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Handlungsorientierte Sozialberichterstattung: Kinderarmut in Niedersachsen – jedes fünfte Kind ist bedroht

Auch im Jahr 2022 stellt das Niedersächsische Ministerium die Handlungsorientierte Sozialberichterstattung (HSBN) vor. Gleichzeitig legt die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen (LAG FW) wieder einen eigenen Bericht zum Statistikteil des Landes vor. Der Anlagenbericht befasst sich in diesem Jahr mit dem Thema Kinderarmut und ist in Zusammenarbeit mit dem renommierten Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik in Frankfurt (ISS) erarbeitet worden.

Der Bericht zeigt anhand von Zahlen und Fakten ein genaues Bild von Kinderarmut in Niedersachsen und verdeutlicht, dass die Problematik der Kinderarmut kein neues Phänomen ist. Es handelt sich vielmehr um ein strukturelles Problem, das immer noch ungelöst ist, da es zu wenig Beachtung findet.

Alleinerziehende besonders betroffen

Armut ist sozial ungleich verteilt. Ein Blick auf die Risikofaktoren im Bericht zeigt aber auch, dass Armut von Kindern meist gleichbedeutend mit Armut von Familien ist. So weisen nach wie vor alleinerziehende Frauen ein doppelt so hohes Armutsrisiko auf, wie der Durchschnitt der Bevölkerung. Die Auswirkungen sind dabei gravierend und betreffen nicht nur den materiellen Bereich, sondern auch den Sozialen, Kulturellen und Gesundheitlichen. Der Anlagenbericht stellt nicht nur die Risikofaktoren und Auswirkungen von Armut dar, sondern zeigt auch auf, welche Schutzfaktoren auf der persönlichen, familiären und außerfamiliären Ebene dazu beitragen können, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen. Zur Reduzierung von Armutsfolgen haben unterschiedliche Träger aus ganz Niedersachsen eine Vielzahl von Praxisprojekten ins Leben gerufen, denen sich eine Reihe von Vorschlägen und Forderungen an die Politik anschließen.

Niedersachsens Sozialministerin Daniela Behrens betont: „Der HSBN-Bericht zeigt, wie wichtig es ist, Kindern und Jugendlichen - unabhängig der finanziellen Leistungsfähigkeit des Elternhauses - gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Das staatliche Handeln reicht hier bspw. von der Eröffnung von Bildungschancen bis hin zu Gestaltungsmöglichkeiten im Freizeitbereich. Besonders Alleinerziehende müssen in ihren Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter gestärkt werden.

Die gegenwärtige Teuerungswelle trifft einkommensschwache Familien besonders hart. Im Kampf gegen die Kinderarmut sind weitere Schritte mit dem niedersächsischen Härtefallfonds im Rahmen des landesweiten Bündnisses zur Abmilderung sozialer Folgen der Teuerungswelle und der Aufstockung der Förderung der sozialen Schuldnerberatung vorangebracht.

Die LAG FW und das Sozialministerium begrüßen die im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vereinbarte Absicht eine Kindergrundsicherung einzuführen. Daniela Behrens und Marco Brunotte, Vorsitzender der LAG FW, plädieren auch in Anbetracht der aktuellen Teuerungswelle für Energie und Lebensmittel dafür, dass die angekündigten Maßnahmen zeitnah umgesetzt werden müssen.

Die HSBN und der Anlagenbericht wurden auf der Webseite des Niedersächsischen Sozialministeriums veröffentlicht.

Die Berichte der Vorjahre finden Sie auch unter www.sozialberichterstattung-niedersachsen.de

Zum Hintergrund

LAG FW
In der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V. (LAG FW e. V.) sind die sechs Niedersächsischen Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege zusammengeschlossen: Dies sind Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonisches Werk, der Paritätische Wohlfahrtsverband und die Jüdische Wohlfahrt. Damit repräsentiert die LAG FW e. V. etwa 6 000 soziale Einrichtungen, Beratungsstellen und Dienste mit mehr als 230 000 hauptamtlich Beschäftigten und über 500 000 ehrenamtlichen Helfer*innen. Zur LAG FW e. V. gehören zudem die Landesstelle Jugendschutz, die Landesstelle für Suchtfragen, die LAG Arbeit | Bildung | Teilhabe und die Stelle für soziale Innovation der Freien Wohlfahrtspflege.

Die Handlungsorientierte Sozialberichterstattung (HSBN)
Die HSBN stellt grundlegende gesellschaftliche Strukturen und Wandlungsprozesse dar. Sie ist daher nicht nur eine Berichterstattung über Armut beziehungsweise Armutsgefährdung, sondern nimmt die Gesellschaft insgesamt in den Blick.Das Themenspektrum reicht von der Demografie und den Familienstrukturen über die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt, die Bildung und Qualifikation, die Einkommen und Vermögen, die Gesundheit, die öffentlichen Finanzen bis hin zu den öffentlichen Sozialleistungen und Indikatoren für die Leistungsfähigkeit der Zivilgesellschaft. Sie wird jährlich erstellt vom Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN), Arne Lehmann unter Mitarbeit von Barbara Senge. www.statistik.niedersachsen.de

Initiative #ParitätJetzt!

