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Frankfurt | Plakatkampagne gegen Übergriffe im öffentlichen Raum gestartet


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"Alle Frauen und Mädchen haben das Recht auf Respekt" - so lautet der Slogan einer neuen Plakatkampagne des Frauenreferats der Stadt Frankfurt am Main gegen Übergriffe im öffentlichen Raum.

Die Plakatmotive der Kampagne sind inspiriert von Erfahrungen und Forderungen von Mädchen und jungen Frauen. An über 600 Litfaßsäulen und Plakatwänden sind ihre Appelle zu sehen.

Es geht um Übergriffe und sexuelle Belästigung auf der Straße, in der Bahn oder auf dem Weg zum Supermarkt, die zu den alltäglichen Erfahrungen von Mädchen und Frauen zählen. Dazu gehören zum Beispiel Blicke, Pfiffe, rassistische und sexistische Bemerkungen und "Witze", Kommentare über das Aussehen, "zufällige" Berührungen oder Angrapschen.

Auf der Kampagnenhomepage sind alle Plakativmotive mit Zahlen, Daten und Fakten zu finden. Zudem sind dort Adressen von Beratungsstellen und Anlaufstellen für Mädchen und junge Frauen abrufbar: www.klischeefreie-zone-ffm.de/plakatkampagne

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Häusliche Gewalt darf nicht unerkannt bleiben | Verantwortung liegt auch bei Frauenärztinnen und -ärzten

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) hat eine überarbeitete Stellungnahme zum Thema "Gewalt gegen Frauen" veröffentlicht. "Häusliche Gewalt an Frauen ist für die KollegInnen in unserem Berufsstand zu jeder Zeit ein brisantes Thema und darf nicht unerkannt bleiben", erklärt DGGG-Präsident Prof. Dr. Anton J. Scharl und ergänzt: "Verstärkt durch die Corona-Pandemie und die damit einhergehend gestiegenen Fallzahlen ist es heute umso wichtiger, dass GynäkologInnen in Niederlassung und Klinik im professionellen Umgang mit gewalterfahrenen Patientinnen vertraut sind. Nur, wenn die richtigen Maßnahmen ergriffen werden, kann einer Chronifizierung von häuslicher Gewalt vorgebeugt und langfristig Entlastung geschaffen werden."

Die neu erschienene Stellungnahme "Gewalt gegen Frauen" ist eine Aktualisierung der DGGG-Stellungnahme von 2010. Sie wurde gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe e. V. (DGPFG) erstellt und ist als Handlungsempfehlung für das konkrete Vorgehen in der (frauen-)ärztlichen Praxis gedacht.

Darüber hinaus sollte das Thema "Gewalt" regelmäßig in der medizinischen Ausbildung behandelt, als Fortbildungsmodul in die 80-Stunden-Blöcke zur psychosomatischen Grundversorgung fest verankert und in praxisrelevanten Fortbildungsveranstaltungen angeboten werden.

Orientiert an internationalen Standards (WHO 2014) und den Konzepten des Modellprojekts MIGG (Medizinische Intervention gegen Gewalt an Frauen) umfassen die Interventionsstandards vier zentrale Aufgaben für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte:

1. Gewalterfahrungen und Folgen von Gewalt erkennen, ansprechen und bei der Untersuchung berücksichtigen
2. Gesundheitliche Folgen von Gewalt (ggf. gerichtsverwertbar) dokumentieren
3. Hilfen zum Schutz und zur Beendigung von Gewalt vermitteln (durch regionale Vernetzung wie Hilfeeinrichtungen, Polizei, Justiz)
4. Sicherheit für Patientinnen und Praxisteam in der Praxis gewährleisten

Die Stellungnahme erörtert jeden dieser Punkte explizit und erklärt die möglichen Handlungsschritte.

Sie ist auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) als pdf Datei abrufbar.

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Niedersachsen | Kampagne gegen häusliche Gewalt gestartet


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Um Gewalt in der Nachbarschaft zu erkennen und zu verhindern, hat die Koordinierungsstelle "Häusliche Gewalt" beim Landespräventionsrat Niedersachsen im Justizministerium gemeinsam mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung eine Kampagne gestartet. Unter der Frage "Hast du das auch gehört?" zeigt die Kampagne über Postkarten und Plakate auf, was man tun kann, wenn in der Nachbarschaft häusliche Gewalt bemerkt wird.

Die Grafiken auf den Postkarten und Plakaten verdeutlichen, dass eine aufmerksame Nachbarschaft Gewalt verhindern und für Betroffene eine wichtige Unterstützung sein kann. Die wesentlichen Empfehlungen lauten:
  • Aufmerksam sein!
  • Informationen einholen!
  • Hilfe anbieten!
  • Konfliktsituationen unterbrechen!
  • Polizei rufen!

In diesen Wochen ist die Zivilcourage von Personen aus dem direkten Wohnumfeld sehr wichtig, denn der Zugang zu Justiz, Polizei und weiteren Hilfsangeboten ist durch die soziale Isolation für viele Menschen schwieriger als sonst.

Unabhängig von der aktuellen Kampagne steht das gesamte niedersächsische Gewaltschutzsystem für Frauen auch in Zeiten der Corona-Krise zur Verfügung. Die 44 Gewaltberatungsstellen sind telefonisch und per E-Mail erreichbar und bieten zum Teil auch Online-Beratung an. Die 42 Frauenhäuser nehmen gewaltbetroffene Frauen auf. Ausnahme sind unter Quarantäne stehende Frauen, hier muss konsequent das Gewaltschutzgesetz durch die Polizei angewandt werden und der Täter der Wohnung verwiesen werden. Tag und Nacht zur Verfügung steht das bundesweite Hilfetelefon: 08000/116016. Auch die Stiftung Opferhilfe ist jederzeit ansprechbar.

Weitere Informationen

Die Postkarten und Plakate stehen - auch in englischer Sprache - auf der Kampagnenwebsite unter auchgehoert.de zum Download bereit.

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Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen - Niedersachsen unterzeichnet die Verwaltungsvereinbarung mit dem BMFSFJ

Frauenministerin Carola Reimann hat für Niedersachsen gemeinsam mit Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey eine Verwaltungsvereinbarung zur Umsetzung des Investitionsprogramms "Gemeinsam gegen Gewalt gegen Frauen" unterzeichnet. Frauen und Kinder, die Gewalt erleben, brauchen schnelle Hilfe und Unterstützung. Dafür stellt der Bund in den Jahren 2020 bis 2023 insgesamt 120 Millionen Euro bereit. Am 18. Februar ist das Bundesinvestitionsprogramm "Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen" gestartet, das Hilfs- und Beratungsangebote in den Ländern und Kommunen unterstützt. Mit dem Programm fördert der Bund den Aus-, Um-, Neubau und Kauf sowie die Sanierung von Frauenhäusern und Fachberatungsstellen. Das Programm wird in enger Kooperation mit den Ländern durchgeführt.

"Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung legen wir den Grundstein für die Umsetzung des Förderprogramms in Niedersachsen", erklärt Ministerin Reimann. "Durch die Vereinbarung wird es möglich, weitere wichtige Projekte in Niedersachsen umzusetzen. Genau diese enge Zusammenarbeit ist mir sehr wichtig. Keine Frau soll Gewalt erleiden müssen. Ich bin froh, dass wir das Hilfesystem für von Gewalt betroffenen Frauen und ihre Kinder auch in Niedersachsen in den kommenden Jahren weiter stärken."

  • Die erste Frist zur Einreichung der Förderanfragen in Niedersachsen endet bereits am 30. April 2020. Fragen zu möglichen Förderungen richten Sie bitte an Referat202@ms.niedersachsen.de.

Die Förderrichtlinie und die Verwaltungsvereinbarung zum Bundesinvestitionsprogramm sowie das Formular zur Förderanfrage finden Sie unter: www.bmfsfj.de/bmfsfj/ministerium/ausschreibungenfoerderung/foerderrichtlinien/gemeinsam-gegen-gewalt-an-frauen

Die zweite Säule des Förderprogramms sind innovative Maßnahmen, um die Versorgung der betroffenen Frauen zu verbessern. Dafür stehen dieses Jahr fünf Millionen Euro zur Verfügung. Die Bundesfinanzplanung sieht für die Jahre 2021 und 2022 jeweils weitere fünf Millionen Euro vor. Mit dem Innovationsprogramm sind bereits im vergangenen Jahr fünf Bundesprojekte gestartet, die von Gewalt betroffenen Frauen helfen. Außerdem kommen die finanziellen Mittel bundesweit Fachkräften im gesamten Hilfesystem zugute. Um auf das Thema aufmerksam zu machen, ist im November 2019 die Initiative "Stärker als Gewalt gestartet. Auf der Internetseite https://staerker-als-gewalt.de/ zur Initiative sind erstmals eine Vielzahl an Hilfs- und Beratungsangeboten gebündelt.

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E-Learning zu 'Häuslicher Gewalt' | Interdisziplinärer Onlinekurs für Fachkräfte

Voraussichtlich im Juli startet der neue Onlinekurs "Schutz und Hilfe bei Häuslicher Gewalt" des Universitätsklinikums Ulm. Der Kurs richtet sich sowohl an Fachkräfte, die sich in das Thema Gewalt in Paarbeziehungen einarbeiten wollen, als auch an solche, die sich eine Auffrischung und Erweiterung des Themas wünschen. Das E-Learning Programm wurde von der Uniklinik Ulm in Zusammenarbeit mit dem Sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitut zu Geschlechterfragen Freiburg und anderen Partnern unter Förderung des Bundesfamilienministeriums entwickelt. Interessentinnen können sich in die Teilnahmeliste eintragen. https://haeuslichegewalt.elearning-gewaltschutz.de (3.4.2020)

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Frauenhauskinder und ihr Weg ins Leben

Frauenhauskinder-und-ihr-Weg-ins-LebenWie haben "Frauenhauskinder" häusliche Gewalt und die Schutzsuche ihrer Mütter erlebt und welche Bedeutung hatte diese Erfahrung für sie? Eine Studie der Leuphana Universität Lüneburg hat diese Frage untersucht und gibt tiefe Einsichten über das Erleben von Kindern im Frauenhaus. Grundlage der Untersuchung sind strukturierte Interviews, in denen junge Erwachsene die häusliche Situation und ihre Zeit im Frauenhaus rückblickend beschreiben.

Das Miterleben häuslicher Gewalt wirkt sich auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern aus und kann ein Risikofaktor sein. Der Aufenthalt im Frauenhaus kann dazu beitragen, Ressourcen im Sinne von Resilienz zu aktivieren und den Kindern in geschützter Umgebung neue positive Erfahrungen ermöglichen.

Die Studie gibt unter anderem Aufschluss über Veränderungen in den sozialen Beziehungen der Kinder in Folge eines Frauenhausaufenthaltes und reflektiert die Einflüsse auf die spätere Wahrnehmung von Geschlechterverhältnissen und Beziehungen. Die Gewalterfahrungen wirken in die weiteren Bildungs- und Lebensverläufe hinein. Die Studie benennt Risiko- und Schutzfaktoren, beschreibt die Identitätskonstrukstionen der Befragten und zeichnet ihre weiteren Lebenswege nach.

Aus diesen gewonnenen Erkenntnissen werden Empfehlungen für die Arbeit im Frauenhaus abgeleitet und politische Notwendigkeiten aufgezeigt.

Das Buch bietet Erkenntnisse und Anregungen für Studierende, sozialpädagogische Fachkräfte, Frauenhausleitungen, Beratungsstellen, Kinderschutz und alle Interessierten im Bereich Gewaltprävention.

Die Autorin:
Prof. Dr. Angelika Henschel, Professorin für Sozialpädagogik, insb. Genderforschung, Jugendhilfe und Inklusion am Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik, Leuphana Universität Lüneburg

Angelika Henschel: Frauenhauskinder und ihr Weg ins Leben, Verlag Barbara Budrich, 2019

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Sexismus im Alltag

Sexismus-im-AlltagWahrnehmungen und Haltungen der deutschen Bevölkerung - Pilotstudie
Die Pilotstudie "Sexismus im Alltag" von Prof. Dr. Wippermann im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erstellt, zeigt erstmals, dass Sexismus als ein relevantes Phänomen in der Bevölkerung wahrgenommen wird. Die Studie enthält vielfältige Ergebnisse, z.B. in welcher Form und an welchen Orten Sexismus erlebt wird. Auch zeigt sie, wie unterschiedlich das Thema Sexismus in den verschiedenen gesellschaftlichen Milieus erlebt und wie ihm begegnet wird.

Die 104 Seiten starke Broschüre gibt ein umfassendes Bild, unterlegt mit sozialwissenschaftlich ermittelten Fakten.

