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Arabischer Frühling?

05_Kalender-VNST_MaiMit "Arabischer Frühling" wird eine Reihe von Aufständen und Protesten der Bevölkerungen Nordafrikas und im Nahen Osten bezeichnet. Ihren Ausgang haben die Revolutionsbewegungen 2010 in Tunesien, als sich ein perspektivloser Gemüsehändler mit Benzin übergoss und ein Streichholz entzündete. Ziel der Bewegung war das Ende der Autokratie, aber auch ein Begehren nach Gleichstellung der Geschlechter wurde laut. Dies galt besonders für Ägypten: Demonstrantinnen griffen offen das Patriarchat an und forderten einen Wandel der Gesellschaftsstrukturen.

Die rege Beteiligung von Frauen an den Demonstrationen war für einige überraschend und als "Frühling der Frauen" bewertet, für andere der Grund für den weitgehend friedlichen Umgang der Polizei mit den Demonstrierenden. Viele Frauen äußerten sich als Internetaktivistinnen. "The uprising of women in the Arab world" heißt eine Facebook-Gruppe die seit Oktober 2011 die Araberinnen zu vereinen sucht. Dort gehen nicht nur Selbstbekenntnisse zum Feminismus viral, die Initiatorinnen, Frauen diverser Staaten, rufen dazu auf, auch Gewalterfahrungen öffentlich zu machen und politische wie religiöse Strukturen zu kritisieren.

Die Revolution hat letztlich nicht die Gleichberechtigung realisiert. Auch Frauenrechtlerinnen aus Tunesien, dem Land, welches wohl den größten Fortschritt erzielt hat (die Gleichstellung der Geschlechter ist in der Verfassung niedergeschrieben), halten sich bedeckt, von einem Erfolg zu sprechen.

  • Noch heute müssen einige der einstigen Demonstrantinnen dagegen kämpfen, dass Vergewaltigungen straffrei werden, sollten die Opfer den Täter ehelichen.
  • Noch heute werden Mädchen Opfer weiblicher Genitalverstümmelung.
  • Noch heute werden Frauen auf der Straße sexuell belästigt (HarassMap.org)

Doch die Frauen wehren sich, schließen sich zusammen und schweigen nicht. Auch wenn metaphorisch gesehen derzeit eher die Zeit der Eisheiligen ist - der Frühling ist noch nicht vorbei!

Weitere Informationen

"Women's Voice, Women's Choice" - Der Frauenkalender der Vernetzungsstelle 2018 widmet sich dem Thema 100 Jahre Frauenwahlrecht.

Frauenkalender 2018 - 100 Jahre Frauenwahlrecht, Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte (Hrsg.), Hannover 2017

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Neu vorgestellt

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Zwölf Frauen stellen wir in unserem Kalender 2021 vor. "Zwölf von uns". Frauen, die zu den Themen, unter denen Frauen leiden, die Frauen zugemutet werden, tätig sind. Zwölf Frauen, die sich besonders einsetzen, um unsere Welt gerechter zu machen. In der Politik, im Recht, in der Kirche, in der Wirtschaft.
Ein hochwertiges Geschenk für Ihre Netzwerkpartnerinnen und -partner, Rats- und Kreistagsmitglieder und andere, die Sie zum Jahreswechsel beschenken wollen, mit denen Sie sich für Frauenrechte und für Menschenrechte engagieren wollen. weiterlesen >>>

Termine Alle Termine >>>

September 2020

22.9.–23.9.2020 | Grundlagen für die Gleichstellungsarbeit - Ausgebucht!, Hannover

28.9.–29.9.2020 | Deutscher Präventionstag, online

Oktober 2020

5.10.–6.10.2020 | Fachkraft der Antidiskriminierungsberatung, Lüneburg

7.10.2020 | Fortbildung für Verwaltungsmitarbeiterinnen von Gleichstellungsbeauftragten, Hannover

7.10.2020 | Gründen als Antwort auf die VUCA-Welt - Vision, Understanding, Clarity und Agility, online

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Ausstellung zur Frauenrechtskonvention

Cedaw-Ausstellung
Über 40 Jahre gibt es die UN-Frauenrechtskonvention (engl. Abk. CEDAW) schon. Doch leider sind die Inhalte der Konvention nur wenigen Menschen bekannt. Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. hat eine Ausstellung zum Verleih entwickelt. Sie informiert über die Reichweite, Entwicklung sowie Inhalte des CEDAW-Abkommens. Außerdem werden gleichstellungspolitische Inhalte der UN-Frauenrechtskonvention dargestellt, die auch auf kommunaler Ebene von Bedeutung sind. Die Ausstellung ist in Form von Roll-ups sowie als Posterausstellung erhältlich. Mehr unter www.gleichstellung-sichtbar-machen.de/projekt/ausstellung