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Frauen und Ehrenamt

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Das ehrenamtliche Engagement nimmt in Deutschland zu. Jeder bzw. jede dritte Deutsche über 14 Jahren übt freiwillig oder ehrenamtlich eine Tätigkeit aus. Außerdem hat sich gezeigt, dass sich das Engagementspotenzial erhöht hat. Mehr als ein Drittel ist grundsätzlich bereit, ein Ehrenamt zu übernehmen. Während Männer sich eher in Sport und Katastrophenschutz engagieren, sind Frauen überwiegend in sozialen Bereichen tätig. Im geschlechterspezifischen Vergleich zeigt der 3. Freiwilligensurvey, dass die Engagementquote von Männern immer noch viel höher ist, als die von Frauen. Allerdings ist das weibliche Engagementspotenzial um rund 10 % angestiegen. Nach wie vor besteht eine höhere Bereitschaft von Frauen zum freiwilligen sozialen Engagement. Mitgestaltung der Gesellschaft ist für viele freiwillig ehrenamtlich tätige Frauen ein zentrales Motiv. Zunehmend werden auch eigene Interessen und Problemlagen an das Engagement herangetragen, beispielsweise von allein erziehenden oder erwerbslosen Frauen, Berufsrückkehrerinnen, Migrantinnen oder Frauen mit pflegebedürftigen Angehörigen. Jüngere Frauen sehen im ehrenamtlichen Engagement oftmals einen Baustein ihrer individuellen Karriere.

Den Hauptbericht des Freiwilligensurveys 2009 finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Tag des Ehrenamtes | Bei sozialem Engagement haben Frauen die Nase vorn

Am 5. Dezember ist Tag des Ehrenamts - Petra Mundt, Gleichstellungsbeauftragte der Region Hannover: "Mehr Mut zur Politik!"
Frauen und Männer wenden etwa gleich viel Zeit für Ehrenämter auf - das geht aus einer Erhebung aus dem 2012/2013 hervor, die das statistische Bundesamt herausgegeben haben. Allerdings unterscheiden sich die Bereiche, in denen sich Männer und Frauen engagieren. Während Frauen bei sozialen Themen, in Schule, Kindergarten und Kirche die Nase vorn haben, engagieren sich Männer eher im Sport, bei der Feuerwehr oder in der Politik. Anlässlich des Tags des Ehrenamts am 5. Dezember macht Gleichstellungsbeauftragte Petra Mundt Frauen Mut, sich stärker bürgerschaftlich und politisch einzubringen: "In der Politik wird entschieden, wofür Geld ausgegeben wird. Das betrifft auch das Ehrenamt. Wenn mehr Frauen in der Politik mitreden, fließt auch mehr Geld in Bereiche, für die sich Frauen klassisch engagieren."
Insgesamt zeigen Studien: Engagement hängt von der Lebenssituation ab. Frauen im Alter von 25 bis 44 Jahren sind vor allem in den Bereichen Schule und Kindergarten ehrenamtlich im Einsatz, Frauen ab 65 eher im Gesundheitsbereich. Ebenfalls bemerkenswert: Frauen engagieren sich eher tagsüber, Männer nehmen sich eher am Abend Zeit für ihr Ehrenamt. "Es ist toll, dass sich viele Menschen in Deutschland ehrenamtlich engagieren", sagt Petra Mundt. "Es wäre aber schön, wenn sich auch im Ehrenamt die klassische Rollenaufteilung weiter auflöst."

Zweiter Engagementbericht der Bundesregierung

Für den zweiten Engagementbericht der Bundesregierung soll eine Sachverständigenkomission bis Juli 2015 eine Bestandsaufnahme zur Entwicklung des bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland erarbeiten. Der Schwerpunkt: "Demografischer Wandel und bürgerschaftliches Engagement: Der Beitrag des Engagements zur lokalen Entwicklung". Er soll aufzeigen, welchen Beitrag freiwilliges und bürgerschaftliches Engagement zur Bewältigung des demografischen Wandels leistet und wie dieses Engagement vor Ort gestärkt werden kann. Die Ausgangsfrage ist: Welche Impulse für das Miteinander in der Gemeinde kann bürgerschaftliches Engagement geben und welche Rahmenbedingungen und Voraussetzungen sind hierfür förderlich? Die Bundesregierung wird den Zweiten Engagementbericht voraussichtlich Anfang 2016 dem Deutschen Bundestag vorlegen. Mehr dazu auf der Website des Bundesfamilienministeriums.

Erster Engagementbericht vorgelegt

Erster-EngagementberichtDer erste Engagementbericht "Für eine Kultur der Mitverantwortung" wurde vom Bundeskabinett beschlossen und dem Deutschen Bundestag vorgelegt. Der Bericht stellt fest, dass Frauen im bürgerschaftlichen Engagement eher unterrepräsentiert sind. Besonders in bestimmten Bereichen wie dem Sport und in Leitungspositionen. Wie bei Männern variiert auch bei Frauen das Engagement mit der Lebensphase. So entspricht die Engagementquote 45- bis 55-jähriger Frauen beinahe derjenigen, gleichaltriger Männer. Frauen zwischen 25 und 30 Jahren sind allerdings deutlich seltener bürgerschaftlich engagiert als Männer ihrer Altersgruppe. Dies wird auf die Mehrfachbelastungen durch Ausbildung und Berufseinstieg besonders bei jungen Müttern zurückgeführt, die weniger Zeit für zusätzlichen Einsatz im bürgerschaftlichen Engagement lassen. Insgesamt ist festzustellen, dass bürgerschaftliches Engagement in Deutschland eine hohe Stabilität aufweist (Quote 36 Prozent). Der vollständige Bericht (1370 Seiten stark) sowie eine Kurzfassung sind auf der Website des Bundesfamilienministeriums abrufbar.

