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50. frauenORT in Niedersachsen eröffnet | Ilse Losa in Melle

In Melle fand die Auftaktveranstaltung für den mittlerweile 50. frauenORT in Niedersachsen statt. Er ist der deutsch-portugiesischen Schriftstellerin Ilse Losa gewidmet.

Nach einer Begrüßung der nahezu 200 Gäste durch Melles Bürgermeisterin Jutta Dettmann, die von Anfang an die Initiative vor Ort stark unterstützt und mitgetragen hat, sprachen mehrere hochkarätige Ehrengäste persönliche Grußworte. Sozial- und Gleichstellungsminister und zugleich Schirmherr der Initiative, Dr. Andreas Philippi, wies auf die Bedeutung der frauenORTE Niedersachsen hin:
„Vielen von uns fallen in der Historie zahlreiche Männer und wenig Frauen ein. Mit viel Herzblut sorgt der Landesfrauenrat Niedersachsen dafür, dass die frauenORTE die Geschichten vieler Frauen sichtbarer und greifbarer machen. Die frauenORTE zeigen: Frauen waren immer schon in wichtigen Positionen und geschichtlich bedeutenden Kontexten dabei. So auch Ilse Losa, deren frauenORT heute in Melle eröffnet wird. Ilse Losa war gezwungen, vor den Nazis zu fliehen. Nicht nur, weil sie jüdischer Herkunft war, sondern auch, weil sie aufbegehrte gegen das faschistische Regime. In beeindruckender Weise hat sie ihr Leben im Exil in die Hand genommen und sich als Schriftstellerin einen Namen gemacht. Eine bemerkenswerte Geschichte für den 50. frauenORT.“

Auch Konsul Vasco Seruya als Vertreter des portugiesischen Generalkonsulats, Anna Kebschull, Landrätin des Landkreises Osnabrück und Michael Grünberg, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Osnabrück stellten das Leben und Werk der deutsch-portugiesischen Schriftstellerin in einen größeren Zusammenhang. 

Der Landesfrauenrat Niedersachsen, vertreten durch die Vorsitzende Dr. Barbara Hartung, zeigte sich besonders glücklich, dass der 50. frauenORT der jüdischen Schriftstellerin gewidmet ist.
„Gerade in der heutigen Zeit sehen wir, wie aktuell und denkwürdig Ilse Losas Texte waren und sind. Die Ereignisse der letzten Wochen haben gezeigt, dass wir momentan reaktionäre Bestrebungen zu rechtsextremen und antifeministischen Positionen erleben. Wir sehen nach wie vor, und leider wieder so heftig wie seit Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr, einen hochkochenden Antisemitismus, Rassismus und Antifeminismus“, erläuterte die Vorsitzende.

Im Anschluss überreichte Dr. Barbara Hartung gemeinsam mit Minister Dr. Philippi die Bewilligungsurkunde an die Stadt Melle.

Dr. Susanne Tauss, Geschäftsführerin des Landschaftsverbands Osnabrücker Land, widmete sich anhand einer kleinen Auswahl an Texten und Übersetzungen Ilse Losas ihrer Auseinandersetzung mit dem schmerzlichen Heimatverlust. In einer Uraufführung des Gedichts „Pranto em Buchenwald“ (Weinen in Buchenwald) zeigte Sopranistin Margarete Huber eine Interpretation des Gedichts durch den Komponisten Willem Schulz. Journalistin Ita Niehaus lud als Moderatorin der Veranstaltung schließlich die drei Initiatorinnen des frauenORTES, Barbara Daiber, Angela Kemper und Dr. Irene Below, gemeinsam mit dem Enkel der Schiftstellerin, Sidh Daniel Losa Mendiratta, zu einer Gesprächsrunde auf die Bühne.  

