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Niedersachsen - Unterstützung von Wohnungslosen und Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten

Wohnungslosigkeit kann viele Ursachen und Auswirkungen haben. Neben der Wohnungslosigkeit geht es um psychische Probleme, Drogen- und Alkoholmissbrauch, Verschuldung bis hin zu Gewalterfahrungen. In diesen Fällen entsteht ein Anspruch auf Hilfe zur Überwindung dieser Situation (§ 67 SGB XII). Ein niedrigschwelliges Auffangsystem dafür ist die "Unterstützung von Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten" – oftmals verkürzt "Wohnungslosenhilfe" genannt. Erbracht werden diese Hilfen zum einen in ambulanter Form wie Tagesaufenthalten und Beratungsstellen sowie zum anderen in stationären Einrichtungen und ggfs. daran anschließender nachgehender Hilfe.

In Niedersachsen ist dieses Hilfesystem jetzt durch einen Rahmenvertrag zwischen dem Land, den Kommunen, den Wohlfahrtsverbänden sowie freien Trägern auf neue und verlässliche Beine gestellt worden.

"Wohnungslosigkeit kann in einem angespannten Wohnungsmarkt jede und jeden von uns schneller treffen als gedacht", sagt Niedersachsens Sozialstaatssekretär Heiger Scholz. "Ich begrüße diesen Vertragsabschluss daher sehr. Wohnungslose, aber auch Menschen, die mit persönlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, brauchen gerade in diesen Zeiten eine besondere Unterstützung. Gemeinsam mit den Vertragspartnern wollen wir das Gelingen und die Qualität der Hilfen sicherstellen."

Durch den Rahmenvertrag, der rückwirkend zum 01.01.2022 in Kraft tritt, werden nicht nur bereits bestehende Regelungen abgesichert. Ein zentraler Bestandteil ist auch die Weiterentwicklung hin zu einem inklusiven Hilfesystem, um Frauen und vulnerablen Gruppen einen besseren Zugang zu Hilfsangeboten zu eröffnen und teilstationäre Angebote zu ermöglichen. Um innovative Ansätze zu fördern, beinhaltet die Vereinbarung auch Möglichkeiten zur Erprobung neuartiger Konzepte.

"Insbesondere die Bedürfnisse wohnungsloser Frauen müssen wir noch stärker in den Blick nehmen", so Scholz. "Betroffene Frauen brauchen eine andere Ansprache und gehen andere Wege, um solche Schwierigkeiten zu überwinden. Wohnungslose Frauen leben oft nicht öffentlich sichtbar auf der Straße, sie entsprechen nicht irgendeinem Klischee. Und dennoch liegt ihr geschätzter Anteil an allen Wohnungslosen bei etwa einem Viertel."
Die Vertragsparteien haben sich verpflichtet, das bereits sehr gut aufgestellte Hilfesystem auf den Prüfstand zu stellen und es gemeinsam noch besser zu machen. So können neuere Erkenntnisse und Ergebnisse von erfolgreichen Modellprojekten leichter ins Regelsystem überführt werden. In Niedersachsen laufen derzeit z.B. Modellprojekte für wohnungslose Frauen, zur Eingliederung wohnungsloser Menschen in Arbeit und zur Selbstvertretung Wohnungsloser. In Braunschweig wurde mit der Beratungsstelle "Unter uns" ein niedrigschwelliger Treffpunkt und geschützter Anlaufbereich ausschließlich für Frauen geschaffen.

Im vergangenen Jahr 2021 wendete das Land für die Finanzierung an Angeboten der "Wohnungslosenhilfe" über 40 Millionen Euro auf. Das Angebot umfasst derzeit 61 Beratungsstellen und 35 Tagesaufenthalten. In jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt gibt es mindestens eine Anlaufstelle. Zusätzlich gibt es über 1.300 Plätze in stationären Einrichtungen und 16 Beratungsstellen der sog. Nachgehenden Hilfe.

Hintergrund:
Der Rahmenvertrag wurde zwischen dem Land Niedersachsen als überörtlichem Träger der Sozialhilfe, den Kommunen als örtliche Träger der Sozialhilfe, unter Mitwirkung der Interessenvertretungen der Menschen mit Behinderungen, und folgenden Vertragsparteien geschlossen: die in der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege vertretenen Verbände der Arbeiterwohlfahrt – Caritas, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Deutsches Rotes Kreuz und Diakonisches Werk – sowie den Verbänden der privaten Leistungserbringer: die Arbeitsgemeinschaft Privater Heime und Ambulanter Dienste Bundesverband e.V., der Bundesverband Privater Anbieter Sozialer Dienste e.V. und der Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e.V.

Derzeit gibt es keine aktuelle Erhebung, wie viele Menschen in Niedersachsen wohnungslos sind. Die Zentrale Beratungsstelle Niedersachsen (ZBS) ermittelt aber jährlich die Anzahl derjenigen, die den Weg ins Hilfesystem gefunden haben. Dies waren für das Jahr 2020 insgesamt rund 4.100 betreute Personen, davon 1.961 in der Ambulanten flächenorientierten Hilfe, 1.662 in der Stationären Hilfe und 486 in der sog. Nachgehenden Hilfe.
Für die Hilfesuchenden in niedrigschwelligen Angeboten sind in den Tagesaufenthalten rund 15.800 Hilfefälle und in den Basisangeboten etwa 10.400 Personen dokumentiert worden. In diesem Jahr wird erstmals eine bundesweite Wohnungslosenberichterstattung eingeführt. Mit den ersten Daten auch für Niedersachsen ist Mitte 2022 zu rechnen.

Petition zur Aufnahme der Geburtshilfe in die Grundversorgung in Niedersachsen gestartet

Bereits seit 2017 setzt sich das Aktionsbündnis "Gesundheit rund um die Geburt" für die flächendeckende Umsetzung des Nationalen Gesundheitsziels „Gesundheit rund um die Geburt“ ein. Wohlfahrtsverbände 
und Elterninitiativen stehen gemeinsam mit Frauenverbänden für eine wohnortnahe Geburtshilfe ein, sowie für gute Rahmenbedingungen während der Schwangerschaft und im 1.Lebensjahr des Kindes. Nun hat das Aktionsbündnis eine Petition gestartet um die wohnortnahe Versorgung in der Geburtshilfe zu sichern. Sie können unterschreiben unter Change.org.

KRIEG IN DER UKRAINE - FRAGEN UND ANTWORTEN

Auf der Website des Landes Niedersachsen finden Sie aktuelle Informationen und Ansprechstellen für Fragen zur Einreise aus der Ukraine nach Deutschland / Niedersachsen sowie Beratungs- und Hilfsangebote.

Ukraine Infos für geflüchtete Frauen und Helfende auf der Website des Nds. Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

Auf der Website des Bundesfamilienministeriums sind Informations- und Beratungsangebote für geflüchtete Frauen aufgelistet.

Die Beratungsstelle Jadwiga aus München hat Informationen auf Deutsch, Englisch und Ukrainisch erstellt. Hier finden Sie die Materialien: www.jadwiga-online.de/aktuelles/55-meldungen/2022/127-fuer-frauen-aus-der-ukraine-sicherheitsinformationen.

Termine

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01.06.2022 | Die Aufgaben im Gleichstellungsbüro
13.06.2022 | Grundlagen der Gleichstellungsarbeit
23.06.2022 | Personalauswahlverfahren - geschlechtergerecht?!
12.07.2022 | Versorgungs- und Vernetzungssituation im Kontext von Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Niedersachsen

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Kalender 2022 'Kunst und Kultur' - Musikbusiness

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