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Das Portal aus Niedersachsen für Gleichberechtigung, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte

GFMK fordert geschlechtergerechte Verteilung von öffentlichen Mitteln und paritätische Einbindung von Frauen in alle relevanten Entscheidungsprozesse für mehr Chancengerechtigkeit

Nach gut zwei Jahren Pandemie zeigt sich, dass es in der Gleichstellung Rückschritte gibt und Frauen die Herausforderungen der Krise zu einem erheblichen Teil getragen haben. Knapp drei Viertel der Beschäftigten in den als systemrelevant erkannten Berufen sind Frauen, deren Tätigkeit oft unterdurchschnittlich bezahlt wird. Kernziel der diesjährigen GFMK ist es, gemeinsam mit den Ländern für eine nachhaltige und krisenfeste Gleichstellungspolitik zu werben, um so die Gleichstellung der Geschlechter – auch in Krisenzeiten und gesellschaftlichen Umbruchsituationen – sicherzustellen.

Gleichstellungssenatorin und GFMK-Vorsitzende Katharina Fegebank: „Kümmern, das tun sich überwiegend Frauen: Zu Hause um die eigenen Kinder oder den pflegebedürftigen Opa. Im Job um die hochbetagte Bewohnerin oder das Kita-Kind. Während der Corona-Pandemie hat sich das verstärkt - Frauen haben in dieser Zeit noch mehr unbezahlte Hausarbeit übernommen. Gleichzeitig sind Frauen viel seltener in den Zentren der Macht oder in Top-Jobs vertreten. Sie entscheiden häufig nicht, wofür Steuergeld ausgegeben wird oder ob in einem Unternehmen die Belange von Frauen berücksichtigt werden. Das muss jetzt endlich anders werden. Deshalb fordern wir die Bundesregierung dazu auf, öffentliche Mittel so zu verteilen, dass Frauen ebenso davon profitieren wie Männer und das auch im Bundeshaushalt umzusetzen und Frauen noch stärker in alle Entscheidungsgremien einzubinden.“

Brandenburg, das im nächsten Jahr den Vorsitz der 33. GFMK übernimmt, macht mit dem Antrag „Strukturwandel geschlechtergerecht gestalten und begleiten“ darauf aufmerksam, dass der Strukturwandel, wie er in Brandenburg, aber  auch in anderen Regionen Deutschlands erfolgt, nur sozial nachhaltig gelingt, wenn er die Belange von Frauen berücksichtigt und wenn öffentliche Mittel geschlechtersensibel  eingesetzt werden.

Brandenburgs Frauenministerin Ursula Nonnemacher erklärte dazu: „Über 30 Jahre nach der Wende erleben wir in Deutschland erneut gesellschaftliche Transformationsprozesse, zum Beispiel in der Lausitz oder im Ruhrgebiet. Für diese Regionen ist es wichtig, dass dieser Prozess von Beginn an geschlechtergerecht gestaltet wird. Gleichstellungspolitik ist gerade für strukturschwache Regionen eine große Chance. Attraktive lebenswerte Kommunen zeichnen sich auch durch moderne Rollenbilder, gute Arbeitsplätze auch für Frauen und eine gendergerechte soziale Infrastruktur aus. Nur so kann demografischen Verwerfungen – Abwanderung, Überalterung, Frauenmangel – nachhaltig etwas entgegengesetzt werden. Wenn Frauen mitbestimmen können und Arbeit passend zu ihrer Qualifikation finden, bleiben sie in der Region!“

Die aktuelle Rechtsprechung des US-Supreme-Court zur Aufhebung des landesweiten Rechts auf Schwangerschaftsabbrüche unterstreicht die Aktualität des Hamburger Antrags (TOP 5.7) zum Schutz und zur Stärkung von Frauenrechten. In den USA,  Europa und anderen Teilen der Welt geraten vormals gefestigte Demokratien durch autoritäre und rechtspopulistische Regierungen, Parteien und Gruppierungen unter Druck. Frauen werden ihre Rechte zunehmend vorenthalten und es gibt eklatante Rückschritte in der Gleichstellung und dem Schutz vor (sexualisierter) Gewalt.