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.): Sexismus im Alltag. Wahrnehmungen und Haltungen der deutschen Bevölkerung, Berlin 2019

Weitere Informationen

Die Broschüre steht auf der Website des BMFSFJ zum Download bereit.

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Frauenhaus24 geht in Hannover an den Start

Das Frauenhaus24 hat seinen Betrieb aufgenommen. Seit Januar 2020 bietet die Sofortaufnahme für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder 15 Plätze zur sofortigen Unterbringung an. Die Schutzeinrichtung ist rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche telefonisch erreichbar und ab sofort erste Anlaufstelle für gewaltbetroffene Frauen und ihren Kindern. Bis maximal vier Werktage sollen sich die Schutzsuchenden in dieser Einrichtung aufhalten, um anschließend – nach intensiver Klärung ihrer Situation – an passgenaue Hilfen weitervermittelt zu werden. Die Region Hannover und die Landeshauptstadt Hannover haben das Frauenhaus24 gemeinsam auf dem Weg gebracht, Träger ist der Verein "Frauenhaus Hannover – Frauen helfen Frauen e.V." Rund 800.000 Euro jährlich sind für die Finanzierung der Einrichtung eingeplant, die Kosten teilen sich die Region Hannover und die Landeshauptstadt Hannover mit jeweils 400.000 Euro.

Das Frauenhaus24 ist eine 24-Stunden-Einrichtung und für Frauen in akuten Notsituationen lückenlos erreichbar. Am Telefon vereinbaren die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses24 einen öffentlichen Treffpunkt mit den schutzsuchenden Frauen, von dem sie abgeholt und zum Frauenhaus gebracht werden. "Das Frauenhaus24 hat wie die anderen Frauenhäuser eine Schutzanschrift, damit die Frauen und Kinder, die zu uns kommen, nicht weiter bedroht und verfolgt werden", so Silke Dietrich von dem Trägerverein "Frauenhaus Hannover – Frauen helfen Frauen e.V.". In den vier Werktagen Aufenthalt im Frauenhaus24 werden die Frauen beraten und gemeinsam geklärt, welche Hilfe und Unterstützung die Betroffenen brauchen. "Wir gehen davon aus, dass dies ausreichend Zeit ist, um Beratung zu erfahren und die nächsten Schritte zu planen. Es geht hier um wirklich passgenaue Hilfen und die richtige Begleitung", erklärt ihre Kollegin Ute Schimpf.

Das Frauenhaus24 hat im Januar seinen Betrieb aufgenommen, am heutigen Donnerstag (13. Februar) ist der offizielle Start und die kostenlose Telefonnummer 0800-7708077 ab 15 Uhr freigeschaltet. Das Frauenhaus24 ist derzeit noch als Übergangslösung in einer von der Landeshauptstadt Hannover zur Verfügung gestellten Mietimmobilie untergebracht. Ende 2020 bis Anfang 2021 soll das Frauenhaus24 dann in den barrierearmen Neubau umziehen, der sich derzeit noch im Bau befindet.

Das Frauenhaus24 ist ein Baustein in dem von der Regionsversammlung im Dezember 2018 beschlossenen "Konzept zur Weiterentwicklung von Beratung, Schutz und Hilfen für gewaltbetroffene Frauen in der Region Hannover". Die nächsten Schritte der Region sind die Umsetzung eines gesicherten Frauenhauses mit rund 20 Familienplätzen im Umland sowie die Einrichtung einer zentralen Koordinierungsstelle Wohnraum, die auch gezielt Frauen und ihre Kinder nach ihrem Aufenthalt im Frauenhaus bei der Wohnungssuche unterstützt. In der Landeshauptstadt Hannover ist die Einrichtung des Frauenhaus24 Teil des Ausbaus der Frauenhauslandschaft, den der Rat im Dezember 2018 beschlossen hat. Ein nächster Schritt ist die Erarbeitung eines Konzepts für eine Schutzeinrichtung für 18 bis 25-jährige Frauen.

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Niedersachsen: Täterarbeit bei häuslicher Gewalt steht im Fokus eines Modellprojekts

Bei einem neuen dreijährigen Modellprojekt "Nachhaltige Vernetzung der Täterarbeit Häusliche Gewalt in Niedersachsen" stehen Kursangebote und die Vernetzung von Täterarbeitseinrichtungen mit den örtlichen Interventionsstrukturen im Fokus. Das Projekt des Niedersächsischen Sozialministeriums ist Teil der Umsetzung der Istanbul Konvention und wird durch das Männerbüro Hannover umgesetzt.

Sozialministerin Dr. Carola Reimann: "Die Arbeit mit den Tätern ist in der Interventionskette ein wichtiger Bestandteil mit großem präventivem Charakter. Während Opfer geschützt und unterstützt werden, ist es wichtig, dass gewalttätige Männer ihr Verhalten ändern - nur so lässt sich die Gewaltspirale unterbrechen." Von häuslicher Gewalt sind nicht nur Frauen, sondern häufig auch Kinder direkt oder indirekt (mit)betroffen. Das Land fördert in 2020 elf Täterarbeitseinrichtungen mit insgesamt 275.000 Euro.

Weitere Informationen zur Förderung von Täterarbeitseinrichtungen auf der Website des Niedersächsischen Sozialministeriums

Weitere Informationen

Quelle: Pressemitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, 07.02.2020, www.ms.niedersachsen.de

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Istanbul-Konvention | BMFSFJ startet Aufbau einer Monitoringstelle gegen Gewalt an Frauen

Bundesfrauenministerin Giffey hat den Startschuss zum Aufbau einer Monitoringstelle gegen Gewalt an Frauen und zur Bekämpfung des Menschenhandels gegeben. Das BMFSFJ fördert dazu seit Januar 2020 mit rund 500.000 Euro ein Projekt des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMR). Ziel ist es, bis Ende des Jahres ein konkretes Konzept für die neue Monitoringstelle fertig zu stellen. Das Vorhaben ist Teil der Umsetzung der sogenannten Istanbul-Konvention ("Europaratsübereinkommen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt") sowie der Europaratskonvention zur Bekämpfung des Menschenhandels. www.bmfsfj.de (5.2.2020)

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Erklärvideo zu sexualisierter Gewalt in organisierten und rituellen Gewaltstrukturen


Sexualisierte Gewalt in rituellen und organisierten Gewaltstrukturen ist ein sehr komplexes Thema und wird von Strafverfolgungsbehörden, Hilfestrukturen und Politik unterschiedlich bewertet und in den Medien kontrovers diskutiert. Dabei erfordern komplexe Gewaltstrukturen und schwere Traumatisierungen der Betroffenen ein gemeinsames interdisziplinäres Vorgehen, um ein Hellfeld zu schaffen und die Situation für Betroffene zu verbessern. Ein neues Erklärvideo soll dabei helfen. Das Video steht auf www.kinderschutz-zentren.org/organisierte-rituelle-gewalt zur Verfügung. (21.01.2020)

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Gesetz regelt Kostenübernahme der Spurensicherung bei sexualisierter Gewalt

Die Kosten einer vertraulichen Spurensicherung bei Verdacht auf sexualisierte Gewalt werden künftig von den Krankenkassen erstattet. Grundlage dafür ist das Gesetz für den Schutz vor Masern und zur Stärkung der Impfprävention, das am 14. November 2019 vom Bundestag beschlossen wurde. Das Gesetz schränkt außerdem die Werbung für Schönheitsoperationen ein.

Mit dem Gesetz wird die frühzeitige Beweissicherung bei Verdacht auf Vergewaltigung oder sexuellen Missbrauch verbessert. Menschen, die zum Beispiel Opfer einer Vergewaltigung geworden sind, können somit vertraulich eine Ärztin oder einen Arzt, ein Krankenhaus oder eine darauf spezialisierte Einrichtung aufsuchen und Spuren sicherstellen lassen, bevor sie sich an die Polizei wenden. Diese Leistungen können mit den Krankenkassen abgerechnet werden, ohne dass die untersuchte Person von der Krankenkasse identifiziert werden kann.

Außerdem wird Werbung für Schönheitsoperationen, die sich überwiegend oder ausschließlich an Kinder und Jugendliche richtet, verboten. Das betrifft auch Werbung in sozialen Netzwerken.

Das Gesetz tritt am 1. März 2020 in Kraft. Es bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrates.

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Fachstandards der Kinderschutz-Zentren zur Thematik der sexuellen Gewalt an Kindern und Jugendlichen

Fachstandards-KinderschutzDie Kinderschutz-Zentren haben eigene Fachstandards zur Thematik der sexuellen Gewalt an Kindern und Jugendlichen erarbeitet. Sie spiegeln die spezielle Expertise der regionalen Facheinrichtungen in diesem Bereich wieder und tragen aktuellen Entwicklungen in Gesellschaft, Wissenschaft und Kinderschutzpraxis Rechnung. Die Positionierung geht ein auf das Verständnis von Sexueller Gewalt, den Sprachgebrauch im Themenfeld, die Haltung der Kinderschutz-Zentren, Besondere Dynamiken und Folgen sexueller Gewalt, Ziele in Beratungs- und Hilfeprozessen sowie die Arbeitsweise bei (vermuteter) sexueller Gewalt.

Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren e.V.: Fachstandards zur Thematik der sexuellen Gewalt an Kindern und Jugendlichen, Köln 2019

Weitere Informationen

Download auf www.kinderschutz-zentren.org

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Initiative 'Stärker als Gewalt' gestartet

Staerker-als-Gewalt_IBMFSFJ_PHT02Am "Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen" hat Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey die neuen Zahlen der Kriminalstatistischen Auswertung zu Partnerschaftsgewalt 2018 des Bundeskriminalamtes vorgestellt. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zahlen weiterhin hoch und sogar in einigen Bereichen noch leicht gestiegen.

2018 wurden laut der BKA-Statistik insgesamt 140.755 Personen (Vorjahr: 138.893) Opfer versuchter und vollendeter Gewalt (Mord und Totschlag, Körperverletzungen, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, sexuelle Übergriffe, Bedrohung, Stalking, Nötigung, Freiheitsberaubung, Zuhälterei und Zwangsprostitution) - 81,3% davon sind Frauen, 18,7% Männer. Somit waren insgesamt 114.393 (2017: 113.965) Frauen und 26.362 Männer (2017: 24.928) von Partnerschaftsgewalt betroffen.

Bei Vergewaltigung, sexuellen Übergriffen und sexueller Nötigung in Partnerschaften sind die Opfer zu 98,4% weiblich, bei Bedrohung, Stalking, Nötigung in der Partnerschaft sind es 88,5%. Bei vorsätzlicher, einfacher Körperverletzung sind es 79,9%, bei Mord und Totschlag in Paarbeziehungen sind 77% der Opfer Frauen.

Die Statistik beinhaltet noch weitere alarmierende Zahlen: 122 Frauen wurden 2018 durch Partnerschaftsgewalt getötet (durch Mord, Totschlag und Körperverletzung mit Todesfolge; 2017: 147). Das bedeutet: an jedem dritten Tag. Mehr als ein Mal pro Stunde wird statistisch gesehen eine Frau durch ihren Partner gefährlich körperlich verletzt.

Dunkelziffer: Jede 3. Frau einmal im Leben von Gewalt betroffen

Die aufgeführten Zahlen bilden nur jene Straftaten ab, die überhaupt zur Anzeige gebracht wurden. Die Dunkelziffer ist weitaus höher: Nach sogenannten Dunkelfeldstudien ist jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen (also nicht nur von Partnerschaftsgewalt). Statistisch gesehen sind das mehr als 12 Millionen Frauen.

Initiative "Stärker als Gewalt"

Staerker-als-gewaltBei der Pressekonferenz hat Bundesfamilienministerin Giffey die bundesweite Initiative "Stärker als Gewalt" gestartet, in der sich bislang 13 Organisationen zusammengeschlossen haben, die im Bereich Hilfe und Unterstützung aktiv sind. Die Initiative wendet sich ausdrücklich an betroffene Frauen und Männer, aber auch an ihr Umfeld. Die neue Internetseite der Initiative bündelt eine Vielzahl an Hilfs- und Beratungsangeboten: https://staerker-als-gewalt.de. Wie können wir Frauen helfen, die Gewalt erleben? Wo bekommen wir Unterstützung? Darauf gibt die Website Antworten.

