Das Portal aus Niedersachsen für Gleichberechtigung, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte

Zusammen wachsen in Niedersachsen

Zusammenwachsen-in-Niedersachsen_G-MitUnter dem Titel "Zusammen wachsen in Niedersachsen" ist ein Fachreader der Bildungs- und Beratungsstelle "G mit Niedersachsen" (VNB e.V.) erschienen. Das Projekt zum Querschnittsthema Migration und Gleichstellung gestaltet Bildungsangebote zu gender- und vielfaltssensiblem Arbeiten im Migrationskontext. Der Fachreader ist ein Produkt der dreijährigen Arbeit in diesem Themenfeld und enthält Berichte, Reflexionen, Handhabungen, Interviews und Fachbeiträge und gibt Fachkräften Impulse für die eigene Gestaltung von gender- und vielfaltssensiblen Bildungsangeboten.

Im Reader findet sich ein Leitfaden zur Gestaltung von Genderbotschafter*innen-Schulungen. Darüber hinaus gibt die Handreichung Einblick in Möglichkeiten der geschlechtergerechten Sensibilisierungsarbeit in subsahara-afrikanischen Communities. Zudem enthält er die Dokumentation eines Diskussionsabends, an welchem die Frage nach Sprache und Sprachlosigkeit von geflüchteten Frauen von Expertinnen diskutiert wurde, gefolgt von einem Artikel über das Modellprojekt "Rollenspielen 2018 - Über Geschlechterrollen gemeinsam reden". In diesem sind vielen Ideen enthalten, wie vielfaltssensibel und geschlechterreflektiert mit jungen Männern mit Flucht-/Migrationserfahrungen gearbeitet werden kann.
Weitere Einblicke in die Praxis der sozialen Arbeit im Migrationskontext sind ebenfalls zu finden

Ein Druckexemplar des Fachreaders kann für einen Kostenbeitrag von 7€ (inkl. Versand) bestellt werden (g-mit-niedersachsen@vnb.de) oder auf der Website des Projektes als pdf-Datei heruntergeladen werden.

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Mandatsträgerinnen und Mandatsträger mit Migrationshintergrund

MandatstraegerInnen-mit-MigrationshintergrundKarrierewege und substantielle Repräsentation von Landtagsabgeordneten mit Zuwanderungsgeschichte
Das gängige Ideal einer repräsentativen Demokratie beinhaltet die Vorstellung von Parlamenten, die in ihrer Zusammensetzung ein Abbild der Bevölkerung darstellen. Die Realität zeigt jedoch, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen in Deutschland weit davon entfernt sind, entsprechend ihrem Anteil in der Bevölkerung politische Mandate inne zu haben. So auch bei Personen mit einem sogenannten Migrationshintergrund. Denn trotz steigender Zahlen gibt es weiterhin eine deutliche Unterrepräsentation.

Diese Unterrepräsentanz stellt ein Demokratiedefizit aus zwei Gründen dar: Zum einen ist sie Ausdruck struktureller Benachteiligung und zum andern ist davon auszugehen, dass ihre Bedürfnisse und Interessen nicht ausreichend Einfluss in die politischen Entscheidungsprozesse finden. Dieser Überlegung geht die Annahme voraus, dass zwischen der Anwesenheit von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Parlamenten und der Repräsentation von migrantischen Interessen ein Zusammenhang besteht. Von einer Verbesserung ihrer deskriptiven Repräsentation wird zugleich eine Verbesserung ihrer substantiellen Repräsentation erwartet.

Wie erklärt sich nun diese Unterrepräsentation? Welche Auswirkungen hat der Mangel an Abgeordneten mit Zuwanderungsgeschichte auf politische Inhalte?
Ausgehend von diesen Überlegungen untersucht Diplom Sozialwirtin und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lehrte Freya Angelika Markowis in ihrer Dissertation folgende Fragestellungen:

  • Gibt es spezifische Eigenheiten der Karrierewege von MandatsträgerInnen mit Migrationshintergrund und wie wirken sich diese aus?
  • Betreiben Mandatsträgerinnen mit Migrationshintergrund substantielle Repräsentation und wie kommt es dazu?
  • Sind bei diesen Fragen geschlechtsspezifische Unterschiede festzustellen?

Die Grundlage für die gewonnenen Ergebnisse bilden Interviews mit 24 Landtagsabgeordneten mit Migrationshintergrund aus sieben verschiedenen Bundesländern. Im Rahmen der intersektionalen Analyse sind zentrale Differenzkategorien Race, Class und Gender.

Durch die intersektionale Herangehensweise u.a. mit der Differenzkategorie Gender werden wichtige geschlechtsspezifische Erkenntnisse gewonnen. So richtet sich diese sehr gelungene wissenschaftliche Arbeit nicht nur an Interessierte der Integrations- und Migrationsforschung, sondern auch der Gender Studies.

Freya Angelika Markowis: Mandatsträgerinnen und Mandatsträger mit Migrationshintergrunde. Karrierewege und substantielle Repräsentation von Landtagsabgeordneten mit Zuwanderungsgeschichte, LIT Verlag, Berlin 2015

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Über Geschlechterrollen gemeinsam reden

Ueber-Geschlechterrollen-gemeinsam-redenMit jungen geflüchteten Männern über Geschlechterrollen ins Gespräch zu kommen ist keine leichte Aufgabe für haupt- und ehrenamtlich Tätige. Der extrem kontroverse öffentliche und politische Diskurs über Geschlechterthematiken im Kontext von migrantischen Männlichkeiten führt leider auch bei engagierten Unterstützerinnen und Unterstützern zu Unsicherheiten. Welche Atmosphäre hilft, einen offenen Dialog zu ermöglichen?

Das niedersächsische Modellprojekt "Rollenspielen" schafft die Verbindung über Tischfußballturniere, die in lockere Diskussionsrunden eingebettet werden. Die Projektidee wurde von der Bildungs- und Beratungsstelle Gmit Niedersachsen umgesetzt. Sie entstand aus Vielfaltserfahrungen an Tischfußballtischen in Notunterkünften für Geflüchtete: Herkunftsregion, Alter, Geschlecht, Sprache spielten dort für kurze Zeit keine Rolle.

