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Westersteder Erklärung | Studienort für Hebammen im Nordwesten gefordert


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Der Lenkungskreis zur "Westersteder Erklärung" fordert die Einrichtung eines Hochschulstandortes im Nordwesten Niedersachsens.
Bei einem ersten Treffen Ende Mai 2018 in Westerstede hatten - aus der Region Oldenburg/Küste angereiste - Gleichstellungsbeauftragte, Hebammen, Chefärzte, eine Sozialdezernentin, ein Pflegedirektor und weiteres Gesundheitspersonal den Hebammenmangel in der Region Ostfriesland, Friesland und Oldenburg deutlich aufgezeigt. Für den Landkreis Leer, den Landkreis Friesland und die Stadt Oldenburg wurde die mangelnde Versorgung mit Hebammenhilfe sehr detailliert dargestellt. Auch andere Regionen verwiesen auf ihre Unterversorgung. Frauen finden keine Kurse, müssen sehr viele Hebammen anrufen, um eine Betreuung nach der Geburt zu finden, was nicht immer gelingt. Kliniken können freiwerdende Hebammenstellen kaum besetzen. Der Druck würde immer größer, weil keine Hebammen "auf dem Markt" seien, sagt Oliver Bungenstock, Pflegedirektor des Emder Krankenhauses. Zudem gehen in den nächsten acht Jahren viele Hebammen in den Ruhestand, die derzeit einen Großteil der Arbeit leisten.

Auf diesem Treffens wurde mit der "Westersteder Erklärung" einstimmig beschlossen: "¨schnellstmöglich in der Region einen Studiengang Hebammenwesen einzurichten. Der drängende Bedarf an Hebammen im gesamten nordwestlichen Niedersachsen soll, durch einen mit 40-60 Plätzen pro Jahr ausgestatteten dualen Studiengang, für die Zukunft abgesichert werden¨"

Es wurde ein Lenkungskreis eingerichtet. Dieser erläutert die aktuelle Situation und die weitere Vorgehensweise. Ein zentraler Aspekt eines dualen Studiums der Hebammenwissenschaft hier im Nordwesten wird darin gesehen, die Praxisanteile durch Kooperationen in der gesamten Region zu streuen. So würden insbesondere auch die ländlichen Strukturen profitieren. Für die Theorie brauche es einen gut erreichbaren Studienort, mit Nähe zur Medizin und Versorgungsforschung, mit möglichst internationaler Vernetzung.
In der ländlichen Region fehlen Hebammen und viele, die anderswo ihre Ausbildung absolvieren, kommen nicht zurück.

Birgit Ehring-Timm, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aurich, bemängelte die fehlenden Kapazitäten der freiberuflichen Hebammen, wodurch Frauen in der Schwangerschaft und im Wochenbett ohne Betreuung blieben.

Dagmar Sachse, Sozialdezernentin aus Oldenburg wies auf die Hebammenzentrale hin, die zwar in Oldenburg seit mehreren Jahren die Bedarfe koordiniert, den Mangel aber zukünftig nicht komplett auffangen könne.

Auch die ärztlichen Leitungen der geburtshilflichen Abteilungen sähen den Bedarf an gut qualifizierten Hebammen, damit auch in Zukunft die Stellen in den Kreißsälen besetzt werden können, verdeutlichte Dr. Thomas Möller, leitender Oberarzt der Ubbo-Emmius-Klinik Aurich

Die Leitung der einzigen Hebammenschule in der Region, Astrid Kruid, äußerte, dass derzeit nur alle drei Jahre 15 Hebammen in Oldenburg ausgebildet werden.

Deutschland ist in Europa das Schlusslicht bei der Umsetzung der EU Richtlinien zur Angleichung der Bildungsabschlüsse. Nun muss hier bis Januar 2020 eine Richtlinie umgesetzt sein, die zwölf Jahre Schulbildung zur Eingangsvoraussetzung in die Hebammenausbildung macht und die Vermittlung genauer wissenschaftlicher Kenntnisse vorschreibt. Der Hebammenverband Niedersachsen fordert seit Langem eine rasche Umsetzung der EU Vorgaben und die Einrichtung von Studienstandorten. Durch die Ausbildung in der Region bestehe die berechtigte Hoffnung, dass genügend Fachkräfte auch blieben.