Weitere Informationen

Die gesamte Auswertung des Bundeskriminalamtes finden Sie hier: www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/Lagebilder/Partnerschaftsgewalt/partnerschaftsgewalt_node.html

Quelle: Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums

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Arbeitshilfe für Fachkräfte aus Frauen- und Kinderschutz in der Region Hannover

Arbeitshilfe-fuer-Fachkraefte-aus-Frauen-und-Kinderschutz-in-der-Region-HannoverNicht nur Frauen erleben Häusliche Gewalt, häufig sind Kinder mit betroffen. Damit die Beratung von Frauen und Kindern noch stärker Hand in Hand geht, hat das Team Gleichstellung der Region Hannover gemeinsam mit Fachleuten aus dem Frauen- und Kinderschutz eine Arbeitshilfe entwickelt. "Gegen Häusliche Gewalt - Arbeitshilfe für Fachkräfte aus Frauen- und Kinderschutz in der Region Hannover" heißt das rund 70 Seiten starke Heft. Es richtet sich in erster Linie an professionelle Helferinnen und Helfer, die Frauen oder Kinder mit Gewalterfahrungen unterstützen und beraten.

"Es gibt auf der einen Seite Beratungsangebote für betroffene Frauen. Auf der anderen Seite kümmern sich um das Wohl betroffener Kinder die Sozialen Dienste in den Jugendämtern", erläutert Petra Mundt, Gleichstellungsbeauftragte der Region Hannover. "Beide Fachrichtungen leisten hervorragende und wichtige Arbeit. Wir möchten sie noch stärker zusammenbringen, damit sie nicht aneinander vorbei arbeiten."

Eine interdisziplinäre Projektgruppe hat sich der Aufgabe angenommen und Informationen über gesetzliche Grundlagen und Arbeitsaufträge in der Broschüre zusammengestellt. Außerdem enthält die Arbeitshilfe alle wesentlichen Adressen und Ansprechpersonen sowie Musterbögen, mit denen Fälle von Kindswohlgefährdung an das jeweilige Jugendamt gemeldet werden können.

Das Heft wird an Jugendhilfestationen/ Jugendämter, Amtsgerichte, Frauenberatungsstellen und Frauenhäuser sowie weitere Institutionen verteilt.

Team Gleichstellung der Region Hannover u.a. (Hrsg.): Gegen Häusliche Gewalt - Arbeitshilfe für Fachkräfte aus Frauen- und Kinderschutz in der Region Hannover, Hannover 2019

Weitere Informationen

Interessierte können die Arbeitshilfe in gedruckter Form per E-Mail an gleichstellung@region-hannover.de anfordern. Sie steht außerdem auf der Website der Region Hannover zum Download bereit.

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Bundesinvestitionsprogramm 'Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen'

Der Bund plant in den Jahren 2020 bis 2023 insgesamt 120 Millionen Euro in den Aus-, Um- und Neubau von Frauenhäusern und Beratungsstellen in Deutschland zu investieren. Bei der Sitzung des Runden Tisches von Bund, Ländern und Kommunen gegen Gewalt an Frauen wurden Details der Umsetzung des Investitionsprogramms durch das Bundesfrauenministerium vorgestellt und mit Ländern und Kommunen beraten. Im Januar 2020 soll das Programm starten.

Mit dem Bundesinvestitionsprogramm "Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen" will der Bund in den Jahren 2020 bis 2023 mit jährlich 30 Mio. Euro den Aus-, Um- und Neubau sowie die Sanierung von Frauenhäusern und Fachberatungsstellen fördern. So ist es in der Finanzplanung des Bundes vorgesehen. Voraussetzung ist jeweils die Zustimmung des Bundestages als Haushaltsgesetzgeber. Insgesamt gibt der Bund damit 120 Millionen Euro für eine bessere Aufstellung der Hilfestrukturen für Frauen, die von Gewalt betroffen sind.

Ziel ist, Hilfseinrichtungen besser zugänglich zu machen, insbesondere für Zielgruppen, die es bislang schwer haben, Schutz und Hilfe zu bekommen. Zum Beispiel soll mit den Bundesmitteln der barrierefreie Ausbau von Frauenhäusern gefördert werden. Außerdem sollen neue räumliche Kapazitäten und innovative Wohnformen für Frauen geschaffen werden, die von Gewalt betroffen sind und gemeinsam mit ihren Kindern Schutz suchen. Die Bauförderung soll in enger Kooperation mit den Ländern und Kommunen durchgeführt werden.

Am Runden Tisch gegen Gewalt an Frauen sind neben dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Vorsitz) und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales alle 16 Bundesländer sowie die kommunalen Spitzenverbände vertreten. Zentrales Ziel der Gespräche ist der bedarfsgerechte Ausbau der Unterstützungsangebote für gewaltbetroffene Frauen. Der Runde Tisch wird auch künftig weiterarbeiten, damit die Versorgung der von Gewalt betroffenen Frauen und ihrer Kinder weiter verbessert wird.

So äußern sich Teileilnehmende des Runden Tisches zum Bundesinvestitionsprogramm

Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey: "Gewalt gegen Frauen darf niemals die Oberhand gewinnen. Jede Frau in einer Notsituation muss schnelle Hilfe und Unterstützung bekommen. Bund, Länder und Kommunen sind hier gemeinsam in Verantwortung. Der Bund unterstützt ab Januar 2020 erstmalig den Ausbau von Hilfseinrichtungen mit einem Bundesinvestitionsprogramm. 120 Millionen Euro sind ein wichtiger Impuls, um Frauenhäuser und Beratungsstellen besser aufzustellen. Unser Ziel erreichen wir aber nur zusammen. Die Länder und Kommunen wissen, wo welche Ausbau-Maßnahmen sinnvoll sind und können sicherstellen, dass die Investitionen nachhaltig sind und vor Ort ankommen. Deshalb haben wir heute gemeinsam die Umsetzung des Bundesprogramms beschlossen."

Anne Spiegel, Landesfrauenministerin in Rheinland-Pfalz und Vorsitzende der Gleichstellungs- und Frauenministerkonferenz der Länder (GFMK): "Die Istanbul-Konvention ist ein Meilenstein im Kampf gegen Gewalt gegen Frauen. Sie verpflichtet uns, Frauen vor allen Formen von Gewalt zu schützen. Jede dritte Frau in Deutschland wurde bereits Opfer von körperlicher oder sexualisierter Gewalt. Die Länder investieren seit Jahren in den Schutz von Frauen. So konnte ein breites Hilfesystem aufgebaut werden. Dennoch finden noch immer nicht alle Frauen die Unterstützung, die sie benötigen. Die GFMK hat sich bereits im Juni bei ihrer Hauptkonferenz dafür ausgesprochen, dass der Bund hier die notwendigen Ressourcen zur Verfügung stellt. Daher begrüße ich das jetzt aufgelegte Bundesinvestitionsprogramm."

Silvio Witt, Oberbürgermeister der Stadt Neubrandenburg und Präsidiumsmitglied des Deutschen Städtetages für die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände (Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag, Deutscher Städte- und Gemeindebund): "Jegliche Form von Gewalt gegen Frauen ist inakzeptabel. Von häuslicher Gewalt betroffene Frauen und Kinder brauchen schnellen und unbürokratischen Schutz. Die Kommunen wollen gemeinsam mit Bund und Ländern Prävention und Hilfsangebote verbessern und ausbauen. Der Ausbau des Hilfesystems ist erforderlich, weil Frauenhäuser bundesweit überlastet sind. Deshalb muss vor allem die Finanzierung der Frauenhausplätze auf eine sichere Basis gestellt werden. Das vorgesehene Bundesförderprogramm ist ein erster wichtiger Schritt für bessere Hilfe für Frauen in Not. Auch die Städte, Landkreise und Gemeinden wollen sich an dieser Aufgabe beteiligen und mithelfen, bürokratische Hürden weiter abzubauen."

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Niedersachsen | Projekt zur Sensibilisierung gegen K.O.-Tropfen

KO-Tropfen-Kampagne-Flyer-Nds"Die Verwendung von K.O.-Tropfen ist perfide. Sie werden hinterhältig benutzt, um Opfer bewusstlos und handlungsunfähig zu machen", warnt Dr. Carola Reimann, Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Die eintretende Willens- bzw. Bewusstlosigkeit befähigt Täterinnen oder Täter, Sexual- und Raubdelikte zu begehen.

Die jetzt gestartete Kampagne "Ich lass mich nicht K.O.-Tropfen" möchte potenzielle Opfer deshalb sensibilisieren, sich besser vor bewusstseinstrübenden Substanzen zu schützen. Der Niedersächsische Landtag hatte sich dafür ausgesprochen, stärker auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Die Frauen- und Mädchenberatung bei sexueller Gewalt e.V. in Braunschweig führt das vom Niedersächsischen Sozialministerium geförderte Projekt durch.

Zum offiziellen Auftakt werden Studierende an den Hochschulstandorten Hannover, Braunschweig und Wolfenbüttel zu Beginn des Wintersemesters 2019/2020 gezielt zu dem Thema angesprochen. U.a. wird mit Hilfe von Flyern und bedruckten Bierdeckeln über die Wirkung von "K.O.-Tropfen" und mögliche Schutzmaßnahmen aufgeklärt. Die Kampagne will auch die zielgerichtete Aufklärung in gynäkologischen Praxen unterstützen. Dazu sollen dort dauerhaft Informationsmaterialien zur Verfügung stehen, um sie beispielsweise in Mädchensprechstunden einzusetzen oder auszulegen.

Der Nachweis, dass bewusstseinstrübende Substanzen verabreicht wurden, ist schwierig zu erbringen. In der Regel können sich Opfer nicht an die Geschehnisse erinnern und suchen erst nach einer Phase der Bewusstseinstrübung einen Arzt oder eine Ärztin oder die Polizei auf. Der Nachweis, dass diese Substanzen verabreicht wurden, ist allerdings nur innerhalb eines sehr kurzen Zeitraumes von sechs bis zwölf Stunden nach Einnahme möglich.

"Wenn K.O.-Tropfen missbräuchlich verabreicht wurden, müssen alle beteiligten Akteurinnen und Akteure sorgfältig und schnell handeln, um einen solch sensiblen Vorfall effektiv aufzuklären", unterstreicht Dr. Carola Reimann. Im März 2020 soll dazu eine Tagung stattfinden, die sich gezielt an Kliniken und Polizei wendet. Niedersachsens Sozialministerin betont: "Wenn Kliniken und Polizei Hand in Hand arbeiten, erzielen wir einen besseren Schutz der Betroffenen. Dabei ist die Sensibilisierung aller am Verfahren Beteiligter ein richtiger und wichtiger Schritt, diesen besonders heimtückischen Taten vorzubeugen."

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website des Sozialministeriums.

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Umsetzung des internationalen Abkommens zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt in Niedersachsen

Als erstes Flächenland führt Niedersachsen Modellprojekte zur Umsetzung der so genannten Istanbul Konvention (IK) durch und verstärkt damit sein Engagement zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen. "Die Istanbul Konvention gibt uns die Chance, gemeinsam vorzugehen, um Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen und Mädchen in allen gesellschaftlichen Bereichen abzuschaffen", erklärt Niedersachsens Sozial- und Gleichstellungsministerin Carola Reimann: "Gewalt gegen Frauen ist eine Menschenrechtsverletzung."

Das in Istanbul beschlossene Übereinkommen des Europarats "zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt" (Istanbul Konvention) erkennt dies an und verankert wichtige Maßnahmen zum Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt.

Die Unterzeichnerstaaten werden zu zahlreichen Maßnahmen verpflichtet, die eine umfassende Prävention, den Schutz der Opfer und die Verurteilung von Tätern beinhalten.

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich verpflichtet, diese Forderungen umzusetzen. Jedes Bundesland ist aufgefordert, wirksame Maßnahmen zu entwickeln. Niedersachsen verfügt für den Bereich der Frauenunterstützungseinrichtungen bereits jetzt über ein flächendeckendes, gut funktionierendes Netz an Beratungsstellen, Krisen- und Schutzeinrichtungen für Frauen und Mädchen, die Opfer von Gewalt wurden. Derzeit stehen 42 Frauenhäuser, 44 Gewaltberatungsstellen und 29 Beratungs- und Interventionsstellen als Anlaufstellen bei Gewalterfahrung zur Verfügung. Ergänzt wird das Angebot durch flankierende Maßnahmen wie zum Beispiel das Netzwerk ProBeweis und elf Beratungsstellen für Täterarbeit.

"Die Evaluation des ‚Aktionsplanes III zur Bekämpfung häuslicher Gewalt in Paarbeziehungen´ von 2012 gegen häusliche Gewalt und die im Frühjahr 2020 daraus folgenden Empfehlungen sind ein wesentlicher Schritt zur Umsetzung der Istanbul Konvention in Niedersachsen", betont Dr. Carola Reimann: "Die Umsetzung der Istanbul Konvention bietet die große Chance, aktiv einen öffentlichen Diskurs über bestehende Machtverhältnisse und veraltete Rollenbilder zu führen, gesellschaftlichen Wandel anzustoßen und geschlechtsspezifischer Gewalt den Nährboden zu entziehen."