Über die Schriftstellerin Ilse Losa:
Ilse Losa wird am 20. März 1913 als Ilse Lieblich in Melle-Buer geboren und emigriert – nach einer ersten Verhaftung durch die Nationalsozialisten aufgrund ihrer jüdischen Herkunft – im März 1934 nach Portugal. Dort verfasst sie in der ihr zunächst fremden portugiesischen Sprache Romane, Erzählungen, Essays und Kinderbücher. Bald wird sie zu einer äußerst bekannten und beliebten Autorin, deren Werke in den nationalen Leseplan aufgenommen werden. In ihren Texten erzählt sie insbesondere aus der Perspektive von Frauen und Kindern. In Deutschland bleiben ihre Werke und sie selbst weitestgehend unbekannt, auch nachdem 1990 zwei Romane und ein Erzählband veröffentlicht werden, und sie 1991 das Bundesverdienstkreuz erhält.

Pressemitteilung des Landesfrauenrates vom 15.3.2024. Mehr zu den frauenORTEN finden Sie unter www.frauenorte-niedersachsen.de 

Juliane Bartel Medienpreis 2024 – Ausschreibung startet

Der bundesweit einzigartige Medienpreis geht zum 23. Mal an den Start. Ab sofort können Beiträge für den Juliane Bartel Medienpreis 2024 eingereicht werden!
Das Niedersächsische Gleichstellungsministerium zeichnet mit seinen Kooperationspartnerinnen und -partnern Beiträge aus den Kategorien Fiktion & Entertainment, Doku visuell, Doku audio und Shorts aus, die in gekonnter Weise die Gleichstellung der Geschlechter in den Medien thematisieren. Der Bewerbungsschluss für den diesjährigen Preis ist am 01. Juli 2024. 
Weitere Informationen finden Sie unter www.jbp.niedersachsen.de.

DGB Frauen: Aufruf zum Internationalen Frauentag 2024

Europawahl 2024: Demokratie stärken! Frauen wählen!
Die Wahlen zum Europäischen Parlament finden am 09. Juni 2024 statt. Angesichts zunehmender populistischer, antidemokratischer, antifeministischer und zugleich europafeindlicher Tendenzen in den EU-Ländern, geraten Frauenrechte und der Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit immer stärker unter Druck. Die Frauen im DGB nutzen den Internationalen Frauentag 2024 deshalb, um für ein politisch vereintes, demokratisches, sozial gerechtes und wirtschaftlich starkes Europa zu werben, das sich weiterhin als Motor für die gleichberechtigte Teilhabe beider Geschlechter an der Erwerbs- und Sorgearbeit versteht. Unter dem Motto „Frauen wählen“ soll zum Internationalen Frauentag 2024 ein Zeichen gesetzt werden für die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern in Europa. https://frauen.dgb.de 

Termine

Alle Termine >>>
05.06.2024 | „Erkennen, lösen, vorbeugen" - 1-tägige Fortbildung
27.06.2024 | „Personalauswahlverfahren – geschlechtergerecht?!“ – 1-tägige Fortbildung
24.09.2024 | „Keine sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“ – 2-tägige Fortbildung
25.11.2024 | Internationaler Tag 'NEIN zu Gewalt an Frauen'
06.02.2025 | Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung
14.02.2025 | One Billion Rising for Justice - der weltweite Aktionstag für Gerechtigkeit

März: Frauen, die Energiesparfüchse

Im Kalender 2024 nehmen wir „Energie“ in ganz umfassendem Sinn auf: Die Spanne reicht vom ökologischen Wirtschaften im Alltag und in der Arbeitswelt über die politische Protestbewegung hin zu persönlicher körperlicher und psychischer Energie. In allen Aspekten nehmen wir die Geschlechterrelevanz auf; in den Ursachen, in der Betroffenheit, in der Energienutzung und im Energieverbrauch. Die aktuellen Monatsblätter und weitere Informationen finden Sie hier.

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Stellenausschreibungen

Hier finden Sie aktuelle Stellenausschreibungen aus den Themenfeldern Gleichstellung und Frauenpolitik:

Der Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen e.V. sucht ab 01.09.2024 eine:n Berater:in zum Aufbau einer professionellen unabhängigen Antidiskriminierungsberatungsstelle für die Region Göttingen. Die Arbeitszeit beträgt 39,8 Stunden/Woche, die Vergütung erfolgt in Anlehnung an den TV-L. Bewerbungsfrist ist der 11.04.2024. Weitere Informationen zur Stellenausschreibung finden Sie auf der Website des VNB.