Über diesen Türöffner gelangen moderierte Gruppengespräche zu Fragen der eigenen Situation, zum Selbstbild und Zukunftswünschen. Das Verständnis von Geschlechterrollen erweist sich dabei als heterogen. Einig sind sich viele Projektteilnehmer jedoch in ihrem Wunsch nach Selbstverwirklichung durch Arbeit, um eine (zukünftige) Familie als Hauptverdiener ernähren zu können.

Die Broschüre benennt auch Stolpersteine und Ressentiments gegen die Projektarbeit als wichtige Erfahrung für künftige Projekte. Die vorgestellten Ideen, Impulse und Methoden sind eine praxisorientierte Hilfestellung für die Umsetzung eigener Projekte.

Das Modellprojekt "Rollenspielen" wird vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gefördert.

Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen e.V. (Hrsg.): Über Geschlechterrollen gemeinsam reden, Hannover 2018

Weitere Informationen

Download der Broschüre auf der Website von Gmit Niedersachsen

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Selbstbewusst und stark - meine Rechte als Frau in Deutschland

Selbstbewusst-und-starkDie Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Stade hat für zugewanderte Frauen den Flyer "Selbstbewusst und stark - Meine Rechte als Frau in Deutschland" veröffentlicht.

Neu im Landkreis Stade angekommen, ohne deutsche oder englische Sprachkenntnisse, ist es schwer, sich im deutschen System zurechtzufinden. Das Leben in den arabischen oder auch in den afrikanischen Ländern ist oft komplett anders. Es gibt andere Regeln und Werte im Zusammenleben. Zur Integration der geflüchteten Menschen in Deutschland ist es wichtig die "Spielregeln" des Zusammenlebens zu kennen. Dazu gehört auch die Gleichberechtigung der Geschlechter, eines unserer Grundrechte. Dazu gehört aber auch die Meinungsfreiheit, die Freiheit der Wahl der Religion etc. Viele dieser Grundrechte werden in dem neuen Flyer erklärt.
Der Flyer ist in den Sprachen Arabisch, Persisch, Englisch und Französisch übersetzt und veröffentlicht worden. Die Texte sind in einfacher Sprache ausgedrückt, so dass die kurzen Texte leicht verstanden werden können.

Nicht fehlen durfte das Thema Gewalt. Die häusliche Gewalt, Zwangsverheiratung, die Gewalt im Namen der Ehre und die sexuelle Gewalt in Deutschland werden thematisiert. Es wird deutlich gemacht, dass jede Gewalt, auch die Gewalt gegen Frauen, in jedem Fall tabu ist und bestraft wird.

Die betroffenen Frauen sollen ermutigt werden, sich gegen Gewalt wehren und die kostenlosen Beratungsangebote in Anspruch nehmen. Das Besondere an dem Flyer ist, dass darin auch die Beratungsangebote im Landkreis Stade mit Adresse und ihrem Hilfsangebot kurz vorgestellt werden. Auch die Hilfestrukturen, die es bundes- oder landesweit gibt, wie das Hilfetelefon gegen Gewalt oder das Beratungsangebot von Kargah in Hannover (die Beratungsstelle mit dem Angebot für Mädchen und Frauen, die von Zwangsverheiratung bedroht sind), werden aufgeführt.

Anne Behrends, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Stade, hat den Flyer herausgegeben. Redaktionell mitgearbeitet haben die AWO - Migrations- und Integrationsberaterin Gaby Siedentopf, die Sprachmittlerin Fatimeh Asakareh und die Präventionsbeauftragte der Polizei Stade, Svenja Wigger.

Weitere Informationen

Der Flyer ist unter www.gleichstellung-landkreis-stade.de abrufbar.

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Rechte für ALLE Frauen

Rechte-fuer-alle-FrauenDiese Broschüre klärt durch anschauliche Bilder und eindeutige Textzeilen über die Rechte von Frauen auf. Auf jeder Seite werden zunächst die Rechte formuliert und dann graphisch untermauert. Die Sätze sind zum größten Teil in "Ich-Form" geschrieben, wodurch sich die Lesenden hervorragend mit den Aussagen identifizieren können. Bezogen auf Berufswahl, Sexualität oder individuelle Lebensplanungen werden Frauen gestärkt, selbstbestimmt zu agieren und ihre Freiheiten zu kennen.

Die Broschüre steht in verschiedenen Sprachen (Deutsch, Englisch, Kurdisch, Arabisch, Farsi, Französisch und Türkisch) zur Verfügung.

Dieses niedrigschwellige Angebot eignet sich besonders für neuzugewanderte Menschen als erster Einblick in die Gleichstellung der Geschlechter.

kargah e.V., Paritätischer Gesamtverband, Referat für Frauen und Gleichstellung Stadt Hannover (Hrsg.): Rechte für ALLE Frauen, Hannover 2018

Weitere Informationen

Die Broschüre steht auf der Website des Paritätischen zum Download zur Verfügung und kann als gedrucktes Exemplar bei kargah e.V. bestellt werden (frauenbooklet@kargah.de).

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Anlagenbericht zur HSBN 2018: Integration ist Teilhabe

HSBN-Anlagenbericht-2018Die Barrieren beim Zugang zu Arbeit und Bildung sind für geflüchtete Menschen und Familien hoch, wie der Anlagenbericht zur HSBN 2018 zeigt. Bei Maßnahmen zur Integration und Teilhabe dürfen Frauen in ihren jeweiligen Lebenslagen nicht aus dem Blick geraten.

Die Handlungsorientierte Sozialberichterstattung Niedersachsen (HSBN) stellt Akteurinnen und Akteuren der Armutsbekämpfung in Land, Kommunen und Verbänden empirisches Material für ihre Arbeit zur Verfügung. Der Schwerpunkt der jährlich aktualisierten Analyse liegt dabei auf der regionalen Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen. Der ergänzende Anlagenbericht zur HSBN 2018 mit dem Titel "Integration ist Teilhabe. Familie, Bildung und Arbeit als Voraussetzung gelingender Integration" wurde von der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (LAG FW) erstellt, die auch im Lenkungsausschuss der HSBN vertreten ist.

Die Zuwanderung stellt die Gesellschaft dauerhaft vor vielfältige Herausforderungen. Eine Neuausrichtung des Flüchtlingsschutzes sollte nach Ansicht der LAG FW möglichst in einer Balance zwischen dem Wunsch nach Steuerung und Kontrolle der Zuwanderung und den berechtigten Ansprüchen von Schutzbedürftigen gefunden werden.