Die GFMK-Vorsitzende Katharina Fegebank macht auch vor dem Hintergrund der deutschen G7-Präsidentschaft deutlich: „Wir haben in den USA zuletzt gesehen, wie es einen Rollback von sicher geglaubten Frauenrechten in einem Land gibt, von dem wir uns das nicht hätten vorstellen können. Das zeigt uns, dass wir nicht nur weiter kämpfen müssen für die vollständige Gleichstellung von Frauen und Männern, sondern dass wir auch dafür kämpfen müssen, dass bisherige Rechte nicht zurückgedrängt werden.  Deshalb fordern wir die Bundesregierung dazu auf, im Rahmen der deutschen G7-Präsidentschaft darauf hinzuwirken, dass die Gleichberechtigung von Frauen  in allen Politik- und Handlungsfeldern ein wesentliches Element ist. Für uns ist klar: Demokratie und Frauenrechte gehören unteilbar zusammen.“

Einstimmig wurde der Beschlussvorschlag der Arbeitsgruppe Arbeitsmarkt für Frauen unter dem Vorsitz von Hamburg angenommen, der Maßnahmen zur Erhöhung der Erwerbsbeteiligung zugewanderter Frauen zum Inhalt hat. Die GFMK fordert hier niedrigschwellige und quartiersnahe arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und Beratung, in denen die ganze Familie einbezogen sein sollte. Es bedarf einer Weitung der Beratungsperspektive auf ein breites Tableau von Zielberufen, um vorhandene Potentiale der Frauen besser in den Blick zu nehmen. Erwerbstätigkeit ist für zugewanderte Frauen ein zentraler Türöffner für gelingende Integration, denn sie erhöht nicht nur die wirtschaftliche Autonomie, sondern beugt auch Isolation vor, unterstützt individuelle Selbstbestimmung und ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe. (TOP 6.2 Hamburg / für die Arbeitsgruppe "Arbeitsmarkt für Frauen")

Frauen und Männer haben unterschiedliche Bedarfe der Gesundheitsversorgung. In Anträgen zu dem Themenkomplex Frauen und Gesundheit hat die GFMK verbesserte Daten- und Erkenntnisgrundlagen als Grundlage für differenzierte Therapien und Behandlungsangebote, wie z.B. bei den geschlechtsspezifischen Langzeitfolgen von COVID19, gefordert. (TOP 10.1/BE) Im Hinblick auf reproduktive Gesundheit hat die GFMK deutlich gemacht, dass eine gute Versorgungslage und Erreichbarkeit von Ärztinnen und Ärzten auch unter den Bedingungen einer zunehmend veränderten medizinischen Versorgungslandschaft im Schwangerschaftskonflikt sichergestellt sein muss (TOP 10.4/ BW). Da, wo das Recht von Frauen auf einen legalen und sicheren Schwangerschaftsabbruch durch sogenannte Gehsteigbelästigungen eingeschränkt ist, müssen gesetzliche Maßnahmen entgegengesetzt werden. Unter Gehsteigbelästigungen sind Demonstrationen, Mahnwachen u.ä. von Abtreibungsgegnerinnen und Abtreibungsgegnern im direkten Umfeld der Beratungsstellen, Praxen und Kliniken im Schwangerschaftskonflikt zu verstehen. Die GFMK fordert den Bund auf, hier zügig einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorzulegen.

Die GFMK fordert die Bundesregierung außerdem dazu auf, rechtliche Regelungen zur Kennzeichnungspflicht von retuschierten Werbebildern und dem Einsatz von sog. „Beauty Filtern“ einzuführen. Diese bei Social Media oder in der Werbung eingesetzten Beauty Filter prägen nachweislich ein unrealistisches Schönheitsideal von Mädchen und Frauen, weil nicht mehr erkennbar ist, welche Fotos echt und welche bearbeitet sind. GFMK-Vorsitzende Katharina Fegebank: „Wir sollten uns nicht von digitalen Tools vorschreiben lassen, was als  schön zu gelten hat und was nicht. Unrealistische Schönheitsideale setzen Mädchen und Frauen unter Druck, können sogar krank machen. Deshalb brauchen wir eine Kennzeichnungspflicht von Beauty-Filtern.“ Die Kennzeichnungspflicht soll für die Gesamtheit der kommerziell Tätigen sowie für Influencerinnen und Influencer  mit hohen Reichweiten gelten, wenn eine Bildbearbeitung von Gesicht,  Körper, Haut oder Haaren vorgenommen wurde und das Foto oder  Video in sozialen Netzwerken bzw. zu Werbezwecken zugänglich gemacht werden soll.