Im Deutschen Bundestag soll eine Wahlrechtsreform beschlossen und das Parlament im Interesse der Arbeitsfähigkeit auf die frühere Regelgröße von 598 verkleinert werden. Darüber hinaus besteht der gesetzliche Auftrag, eine gleichberechtigte Repräsentanz von Frauen und Männern auf den Kandidatenlisten und im Deutschen Bundestag zu erreichen. In der aktuellen Diskussion der Wahlrechtskommission und in den Vorschlägen der Bundestagsfraktionen wird das Thema bislang kaum berücksichtigt. Das will die Initiative #ParitätJetzt! ändern. Der Zusammenschluss von Frauen und Männern aus verschiedenen Verbänden, Organisationen und Netzwerken unterstützt eine bundesweite Kampagne des Vereins Parité in den Parlamenten, um die Botschaft #ParitätJetzt! in Medien, Öffentlichkeit und Politik breit zu streuen. Denn: Demokratie braucht uns ALLE. www.paritaetjetzt.de

Gender Award - Kommune mit Zukunft 2023

Mit dem Gender Award zeichnet die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauen- und Gleichstellungsbeauftragter erfolgreiche und beispielhafte Frauen- und Gleichstellungsarbeit in den Kategorien Großstädte und Kommunen sowie Kreise unter 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner aus. Die Ausschreibung läuft vom 14. September bis zum 01. November 2022. Verliehen wird der Gender Award am 06.02.2023. www.frauenbeauftragte.org

KRIEG IN DER UKRAINE - FRAGEN UND ANTWORTEN

Hier haben wir Informationen für Sie zusammen gestellt.

Termine

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Kalender 2022 'Kunst und Kultur' - Beruf: Bildhauerin

Der Kalender von Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. 2022 hat Frauen in Kunst und Kultur zum Thema gemacht: Ein weiblicher Bereich? Mitnichten. Wer verdient hier das große Geld? Wer entscheidet? Kunst und Kultur wirken auf Rollenbilder; durch die Inhalte und durch die Darstellung - Wer steht hinter der Kamera, vor dem Orchester? Hier unser Beitrag für den Monat Oktober: "Beruf: Bildhauerin". weiterlesen >>>

Stellenausschreibungen

Hier finden Sie aktuelle Stellenausschreibungen aus den Themenfeldern Gleichstellung und Frauenpolitik:

FMGZ: Beratung, Schulung Konzeptentwicklung

Das Frauen- und MädchenGesundheitsZentrum Region Hannover sucht ab sofort eine Krankheitsvertretung für Beratungs- und Schulungstätigkeiten, Konzeptentwicklung und Verfestigung bestehender Kooperationen gemäß der Satzung des Vereins. Die Vergütung der auf ein halbes Jahr befristeten Vollzeitstelle (39 Std./Woche) erfolgt nach TVöD. Weitere Informationen in der Stellenausschreibung

Stadt Lingen (Ems): Gleichstellungsbeauftragte

Die Stadt Lingen (Ems) sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Gleichstellungsbeauftragte. Die Vergütung der unbefristeten Vollzeitstelle (39 Std./Woche) erfolgt nach Entgeltgruppe 11 TVöD. Bewerbungsschluss: 02.10.2022. Weitere Informationen auf der Website der Stadt Lingen (Ems)

Stadt Offenbach am Main: Interne Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte

Die Stadt Offenbach am Main sucht zum 01.07.2023 eine Interne Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte. Die Vergütung der unbefristeten Teilzeitstelle (30 Std./Woche) erfolgt nach Entgeltgruppe 12 TVöD / A 13 g.D. HBesO. Bewerbungsschluss: 02.10.2022. Weitere Informationen auf der Website der Stadt Offenbach am Main

BAG: Finanzverwaltung und Organisation

Die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) sucht zu sofort eine Mitarbeiterin/ einen Mitarbeiter in der Geschäftsstelle mit den Schwerpunkten "Finanzverwaltung und Organisation". Die Vergütung der unbefristeten Teilzeitstelle (30 Std./Woche) erfolgt analog zur Entgeltgruppe E 9a TVöD. Bewerbungsschluss: 04.10.2022. Weitere Informationen in der Stellenausschreibung

BAG: Gleichstellung in ländlichen Räumen

Die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) sucht zum 01.11.2022 eine Projektmitarbeiterin/ einen Projektmitarbeiter für das Projekt "Gleichstellung in ländlichen Räumen". Die Vergütung der bis zum 31.07.2025 befristeten Vollzeitstelle (39 Std/Woche) erfolgt analog bis zu Entgeltgruppe E 13 TVöD. Bewerbungsschluss: 17.10.2022. Weitere Informationen in der Stellenausschreibung