Die Wohlfahrtsverbände Niedersachsens unterstützen eine Integrations- und Teilhabepolitik für Flüchtlinge als Teil einer Gesellschaftspolitik, mit der sowohl neu zugewanderte Menschen als auch "Alteingesessene" erreicht werden. Der schnelle und einfache Zugang zu Bildung und Arbeit für Flüchtlinge wird als eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche gesellschaftliche Integration gesehen.

Von den 198.317 Menschen, die in 2017 einen Asylantrag gestellt haben, waren 60 % männlich und 40 % weiblich. Um gleichberechtigte Integration und Teilhabe zu ermöglichen, dürfen geflüchtete Frauen in ihren jeweiligen Lebenslagen bei Maßnahmen zur Integration und Teilhabe nicht aus dem Blick geraten. Das reicht vom Zugang zu Sprach- und Integrationskursen über die stärkere Anerkennung informeller Qualifikationen bis hin zu Möglichkeiten der Berufsanerkennung bzw. beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen. Für Mütter sind grundsätzlich tragfähige Angebote der frühkindlichen Betreuung Voraussetzung zur Teilnahme an Integrationsmaßnahmen.

Der Anlagenbericht konzentriert sich auf zwei Problemlagen: das hohe Armutsrisiko für Flüchtlinge und die bestehenden Barrieren im Zugang von Asylbewerbern und Asylbewerberinnen zu Arbeit und Bildung. Der Anlagenbericht beschreibt rechtliche und strukturelle Faktoren, die den Zugang zu schulischer und beruflicher Bildung sowie zum Arbeitsmarkt behindern. Zudem werden ausgewählte Lösungsansätze skizziert, wie etwa Aspekte des Integrationspotenzials von Familien.

Weitere Informationen

Download Anlagenbericht zur HSBN 2018 von der Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

Weitere Informationen zur Handlungsorientierten Sozialberichterstattung Niedersachsen unter www.sozialberichterstattung-niedersachsen.de

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Wege aufzeigen - Beratungsstellenrallye für Menschen, die mit zugewanderten Frauen arbeiten

Wege-aufzeigen_Beratungsrallye_GoettingenDiese Broschüre wurde im Rahmen des niedersächsischen Aktionsprogramms "Gleichberechtigt leben - Unsere Werte, unser Recht" angefertigt. Sie bietet einen Überblick über die kreative Umsetzung der Aktivitäten des Frauenbüros der Stadt Göttingen innerhalb des Landesprogramms.

Eingangs wird in die Thematik sowie das Projekt eingeführt und ein Abriss über den genauen Ablauf geliefert. Hinzu kommen Meinungen aus den Reihen der Teilnehmenden und anderen Beteiligten.

Die Broschüre gibt einen hervorragenden Überblick über das Beratungsangebot der Stadt Göttingen und ist daher wärmstens zu empfehlen. Darüber hinaus wird auch die Rallye eingehend beschrieben und kann als wahre Inspiration für Projektideen betrachtet werden. Diese tolle Broschüre stellt nicht nur eine Ergebnissicherung der Rallye dar, sondern kann auch als Wegweiser durch die Beratungsstellen Göttingens gelesen werden.

Frauenbüro der Stadt Göttingen (Hrsg.): Wege aufzeigen - Beratungsstellenrallye für Menschen, die mit zugewanderten Frauen arbeiten, Göttingen 2017

Weitere Informationen

Die Broschüre steht auf der Website des Frauenbüros der Stadt Göttingen zum Download bereit.

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Statistisches Bundesamt | Interaktive Karte zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund

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Frankfurt | Video-Blog macht Migrantinnen Mut, den zweiten Bildungsweg für sich zu entdecken


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Der Video-Blog (Vlog) aus Frankfurt zeigt am Beispiel der alleinerziehenden Mutter Aleisha die Hürden und Hindernisse auf, mit denen Migrantinnen auf dem zweiten Bildungsweg zu kämpfen haben. Er zeigt aber auch Lösungen, Glücksmomente und Erfolgserlebnisse. Und er zeigt vor allem eins: Dass Migrantinnen es schaffen können, diesen Weg erfolgreich zu gehen, auch wenn dies am Anfang ein fast unmögliches Unterfangen zu sein scheint! Das Besondere an dem Video-Blog: Die Endzwanzigerin Aleisha und ihre beiden Kinder Tygo und Nimah sind keine wirklichen Schauspielerinnen, sondern Puppen. Den Macherinnen der Beiträge, der Crespo Foundation und dem Frauenreferat der Stadt Frankfurt, war es wichtig, dass Aleisha keiner bestimmten Ethnie zuzuordnen ist. Mit Aleisha sollen sich Migrantinnen jeder Herkunft, Hautfarbe und Religion identifizieren können.

Zu den Hürden und Hindernissen, mit denen sich die Hauptdarstellerin im Laufe der zehn Episoden konfrontiert sieht, gehören unter anderem Geldprobleme, Lernschwierigkeiten, Diskriminierung bei der Ausbildungsplatzsuche und das Problem der Kinderbetreuung. Zum Glück erhält Aleisha aber auch viel Unterstützung. Da ist zum Beispiel der nette Nachbar und Kioskbesitzer Manni - gespielt von Rainer Ewerrien - der in der Kinderbetreuung einspringt. Es gibt Mentoringprogramme, die beim Lernen helfen und Stipendien, die finanziell unterstützen. Eine große Hilfe sind Aleisha natürlich auch ihre beiden Kinder. "Ich weiß, dass es viele Mütter gibt, die wie meine Mama sind. Mütter, die etwas draufhaben - mehr als sie zeigen. Dieser Vlog ist für sie!", so der zehnjährige Tygo.

Die Episoden werden seit Anfang November 2017 ausgestrahlt. Im Wochenrhythmus wird eine neue Folge mit Aleisha und ihren beiden Kindern gezeigt. Der Vlog ist auf den Webseiten der Crespo Foundation sowie auf Facebook und YouTube zu sehen.

Weitere Informationen

Zum Vlog geht es auf der Website der Crespo Foundation www.crespo-foundation.de/aleisha-die-geschichte-einer-unbekannten-heldin oder über das Frauenreferat der Stadt Frankfurt www.frauenreferat.frankfurt.de.

