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KOK e.V. präsentiert Datenbericht zu Menschenhandel und Zwangsprostitution in Deutschland

Zum Europäischen Tag gegen Menschenhandel am 18. Oktober hat der Bundesweite Koordinierungskreis gegen Menschenhandel – KOK e.V. seinen dritten Datenbericht zu Menschenhandel und Ausbeutung in Deutschland präsentiert. Die Daten werden durch spezialisierte Fachberatungsstellen für Betroffene von Menschenhandel mit Einwilligung der Klient:innen erhoben. Die Analyse des KOK trägt dazu bei, bessere Erkenntnisse zu Menschenhandel in Deutschland zu erlangen und daraus wirksame Politik zum Schutz der Betroffenen und der erfolgreichen Strafverfolgung zu ziehen.

612 Fälle von spezialisierten Fachberatungsstellen in Deutschland wurden ausgewertet. In 96% der Fälle waren Frauen und Mädchen betroffen. 60% der Betroffenen kommen aus westafrikanischen Ländern, knapp 5% aus Deutschland. Bei 17% der Betroffenen fand eine Anwerbung in Deutschland statt. Als Ort der Ausbeutung wurde in 44% der Fälle Deutschland angegeben.

Blick über das kriminalstatistische Hellfeld hinaus

Die Daten der Fachberatungsstellen zeigen, dass ihre Einschätzung zum Vorliegen der Straftatbestände Menschenhandel oder Zwangsprostitution nur in sehr wenigen Fällen auch zu entsprechenden Ermittlungen führt. In nur 29% der erfassten Fälle wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Noch geringer ist die Zahl der tatsächlich erhobenen Anklagen. "Das macht deutlich, dass das Ausmaß von Menschenhandel und Ausbeutung in den Kriminalstatistiken nur unzureichend erfasst wird", schlussfolgert Sophia Wirsching, Geschäftsführerin des KOK. Darüber hinaus bietet der vorliegende Datenbericht Erkenntnisse zur sozial- und aufenthaltsrechtlichen Situation von Betroffenen von Menschenhandel in Deutschland.

Zahlen aus der Praxis ergänzen Kriminalstatistiken

Die einzig zuverlässigen Zahlen zu Menschenhandel werden im jährlichen Bundeslagebild Menschenhandel des Bundeskriminalamtes erhoben. Deren Aussagekraft ist allerdings begrenzt, da sie sich auf die polizeibekannten Fälle beziehen, in denen ein Ermittlungsverfahren eröffnet und auch abgeschlossen wurde. Die Datenerhebung des KOK ergänzt diese Kriminalstatistiken durch zivilgesellschaftliche Analysen und bildet ein breiteres Spektrum ab. "Nicht nur können diese Daten das bisher bekannte Hellfeld erweitern, sie bieten auch die Möglichkeit, die Bedarfe der Betroffenen von Menschenhandel und Ausbeutung abzubilden", erklärt Margarete Mureșan, KOK Vorstand und Leiterin der Fachberatungsstelle IN VIA Berlin. Zum Beispiel zeigt die Erfahrung aus der Praxis, dass bei der Hälfte der Klient:innen die Aufenthaltsperspektiven unsicher sind. Dies ist aber häufig Voraussetzung für Leistungen, Arbeitszugang oder Entschädigungsansprüche. Das bekräftigt die Notwendigkeit eines Aufenthalts aus humanitären Gründen und unabhängig von einer Kooperation im Strafverfahren, wie es der Koalitionsvertrag der Bundesregierung auch vorsieht.

Pressemitteilung Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel e.V., 18.10.2022

Wir brechen das Schweigen - Mitmachaktion zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Am 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Unter dem Motto "Wir brechen das Schweigen" lädt das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" zu einer Mitmachaktion ein. Gemeinsam soll ein bundesweit sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt werden - lokal vor Ort ebenso wie digital über Social Media. Zur Verfügung stehen ein Aktionsfilter für Instragramm und Facebook, eine Fotogalerie für Selfies aus Sozialen Netzwerken, ein Aktionsmotiv zum Teilen, ein Aktionsleitfaden mit Ideen, um das Thema vor Ort im öffentlichen Raum präsent zu machen, sowie weitere kostenlose Materialien wie Buttons, Flyer, Aufkleber, Abreißzettel, Postkarten und eine Druckvorlage für Plakate. Schirmherrin der Aktion ist die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Lisa Paus. www.hilfetelefon.de

Margarete-Runtinger-Preis

Mit dem Margarete-Runtinger-Preis zeichnet die Stadt Regensburg Unternehmen in Stadt und Landkreis aus, die Chancengerechtigkeit von Frauen und Männern und Vereinbarkeit von Beruf und Familie in ihren Firmen umsetzen und weiterentwickeln, und insbesondere während der Corona-Pandemie für ihre Mitarbeitenden familienfreundliche, flexible Arbeitsbedingungen ermöglicht bzw. diese in ihren Organisationen auch nachhaltig etabliert haben. Bewerben können sich sowohl Kleinunternehmen als auch Mittlere Unternehmen und Großunternehmen. Bewerbungsschluss ist der 6. Dezember 2022. Die Sieger werden im Rahmen eines Festaktes im Frühjahr 2023 ausgezeichnet. www.vhs-regensburg.de/preis

KRIEG IN DER UKRAINE - FRAGEN UND ANTWORTEN

Hier haben wir Informationen für Sie zusammen gestellt.

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30.11.2022 | Nachhaltigkeit und Gender?! Jetzt kommen die Kommunen ins Spiel
30.11.2022 | Grundlagen der Gleichstellungsarbeit | AUSGEBUCHT
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15.12.2022 | Lokale Ansätze zur Berücksichtigung häuslicher Gewalt bei der Regelung von Sorge und Umgang
11.01.2023 | Grundlagen der Gleichstellungsarbeit
14.02.2023 | One Billion Rising for Justice - Aktionstag für Gerechtigkeit

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Kalender 2022 'Kunst und Kultur' - Beruf: Dirigentinnen

Der Kalender von Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. 2022 hat Frauen in Kunst und Kultur zum Thema gemacht: Ein weiblicher Bereich? Mitnichten. Wer verdient hier das große Geld? Wer entscheidet? Kunst und Kultur wirken auf Rollenbilder; durch die Inhalte und durch die Darstellung - Wer steht hinter der Kamera, vor dem Orchester? Hier unser Beitrag für den Monat November: "Beruf: Dirigentin". weiterlesen >>>

Stellenausschreibungen

Hier finden Sie aktuelle Stellenausschreibungen aus den Themenfeldern Gleichstellung und Frauenpolitik:

Landesfrauenrat Niedersachsen: Geschäftsführung

Der Landesfrauenrat Niedersachsen sucht zum 01.04.2023 eine Geschäftsführerin/ einen Geschäftsführer. Die Vergütung der Stelle (30-40 Std./ Woche) erfolgt in Anlehnung an TV-L. Bewerbungsschluss: 30.11.2022. Weitere Informationen auf der Website des Landesfrauenrates Niedersachsen