Die "Westersteder Erklärung" soll nun aufzeigen, wie groß der Druck in der Region ist und dass hier gemeinsam Lösungen gesucht werden. Viele Entscheidungsträger sollen nun im Weiteren zur Unterzeichnung eingeladen werden. Die Landesregierung wird zum Handeln aufgefordert.

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite des Hebammenverbands: www.hebammen-niedersachsen.de

Gleichstellung-sichtbar-machenDie Westersteder Erklärung ist im Projekt "Gleichstellung sichtbar machen - CEDAW in Niedersachsen" im Rahmen des Modellstandortes Aurich "Gesunde Geburt auf dem Land" gemeinsam mit dem Hebammenverband Niedersachsen entstanden. www.gleichstellung-sichtbar-machen.de

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Neue Website zu geschlechtersensibler Pädagogik

Fachkraefteportal-fuer-Genderfragen
Wie kann jedes Kind die Möglichkeit erhalten, sich als Individuum frei zu entfalten und seine eigene Identität zu entwickeln? Wie können stereotype Rollenzuweisungen bei der Erziehung von Jungen und Mädchen kritisch hinterfragt werden? Diese und weitere Fragen beantwortet die neue Website www.geschlechtersensible-paedagogik.de. Das Portal arbeitet Themen der Geschlechterpädagogik an konkreten Beispielen methodisch-didaktisch auf und zeigt Möglichkeiten, wie damit gearbeitet werden kann. Die Materialien dafür haben Jugendliche und junge Erwachsene aller Geschlechter selbst erstellt. Die neue Website ist Teil des vom Bundesfamilienministerium geförderten Projektes "meinTestgelände".

Neu vorgestellt | Aktion zum Equal Pay Day im Emsland

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Eine nicht alltägliche Kooperation sind das emsländische Aktionsbündnis (Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Emsland, Landfrauen, SoVD, Ev.-luth. Kirchenkreis Emsland-Bentheim, kfd, KDFB, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, Agentur für Arbeit) und die Fußballerinnen der 1. Bundesligamannschaft des SV Meppen anlässlich des Equal Pay Days (EPD) eingegangen: Das Heimspiel Anfang März gegen den VfL Wolfsburg wurde genutzt, um auf den großen Unterschied bei der Bezahlung von Sportlerinnen und Sportlern hinzuweisen. Die große Diskrepanz bei der Bezahlung im Fußballsport steht dabei exemplarisch für die Entgeltlücke in Deutschland insgesamt. Auch die Mannschaft der Herren des SV Meppen (3. Liga) hat die Aktion unterstützt. Einen kleinen Film zu dem Thema finden Sie online auf ems TV www.emstv.de/?s=equal+pay+day.

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April 2021

22.4.2021 | Boys'Day, deutschlandweit

22.4.2021 | Girls'Day, deutschlandweit

28.4.–29.4.2021 | Basisseminar für kommunale Gleichstellungsbeauftragte, Hannover

Mai 2021

1.5.2021 | Eröffnung frauenORT Paula Modersohn-Becker, Worpswede

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Kalender 2021 | Zwölf von uns - Stefanie und Ellen Radtke

04_Kalenderblatt-April_2021
Der Kalender von Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. 2021 stellt zwölf Frauen vor, die sich besonders einsetzen, um unsere Welt gerechter zu machen. Hier unser Beitrag für den Monat April: Mit ihrer flapsig humorvollen Art spricht Pastorin Steffi Radtke in ihrem Vlog "Anders Amen" ein Thema an, das eine Vielzahl lesbischer Paare betrifft: Ihre Frau Ellen ist im fünften Monat schwanger, Steffi will das Kind adoptieren, denn trotz der seit 2017 geltenden Ehe für alle gibt es für Zwei-Mütter-Familien in Deutschland noch immer keine Gleichstellung im Abstammungsrecht. weiterlesen >>>