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Journalisten-Handbuch zum Thema Islam

Journalisten-Handbuch_zum-Thema-IslamDas Buch soll Fragen über den Islam im Allgemeinen, besonders aber über den Islam in Deutschland beantworten. Es geht darum, zu klären, welches Wissen wir über die hier lebenden Musliminnen und Muslime haben, welcher und ob sie überhaupt einer Glaubensrichtung angehören, welche Glaubensrichtungen existieren und wie in Deutschland ihre Interessen vertreten werden.

Zu Beginn wird der Islam anschaulich mit seinen verschiedenen Glaubensrichtungen vorgestellt. Wer wusste, dass der Islam fünf verschiedene Glaubensrichtungen hat und auch der Salafismus nicht so einheitlich gesehen werden kann, wie er medial häufig präsentiert wird? Das erste Kapitel liefert Einblicke in die Weltreligion Islam und leitet anschließend in die Geschichte des Islams in Deutschland über. In diesem Kapitel werden verschiedene Organisationen vorgestellt und auch islamischer Religionsunterricht sowie islamische Theologie als Studienfach thematisiert.

Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit den Musliminnen und Muslimen in Deutschland, mit ihren Bildungsabschlüssen und ihrer Situation auf dem Arbeitsmarkt. Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass die Interpretationen aus den erhobenen Daten nicht ausschließlich aus dem Migrationshintergrund der Befragten hervorgehen sollten. Es wird vielmehr angeregt, dass eine intersektionale Perspektive, mit weiteren Faktoren, wie zum Beispiel dem Bildungsstand der Eltern oder ähnlichem, hinzugezogen wird. Leider wird diese von den Autorinnen und Autoren selbst nicht konsequent eingehalten.

Nachdem die Säulen des Islams erläutert wurden und Feiertage sowie Wörter wie "halal" und "haram" geklärt wurden, steht kurz der Feminismus und der Islam im Fokus. Dabei wird auch der Unterschied zwischen islamischen und muslimischen Feministinnen erklärt.

Abgerundet wird das Handbuch durch einen Überblick der nicht nur die Islamfeindlichkeit in Deutschland durchleuchtet, sondern auch den islamischen Terror und die Radikalisierung anspricht.

Dieses Handbuch ist lesenswert für alle die glauben, sie wüssten viel über den Islam, sich aber eigentlich noch nie wirklich informiert haben. Es führt strukturiert und weitreichend in das Thema Islam ein und versorgt die Lesenden mit neuem Wissen. Aktuelle Statistiken lockern das angenehme Layout des Buches weiter auf.

Mediendienst für Integration (Hrsg.): Journalisten-Handbuch zum Thema Islam, Berlin 2016

Weitere Informationen

Das Handbuch steht unter mediendienst-integration.de zum Download bereit.

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10 Jahre Café Grenzenlos in Duderstadt

Cafe-Grenzenlos-DuderstadtDas Café Grenzenlos in Duderstadt hat sein 10-jähriges Bestehen als Integrationsprojekt für Mädchen und Frauen gefeiert. Im Rahmen des Aktionsprogramms "älter, bunter, weiblicher: WIR GESTALTEN ZUKUNFT!" haben die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Duderstadt und des Landkreises Göttingen aus diesem Anlass eine Broschüre zur Arbeit dieses beispielgebenden Projekts herausgegeben. Die Broschüre gibt einen Überblick über die vielfältigen Angebote und Aktivitäten im Café Grenzenlos und stellt einige der aktiven Frauen aus verschiedenen Nationen vor.

Im Mittelpunkt aller Aktivitäten des Café Grenzenlos steht immer die Begegnung von zugewanderten Frauen mit Frauen mit und ohne Migrationshintergrund. Durch den Austausch und das Lernen voneinander stärken sich die Frauen gegenseitig. Dies trägt zur Entwicklung eines emanzipatorischen Selbstbildes bei und ist Grundlage dafür, dass Frauen ihre Rechte und Chancen auf eine gleichberechtigte Teilhabe nutzen können.

Im Café Grenzenlos findet unter anderem ein Erzählcafé statt, auch zahlreiche Exkursionen zu den frauenORTEN Niedersachsen gehören zum Angebot. Einige Frauen aus dem Café Grenzenlos haben sich schon vor Jahren zu Integrationslotsinnen ausbilden lassen. Sie haben in dieser Funktion dazu beigetragen, die vielen Geflüchteten in Duderstadt willkommen zu heißen und sie in ihrem neuen Alltag zu begleiten. Die Broschüre dokumentiert die Nachhaltigkeit und den bedeutenden Netzwerkcharakter des Café Grenzenlos für die Region.

Weitere Informationen


Kontakt
Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Duderstadt
Evelyn Stellhorn
Telefon (05527) 84 11 64
e.stellhorn@duderstadt.de

Download der Broschüre

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Teilnahme am Integrationskurs durch Kinderbetreuungsangebote erleichtern

Die Bundesregierung erleichtert Eltern mit kleinen Kindern die Teilnahme an Integrationskursen. Ab sofort fördern das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und das Bundesministerium des Innern (BMI) für diese Mütter und Väter eine kursbegleitende Betreuung, wenn deren Kinder noch nicht in eine reguläre Kita oder Kindertagespflege gehen können.

Bundesfamilienministerin Schwesig betont: "Ich freue mich, dass wir mit diesem Angebot vor allem vielen geflüchteten Frauen mit kleinen Kindern helfen können. Künftig haben sie die gleichen Möglichkeiten wie Männer, einen Integrationskurs zu besuchen und unsere Sprache zu lernen - die Grundvoraussetzung für eine Ausbildung oder einen Arbeitsplatz. Das ist auch im Hinblick auf die Gleichberechtigung sehr wichtig. Die Fehler der Vergangenheit, sich nur auf die Arbeitsmarktintegration der Männer zu konzentrieren, dürfen wir nicht wiederholen."

Die Kosten von bis zu zehn Millionen Euro werden zu gleichen Teilen durch das BMFSFJ und das BMI finanziert. Gefördert werden:

  • Die Möglichkeit einer privaten Kinderbetreuung in Verantwortung des Integrationskursträgers, wenn kein Regelbetreuungsangebot zur Verfügung steht oder die Inanspruchnahme aus persönlichen Gründen nicht zumutbar ist.
  • Eine Beratungspauschale, die die Integrationskursträger für die Beratung und Unterstützung der Kursteilnehmenden im Hinblick auf Regelbetreuungs- oder Brückenangebote beantragen können.