Zur Umsetzung der Istanbul Konvention in Niedersachsen initiiert das Niedersächsische Sozialministerium zusätzlich weitere Projekte:

  • Die drei niedersächsischen Mädchenhäuser in Hannover, Oldenburg und Osnabrück bieten im Rahmen des Projektes "Mädchen erstarken lassen" jeweils ein spezielles Angebot für Mädchen und junge Frauen mit und ohne Migrationshintergrund und/oder Fluchterfahrung an. An den drei Standorten werden Mädchen im Umgang mit den sozialen Netzwerken gestärkt (digitale Selbstbehauptung), Spracherwerb und Alltagskompetenzen vermittelt (SPEAK UP!) und spezielle Hilfe in Form von Schul AGs für traumatisierte Mädchen zwischen acht und elf Jahren angeboten (Trauma-sensible Mädchenpädagogik für Mädchen und junge Frauen).
  • Ein Fokus der Istanbul-Konvention (Artikel 16) liegt auf der Stärkung der Täterarbeit auch im Bereich der häuslichen Gewalt. Das Männerbüro Hannover e.V. wird in einem dreijährigen Projekt die in Niedersachsen bestehende Täterarbeit analysieren, durch nachhaltige Vernetzung der Täterarbeitseinrichtungen einheitliche Strukturen aufbauen, stärken und verbessern.
  • Eine Koordinierungsstelle Frauen- und Mädchenberatung zur sexualisierten Gewalt für Niedersachsen mit Sitz in Hannover nimmt jetzt die Arbeit auf. Im Rahmen des ebenfalls dreijährigen Projektes sollen die Vernetzung und der Wissenstransfer zwischen bestehenden Beratungsstellen, Landesverbänden und der Fachpolitik erreicht werden.

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Dokumentation der Fachtagung 'Viele Akteur*innen sind noch kein Hilfesystem'

Viele-Akteurinnen-sind-noch-kein-HilfesystemNimmt das bestehende Hilfesystem in Bremen gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder ausreichend in den Blick? Wie können Frauen so gestärkt werden, dass ihnen bei dem schwierigen Ausstieg aus einer Gewaltbeziehung Kraft für ihre Kinder bleibt? Antworten auf diese Fragen hat seit 2017 ein Modellprojekt im Land Bremen gesucht. Die Ergebnisse des Projektes wurden im Rahmen einer Fachtagung diskutiert, deren Dokumentation mit allen Vorträgen und Workshop-Ergebnissen nun vorliegt.

Die Bremer Hilfsangebote sind gut, aber ihre Vernetzung kann verbessert werden: Das ist ein zentrales Ergebnis des Modellprojekts, das die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport sowie die Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF) beim Bund beantragt und gemeinsam mit dem Institut für Polizei- und Sicherheitsforschung (IPoS) von 2017 bis 2019 umgesetzt haben.

In der 62-seitigen Dokumentation der Abschlusstagung lassen sich die detaillierten Analysen ebenso nachlesen wie die Diskussion der Ergebnisse. Auch ein Ausblick ist gleichzeitig gelungen: es wird thematisiert, welche notwendigen fachlichen und politischen Schritte jetzt anstehen, um das Hilfesystem in Bremen weiter zu verbessern.

Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (Hrsg.): Viele Akteur*innen sind noch kein Hilfesystem. Frauen, die Gewalt in nahen Beziehungen erleben, zeitnah und passend unterstützen - Kinder und Jugendliche gut im Blick haben - verlässlich und abgestimmt handeln. Dokumentation der Fachveranstaltung vom 28. Juni 2019, Bremen 2019

Weitere Informationen

Die Broschüre steht als pdf-Datei zum Download unter www.frauen.bremen.de bereit.

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Nein heißt Nein! | Landeshauptstadt München

Nein-heisst-nein_MuenchenDie Broschüre "Vergewaltigung - Hilfe und Informationen für Betroffene und Angehörige" der Landeshauptstadt München wurde neu aufgelegt.

Das Menschenrecht auf sexuelle Selbstbestimmung ist durch das deutsche Grundgesetz geschützt. Das 2016 reformierte Sexualstrafrecht stärkt die Rechte der Opfer besser und umfassender. Vom Opfer wird nicht mehr erwartet, dass es sich körperlich gegen den Täter zur Wehr setzt. Ein Nein reicht aus. Darüber hinaus erkennt das Gesetz nun auch sexuelle Belästigung als Straftat an.

Die aktualisierte Broschüre der Münchner Gleichstellungsstelle informiert über die neue Rechtslage, über Auswirkungen einer Vergewaltigung und Handlungsmöglichkeiten. Opfer sexueller Übergriffe und ihre Angehörige sollen gestärkt und ermutigt werden, sich Hilfe zu holen.

Landeshauptstadt München, Gleichstellungsstelle für Frauen (Hrsg.): Nein heißt Nein. Vergewaltigung - Hilfe und Informationen für Betroffene und Angehörige, München 2018

Weitere Informationen

Die Broschüre steht auf der Website der Stadt München zum Download bereit. www.muenchen.de/gst

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Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: Jahresbericht 2018

Jahresbericht-Hilfetelefon-2018Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" hat seinen sechsten Jahresbericht veröffentlicht. Danach wurden allein 2018 rund 42.000 Beratungskontakte gezählt. Das sind 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit stieg die Anzahl der Beratungen bereits zum fünften Mal in Folge.

In 59 Prozent der Fälle war Häusliche Gewalt der Anlass für ein Beratungsgespräch. Neben der Unterstützung in akuten Krisensituationen informieren die Beraterinnen zu allen Fragen rund um Gewalt gegen Frauen und vermitteln Betroffene auf Wunsch auch an Beratungsstellen vor Ort. Knapp die Hälfte aller Beratungen mündete 2018 in einer Weitervermittlung: Am häufigsten wurde an Beratungsstellen für Frauen und Mädchen sowie an Frauenhäuser vermittelt.

Die Zahl der Online-Beratungen stieg auch wie in den vergangenen Jahren weiter an. So liegt die Nutzung des Hilfetelefonangebots per E-Mail und Sofort-Chat nun bei rund 12 Prozent. Am häufigsten wurde der Sofort-Chat genutzt.

Der Anteil der Beratungen mit Dolmetscherin blieb verglichen mit 2017 konstant. Die Beraterinnen können innerhalb von 60 Sekunden eine Dolmetscherin in einer von 17 Fremdsprachen hinzuschalten. Am häufigsten wurde in den Sprachen Arabisch, Farsi/Dari und Russisch beraten.

Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben angesiedelt.

Weitere Informationen

Den vollständigen Jahresbericht des Hilfetelefons zum Herunterladen finden Sie hier: www.hilfetelefon.de/presse


Weitere Informationen unter: www.hilfetelefon.de

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Immer mittendrin

Immer-mittendrinKinder und Jugendliche, die Häusliche Gewalt (mit)erleben, gut begleiten - Dokumentation einer Fachveranstaltung
Häusliche Gewalt betrifft häufig auch Kinder und Jugendliche. Sie sind immer mittendrin, bleiben aber häufig ungesehen oder im Hintergrund, wenn es um Häusliche Beziehungsgewalt geht. Anforderungen an den Schutz der Kinder stellt auch die Istanbul-Konvention, die 2018 in Kraft getreten ist. Im Dezember 2018 wurde der Schutz von Kindern und Jugendlichen auf einer Fachtagung in Bremen stärker in den Blick genommen. Die Vorträge und Ergebnisse sind nun in einer Broschüre veröffentlicht worden. Ein wichtiges Ziel ist die Verbesserung der Zusammenarbeit aller Arbeitsfelder.

Diskutiert wurde, wie Kinder und Jugendliche mit Erfahrungen häuslicher Gewalt besser erreicht werden können und was getan werden müsse, damit sie ihre Rechte wahrnehmen und Hilfesysteme vertrauensvoll annehmen können. Ein weiterer Schwerpunkt lag darauf, wie die Unterstützung für die von Gewalt betroffenen Frauen/ Erwachsenen besser mit der für ihre Kinder verschränkt werden könne. Dies gilt für Gerichtsverfahren, für Interventionen bei Gewaltvorkommnissen durch Polizei und Fachberatungsstellen genauso wie für die Arbeit der Frauenhäuser. Auch für die Jugendämter, die im Gefährdungsprozess für den Kinderschutz stehen, sind die Verschränkung von Verfahren und die übergreifende Zusammenarbeit wichtig. Dabei geht es sowohl um akute Gefährdung als auch längerfristige Begleitung.

Die Ergebnisse des Fachtages fließen in die Arbeit des Bremer Instituts für Polizei- und Sicherheitsforschung (IPoS) ein, das zurzeit eine wissenschaftliche Bedarfsanalyse im Rahmen des Bundesmodellprojekts "Weiterentwicklung des Hilfesystems zum Schutz vor Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt" durchführt. Am 28. Juni 2019 findet die Abschlussveranstaltung zum Modellprojekt statt. Informationen zur Fachtagung unter www.frauen.bremen.de

Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (Hrsg.): Immer mittendrin. Kinder und Jugendliche, die Häusliche Gewalt (mit)erleben, gut begleiten, Dokumentation der Fachveranstaltung vom
7. Dezember 2018, Bremen 2019

Weitere Informationen

Die Broschüre steht zum Download auf der Website der ZGF zur Verfügung.

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Betrifft: Gewalt gegen Frauen

Betrifft-Gewalt-gegen-FrauenGewalt gegen Frauen ist ein Problem, mit dem Arztpraxen alltäglich konfrontiert werden. Viele Frauen, die von häuslicher oder sexueller Gewalt betroffen sind, sprechen häufig aus Scham- und Schuldgefühlen nicht von sich aus oder nur sehr zurückhaltend darüber. Die angemessene Reaktion von Ärztinnen und Ärzten darauf ist dann von besonderer Bedeutung.

Das Netzwerk Gewaltschutz im Landkreis Darmstadt-Dieburg hat eine Broschüre für Ärztinnen und Ärzte herausgegeben, die über Arten und Symptome erlebter Gewalt informiert und Hinweise für Gespräche und körperliche Untersuchungen gibt. Eine sensible Ansprache des Themas Gewalt schon im Wartezimmer signalisiert außerdem, dass Kenntnis und Erfahrung im Umgang mit dem Problem der Gewalt gegen Frauen besteht. So können Frauen ermutigt werden, von sich aus offen über ihre Situation zu sprechen.

Netzwerk Gewaltschutz - Prävention und Schutz gegen häusliche und sexualisierte Gewalt an Frauen, Mädchen und Jungen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg (Hrsg.): Betrifft: Gewalt gegen Frauen. Informationen für Ärztinnen und Ärzte, Darmstadt 2018

Weitere Informationen

Kontakt:
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Frauenbüro
Telefon (06151) 13 23 40
frauenbuero@darmstadt.de
www.frauenbuero.darmstadt.de

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Kollektive Rechsmobilisierung gegen digitale Gewalt

Kollektive-Rechsmobilisierung-gegen-digitale-Gewalt_BoellDigitale Gewalt ist ein weit verbreitetes Phänomen, das in verschiedenen Formen auftritt: Zum Beispiel als eine spezifische Form der (Ex-)Partnergewalt. Am weitesten verbreitet ist allerdings die Diskriminierung im Internet und sozialen Medien mit Mitteln wie Hate speech (Hassrede) und Cyber Harassment (beharrliche diskriminierende Belästigung). Die Betroffenen sind oftmals nicht zufällig ausgewählt, die Gewalt beinhaltet sexistische, antifeministische, rassistische, trans- und homophobe Elemente. Wie geht nun das deutsche Recht mit diesen Erscheinungsformen um, welche Möglichkeiten haben Betroffene? Mit diesen Fragen hat sich die Autorin Ulrike Lembke auseinandergesetzt. Sie ist Professorin für Gender im Recht an der FernUniversität in Hagen. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind rechtliche Geschlechterstudien, insbesondere Antidiskriminierungsrecht, Gewalt im Geschlechterverhältnis, Intimität/Öffentlichkeit, reproduktive Rechte und transdisziplinäre Geschlechterstudien.

Das deutsche Rechtssystem basiert grundsätzlich auf individuellem Rechtsschutz. Nur die bzw. der Einzelne kann also eigene Rechte einklagen. Doch gerade wenn es um strukturelle Rechtsverletzungen geht, wie es zum Beispiel bei digitaler Gewalt meist der Fall ist, wäre eine kollektive Rechtsmobilisierung hilfreich. Betroffene müssten dann nicht allein klagen, sondern können sich zusammenschließen oder mit Unterstützung eines Beistands klagen, oder ein Verband könnte an ihrer Stelle den Rechtsstreit führen. Die Autorin stellt daher die Möglichkeiten kollektiver Rechtsmobilisierung dar. Dafür werden zentrale Begriffe wie Streitgenossenschaft, Prozessstandschaft, Sammel- und Musterklage sowie Verbandsklage kurz erläutert. Eines der wesentlichen Probleme kollektiver Rechtsmobilisierung gegen digitale Gewalt ist, dass es an einschlägigem Recht fehlt, welches mobilisiert werden könnte.

