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März | Die sozialistische und die bürgerliche Frauenbewegung

03_Kalender-VNST_MaerzDie Forderung nach dem Wahlrecht für Frauen einigte die Frauen, allerdings kämpften Clara Zetkin und ihre radikaleren sozialistischen Mitstreiterinnen für das allgemeine Wahlrecht, die bürgerliche Frauenbewegung strebte ein eingeschränktes Wahlrecht an.

Die Lebenssituation der Frauen am Ende des 19. Jahrhunderts war keinesfalls einheitlich. Daher entwickelten sich unterschiedliche Auffassungen über Weg und Ziel der Emanzipation der Frauen. Während die bürgerlichen Frauen neben der Forderung nach Bildung für Mädchen und Frauen auch für das Recht auf Erwerbstätigkeit eintraten, war Arbeit - in der Regel Industriearbeit - eine wirtschaftliche Notwendigkeit der Arbeiterinnen. Frauen waren billigere Arbeitskräfte als Männer, und so stieg die Zahl der Arbeiterinnen, die die Existenz ihrer Familie sichern mussten, an. Allerdings war die Veränderung der sozialen Lage der Arbeiterinnen auch bei Vertreterinnen der "bürgerlichen Frauenbewegung" wie Louise Otto-Peters eine wichtige Forderung.

Die Arbeiterinnenvereine, die Ende des 19. Jahrhunderts entstanden, stellten die Herrschaftsverhältnisse der damaligen Zeit grundsätzlich in Frage. Die proletarische oder sozialistische Frauenbewegung war Teil der Arbeiterbewegung. Für August Bebel fiel die Lösung der "Frauenfrage" mit der Beseitigung der wirtschaftlichen Unterdrückung der Arbeiterschaft, mit der "Klassenfrage" zusammen. Auch Clara Zetkin, die bedeutendste Vertreterin der sozialistischen Arbeiterbewegung, ordnete die Emanzipation als "Nebenwiderspruch" dem "Hauptwiderspruch" zwischen Kapital und Arbeit unter. Sie beförderte die Trennung zwischen bürgerlicher und sozialistischer Frauenbewegung.

Weitere Informationen

"Women's Voice, Women's Choice" - Der Frauenkalender der Vernetzungsstelle 2018 widmet sich dem Thema 100 Jahre Frauenwahlrecht.

Frauenkalender 2018 - 100 Jahre Frauenwahlrecht, Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte (Hrsg.), Hannover 2017

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Aktuelle Aktion

Karlsruhe-Stadt-der-Frauen
Karlsruhe: Stadt der Frauen?! - Die Stadträtinnen des Karlsruher Gemeinderates und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Karlsruhe laden am 27. Juni 2018 Frauen, Frauenorganisationen und -Projekte zu einer Anhörung und einem Austausch ein. Sie möchten so einen öffentlichen Raum schaffen, in dem Anliegen, Verbesserungsvorschläge und auch Engagement von Frauen sichtbar werden und sich Frauen besser vernetzen können. zum Veranstaltungsflyer

Broschüre der Woche

Bundesforum-Maenner_Positionen-Perspektiven
Das Bundesforum Männer, Interessenverband für Jungen, Männer & Väter e.V., setzt sich im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit gegen Diskriminierung und Benachteiligungen ein. Die zentralen Positionen und Perspektiven seiner Arbeit wurden in einer Broschüre zusammengefasst. Der Dachverband nimmt insgesamt sieben Themenbereiche aus männerpolitischer Sicht in den Blick. weiterlesen >>>

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Juni 2018

22.6.2018 | Gleichstellung in der Digitalisierung, Berlin

August 2018

15.8.–16.8.2018 | Grundlagen für die Gleichstellungsarbeit | Basisseminar für behördliche Gleichstellungsbeauftragte in Niedersachsen, Hannover

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17.9.–18.9.2018 | 1. Deutscher Mentoring-Tag, Frankfurt am Main

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06_Juni_Kalenderblatt
"Women's Voice, Women's Choice" - Der Frauenkalender der Vernetzungsstelle 2018 widmet sich dem Thema 100 Jahre Frauenwahlrecht. Lesen Sie hier unseren Beitrag für den Monat Juni: Wie informieren sich Frauen über Politik?