFO und Vorstandsmitglied der KWS SAAT aus Einbeck: "Quoten auf oberen Führungsebenen sind ein Anfang, aber bei weitem nicht ausreichend: Nachhaltige Frauenförderung beginnt weiter unten in der Hierarchie, beim Nachwuchs - und muss damit vielfältige Themenstellungen adressieren."

Derzeit haben viele gut ausgebildete Frauen in Niedersachsen noch längst nicht die Karrierestufe erreicht, die ihrer Qualifizierung entspricht. Sie stellen über die Hälfte der Hochschulabsolventen und damit die Mehrheit des potentiellen Fach- und Führungskräftenachwuchses. An der Spitze privatwirtschaftlicher Betriebe stellen sie immer noch eine Minderheit dar: Gerade einmal 29 Prozent betrug der Frauenanteil auf der ersten Führungsebene im Jahr 2019 in Deutschland.

Der Veranstaltung vorausgegangen waren Interviews mit Frauen in Führungspositionen. Tessa Forsblad und Nina Kaienburg von der New Work Women Academy präsentierten die Ergebnisse: Vertrauen in die eigenen Kompetenzen, weibliche Vorbilder, ein gutes Netzwerk und manchmal auch das nötige Quäntchen Glück fördern den beruflichen Aufstieg.

Die aufgrund der Pandemie gestiegene Flexibilität bei Aufgabenwahrnehmung, Arbeitszeit und -ort kommt den Wünschen vieler Frauen mit Führungsverantwortung entgegen. Sie bevorzugen Kooperationen auf Augenhöhe statt Hierarchiefokus und setzen auf Sinnhaftigkeit im Arbeitsprozess.

Ein gutes Beispiel, so Sozial- und Gleichstellungsministerin Daniela Behrens, sind Besprechungen per Video-Konferenz: "Sie sind sachbezogener und strukturierter. Diese Form der Effizienz entspricht der Arbeitsweise vieler Frauen. Und sie hilft auch allen Menschen, die neben hoher beruflicher Verantwortung noch Familienaufgaben wahrnehmen wollen."

Die Podiumsrunde war mit Aline Henke, Geschäftsführerin der Hankensbütteler Kunststoffverarbeitung; Robert Franken Digital & Diversity Berater; Svenja Christen Geschäftsführerin von jobsharing hub; Thomas Nagel Director Strategie und Sonderprojekte im mobility Einkauf bei BOSCH; Jasmin Arbabian–Vogel, Präsidentin des Verbandes Deutscher Unternehmerinnen hochkarätig besetzt. Es bestand Einigkeit, dass Gleichberechtigung auf allen Führungsebenen von vielen Faktoren abhängt. Transparenz bei der Personalauswahl, eine Quote, Mentoring für (weibliche) Nachwuchskräfte, gezielte Ansprache von Frauen, mehr Teilzeit und Jobsharing in Führung oder betriebliche Kinderbetreuung: Unternehmen, die auf eine ausgewogene Besetzung beim Führungspersonal achten, sind gerade für die nachfolgende Generation als Arbeitgeber deutlich attraktiver.

Hintergrundinformationen
Gut ein Drittel der deutschen Führungskräfte ist zwischen 50 und 60 Jahre alt und wird bis zum Jahr 2035 in den Ruhestand gehen. Aufgrund des demografischen Wandels wächst der Druck auf die Betriebe, qualifizierten Frauen Karrierechancen zu eröffnen und ihnen den Aufstieg in Spitzenpositionen zu ermöglichen. Die Potentiale, die sonst verloren gehen, sind enorm. Niedersachsens Frauen stellen über die Hälfte der Hochschulabsolventen und -absolventinnen und damit die Mehrheit des potentiellen Fach- und Führungskräftenachwuchses. An der Spitze privatwirtschaftlicher Betriebe stehen in 2019 gerade einmal 29 Prozent in Deutschland.

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