Gemeinsames Ziel von BMI und BMFSFJ ist es, dass Kinder mit Fluchthintergrund so schnell wie möglich in eine reguläre Kindertagesbetreuung integriert werden. Kinder aus geflüchteten Familien haben deshalb ab dem vollendeten ersten Lebensjahr - wie alle anderen Kinder auch - einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertageseinrichtung oder auf eine Betreuung bei Tagesmüttern und -vätern.

Weitere Informationen

Quelle: Pressemitteilung BMFSFJ, 22.03.2017

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Vielfalt - unsere Zukunft

Vielfalt-unsere-ZukunftDie Niedersächsische Landesregierung hat mit den Spitzenorganisationen der Gewerkschaften und Berufsverbände eine Vereinbarung zur interkulturellen Öffnung der Landesverwaltung geschlossen. Damit diese Vereinbarung auch umgesetzt werden kann ist nun unter dem Motto "Vielfalt - unsere Zukunft" ein neuer Leitfaden herausgegeben worden. Darin wird aufgezeigt, wie die interkulturelle Öffnung der Verwaltung eingeleitet und umgesetzt werden kann. Der Leitfaden gibt praktische Handlungsempfehlungen für die Organisations- und Personalentwicklung. Besonderer Bestandteil des Leitfadens sind Beispiele von Beschäftigten mit Zuwanderungsgeschichte und ihrem persönlichen Werdegang.

Die Broschüre bietet für die Einrichtungen des Landes und für andere Stellen der öffentlichen Verwaltung Anregungen und Hilfestellungen.

Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (Hrsg.): Vielfalt - unsere Zukunft. Leitfaden zur interkulturellen Öffnung der öffentlichen Verwaltung, Hannover 2016

Weitere Informationen

Die Broschüre ist als pdf-Datei auf der Website des Sozialministeriums zum Download eingestellt.

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Alleinerziehende Migrantinnen

Alleinerziehende-MigrantinnenAlleinerziehende Migrantinnen widersprechen dem Klischee der Migrantenfamilie, in der Frauen für die Sorge und das Wohlergehen im Privaten und Männer für den Erwerbsbereich zuständig sind. Alleinerziehende mit Migrationsgeschichte leben anders. Wie genau das aussieht, hat ein aus Mitteln des Landes Niedersachsen gefördertes Forschungsprojekt der Universität Oldenburg und der Universität Hildesheim untersucht. "Alleinerziehende Migrantinnen und Migranten in Niedersachsen - Lebenslagen und Fähigkeiten im Spannungsfeld von Armut und Selbstbestimmung" (ALMIN) ist die erste wissenschaftliche Untersuchung bundesweit, die die Familienform "Alleinerziehend" bei Migrantinnen und Migranten in den Fokus stellt.

Für die qualitative Studie wurden Interviews mit 40 Alleinerziehenden (darunter 38 Mütter und 2 Väter) zwischen 24 und 52 Jahren mit Migrationshintergrund unterschiedlicher Herkunftskontexte geführt. Die Befragten kommen in erster oder zweiter Generation u.a. aus der Türkei, Russland, afrikanischen Ländern, Iran/Irak, Syrien und Armenien. Die Ergebnisse der qualitativen Studie präsentiert Herausgeberin und Projektleiterin Dorothea Krüger in dieser Publikation. Dabei geht es um Fragen wie: Welche Gründe führten zur Migration, wie erfahren die Migrantinnen Mutterschaft? Welche Lebensziele streben sie für sich und ihre Kinder an? Welche Handlungsoptionen stehen ihnen dabei zur Verfügung? Wie beschreiben sie ihre Bildungs- und Berufsverläufe? Welche Dimensionen von Geschlechterverhältnissen spiegeln sich hier? Wie gestalten sich die Zugänge zu Ressourcen, u.a. sozialstaatlichen Leistungen?

Die Befunde zeigen, dass nicht von einer "einheitlichen" Lebensform ausgegangen werden kann. Die Heterogenität resultiert z.B. aus den unterschiedlichen rechtlichen Lagen und ist verknüpft mit den individuellen Migrationsgeschichten, kulturellen und familiären Herkunftskontexten, persönlichen Netzwerken und professionellen Unterstützungsstrukturen in Lebensumfeld, Bildung und Beruf.

Als Dimension der Lebensqualität nehmen private sowie institutionelle Netzwerke einen hohen Stellenwert ein. Die Familienform Alleinerziehend stellt zudem eine besondere Herausforderung dar, Identitätsarbeit zu leisten. Unübersehbar sind auch materielle und immaterielle Einschränkungen, Diskriminierungen und strukturelle Ausgrenzungen, die alleinerziehende Migrantinnen in ihren Entscheidungsspielräumen eingrenzen.
Abschließend werden sozialpolitische Forderungen alleinerziehender
Migrantinnen zusammengefasst. Die vorliegende Studie gibt Anregungen und Hinweise zum Abbau von Ungleichheiten.

Dorothea Christa Krüger (Hrsg.): Alleinerziehende Migrantinnen. Lebenslagen und Fähigkeiten im Spannungsfeld von Abhängigkeit und Selbstbestimmung, ibidem-Verlag, Stuttgart 2016

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Heidelberger Aktionsplan 'Offen für Vielfalt und Chancengleichheit - Ansporn für alle'

Aktionsplan-Offen-fuer-Vielfalt-und-Chancengleichheit_HeidelbergIn Heidelberg wurde unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ein neuer Integrationsplan auf den Weg gebracht, der einen breiten Integrationsansatz vertritt. Damit werden alle Initiativen für gleichberechtigte Teilhabe, ob aus der Perspektive der Integration Zugewanderter, der Gleichberechtigung von Frauen und Männern, der Inklusion von Menschen mit Behinderung oder anderer sozialer Gruppen, nicht unabhängig von der Anerkennung der Rechte der jeweils anderen Gruppen behandelt.

Unter www.heidelberg.de/aktionsplan-vielfalt finden sich die Vorlage an den Gemeinderat, eine Zusammenfassung aller Ergebnisse und die beschlossenen Maßnahmenvorschläge im Einzelnen. Der Aktionsplan füllt gleich mehrere Selbstverpflichtungen der Stadt Heidelberg mit Leben: Den Auftrag

  • zur Fortschreibung des Ersten Kommunalen Integrationsplans der Stadt Heidelberg,
  • zur Umsetzung der Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene (mit bereits einem dritten Aktionsplan),
  • zur Umsetzung des Stadtentwicklungsplans 2015 sowie der Charta der Vielfalt und der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus.

