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Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Grundgesetz 1949

08_Kalender-VNST_AugustDer kleine Satz "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" im Grundgesetz (GG) der Bundesrepublik Deutschland teilte das Schicksal des Frauenwahlrechts. Er traf auf erbitterten männlichen Widerstand! Überzeugungsarbeit war nötig.

Hierfür steht vor allem die Juristin und Sozialdemokratin Elisabeth Selbert als Mitglied des Parlamentarischen Rates zur Vorbereitung des Grundgesetzes: Sie erarbeitete den Satz, der die allgemeine Gleichberechtigung der Frau beinhaltete und überzeugte schließlich ihre Parteigenossen. Dreimal lehnte das Gremium die von den Sozialdemokraten vorgeschlagene Formulierung ab. Daraufhin mobilisierte Elisabeth Selbert in einer beispiellosen Aktion die Frauen Deutschlands. Waschkörbeweise schickten sie Postkarten zur Unterstützung an den parlamentarischen Rat, so dass die Männer schließlich der Formulierung zustimmten.

Aber welchen Zündstoff enthielt dieser Satz? In der Weimarer Verfassung hatten die Parlamentarier den Gleichheitsgrundsatz auf die staatsbürgerliche Gleichstellung der Frau eingeschränkt. Dadurch blieben alle Gesetze des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) unangetastet. Ob privates Vermögen oder Rechtsstellung in der Ehe, das BGB gab dem Mann in allen Bereichen die Entscheidungsbefugnis über die Frau. Ein Verfassungsgrundsatz "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" ging weit über die staatsbürgerliche Gleichberechtigung der Frau hinaus. Er beinhaltete den Auftrag, alle Gesetze des BGB zu überprüfen und gegebenenfalls zu ändern. Das hatte nicht nur Elisabet Selbert im Blick.

Entsprechende Änderungen sollten laut Beschluss des Parlamentarischen Rates bis zum Jahr 1953 vollzogen sein. Aber erst im Jahr 1957 wurde das erste Gleichberechtigungsgesetz verabschiedet, das einige konkrete Korrekturen im Ehe- und Familienrecht einleitete, viele Gesetze des BGB aber nicht veränderte. Das Ehe- und Familienrecht z.B., das die Hausfrauenehe als Leitbild festschrieb, wurde erst 1977 reformiert.

Weitere Informationen

"Women's Voice, Women's Choice" - Der Frauenkalender der Vernetzungsstelle 2018 widmet sich dem Thema 100 Jahre Frauenwahlrecht.

Frauenkalender 2018 - 100 Jahre Frauenwahlrecht, Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte (Hrsg.), Hannover 2017

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50 Jahre Schweizer Frauenstimmrecht

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Am 7. Februar 2021 wird in der Schweiz das Jubiläum "50 Jahre Schweizer Frauenstimmrecht" begangen. Aus diesem Anlass wurde ein Sammelband mit dem Titel "50 Jahre Frauenstimmrecht. 25 Frauen über Demokratie, Macht und Gleichberechtigung" herausgegeben. Isabel Rohner und Irène Schäppi zeigen darin - unterstützt von namhaften Schweizer Frauen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Kultur - wie umkämpft die Frauenrechte in der Schweiz waren und immer noch sind, was bereits getan wurde und wo noch Handlungsbedarf besteht. Zum Buch | Mehr zum Schweizer Frauenstimmrecht

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Kalender 2021 | Zwölf von uns - Anne Jakob: Spitzensport

01_Kalenderblatt-Januar_2021
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