Weitere Informationen

Kollektive Rechtsmobilisierung gegen digitale Gewalt, Ulrike Lembke, Heinrich-Böll-Stiftung e.V. (Hrsg.), Berlin, 2017
Die Broschüre steht unter www.gwi-boell.de/de/2018/01/09/kollektive-rechtsmobilisierung-gegen-digitale-gewalt als pdf-Datei zur Verfügung.

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Hannover gegen Sexismus in der Werbung

Informationen zur Kampagne "Uns reicht´s! Hannover gegen Sexismus in der Werbung" finden Sie unter hannover-gegen-sexismus.de 

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Häusliche Gewalt. Kostenstudie für Deutschland

Haeusliche-Gewalt_Kostenstudie-DeutschlandGewalt gegen Frauen in (ehemaligen) Partnerschaften
Mit dieser Studie werden die Kosten, die der Gesellschaft in Deutschland durch Häusliche Gewalt entstehen, aufgezeigt und berechnet. Dabei wird ein Überblick zur statistisch erfassbaren Datenlage und über die durch Gewalt verursachten Kosten gegeben, sowie auf bestehende Lücken in der Datenlage hingewiesen.

Über die Ratifizierung der Istanbul-Konvention hat sich die Bundesrepublik Deutschland öffentlich zur Bekämpfung und Verhütung Häuslicher Gewalt bekannt und verpflichtet. Die Umsetzung der erforderlichen gesetzgeberischen Maßnahmen und die Bereitstellung der notwendigen finanziellen Ressourcen beschäftigen nun staatliche Organe. Den Kosten, die zur Prävention und Bekämpfung von Häuslicher Gewalt investiert werden, stehen Ausgaben und Verluste durch Traumatisierung, Arbeitsunfähigkeit, Morbidität und Mortalität der Gewaltbetroffenen gegenüber.

Sylvia Sacco: Häusliche Gewalt. Kostenstudie für Deutschland. Gewalt gegen Frauen in (ehemaligen) Partnerschaften, tredition Verlag, Hamburg 2017

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Niedersachsen investiert in Barrierefreiheit von Frauenhäusern


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In Niedersachsen gibt es aktuell 41 durch das Land geförderte Frauenhäuser. Das Land hat neben der allgemeinen Fördersumme in Höhe von rund 4,4 Millionen Euro in diesem Jahr zusätzlich eine Million Euro für den barrierefreien Aus- und Umbau der niedersächsischen Frauenhäuser bereitgestellt. Sozialministerin Carola Reimann: "Es freut mich, dass wir mit diesen zusätzlichen Haushaltsmitteln die Arbeit der Frauenhäuser unterstützen und im Sinne der Istanbul-Konvention für besseren Gewaltschutz sorgen. Frauenhäuser müssen auch für Frauen mit körperlichen Einschränkungen zugänglich sein!"

Mit Ratifizierung der "Istanbul-Konvention" im Oktober 2017 hat sich Deutschland auf all seinen staatlichen Ebenen verpflichtet, das bestehende Hilfesystem bedarfsgerecht zu gestalten und weiterzuentwickeln. Mit dem barrierereduzierenden Aus- und Umbau sollen Frauenhäuser für Frauen mit Behinderungen besser zugänglich werden.

Zuschüsse für einen barrierereduzierenden Aus- und Umbau erhalten die Frauenhäuser in Delmenhorst, Helmstedt, Hildesheim, Lingen, Nordhorn und Meppen. Diese fließen beispielsweise in den Bau einer komplett barrierefreien Etage in Hildesheim sowie barrierefreie Bäder und unterfahrbare Küchen, Rampen für den Außenbereich und verbreiterte Türen für Rollstuhlfahrerinnen an allen Frauenhäusern. Zudem ist aktuell eine Webseite des Landes Niedersachsen in Planung, die alle Angebote des Gewaltschutzsystems in einfacher Sprache vorstellen wird.

Im Jahr 2018 fördert das Land insgesamt 370 Frauenhausplätze. Jährlich werden circa 2.200 Frauen und 2.000 Kinder in den Frauenhäusern Niedersachsens aufgenommen. 2019 werden Frauenhäuser voraussichtlich mit rund 4,5 Millionen Euro unterstützt.

Das Land Niedersachsen verfügt insgesamt über ein gut ausgebautes System gegen häusliche Gewalt. Dazu gehören neben den Frauenhäusern u.a. 29 Beratungs- und Interventionsstellen (BISS), 43 Gewaltberatungsstellen und drei Mädchenhäuser. Die Kommunen finanzieren die Frauenhäuser im Rahmen der örtlichen Daseinsvorsorge. Das Land gibt zusätzlich Fördergelder auf Grundlage der "Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Maßnahmen für Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen sind".

Im Jahr 2018 haben neben den Frauenhäusern auch die Gewaltberatungsstellen (rund 2,5 Millionen Euro) und die Beratungs- und Interventionsstellen (rund 1,5 Millionen Euro) Fördergelder auf Grundlage der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Maßnahmen für Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen sind, erhalten. Darüber hinaus flossen 225.000 Euro in Mädchenhäuser, 270.000 Euro in das Netzwerk ProBeweis, 355.000 Euro in Betreuungseinrichtungen und Schutzwohnungen für von Frauenhandel Betroffene, 300.000 Euro in das Projekt "Worte helfen Frauen" (Übersetzungsleistungen für geflüchtete Frauen; von allen Einrichtungen, die zu frauenspezifischen Themen beraten, nutzbar) sowie 205.000 Euro in Maßnahmen gegen Zwangsheirat und Zwangsehe.

Seit 2012 wurde das Mittelvolumen des Landes zur Förderung der Frauenhäuser, Gewaltberatungsstellen und Beratungs- und Interventionsstellen - insbesondere bedingt durch die bedarfsorientierten Zuschusskomponenten - insgesamt von rund 4,1 Millionen Euro in 2011 auf 5,9 Millionen Euro in 2016 erhöht. Dabei stiegen die Zuschüsse für Frauenhäuser insgesamt bereits um rund 845.000 Euro. Mit der aktuellen Richtlinie, die seit dem 1.1.2017 gilt, wurde sowohl den veränderten Bedarfen als auch einer weiteren bedarfsgerechten Anpassung der Förderung Rechnung getragen. Der Haushaltsansatz für 2017/2018 beträgt nun je 8,65 Millionen Euro. Auf die Förderung der Frauenhäuser in 2018 entfielen davon rund 4,4 Millionen Euro, d.h. die Förderung wurde nochmals um rund 44 Prozent erhöht.

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Berlin | Runder Tisch zur Gesundheitsversorgung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt eingerichtet

Am 18. Januar 2019 nahm der "Runde Tisch Berlin – Gesundheitsversorgung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt" mit einer Auftaktveranstaltung seine Arbeit auf. Mit der Einrichtung des Runden Tisches durch die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung beginnt Berlin als erstes Bundesland mit der Umsetzung der WHO-Leitlinien zum Umgang mit häuslicher und sexualisierter Gewalt im Rahmen von Gesundheitsversorgung und Gesundheitspolitik. Berlin übernimmt damit auch die Rolle und Aufgabe eines Wegweisers für eine gezielte, sensible gesundheitliche Versorgung für Betroffene von häuslicher und sexualisierter Gewalt. Am Runden Tisch nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Kammern, Verbände, der Kassenärztlichen Vereinigung, der Kassen, der Polizei und Feuerwehr, der Arbeitsgemeinschaft bezirklicher Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten sowie die Senatskanzlei und die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie teil. www.berlin.de/sen/gpg (21.1.2019)

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20 Jahre Netzwerk Gewaltschutz in der Region Darmstadt-Dieburg

20-Jahre-Netzwerk-GewaltschutzIn Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg wird häusliche und sexualisierte Gewalt seit über 20 Jahren als gesellschaftliches Phänomen begriffen. Das Netzwerk Gewaltschutz wurde 1998 mit dem Ziel gegründet, den Schutz für betroffene Frauen, Mädchen und Jungen durch Zusammenarbeit auf einer breiten institutionellen Ebene zu verbessern und diesen Gewaltformen auch durch Prävention wirksam entgegen zu treten.

Eine intensive Zusammenarbeit an den Schnittstellen ermöglicht beispielsweise den gemeinsamen "Pro-Aktiven-Ansatz" von Polizei und Beratungsstellen. Auch die Region profitiert von der übergreifenden Zusammenarbeit, denn Formen der Gewalt und somit die Prävention und Intervention machen an den Grenzen der Gebietskörperschaften nicht halt.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen Beratungsstellen auf kommunaler Ebene, der Wissenschaftsstadt Darmstadt, dem Landkreis Darmstadt-Dieburg und dem Polizeipräsidium Südhessen, ist zu einem tragfähigen anerkannten Netzwerk gewachsen. Die Geschäftsführung liegt beim Frauenbüro der Wissenschaftsstadt Darmstadt und beim Büro für Chancengleichheit Darmstadt-Dieburg.

Die Perspektiven von Beratungsstellen, von Polizei und Justiz, von Rechtsanwaltschaft und Gutachterinnen und Gutachtern, von Jugendämtern und Frauenbüros zu häuslicher und sexualisierter Gewalt fließen in die Netzwerkarbeit ein. Dies ermöglicht ein optimal aufeinander abgestimmtes Hilfesystem im Sinne eines verbesserten Schutzes von Betroffenen.

Eine Broschüre würdigt nun die engagierte Zusammenarbeit für einen verbesserten Schutz für betroffene Frauen, Mädchen und Jungen. Sie zeigt Meilensteine aus 20 Jahren der Entwicklung auf.

Netzwerk Gewaltschutz - Prävention und Schutz gegen häusliche und sexualisierte Gewalt an Frauen, Mädchen und Jungen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg (Hrsg.): 20 Jahre Netzwerk Gewaltschutz, Dokumentation 1998-2018, Darmstadt 2018

Weitere Informationen

Die Broschüre steht auf der Website der Stadt Darmstadt zum Download zur Verfügung.

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Niedersachsen | Zahl der Anzeigen wegen häuslicher Gewalt steigt an

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November hat Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann aufgerufen, das Schweigen bei Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu brechen. Aus diesem Grund beteiligt sich die Ministerin an der bundesweiten Mitmachaktion "Wir brechen das Schweigen" unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Niedersachsens Sozialministerin hisste am Hannah-Arendt-Platz eine Flagge von Terre des Femmes mit der Aufschrift "Frei leben – ohne Gewalt".

"Allein in Deutschland wird jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens einmal Opfer von Gewalt. Wenn Kriminelle viel Geld mit Frauenhandel und Zwangsprostitution verdienen, wenn sexuelle Gewalt noch immer verbreitet ist, dann sind wir alle gefordert. Wir müssen unser Schweigen brechen, wir dürfen nicht wegsehen", betont Dr. Carola Reimann. "Das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist eine erste Anlaufstelle und bietet rund um die Uhr Hilfe für Betroffene – ohne Wenn und Aber."

Laut Lagebericht des Niedersächsischen Landeskriminalamts stiegen in den Jahren 2013 bis 2017 die Delikte der häuslichen Gewalt mit weiblichen Opfern in Niedersachsen an. Im Jahr 2017 wurden insgesamt 11.623 Fälle polizeilich bekannt (2013: 10.283). Der Anstieg der Straftaten könne laut LKA damit zusammenhängen, dass das fortgesetzte Engagement von Polizei und Netzwerkpartnern die Anzeigebereitschaft von Opfern "Häuslicher Gewalt" befördere. Hierfür spricht auch das Ergebnis der Dunkelfeldstudie, die zeigt, dass die Anzeigequote bei Körperverletzungen deutlich gestiegen ist.

In Niedersachsen gibt es ein engmaschiges Netz an Hilfen für Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen sind. 2017 ist die Förderung noch einmal deutlich um 2,75 Millionen Euro auf insgesamt 8,65 Millionen Euro aufgestockt worden. Das Geld kommt allen 41 niedersächsischen Frauenhäusern, den 43 Gewaltberatungsstellen und den 29 Beratungs- und Interventionsstellen bei häuslicher Gewalt (BISS) zugute. So wurde das Beratungssystem weiter ausgebaut. In den 41 niedersächsischen Frauenhäusern suchen jährlich rund 2.200 Frauen mit etwa 2000 Kindern Hilfe und Unterstützung. Insbesondere die Anzahl der Beratungsfälle der 29 BISS-Stellen ist stark gestiegen. In den nunmehr insgesamt 43 vom Land geförderten Gewaltberatungsstellen werden jährlich durchschnittlich 8.750 Frauen beraten.