Für Heidelberg wurde damit unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ein neuer Integrationsplan auf den Weg gebracht, der einen breiten Integrationsansatz vertritt. Die an der Erarbeitung dieses Aktionsplans Beteiligten haben deutlich gemacht, dass alle Initiativen für gleichberechtigte Teilhabe, ob aus der Perspektive der Integration Zugewanderter, der Gleichberechtigung von Frauen und Männern, der Inklusion von Menschen mit Behinderung oder anderer sozialer Gruppen, nicht unabhängig von der Anerkennung der Rechte der jeweils anderen Gruppen behandelt werden können. Denn es gab niemanden mit nur einer Zugehörigkeit oder (zugeschriebenen) Gruppenidentität, dafür aber Viele, die zahlreiche Probleme aufgrund von Vorurteilen verschiedenen Gruppen gegenüber kannten. Der vorgelegte Plan ist der erste seiner Art, diese Anliegen nicht getrennt voneinander zu bearbeiten.

Weitere Informationen

Unter www.heidelberg.de/aktionsplan-vielfalt sind alle aktuellen Dokumente abrufbar.

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'AllerPerlen' – Frauenvielfalt - Visionen - Möglichkeiten

AllerPerlenDie Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gifhorn hat eine Broschüre herausgegeben, in der sich Frauen aus verschiedenen Nationen vorstellen, die in Gifhorn leben. Ein durchgängiges Prinzip der Broschüre ist das vorgestellte Lieblingsschmuckstück der jeweiligen Porträtierten - die AllerPerle. (Gifhorn liegt an der Aller, einem Fluss in Niedersachsen, der in die Weser mündet.) Die Frauen berichten über ihren Lebensweg, ihre erste Zeit in Deutschland und wie sie sich auch im Berufsleben erfolgreich integriert haben. Darüber hinaus sind Informationen über weitere Aktivitäten der Stadt zum Thema Migration und Vielfalt aufgenommen worden.

Die Allerperlen sind eine gemeinsame Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Gifhorn, der Migrationsbeauftragte des Landkreises Gifhorn und der Jugendförderung der Stadt Gifhorn.

Weitere Informationen

Die Broschüre kann gegen eine Schutzgebühr in Höhe von 3,- Euro bei der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Gifhorn, Telefon (05371) 881 02, sylvia.rohrbeck@stadt-gifhorn.de bestellt werden. Darüber hinaus steht die Veröffentlichung als pdf-Datei auf der Website der Stadt Gifhorn zur Verfügung.

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Aufenthaltsbestimmungsrecht eines Vormunds bei einer im Ausland geschlossenen Ehe einer Minderjährigen

Vier hannoversche Frauenrechtsinitiativen und -einrichtungen und die Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Hannover haben in einer gemeinsamen Erklärung das Urteil des Bamberger Oberlandesgerichts von Mai 2016 kritisiert. Das hatte die Rechtmäßigkeit der im Ausland geschlossenen Ehe eines 14-Jährigen syrischen Mädchens anerkannt und dem Jugendamt, welches das Mädchen als Vormund in Obhut nehmen wollte, das Aufenthaltsentscheidungsrecht abgesprochen.

In einer Mitteilung erklären kargah e.V., die Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Hannover, das Frauen- und Kinderschutzhaus Hannover, die BISS-Hannover Koordinierungsstelle und Frauen Tribunal e. V.:

"Ungeachtet der rechtlichen Abwägungen, die das Bamberger OLG zur Anerkennung der Rechtmäßigkeit der Ehe eines 14-jährigen syrischen Mädchens in Deutschland veranlasst hat, erachten wir die Tatsache dieser Eheschließung als mit dem deutschen Grundgesetz nur schwerlich vereinbar und menschrechtsverletzend.

Dieses Urteil sendet ein falsches Signal aus. Solche Frühehen sind eine Form der Zwangsverheiratung – egal in welchem Kulturkreis sie geschlossen wurden! Kinder können sich nicht dagegen wehren! Sie sind aufgrund ihres Alters weder entscheidungsmächtig, noch entscheidungsfähig (vgl. §1303 BGB) und können die Folgen einer Ehe weder juristisch noch psychosozial ab-/ oder einschätzen.

Die Rechtswirksamkeit der Eheschließung im Bamberger Fall widerspricht zudem der Verpflichtung des Schutzes von Minderjährigen, der im Sinne unserer Verfassung ein hohes Gut darstellt (vgl. UN- Kinderrechtskonvention!).

Wir als Frauenorganisationen sehen dieses Urteil als Wegbereiter einer Legitimation der Kinderehe auch hier in Deutschland an und missbilligen dies auf das Schärfste! Dieses Urteil sendet eine fatale Botschaft an die Gesellschaft und vermittelt den Opfern, dass sie hier keinen Schutz erfahren werden. Weder dem Gewaltschutz, noch dem Opferschutz werden hier Rechnung getragen!"

Zum Hintergrund
Aufenthaltsbestimmungsrechts eines Vormunds bei einer im Ausland geschlossenen Ehe eines Minderjährigen/einer Minderjährigen
In einem Beschluss vom 12. Mai 2016 hat das Oberlandesgerichts Bamberg entschieden, dass dem für einen minderjährigen Flüchtling als Vormund bestellten Jugendamt keine Entscheidungsbefugnis für den Aufenthalt seines verheirateten Mündels zukommt. Der Familiensenat stützt sich bei seiner Entscheidung auf § 1633 BGB, wonach ein verheirateter Minderjähriger bzw. eine verheiratete Minderjährige u.a. selbst darüber bestimmen kann, wo er bzw. sie sich aufhalten und mit wem sie Umgang haben möchte. Der Familiensenat hat die Rechtsbeschwerde des Jugendamts gegen diese Entscheidung zugelassen, da die Sache grundsätzliche Bedeutung habe. Jetzt muss der Bundesgerichtshof entscheiden.

Weitere Informationen

Niedersächsisches Krisentelefon GEGEN Zwangsheirat
Mädchen und Frauen, die von einer Zwangsheirat bedroht sind oder in einer Zwangsehe leben, können sich in Niedersachsen beim Krisentelefon GEGEN Zwangsheirat Rat holen und informieren. Auch Jungen und Männer, Paare sowie Drittbetroffene haben hier eine Anlaufstelle, bei der sie sich landesweit zu Fragen und Problemen im Zusammenhang mit Zwangsheirat / Zwangsehe informieren können.