Hintergrund

Die Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister sowie -senatorinnen und -senatoren der Länder (GFMK) ist die Fachminister:innenkonferenz, die Grundlinien für eine gemeinsame Gleichstellungs- und Frauenpolitik der Bundesländer festlegt. Sie beschließt Vorschläge zur Chancengleichheit und -gerechtigkeit von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen, die darauf abzielen, bestehende Benachteiligungen von Frauen abzubauen. Die Beschlüsse der GFMK entfalten keine unmittelbaren Rechtswirkungen, haben jedoch politische Bindungs- und Durchsetzungskraft.

Das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) nimmt als ständiger Gast an der Konferenz teil. Vorsitz und Geschäftsführung der GFMK wechseln seit dem Gründungsjahr 1991 jährlich unter den Ländern. Hamburg hat den Vorsitz der 32. GFMK für das Jahr 2022 übernommen. 2023 geht der Vorsitz an das Land Brandenburg.

Alle Beschlüsse unter: https://gleichstellungsministerkonferenz.de/Beschluesse.html

Pressemitteilung der Hamburger Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke vom 1. Juli 2022

Erklärfilm | Täterarbeit bei Häuslicher Gewalt

Im Rahmen des dreijährigen Modellprojekts zur Umsetzung der Istanbul-Konvention in Niedersachsen (insbesondere im Hinblick auf Artikel 15 und 16 der Istanbul-Konvention), ist ein 2,5 minütiger Erklärfilm erarbeitet worden. In diesem Film wird erläutert, wo häusliche Gewalt beginnt und wie Täterarbeit wirkt, bzw. wie sie dem Täter* helfen kann sein* Verhalten nachhaltig zu ändern. www.taeterarbeit-niedersachsen.de

Ausschreibung Mentor:in des Jahres 2022

Zum fünften Mal würdigt die Deutsche Gesellschaft für Mentoring (DGM) besonders engagierte Mentor:innen mit dem Preis „Mentor:in des Jahres“. Vorschläge können bis zum 12.8.2022 eingereicht werden. Die öffentliche Verleihung des Preises findet am 26. September im Rahmen der Jahrestagung der DGM statt. Weitere Informationen auf der Webseite der DGM.

KRIEG IN DER UKRAINE - FRAGEN UND ANTWORTEN

Hier haben wir Informationen für Sie zusammen gestellt.

Termine

Alle Termine >>>
31.08.2022 | Fachtag HSBN 2022
14.09.2022 | Keine sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz
29.09.2022 | 21. Hessischer Unternehmerinnentag - Wirtschaftlicher Wandel: weiblich wirksam
30.11.2022 | Grundlagen der Gleichstellungsarbeit

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Kalender 2022 'Kunst und Kultur' - Kamerafrauen

Der Kalender von Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. 2022 hat Frauen in Kunst und Kultur zum Thema gemacht: Ein weiblicher Bereich? Mitnichten. Wer verdient hier das große Geld? Wer entscheidet? Kunst und Kultur wirken auf Rollenbilder; durch die Inhalte und durch die Darstellung - Wer steht hinter der Kamera, vor dem Orchester? Hier unser Beitrag für den Monat August: "Kamerafrauen". weiterlesen >>>

Stellenausschreibungen

Hier finden Sie aktuelle Stellenausschreibungen aus den Themenfeldern Gleichstellung und Frauenpolitik:

Landkreis Cloppenburg: Gleichstellungsbeauftragte

Der Landkreis Cloppenburg sucht zum 01.09.2022 eine Gleichstellungsbeauftragte. Die Vergütung der Vollzeit- (39 Std./Woche) oder Teilzeitstelle (mind. 30 Std./Woche) erfolgt nach EG 11 TVöD. Bewerbungsschluss: 14.08.2022. Weitere Informationen auf der Website des Landkreises Cloppenburg

Landkreis Zwickau: Sachbearbeitung Chancengleichheit

Das Landratsamt Zwickau sucht zum 01. Oktober 2022 eine Sachbearbeiterin/ einen Sachbearbeiter Chancengleichheit. Die Vergütung der befristeten Vollzeitstelle erfolgt nach Entgeltgruppe 9a TVöD-VKA. Bewerbungsschluss: 14.08.2022. Weitere Informationen auf der Website des Landkreises Zwickau

Samtgemeinde Papenteich: Gleichstellungsbeauftragte

Bei der Samtgemeinde Papenteich ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten zu besetzen. Die Vergütung der unbefristeten Stelle mit drei Viertel der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit erfolgt nach Entgeltgruppe 11 TVöD. Bewerbungsschluss: 25.08.2022. Weitere Informationen auf der Website der Samtgemeinde Papenteich