Andere flankierende Maßnahmen, etwa gegen Zwangsheiraten (www.zwangsheirat.de) oder die anonyme Beweissicherung bei Gewalttaten gegen Frauen und Mädchen (ProBeweis, www.probeweis.de), werden ebenfalls fortgesetzt. Das Programm "Worte helfen Frauen" (www.worte-helfen-frauen.de) wendet sich gezielt an geflüchtete Frauen. Um Sprachbarrieren abzubauen, können alle Einrichtungen, die zu frauenspezifischen Belangen beraten, mit diesem Projekt den Einsatz von Übersetzerinnen und Übersetzern abrechnen.

Einen rechtlichen Rahmen für den Schutz von Frauen und Mädchen bietet die am 1. Februar 2018 in Deutschland in Kraft getretene Istanbul-Konvention. Das internationale Abkommen verpflichtet die Unterzeichnerstaaten zu zahlreichen Maßnahmen, die eine umfassende Prävention, den Schutz der Opfer und die Verurteilung der Täter zum Ziel haben. "Die Istanbul-Konvention ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Gewalt an Frauen. Erstmals gelten damit Mindeststandards im Gewaltschutz für Frauen in den Mitgliedsstaaten des Europarates – das ist ein großer Schritt nach vorne", so Dr. Carola Reimann.

Weitere Informationen

Eine erste Beratung bietet das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" unter der Nummer 08000/116 016 an. Das Hilfetelefon ist rund um die Uhr erreichbar, die Beratung ist vertraulich, kostenlos und wird in 18 Sprachen angeboten www.hilfetelefon.de.

Das "Netzwerk ProBeweis" bietet von Gewalt Betroffenen die Möglichkeit, Beweise sichern zu lassen - unabhängig von einer eventuellen späteren Strafverfolgung: www.probeweis.de, Telefon (0511) 532 4599.

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BMFSFJ | Vorstellung neuer Zahlen zur Partnerschaftsgewalt 2017

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November hat das Bundesfrauenministerium die "Kriminalstatistische Auswertung zu Partnerschaftsgewalt 2017" veröffentlicht. Erstellt wurde die Auswertung durch das Bundeskriminalamt. Außerdem stellte die Bundesfrauenministerin die neue Kampagne zum Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" vor.

Kriminalstatistische Auswertung zur Partnerschaftsgewalt 2017

Partnergewalt_BMFSFJ-2018Die Auswertung wurde gegenüber den beiden Vorjahren erweitert und an die neue Gesetzeslage angepasst. Die Zahlen zeigen, in welchem Umfang und mit welchen Ausprägungen versuchte und vollendete Gewalt in Paarbeziehungen bei der Polizei in 2017 bekannt geworden sind. Deutlich wird, in welcher Beziehung Täter und Opfer zueinander stehen und welche Delikte passiert sind.

Bundesfrauenministerin Dr. Giffey: "Die Zahlen sind schockierend, denn sie zeigen: Für viele Frauen ist das eigene Zuhause ein gefährlicher Ort - ein Ort, an dem Angst herrscht. Häufiger als jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. 2017 starben insgesamt 147 Frauen durch sogenannte Partnerschaftsgewalt. Das ist für ein modernes Land wie Deutschland eine unvorstellbare Größenordnung. Es geht um Straftaten, die geahndet werden und für die die Täter zur Verantwortung gezogen werden müssen. Genauso wichtig ist, den Frauen Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen. Dazu haben wir ein Aktionsprogramm gegen Gewalt an Frauen gestartet und einen Runden Tisch von Bund, Ländern und Kommunen eingerichtete, der abgestimmte Gegenmaßnahmen erarbeiten wird."

Im Jahr 2017 wurden durch ihre Partner oder Ex-Partner insgesamt 138.893 Personen Opfer versuchter und vollendeter Taten. Zu den Delikten gehören Mord und Totschlag, Körperverletzungen, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Bedrohung, Stalking und Nötigung, Zuhälterei und Zwangsprostitution. Insgesamt waren 113.965 Frauen von Partnerschaftsgewalt betroffen. Die Auswertung des BKA zeigt: Es sind zu über 82 Prozent Frauen, die von Partnerschaftsgewalt betroffen sind. Fast die Hälfte (49,1 Prozent) von ihnen lebte in einem Haushalt mit dem Tatverdächtigen.

Die gesamte Auswertung finden Sie auf der Website des BKA.

Start der neuen Kampagne zum Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"



Gemeinsam mit Petra Söchting, der Leiterin des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen", stellte die Bundesministerin die neue Öffentlichkeitskampagne des Hilfetelefons vor.

Mit starken, entschlossenen Persönlichkeiten will die Kampagne noch mehr Frauen ermutigen, sich bei Gewalt Hilfe zu holen. Obwohl jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt erfährt, suchen nur 20 Prozent der Betroffenen Unterstützung. Die unterstützenden Botschaften sollen betroffenen Frauen Mut machen, ihr Schweigen zu brechen.

Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey: ""Du bist doch selber schuld". "Dir glaubt doch eh´ keiner". "Die Familie wird dich verstoßen". Es sind Sätze wie diese, mit denen gewaltbetroffene Frauen eingeschüchtert und zum Schweigen gebracht werden sollen – in Deutschland, Tag für Tag, quer durch alle Gesellschaftsschichten. Doch die Frauen in der Kampagne lassen sich nicht mundtot machen. "Aber jetzt rede ich" lautet ihre Antwort. Diese Frauen setzen der Gewalt etwas entgegen, indem sie nicht länger schweigen. Reden ist für viele Frauen der erste Schritt aus der Gewaltspirale. Mit der neuen Kampagne "Aber jetzt rede ich" wollen wir noch mehr Betroffenen Mut machen, sich Hilfe zu holen und Unterstützungsangebote wahrzunehmen."

Das Hilfetelefon ist beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) angesiedelt. Helga Roesgen, Präsidentin des BAFzA: "Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist ein enorm wichtiger Baustein im Beratungs- und Unterstützungssystem für Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Mit unserer Öffentlichkeitsarbeit zeigen wir, dass es eine Stelle gibt, an die sie sich wenden können – genau dann, wenn sie bereit dafür sind".

Gemeinsam mit Petra Söchting, der Leiterin des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen", präsentierte Ministerin Giffey den neuen Kampagnen-Spot sowie acht Kampagnenmotive, die die Vielfalt der betroffenen Frauen aufgreifen. "Unsere Kampagne zeigt Frauen, die mutig, selbstbestimmt und entschlossen sind, einen Weg aus der Gewalt zu finden", so Petra Söchting. "Es sind Frauen, die die Vielfalt unserer Gesellschaft widerspiegeln. Denn, so belegen Studien und so zeigt auch die Erfahrung beim Hilfetelefon: Gewalt kann jede Frau treffen – unabhängig von Alter, sozialem oder kulturellem Hintergrund."

Dem neuen Kampagnenspot leiht die Schauspielerin Alina Levshin der Kampagne ihr Gesicht. Die Bambi-Preisträgern, bekannt aus dem Spielfilm "Kriegerin", engagiert sich dafür, dass das Thema "Gewalt gegen Frauen" in der Öffentlichkeit wahr- und ernstgenommen wird. "Jede Frau, die körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt, sollte es nicht länger dulden und sich beim Hilfetelefon melden", so die unter anderem mit dem Deutschen Film- und Fernsehpreis ausgezeichnete Schauspielerin. "Das Thema braucht öffentlichkeitswirksame Kampagnen, die das Thema zur Sprache bringen."

Ein bundesweites Unterstützungsnetzwerk trägt die Kampagne in die Breite

Eine besondere Rolle bei der Bekanntmachung der neuen Kampagne kommt den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten zu. Sie kämpfen vor Ort gegen Gewalt an Frauen und machen das Angebot des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" flächendeckend bekannt. Für die neue Öffentlichkeitskampagne versteht sich die Bochumer Gleichstellungsbeauftragte Regina Czajka als Kampagnenbotschafterin: "Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist eine wichtige Ergänzung zum bestehenden Unterstützungsangebot in den Gemeinden und Städten. Darum machen wir auf regionaler Ebene auf das bundesweite Angebot aufmerksam."

Steigende Beratungskontakte durch höhere Bekanntheit

In den fünf Jahren seit seiner Gründung verzeichnet das bundesweite Beratungsangebot kontinuierlich steigende Beratungszahlen. 143.020-Mal wurden Ratsuchende per Telefon, Chat oder E-Mail zwischen März 2013 und Dezember 2017 beim Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" beraten.

Ob Gewalt in der Partnerschaft, Mobbing, Stalking, Zwangsheirat, Vergewaltigung oder Menschenhandel – das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" steht betroffenen Frauen rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, zu allen Formen von Gewalt zur Seite. Unter der Rufnummer 08000 116 016 und über die Online-Beratung unter www.hilfetelefon.de können sich Betroffene, aber auch Menschen aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen und Fachkräfte beraten lassen – anonym, kostenlos, barrierefrei und in 18 Sprachen. Auf Wunsch vermitteln die Beraterinnen an eine Unterstützungseinrichtung vor Ort.

Auch Männer, die sich beim Hilfetelefon melden, werden im übrigen nicht abgewiesen.

Weitere Informationen zum Beratungsangebot erhalten Sie auf: www.hilfetelefon.de.

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Bremen | 'Hilfe bei Gewalt' - Broschüre in einfacher Sprache erklärt Hilfesystem

Hilfe-bei-Gewalt_Bremen"Hilfe bei Gewalt - an wen kann ich mich wenden?" - so heißt eine Broschüre, die in leicht verständlicher Sprache verfasst ist und sich an alle Frauen und Mädchen im Land Bremen richtet. Auf 55 Seiten wird übersichtlich, klar gegliedert und in einfachen Sätzen dargelegt, welche Hilfsangebote es für Frauen und Mädchen gibt, wie die Verfahren bei der Polizei und bei Gericht ablaufen, was Beratung ist und welche Beratungsstellen es gibt. Verschiedene Formen von Gewalt werden erklärt und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, aber auch mögliche Sorgen und Ängste benannt und wie in Beratungsstellen damit umgegangen wird.

Die Broschüre wird von der Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF) in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis "Gegen Gewalt an Frauen und Mädchen" herausgegeben. Der Text ist in einer leicht verständlichen Sprache verfasst, die der Martinsclub entwickelt hat.

"Wir verfolgen mit diesem Heft einen inklusiven Ansatz", so Landesfrauenbeauftragte Bettina Wilhelm, "sie soll für alle Frauen und Mädchen nützlich sein: für die, die schnelle und klare Information zu Hilfen bei Gewalt suchen genauso wie für diejenigen, die im Lesen weniger geübt sind, nicht gut Deutsch sprechen oder mit einer Behinderung oder Beeinträchtigung leben. Beim Entstehen der Broschüre haben viele Einrichtungen ihr Fachwissen eingebracht und sich damit noch einmal mehr mit den Belangen und Bedarfen dieser besonderen Zielgruppen auseinander gesetzt. Das hat allen genutzt und ein wirklich gutes Ergebnis hervorgebracht."

Ramona Bauermann-Meyer, Frauenbeauftragte der Beschäftigten bei Werkstatt Bremen, die an der Broschüre mitgewirkt hat, erklärt: "Ich freue mich über die gute Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis ‚Gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen im Land Bremen´. Diese Broschüre kann ich für meine Arbeit als Frauenbeauftragte sehr gut gebrauchen."

Besonders Frauen und Mädchen mit Behinderung erleben in hohem Maße geschlechtsspezifische Gewalt, das haben Studien klar erwiesen. Aufgrund ihrer Beeinträchtigung und der damit verbundenen Lebensbedingungen sind sie zudem besonders verletzbar. Der Landesaktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention fordert explizit Maßnahmen im Bereich Gewaltschutz. Die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport hat die Erstellung der Broschüre finanziell unterstützt. Auch die Istanbul-Konvention besagt, dass Frauen mit Behinderung besser vor Gewalt geschützt werden müssen.

Weitere Informationen

Die Broschüre steht auf der Website der Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF) als pdf-Datei zur Verfügung.

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Die Fahnenaktionen von TERRE DES FEMMES

Terre-des-femmes_FahnanaktionAm 25. November läuft wieder die Fahnenaktion gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Die von TERRE DES FEMMES entwickelte Aktion will bundesweit ein Zeichen setzen, um gegen Gewalt und Diskriminierung an Frauen und Mädchen zu protestieren und gesetzliche sowie gesellschaftliche Veränderungen einzufordern. Die Fahne soll das Symbol sein, das den internationalen Tag "NEIN zu Gewalt an Frauen!" weltweit kennzeichnet. TERRE DES FEMMES lässt jährlich am 25. November zu einem anderen Themenschwerpunkt die Fahnen wehen. So soll der 25. November als Gedenktag noch mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung dringen, um auf die Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen.