Auch Jungen und Männer, Paare sowie Drittbetroffene haben hier eine Anlaufstelle, bei der sie sich zu Fragen und Problemen im Zusammenhang mit Zwangsheirat/ Zwangsehe informieren können. Unter der Telefonnummer erfolgt auf Wunsch eine persönliche und telefonische Erstberatung auf Arabisch, Bosnisch, Kroatisch, Serbisch, Deutsch, Englisch, Farsi, Französisch, Kurmanci, Sorani und Türkisch (weitere Sprachen auf Anfrage), auch gibt es Auskünfte zu lokalen Ansprechpersonen.

T 0800 0667 888 (kostenlos)
Offene Sprechstunde
Montag bis Donnerstag 9.00 bis 16.00 Uhr
Freitag 9.00 bis 13.00 Uhr
zwangsheirat@kargah.de
www.kargah.de

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Die Rolle annehmen? In der Rolle bleiben? Neue Rollen leben?

Die-Rolle-annehmenEinstellungen und Vorstellungen von Frauen und Männern mit und ohne Zuwanderungsgeschichte zur Gleichberechtigung. Die Ergebnisse einer Studie, die gemeinsam von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Auftrag gegeben wurde, sind in einer Broschüre zusammengefasst.

Untersucht wurde, welche Vorstellungen von Geschlechterrollen und familiärer Arbeitsteilung Frauen und Männer mit und ohne Zuwanderungsgeschichte tatsächlich haben, welche Modelle sie im Alltag leben und welche Faktoren ihre Wertevorstellungen beeinflussen. Auch die Generationenfrage stand bei im Fokus: es wurden Mütter und Väter mit ihren Töchtern und Söhnen befragt.

Zentrales Ergebnis der Studie: "Über kulturelle Grenzen hinweg weisen die befragten Frauen und Männer in ihrem Rollenverständnis und den gelebten Familienmodellen mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede auf. Die Befragten der älteren Generation bevorzugen eine traditionelle Rollenaufteilung zwischen Männern und Frauen in der Familie. Demgegenüber favorisiert die jüngere Generation gleichberechtigte oder zumindest eingeschränkt gleichberechtigte Modelle. Die Studie zeigt, dass es die jeweiligen aktuellen sozialen Rahmenbedingungen sind, die das geschlechtsspezifische Rollenverständnis von Frauen und Männern prägen. Kulturelle Einflüsse und Traditionen der Herkunftsländer spielen eine untergeordnete Rolle für die Gestaltung des eigenen Familienlebens." (S. 8 der Studie).

Die Studie wurde durchgeführt vom "Univation Institut für Evaluation Dr. Beywl & Associates GmbH", Köln in Zusammenarbeit mit dem Institut für Interkulturelle Bildung der Fachhochschule Köln und dem Verein Women on Top Bielefeld.

Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen und Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.): Die Rolle annehmen? In der Rolle bleiben? Neue Rollen leben?, 2010

Weitere Informationen

Die Broschüre steht als pdf-Datei zum Download auf der Website des BMFSFJ bereit.

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Frauen aus aller Welt - erfolgreich in Deutschland

Frauen-aus-aller-Welt-erfolgreich-in-DeutschlandDie Broschüre "Frauen aus aller Welt - Erfolgreich in Deutschland" stellt acht erfolgreiche, beruflich engagierte Frauen aus aller Welt vor, die im Landkreis Verden leben und arbeiten. Erfolgreiche Migrantinnen, die Verantwortung in Beruf und Gesellschaft tragen, sind zahlreicher, als öffentlich wahrgenommen wird. Die Frauen kommen aus unterschiedlichen Ländern und üben unterschiedliche Berufe aus. Als Vorreiterinnen und Vorbilder sind sie besonders für junge Frauen mit Migrationserfahrung enorm wichtig. Sie stehen exemplarisch dafür, dass Integration gelingen kann.

Die porträtierten Frauen müssen ähnliche Hindernisse und Barrieren überwinden und stehen vor besonderen Herausforderungen. Der Zugang zum Arbeitsmarkt ist gerade für junge Frauen mit Migrationserfahrung erschwert, wie Studien zeigen. Um erfolgreich zu sein und sich beruflich zu integrieren, setzen die Frauen auf Spracherwerb und Bildung. Berufstätigkeit ist für sie eine Selbstverständlichkeit und stellt einen hohen Wert dar. Sie alle haben persönliche Ziele, für die sie ihre Kraft einsetzen und die sie mit Ausdauer und Energie verfolgen. Sie haben es geschafft, das ist ihre persönliche Leistung.

Frauen mit Migrationserfahrung sind ambitioniert, kreativ, leistungsbereit, ehrgeizig und risikofreudig. Das zeigen die Lebensgeschichten der Frauen, die die Broschüre vorstellt. Das Design des Heftes bleibt eher im Hintergrund, sodass die vorgestellten Frauen besonders zur Geltung kommen. Schön gemacht!

Fachkräfteoffensive Landkreis Verden/ Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Verden/ Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft Landkreis Verden (Hrsg.): Erfolgreich in Deutschland. Frauen aus aller Welt, Verden 2013

Weitere Informationen

Die Broschüre ist erhältlich bei
Christine Borchers
Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Verden
Telefon (04231) 15477
christine-borchers@landkreis-verden.de

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'Migrantinnen in Niedersachsen - Integration gestalten' - Projektbeispiele

Migrantinnen-in-Nds_ProjektbeispieleMit "Migrantinnen in Niedersachsen - Integration gestalten" wurde in Niedersachsen landesweit ein erfolgreiches Programm zur Förderung der Integration und zur Stärkung von Migrantinnen umgesetzt. Die unterschiedlichen Projekte - durchgeführt von den Gleichstellungsbeauftragten in den Kommunen - zielten auf eine Verbesserung der konkreten Lebenssituation der Migrantinnen, auf die nachhaltige Stärkung ihrer Rechte und Chancen auf volle gleichberechtigte Partizipation. Und sie sollten gleichzeitig ein Klima der Akzeptanz zwischen Frauen mit und ohne Migrationshintergrund schaffen. In dieseR Broschüre werden zwölf Projekte beispielhaft für Maßnahmen aus ganz Niedersachsen vorgestellt. Sie steht hier zum Download bereit.

