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BUKO 2021 | Gleichstellung digital: Grenzen überschreiten - Horizonte öffnen

Unter dem Motto "Gleichstellung digital" greift die 26. Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten das hochaktuelle Thema Digitalisierung auf. Die Konferenz fand erstmalig als digitale Veranstaltung in Flensburg am 30.08.2021 und 31.08.2021 statt. Rund 400 Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte aus ganz Deutschland schalteten sich virtuell in Foren, Vorträge und Workshops zu, um sich über Digitalisierung unter dem Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit auszutauschen. Weitere Themen der Konferenz waren die Arbeitssituation der Pflegebranche, Gewalt gegen Frauen, die Notwendigkeit kostenfreier Verhütungsmittel, die Abschaffung des § 218 und 219a StGB.

Bundesfrauenministerin Christine Lambrecht eröffnete die Konferenz mit einem Grußwort: "Wir wollen die Digitalisierung nutzen, um unsere Gesellschaft gerechter und moderner zu machen. Die Gleichstellung von Frauen und Männern wollen wir weiter voranbringen. Das betrifft viele Lebensbereiche, etwa die Erhöhung des Frauenanteils in Digitalberufen, das mobile Arbeiten oder die Bekämpfung von Diskriminierung und Frauenhass im Netz. Unser Ziel ist es, alle Menschen beim digitalen Wandel mitzunehmen. Wie wir die Digitalisierung so gestalten, dass Frauen und Männer gleiche Verwirklichungschancen haben, steht im Mittelpunkt des Dritten Gleichstellungsberichts der Bundesregierung. Der Bericht gibt uns wertvolle Impulse für unsere weitere Politik. Umso mehr freue ich mich, dass die Bundeskonferenz kommunaler Frauen- und Gleichstellungsbeauftragter diese Themen aufgreift. So können wir gemeinsam die digitalen Weichen stellen für eine zukunftsweisende Frauen- und Gleichstellungsarbeit in den Kommunen."

Sonja Reese-Brauers, Gleichstellungsbeauftragte aus dem Landkreis Plön: "Gleichstellung muss die Wechselwirkungen zwischen Geschlechterverhältnis und Digitalisierung berücksichtigen. Damit kann ein Beitrag zum Abbau struktureller Ungleichheiten, Geschlechtsstereotypen und Diskriminierungen geleistet werden." Der Handlungsbedarf ist groß, wie aktuelle Zahlen zeigen:

  • Der Frauenanteil in der Digital- und Informatikbranche liegt bei lediglich 16 Prozent. Im Topmanagement sind Frauen in der Digitalbranche eine Seltenheit. Der Gender Leadership Gap liegt hier bei 5:1.
  • Homeoffice und Care: Frauen und Männer weiten im Homeoffice ihre unbezahlte Sorgearbeit aus, allerdings Frauen stärker als Männer.
  • Der Teilzeitanteil von Frauen in IT-Berufen liegt bei 19 Prozent, bei den Männern bei 5 Prozent. (Durchschnitt bei anderen Berufen: Frauen bei 31 Prozent, Männer bei 8 Prozent)
  • Nur ein Drittel aller Studienanfänger*innen in MINTFächern sind Frauen. Seit 20 Jahren hat sich der Frauenanteil in der Informatik nur um 5 Prozent auf 22 Prozent gesteigert.
  • 70 Prozent aller Frauen im Internet haben bereits Bedrohungen und Beleidigungen erlebt. Digitale Gewalt hat fatale Folgen. 19 Prozent aller Betroffenen ziehen sich nach dem Erlebten aus dem Diskurs zurück.

Die Forderungen der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten sind in der Flensburger Erklärung zusammengefasst.

Die Konferenz wählte acht neue Bundessprecherinnen: Katrin Brüninghold (Stadt Hattingen), Kerstin Drobick (Bezirksamt Berlin-Mitte), Juliane Fischer-Rosendahl (Bezirksamt Berlin-Spandau), Maja Loeffler (Bezirksamt Berlin-Marzahn-Hellersdorf), Elke Quandt (Stadt Wolgast), Silke Tamm-Kanj (Stadt Würselen), Angelika Winter (Stadt Trier), Anja Wirkner (Landkreis Nürnberger Land) und verabschiedete die langjährigen Sprecherinnen Inge Trame (Stadt Gütersloh), Heike Gerstenberger (Bezirksamt Berlin-Pankow) und Brigitte Kowas (Bezirksamt Berlin-Reinickendorf). Im Gremium verbleiten Christel Steylaers (Stadt Remscheid), Sonja Reese-Brauers (Kreis Plön), Simone Thomas (Stadt Freiburg), Katja Weber-Khan (Stadt Osnabrück), Roswitha Bocklage (Stadt Wuppertal).

Die nächste Bundeskonferenz findet in Leipzig statt.

Weitere Informationen

Pressemitteilung der BAG, www.frauenbeauftragte.org

Pressefoto BAG

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Deutscher Frauenrat | Gleichstellungs-Check 2021

Welche frauenpolitischen Ziele und Visionen haben die Parteien zur Bundestagswahl? Mit welchen Maßnahmen wollen sie mehr Gleichstellung herstellen? Fragen dazu hat der Deutsche Frauenrat an die Parteien gestellt. Der DF-Gleichstellungs-Check gibt die Antworten wieder. Ausserdem ruft der Frauenrat alle Wählerinnen und Wähler auf, bei der Bundestagswahl am 26. September 2021 #frauenpolitischkritisch zu wählen! www.frauenrat.de

Kalender 2022 'Kunst und Kultur'

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Der Kalender 2022 von Gleichberechtigung und Vernetzung hat das Thema "Frauen in Kunst und Kultur": Ein weiblicher Bereich? Mitnichten. Wer verdient hier das große Geld? Wer entscheidet? Kunst und Kultur wirkt auf Rollenbilder; durch die Inhalte und durch die Darstellung, aber auch durch Protagonistinnen und Protagonisten: Wer steht hinter der Kamera, vor dem Orchester? Aber die gute Nachricht ist: Frauen holen auf! Alle Informationen zum Kalender und zur Bestellung finden Sie hier: weiterlesen >>>

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Oktober 2021

4.10.2021 | Forderungen an die Gleichstellungspolitik nach Corona, Berlin / online

5.10.2021 | Vorbereitung der 66. Sitzung der UN-Frauenrechtskommission, online

6.10.2021 | Der Gleichstellungsplan nach dem Niedersächsischen Gleichberechtigungsgesetz, Hannover

7.10.2021 | Antifeministen und Frauenhasser auf dem Vormarsch, online

8.10.–10.10.2021 | Komponistinnen und Dirigentinnen im Musikleben heute, München

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Kalender 2021 | Zwölf von uns - Kristina Hänel

09_Kalenderblatt-September_2021
Der Kalender von Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. 2021 stellt zwölf Frauen vor, die sich besonders einsetzen, um unsere Welt gerechter zu machen. Hier unser Beitrag für den Monat September: Kristina Hänel ist Allgemeinmedizinerin und Notärztin. Sie engagiert sich seit 1981 für Frauengesundheit, arbeitete lange für Pro Familia und gründete Wildwasser Gießen mit. Außerdem bietet sie bis heute Therapeutisches Reiten für traumatisierte Kinder an. weiterlesen >>>