Die Fahnenaktion wird in Kooperation mit Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten, Frauenhäusern, Ministerien, Universitäten und vielen Verbänden durchgeführt.

Themen der Fahnenaktionen

  • Fahnenaktion 2019: #sexistunbezahlbar: Für eine Welt ohne Prostitution!
  • Fahnenaktion 2018: "Mädchenkampagne"
  • Fahnenaktion 2017: "Mädchen schützen! Weibliche Genitalverstümmelung gemeinsam überwinden"
  • Fahnenaktion 2016: "Tür auf! Schutzräume für alle gewaltbetroffenen Frauen"
  • Fahnenaktion 2015: "STOP Frühehen"
  • Fahnenaktion 2014: "Schluss mit Sexismus in der Werbung!"
  • Fahnenaktion 2013: "Sexualisierte Gewalt - Vergewaltigung, das ungesühnte Verbrechen"
  • Fahnenaktion 2012: Die Kampagne "Aufenthaltsrecht für Opfer von Zwangsprostitution, jetzt!"
  • Fahnenaktion 2011: "Mythos Jungfräulichkeit"
  • Fahnenaktion 2008-2010: Gegen Genitalverstümmelung
  • Fahnenaktion 2006-2008: "Nein zu Häuslicher Gewalt - Frauen schlägt mann nicht"
  • Fahnenaktion 2004 bis 2006: "Verbrechen im Namen der Ehre"
  • Fahnenaktion 2003: "Mode, Macht & Frauenrechte"
  • Fahnenaktion 2002: "Zwangsheirat abschaffen"
  • Fahnenaktion 2001: "Aktiv gegen Gewalt an Frauen"

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Fahnenaktion sowie die Bestellung von Fahnen, Banner, Luftballons und anderen Materialien im Online-Shop von TERRE DES FEMMES.

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Hannover: Infomaterialien für Kinder, Jugendliche und Fachkräfte bei häuslicher Gewalt

Hilfe-bei-Haeuslicher-GewaltDie Stadt Hannover hat neue Materialien im Rahmen ihres "Hannoverschen Interventionsprogramms" (HAIP) bei häuslicher Gewalt aufgelegt. Ein bunter Flyer im Postkartenformat spricht Jugendliche direkt an und zeigt erste Hilfemöglichkeiten auf, wenn es in der Familie zu Gewalt kommt. Die Karten sollen in Freizeiteinrichtungen, Schulen etc. ausgelegt werden. Postkarte "Hilfe bei Häuslicher Gewalt"

Außerdem gibt es den Infoflyer "Papa hat Mama wieder gehauen", der sich auch an Fachkräfte in Schulen und Kitas richtet. Dort sind neben Basisinformationen zu Formen und Auswirkungen von häuslicher Gewalt Einrichtungen in Hannover gelistet, die Fachkräften sowie betroffenen Eltern und ihren Kindern Beratung und Unterstützung anbieten. Flyer "Papa hat Mama wieder gehauen"

Einzelne Anschauungsexemplare als Printversion können bei Carsten Amme bestellt werden. Bei Interesse einer Übernahme der Textvorlage für die eigene Kommune ist ebenfalls Carsten Amme Ansprechpartner.


Weitere Informationen

Kontakt
Carsten Amme
51.20.2 KSD-Fachberatung / Koordinierungszentrum Kinderschutz
Fachbereich Jugend und Familie der Landeshauptstadt Hannover
Blumenauer Straße 5/7
30449 Hannover
Telefon (0511) 168 4 98 42
Carsten.Amme@Hannover-Stadt.de

Mehr Informationen zum Hannoverschen Interventionsprogramm (HAIP) stehen auf der Website der Stadt Hannover zur Verfügung.

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Anhörung zur Situation der Frauenhäuser in Niedersachsen

Im Niedersächsischen Landtag hat im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung am 16. August 2018 eine Anhörung zur Situation der Frauenhäuser stattgefunden. Ausgangspunkt war ein Entschließungsantrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen "Von Gewalt betroffene Frauen nicht vor verschlossener Tür stehen lassen - Frauenhäuser stärken, Rechtsanspruch schaffen". Der Antrag ist mit der Nummer 18/829 auf der Website des Landtages abrufbar. Die Stellungnahme von Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. steht hier zum Download bereit. Die Stellungnahme des Landesfrauenrates sowie der Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros ist online verfügbar unter www.landesfrauenrat-nds.de/infos-und-downloads.html bzw. www.frauenbuerosinniedersachsen.de. Der Deutsche Verein hat seine Stellungnahme ebenfalls veröffentlicht unter www.deutscher-verein.de. Zum Projekt "Vivienda" der Lawaetz Service GmbH aus Hamburg, das Frauen aus dem Frauenhaus bei der Wohnungssuche unterstützt finden Sie auf der Website von Lawaetz weitere Informationen. (17.8.2018)

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Baden-Württemberg | Plakataktion 'JEDE VIERTE FRAU' setzt Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Plakataktion-BaWue_Gegen-GewaltMit der Plakataktion "JEDE VIERTE FRAU" macht das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg darauf aufmerksam, dass Gewalt gegen Frauen jeden Tag und in allen Lebensbereichen stattfindet - am Arbeitsplatz, in der Freizeit und in der Partnerschaft. "Es ist leider traurige Wahrheit, dass im Schnitt jede vierte Frau in Deutschland im Alter zwischen 16 und 85 Jahren mindestens einmal körperliche oder sexuelle Gewalt durch einen Beziehungspartner erlebt. Wir möchten allen betroffenen Frauen mit der Plakataktion vermitteln, dass sie nicht alleine sind und dass sie überregionale und niederschwellige Hilfe finden können", sagte Staatssekretärin Bärbl Mielich anlässlich der Enthüllung des Plakats in Stuttgart.

Das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" bietet unter der Hotline 08000 116016 in 17 Fremdsprachen Unterstützung für Frauen in Not und ist 365 Tage im Jahr rund um die Uhr – telefonisch und online– erreichbar. Auf Wunsch vermitteln die Beraterinnen Betroffene an Unterstützungseinrichtungen vor Ort.

Nur 20 Prozent der Betroffenen suchen sich Hilfe
Die Leiterin des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen", Petra Söchting, begrüßt die Aktion sehr: "Studien zeigen, dass nur 20 Prozent der Betroffenen sich Hilfe suchen. Daher ist es so wichtig, dass jede und jeder Beratungsangebote wie das Hilfetelefon kennt."

Landesaktionsplan "Gegen Gewalt an Frauen"
Mit der weiteren Umsetzung des Landesaktionsplans "Gegen Gewalt an Frauen" setzt die Landesregierung in Baden-Württemberg ein klares Zeichen. Das Ministerium für Soziales und Integration unterstützt im Jahr 2018 anlässlich des Internationalen Tages "Gegen Gewalt an Frauen" am 25. November das regionale Engagement der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten und der örtlichen Frauenhilfeeinrichtungen. "Die Plakataktion ,JEDE VIERTE FRAU´ ist Teil einer Förderlinie des Ministeriums für Soziales und Integration. Damit unterstützen wir regionale, innovative und öffentlichkeitswirksame Projekte rund um den Internationalen Tag ,Gegen Gewalt an Frauen´.

Sowohl der Landesaktionsplan gegen Gewalt an Frauen als auch das Übereinkommen des Europarats vom 11. Mai 2011 zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention) fordern eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit im Bereich "Gegen Gewalt an Frauen". Der Landesaktionsplan wurde am 9. Dezember 2014 vom Kabinett verabschiedet. Die wesentlichen Ziele sind eine funktionierende Infrastruktur und bedarfsdeckende Hilfeangebote, aber auch Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Vernetzung aller Akteure.

Die Istanbul-Konvention ist der erste völkerrechtliche Vertrag, mit dem umfassende und spezifische Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen sowie zum Schutz der Opfer formuliert wurden. Unter anderem sieht sie eine Rechtsberatung, psychologische Betreuung, finanzielle Beratung und den Zugang zu Unterbringungsmöglichkeiten zum Beispiel in Frauenhäusern vor. Zudem verpflichten sich die Vertragsstaaten, gegen alle Formen körperlicher, sexueller und psychischer Gewalt, gegen Zwangsheirat, Genitalverstümmelung, Zwangsabtreibung und Zwangssterilisation vorzugehen.

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Gleichstellungsministerinnen der Bundesländer fordern Maßnahmen gegen sexistische Werbung

Die Bundesregierung soll Kommunen aktiv unterstützten, wenn sie gegen sexistische Werbung im öffentlichen Raum vorgehen. Für diese Aufforderung hat Niedersachsen heute bei der Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister in Bremerhaven die Unterstützung aller Bundesländer erhalten. Zudem werden die Kommunalen Spitzenverbände gebeten, sich bei ihren Mitgliedern für entsprechende Maßnahmen einzusetzen, um Sexismus in der Werbung offen zu benennen und ihm entgegen zu treten. "Geschlechterdiskriminierende Werbung verfestigt Einstellungen und Strukturen in der Gesellschaft, die zu ganz konkreten Benachteiligungen von Frauen führen - das können wir nicht hinnehmen", sagte Niedersachsens Sozial- und Gleichstellungsministerin Carola Reimann aus Anlass der einstimmigen Verabschiedung des niedersächsischen Antrags. Es sei besorgniserregend, dass nach wie vor vielerorts Sexismus in der Werbung zu beobachten sei.

Kommunen haben die Möglichkeiten, eindeutig sexistische Werbung im öffentlichen Raum zu untersagen. Erste Kommunen machen von dieser Möglichkeit Gebrauch. Bei einer Veranstaltung des Niedersächsischen Sozialministeriums am Internationalen Frauentag 2018 hatten sich Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok und Regionspräsident Hauke Jagau ausdrücklich zu diesem Ziel bekannt und zugesagt, sexistischer Werbung entgegenzutreten. Werbung ist dann sexistisch, wenn Menschen stark klischeehaft dargestellt werden, ohne dass dieses in Bezug zum beworbenen Produkt steht - in der überwiegenden Zahl der Fälle sind Frauen betroffen. Herabsetzende Darstellungsweisen seien nicht zu tolerieren, so Dr. Carola Reimann: "Frauen sind nicht nur von direkten sexuellen Belästigungen betroffen, sondern werden gerade in der Werbung immer noch auf Rollenklischees und ihr Geschlecht reduziert. Damit muss jetzt Schluss sein."

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Superheldin gegen Gewalt

Die Kampagne "Superheldin gegen Gewalt" hat ein gleichnamiges Erklärvideo veröffentlicht, welches über das Thema Gewalt informiert und die Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe kurz vorstellt. Anhand vieler verschiedener Beispiele werden sämtliche Formen der Gewalt genannt und die Auswirkungen eines solchen Gewalterlebnisses beschrieben. Dadurch soll sich ein Großteil der betroffenen Frauen in den Situationen wiederfinden können und sich tendenziell eher angesprochen fühlen, derartige Hilfen wahrzunehmen.

Das Video wurde mit der Legetechnik produziert, wodurch der Inhalt lebendig vermittelt wird. In knapp drei Minuten wird das heikle, aber äußerst wichtige Thema Gewalt sehr einfühlsam beleuchtet. Das Video ist in folgenden Sprachen verfügbar: deutsch, englisch, französisch, arabisch, türkisch, russisch, Deutsche Gebärdensprache und langsames deutsch, ohne Musik. Zudem könne Untertitel in den Sprachen deutsch, persisch, vietnamesisch und serbisch ausgewählt werden.

Somit ist das Video für Frauen und Mädchen mit unterschiedlichen sprachlichen und kulturellen Hintergründen interessant und kann außerdem (nach Absprache) in Schulen, den örtlichen Kinos oder schlichtweg im häuslichen Umfeld gezeigt werden. Die Möglichkeiten sind vielfältig und sollten in jedem Fall genutzt werden, damit dieses liebenswerte Video mit solch wichtigem Inhalt publik wird.

Weitere Informationen

Weiterführende Links, sowie das Video in den unterschiedlichen sprachlichen Ausführungen sind zu finden unter www.superheldin-gegen-gewalt.de

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Handlungsleitfaden zum Umgang mit sexistischer und sexualisierter Werbung in Köln

Handlungsleitfaden-zum-Umgang-mit-sexistischer-und-sexualisierter-WerbungDie Stadt Köln fördert die Gleichstellung von Frauen und Männern und tritt daher für eine differenzierte, pluralistische Darstellung von Menschen in der Werbung ein. Sie setzt sich dafür ein, dass in Köln keine Werbung gezeigt wird, die die Würde von Frauen und Männern missachtet oder ein einseitiges, einschränkendes Rollenbild vermittelt. Die Stadt wirkt auch darauf hin, im öffentlichen Raum unter anderem auf Werbung für Bordelle und Erotikmessen zu verzichten. Das Amt für Gleichstellung der Stadt Köln hat daher einen Leitfaden erstellt, der beschreibt, wie die Verwaltung bei sexistischer Werbung im öffentlichen Raum vorgehen kann. Erläutert werden Kriterien und Beispiele, woran sexistische Werbung zu erkennen ist. Darüber hinaus informiert der Leitfaden über Möglichkeiten, sich über sexistische Werbung zu beschweren.