Weitere Informationen

Kontakt
Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, Telefon (0511) 33 65 06 20, sekretariat@gleichberechtigung-und-vernetzung.de

Kosten | Bestellung
3,50 Euro Bearbeitungspauschale (einmalig pro Bestellung, zzgl. Portokosten und MwSt.), zum Bestellbogen.

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Gesundheitswegweiser | Welche Ärztin, welcher Arzt spricht meine Sprache?

Gesundheitswegweiser-in-elf-SprachenDer "Gesundheitswegweiser in elf Sprachen" für Migrantinnen und Migranten liegt in einer überarbeiteten Neuauflage vor. Mit dem Verzeichnis unterstützt der Landkreis Darmstadt-Dieburg Zugewanderte und ihre Familien in der Gesundheitsvorsorge.

Das Ärzteverzeichnis enthält Adressen von niedergelassenen Ärztinnen, Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten, Hebammen, Kliniken und Beratungsstellen im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Um eine gezielte Suche zu vereinfachen, wurde der Wegweiser nach Sprachen und Fachrichtungen gegliedert. Erneut wurden Ärzte und Einrichtungen in Darmstadt in den Wegweiser aufgenommen, wenn sie in einer sehr spezialisierten Fachrichtung tätig sind oder über eine besondere Sprachkompetenz verfügen.

Das Ärzteverzeichnis "Gesundheitswegweiser in elf Sprachen" wurde vom Interkulturellen Büro und der Abteilung für Chancengleichheit des Landkreises erarbeitet.

Weitere Informationen

Die Broschüre ist auf der Website des Landkreises Darmstadt-Dieburg abrufbar.

"Die anhaltende Nachfrage nach dem Wegweiser zeigt, dass für den Bereich Gesundheit und Krankheit eine Orientierungshilfe gebraucht wird, die neben den fachlichen Aspekten auch sprachliche und interkulturelle Kompetenzen berücksichtigt", berichtet Erste Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück.

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Die Fremde

Die-FremdeDie in Deutschland aufgewachsene 25-jährige Umay lebt in einer unglücklichen Ehe in Istanbul. Nach einer heimlichen Abtreibung und gewalttätigen häuslichen Auseinandersetzungen flüchtet sie mit ihrem kleinen Sohn Cem zu ihrer Familie nach Berlin. Die Wiedersehensfreude schlägt dort schnell um, als die Eltern erfahren, dass Umay ihren Mann verlassen hat. Sie beharren auf ihre Rückkehr in die Ehe und ihr Vater versucht telefonisch, Umays Ehemann Kemal und dessen Familie zu besänftigen. Aber auch Kemal ist nicht mehr an ihr interessiert, er fordert jedoch nachdrücklich seinen Sohn zurück. Während die Familie sich auf Kemals Seite stellt, bemüht sich Umay mit allen Mitteln um ihr Verständnis: Sie möchte mit Cem in Deutschland bleiben und ein selbstbestimmtes Leben führen.

Ein Film zum Thema Zwangsheirat.

Regie: Feo Aladag, Länge: 118 Minuten

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Verleih | Kosten
Der Film kann als DVD für eine nicht-kommerzielle Nutzung entliehen werden. Bearbeitungsgebühr: 40,- Euro/ 30,- Euro für Dauernutzerinnen (zzgl. Versand und MwSt.)

Kontakt
Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung
Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte
Telefon (0511) 33 65 06 20
peters@guv-ev.de

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Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Zur Website des Bundesamtes www.bamf.de

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Rechtliches zum Thema

Informationen zum Aufenthaltsrecht sowie zum Asylrecht und mehr bietet das Bundesministerium des Innern auf seiner Website.

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Migrantinnen in Führungspositionen

Das Forschungsprojekt: "Migrantinnen in Führungspositionen: Erfolgsfaktoren auf dem Weg an die Spitze" wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Untersucht werden Erfolgsfaktoren und Hemmnisse von hochqualifizierten Migrantinnen auf dem Weg in Spitzenpostionen in der Wirtschaft und Wissenschaft. www.migrantinnen-in-fuehrung.de.

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Jetzt noch bewerben: Kölner Frauenpreis

Koelner-Frauenpreis
Der Else-Falk-Preis der Stadt Köln würdigt das herausragende Engagement von Frauen, die sich für die Gleichstellung von Frauen und Männern beziehungsweise Mädchen und Jungen in Köln einsetzen. Der Preis soll die Öffentlichkeit für das Thema "Geschlechtergerechtigkeit" sensibilisieren, Vorbilder zeigen, die zur Nachahmung animieren, und dazu beitragen, dass Verdienste von Frauen nicht in Vergessenheit geraten. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert, Teilnahmeschluss ist der 31. Oktober 2021. www.frauenpreis.koeln

Kalender 2022 'Kunst und Kultur'

Kalender-GuV-2022
Der Kalender 2022 von Gleichberechtigung und Vernetzung hat das Thema "Frauen in Kunst und Kultur": Ein weiblicher Bereich? Mitnichten. Wer verdient hier das große Geld? Wer entscheidet? Kunst und Kultur wirkt auf Rollenbilder; durch die Inhalte und durch die Darstellung, aber auch durch Protagonistinnen und Protagonisten: Wer steht hinter der Kamera, vor dem Orchester? Aber die gute Nachricht ist: Frauen holen auf! Alle Informationen zum Kalender und zur Bestellung finden Sie hier: weiterlesen >>>

Termine Alle Termine >>>

November 2021

3.11.2021 | Die Aufgaben im Gleichstellungsbüro, online

25.11.2021 | Internationaler Tag 'NEIN zu Gewalt an Frauen', weltweit

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Kalender 2021 | Zwölf von uns - Eva Dannenberg

10_Kalenderblatt-Oktober_2021
Der Kalender von Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. 2021 stellt zwölf Frauen vor, die sich besonders einsetzen, um unsere Welt gerechter zu machen. Hier unser Beitrag für den Monat Oktober: Eva Dannenberg ist Gründerin und Geschäftsführerin der WERKHAUS Design + Produktion GmbH. WERKHAUS wurde mehrfach mit Preisen für ökologisches und nachhaltiges Wirtschaften ausgezeichnet. Im Jahr 2018 erhielt Eva Dannenberg den Lore-Preis des Club Uelzen Soroptimist International. weiterlesen >>>