Landesfrauenrat Niedersachsen e.V. - Handbuch FrauenNetzwerk

Handbuch-FrauenNetzwerk_LFR-NdsDer Landesfrauenrat Niedersachsen hat ein neues Handbuch erstellt und herausgeben. Im ersten Teil des Handbuches geht es um das Selbstverständnis vom Ehrenamt in Frauenorganisationen und die Geschichte dieses Engagements. Verknüpft mit den aktuellen Ergebnissen des Freiwilligensurveys für Niedersachsen (www.freiwilligenserver.de) werden daraus Perspektiven für das künftige gleichstellungspolitische Engagement abgeleitet. Zum praktischen Networking trägt der zweite Teil des Handbuches bei. Hier stellen sich die Mitgliedsverbände des Landesfrauenrates mit ihren Zielen, Arbeitsschwerpunkten und Angeboten vor. Ein Handbuch, das in keinem frauenpolitisch interessierten Büro oder Haushalt in Niedersachsen fehlen sollte! Das Handbuch ist als pdf-Datei auf der Website des Landesfrauenrates erhältlich oder kann dort bestellt werden.

Engagiert in Niedersachsen

Engagiert-in-NiedersachsenVom Dialog der Generationen über Erziehungslotsen und Leselernhelfer bis zu Integration und Netzwerkarbeit in der Kommune reicht das Spektrum des freiwilligen Engagements von Bürgerinnen und Bürgern in Niedersachen. Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit hat eine Broschüre herausgegeben, die die verschiedenen Projekte und Beispiele präsentiert. Vorgestellt werden erfolgreiche Projekte und Beispiele aus verschiedenen Lebens- und Arbeitsbereichen sowie Angebote und Projekte des Landes. Dabei wird die große Vielfalt von Ideen und Ansätzen sichtbar. Auch das Mentoring-Programm "Mehr Frauen in die Kommunalpolitik" wird in diesem neuen Band kurz und bündig dargestellt. Die Broschüre liegt in zweiter überarbeiteter Fassung vor und kann kostenlos bestellt werden.

Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit (Hrsg.): Engagiert in Niedersachsen. Programme, Projekte, Praxisbeispiele, aktualisierte Neuaufl. Mai 2009. Die Broschüre kann als Druckausgabe kostenfrei beim Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit bestellt werden: postausgangsstelle@ms.niedersachsen.de. Als pdf-Datei steht sie auf den Seiten des Freiwilligenservers Niedersachsen zur Verfügung.

Weitere Informationen

Initiative Bürgerstiftungen

Die Initiative Bürgerstiftungen (IBS): für alle Fragen zum Thema Bürgerstiftung in Deutschland - von der konkreten Stiftungsgründung bis hin zur Gestaltung neuer Projekte. www.die-deutschen-buergerstiftungen.de

'Gemeinsam aktiv'

Ehrenamtskampagne der Hessischen Landesregierung
www.gemeinsam-aktiv.de

Aktuelle Aktion

werbemelderin_pinkstinks
Sexistische Werbung kann ab sofort direkt über Smartphone oder Tablet bei Pinkstinks gemeldet werden. Werbung fotografieren, an Pinkstinks senden, dann wird die Beschwerde auf einer interaktiven Deutschlandkarte sichtbar. Einfach http://werbemelder.in in den Browser eingeben. Dort sind ein Webformular, eine Deutschlandkarte und aktuelle Blogeinträge zu sexistischer Werbung sichtbar. So kann auch verfolgt werden, was Pinkstinks unternimmt. http://werbemelder.in

Broschüre der Woche

Selbstverteidigung-braucht-Selbstbehauptung
Die Broschüre der Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau befasst sich mit Standards für Selbstbehauptungskurse. Sie richtet sich an Trainerinnen und Trainer und führt Schwerpunkte für verschiedene Zielgruppen auf. Dabei wird zwischen weiblichen und männlichen Gruppen unterschieden, die Gruppe der Kinder und Jugendlichen sowie Menschen mit Behinderung, Trans* und Inter* Personen sowie das Alter der Teilnehmenden in den Fokus genommen. Gleichzeitig richtet sie sich auch an potenzielle Teilnehmende und klärt über die Inhaltspunkte für seriöse und effiziente Trainings auf. weiterlesen >>>

Termine Alle Termine >>>

Oktober 2017

24.10.2017 | Verleihung des Juliane Bartel Medienpreises, Hannover

26.10.2017 | Jahresempfang des Landesfrauenrat Niedersachsen e.V., Hannover

November 2017

6.11.2017 | Unverzichtbar oder überholt? - Kommunale Gleichstellungsarbeit in Mecklenburg-Vorpommern, Rostock

6.11.2017 | Gleichstellung in Sachsen - gestern - heute - morgen, Dresden

15.11.2017 | Das Niedersächsische Gleichberechtigungsgesetz - ausgebucht -, Hannover

Aktionswochen 2017

Logo_GleichbeRECHTigt
Das neue Programm des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gemeinsam mit den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten Niedersachsens ist gestartet. Unter dem Titel "GleichbeRECHTigt leben - Unsere Werte, unser Recht" geht es um die Sicherung und Weiterentwicklung von Frauenrechten, Gleichberechtigung und Teilhabe für alle Frauen und Männer, die in Niedersachsen leben, ob als Einheimische oder als Geflüchtete. weiterlesen >>>

Kalendermonatsblatt

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"EINE Welt" - Der Frauenkalender der Vernetzungsstelle 2017 widmet sich dem Thema Frauen und Flucht. Lesen Sie hier unseren Beitrag für den Monat Oktober: "Engagiert"