Eine übersichtliche Zusammenstellung zum Thema, die als Vorlage für andere Kommunen dienen kann.

Stadt Köln, Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern, Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (Hrsg.): Handlungsleitfaden zum Umgang mit sexistischer und sexualisierter Werbung, Köln 2017

Weitere Informationen

Der Handlungsleitfaden steht auf der Website der Stadt Köln zum Download bereit.

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Niedersachsen | Breites Bündnis gegen Sexismus in der Werbung entsteht

Sexismuss_Veranstaltung-MSGleichstellungsbeauftragte sowie Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden und Kommunen haben anlässlich des Internationalen Frauentags ein Signal gegen Sexismus in der Werbung gesetzt. Am Ende der Veranstaltung des von Dr. Carola Reimann geführten Niedersächsischen Sozial- und Gleichstellungsministeriums im Sprengel Museum Hannover hielten sie Protestkarten in die Luft. "Sexistische Werbung hat in unseren Städten nichts zu suchen!", sagte Sozialstaatssekretär Heiger Scholz: "Kommunen haben hier durchaus Möglichkeiten zu handeln, und erste Kommunen nutzen diese Chancen auch – das wird Nachahmer finden. Das ist ein weiterer wichtiger Schritt gegen Diskriminierung von Frauen und für die Gleichstellung in Niedersachsen!"

Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok und Regionspräsident Hauke Jagau haben sich durch die Teilnahme an der Veranstaltung ausdrücklich zu diesem Ziel bekannt und sagten zu, in ihrem Einflussbereich sexistischer Werbung entgegenzutreten. Ministerin Birgit Honé erklärte in der Begrüßung: "Sexismus in der Werbung ist ein wichtiges Thema, für das wir weiter sensibilisieren müssen. Wir müssen dem auch mit Informationen und Aufklärung entgegenwirken. Nur so kann sich in den Köpfen der Menschen etwas ändern - hin zu mehr Gleichberechtigung."

Das Sozial- und Gleichstellungsministerium knüpfte mit seiner Veranstaltung an die aktuelle #metoo-Debatte an. Frauen sind nicht nur von direkten sexuellen Belästigungen betroffen, sondern werden gerade in der Werbung immer noch auf Rollenklischees und ihr Geschlecht reduziert. Werbung ist dann sexistisch, wenn Menschen stark klischeehaft dargestellt werden, ohne dass dieses in Bezug zum beworbenen Produkt steht – in der überwiegenden Zahl der Fälle sind Frauen betroffen. Diese Darstellungsweisen sind herabsetzend und nicht zu tolerieren.

Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok hatte im Rahmen der Veranstaltung erklärt: "Wir begrüßen eine solche Initiative als wichtigen Denkanstoß, um stereotype Werbung zu vermeiden." Regionspräsident Hauke Jagau betonte: "Sexistische Werbung ist populistisch und reduziert Menschen auf ein plattes Abziehbild. Es muss auch das Ziel sein, dass Menschen bewusst wird, wie Werbung eingesetzt wird und wirkt."

Wichtige Informationen zum Thema lieferte die Europaabgeordnete Maria Noichl mit ihrem Vortrag "Städte gegen sexistische Werbung". Zum Nachdenken regte die Poetin Tabea Farnbacher mit in ihren Texten an. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung eint das Ziel, Niedersachsen zum Vorreiter im Kampf gegen Sexismus in der Werbung zu machen.

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Schutz vor Gewalt - Für geflüchtete Frauen und Mädchen

Schutz-vor-Gewalt-fuer-gefluechtete-Frauen-und-MaedchenDie Broschüre erklärt die wichtigsten Begriffe rund um das Thema Asyl in leichter Sprache. Auf knapp 60 Seiten werden viele Fragen aufgelistet - vor allem bezogen auf geschlechtsspezifische Inhalte wie die Ehe oder Familie im Asylrecht, Auswirkungen von Gewalterlebnissen auf das Asylverfahren, der Schutz vor Gewalt oder auch zur Finanzierung eines Aufenthalts im Frauenhaus. Diese Fragen werden nacheinander ausführlich erklärt.

Durch die leichte Sprache ist die Broschüre für ein breites Publikum verständlich und durch die hervorragende Strukturierung der einzelnen Fragen auch inhaltlich sehr gut zu verfolgen.
Die Antworten werden von weiterführenden Links begleitet. Stets mit dem Hinweis wann mit schwerer Sprache zu rechnen ist. Die Erläuterungen der eigentlich komplizierten Inhalte sind so einfach, dass nur eines unklar bleibt: Warum wird diese Thematik nicht nur noch in leichter Sprache behandelt? Die Broschüre ist absolut empfehlenswert.

Bff: Frauen gegen Gewalt e.V./ Frauenhauskoordinierung e.V. (Hrsg.): Schutz vor Gewalt - Für geflüchtete Frauen und Mädchen. Antworten auf die wichtigsten Fragen, November 2017

Weitere Informationen

Das Informations-Papier steht auf der Website des Frauenhauskoordinierung e.V. zum Download bereit. Dort steht ebenfalls eine Version in schwerer Sprache und in Englisch zur Verfügung.

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Jubiläumsbericht des Hilfetelefons

Jubilaeumsbericht-HilfetelefonMehr als 143.000-mal meldeten sich Ratsuchende seit März 2013 beim Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen": Frauen, die von Gewalt betroffen oder bedroht waren, Personen aus dem sozialen Umfeld oder Fachkräfte, die Informationen benötigten. Die Beratungs- und Kontaktzahlen haben von Jahr zu Jahr zugenommen. Der Jubiläumsbericht gibt einen Überblick über die wichtigsten Zahlen und Fakten aus fünf Jahren Beratungsarbeit.

Am 6. März 2018 ist das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" fünf Jahre alt geworden. Über 143.000-mal haben sich zwischen März 2013 und Ende 2017 Ratsuchende an das Hilfetelefon gewandt: Frauen, die von Gewalt betroffen sind, Personen aus dem sozialen Umfeld Betroffener, Fachkräfte, die Informationen benötigen.

Seit März 2013 sind qualifizierte Beraterinnen an 24 Stunden und 365 Tagen im Jahr unter der Rufnummer 08000 116 016 und über die Webseite www.hilfetelefon.de erreichbar – kostenlos, vertraulich und zu allen Formen von Gewalt. Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist damit das einzige bundesweite und anonyme Angebot, das Betroffenen zu jeder Zeit zur Seite steht. Am häufigsten wurde in den vergangenen fünf Jahren zu Fällen häuslicher Gewalt/Gewalt in Partnerschaften und sexualisierter Gewalt beraten.

Im Jubiläumsbericht sind Zahlen, Daten und Fakten aufgenommen, aber auch Berichte über die kreative Öffentlichkeitsarbeit des Teams, Stimmen zum Jubiläum oder auch ein Blick hinter die Kulissen. Es lohnt sich reinzuschauen!

Weitere Informationen

www.hilfetelefon.de

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Istanbul-Konvention am 1. Februar 2018 in Kraft getreten

Am 1. Februar 2018 ist in Deutschland das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention), in Kraft getreten. Die Bundesrepublik verpflichtet sich damit, auf allen staatlichen Ebenen alles dafür zu tun, dass Gewalt gegen Frauen bekämpft, Betroffenen Schutz und Unterstützung geboten und Gewalt verhindert wird. Mehr dazu auf der Website des Bundesfamilienministeriums www.bmfsfj.de (1.2.2018)

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Sachsen | Männerschutzwohnungen: Bilanz nach einem Jahr

Männer, die von Gewalt betroffen sind, können in Sachsen in zwei Wohnungen Schutz suchen. Seit dem 1. Februar 2017 wird dies durch ein Pilotprojekt der beiden Träger Männernetzwerk Dresden e.V. und der LEMANN e.V. in Leipzig ermöglicht. Die Initiatoren ziehen eine erste Bilanz.

Pro Wohnung können maximal drei von Gewalt in Partnerschaftskonflikten betroffene Männer Schutz suchen. Auch deren Kinder können bei Bedarf mit einziehen. Die Leipziger Wohnung hatte seit März 2017 insgesamt 672 Aufenthaltstage von 7 Männern zwischen 20 und 40 Jahren zu verzeichnen. Die Dresdner Wohnung verzeichnete im ersten Jahr ihres Bestehens 438 Aufenthaltstage von 10 Männern im Alter zwischen 29 und 67 Jahren. Teilweise musste hier wegen Vollbelegung mit Wartelisten gearbeitet werden.

Die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping, ordnet die Zahlen ein: "Das sächsische Modellprojekt der Männerschutzwohnung zeigt, wie notwendig es ist. Die zur Verfügung gestellten Kapazitäten werden genutzt. Teilweise würden wir sogar noch mehr Plätze benötigen. Wir sehen dabei, dass wir für dieses Angebot eine hohe Akzeptanz bei den von häuslicher Gewalt betroffenen Männern erreicht haben. Moderne Gleichstellungspolitik bedeutet für mich, Politik für Frauen und Männer zu machen. Das Modellprojekt der Männerschutzwohnung füllt diesen Anspruch mit Leben."

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Beratungsstellen für Frauen und Männer bei Gewalt, Krisen und Notlagen in der Region Hannover

Beratungsstellen-fuer-Frauen-und-MaennerDie Region Hannover bietet ein umfangreiches Angebot an Beratung bei Gewalt, Krisen und Notlagen für Frauen und Männer. Die verschiedenen Anlaufstellen sind nun in einem Flyer übersichtlich zusammengefasst.
Die Formen der Gewalt sind vielfältig und ein dauerhafter Angriff, insbesondere auf die Selbstbestimmung von Frauen. Doch auch Männer sind betroffen und benötigen entsprechende Unterstützung und Hilfe. Gewalt verhindert eine tatsächliche Gleichberechtigung und eine gesunde Existenz von allen Menschen.
Die Angebote in der Region Hannover hat das Team Gleichstellung in einem Flyer zusammengefasst und thematisch gegliedert. Der Flyer bietet Multiplikatorinnen und Multiplikatoren Informationen, um Frauen und Männer, die von Gewalt, Krisen oder Notlagen betroffen sind, bei der Suche nach dem passenden Beratungsangebot zu unterstützen. Den Flyer können Sie bei weiterem Bedarf kostenfrei beim Team Gleichstellung (Karen.Isberner@region-hannover.de) anfordern oder über www.hannover.de/gleichstellung-region ausdrucken.

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Selbstverteidigung braucht Selbstbehauptung - Standards für Selbstbehauptungskurse

Selbstverteidigung-braucht-SelbstbehauptungDie Broschüre der Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau befasst sich mit Standards für Selbstbehauptungskurse. Dabei wird zunächst ein fachlicher Überblick der Begriffe "Selbstbehauptung", "Selbstverteidigung" oder auch "Kampfsport" geliefert. Es wird zusammengefasst, welche Grundbedingungen ein solcher Kurs erfüllen muss und welche Ziele gesetzt werden.

Die Broschüre richtet sich unter anderem an Trainerinnen und Trainer und führt Schwerpunkte für verschiedene Zielgruppen auf. Dabei wird zwischen weiblichen und männlichen Gruppen unterschieden, die Gruppe der Kinder und Jugendlichen sowie Menschen mit Behinderung, Trans* und Inter* Personen sowie das Alter der Teilnehmenden in den Fokus genommen. Bedingt durch verschiedene Sozialisation sollten die Trainerinnen und Trainer ihre Einheiten stets an die Zielgruppe angepasst konzipieren.

Gleichzeitig richtet sich die Broschüre auch an potenzielle Teilnehmende und klärt über die Inhaltspunkte für seriöse und effiziente Trainings auf. Checklisten für verschiedene Zielgruppen geben praxisbezogene Hinweise. Eine Handreichung, die sich umfassend mit den Standards befasst und für die Arbeit im Gleichstellungskontext hilfreiche Unterstützung bietet.

Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF) und Polizei Bremen (Hrsg.): Selbstverteidigung braucht Selbstbehauptung, Standards für Selbstbehauptungskurse, Bremen, November 2016

Weitere Informationen

Die Broschüre steht auf der Website der ZGF zum Download bereit.

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Niedersachsen | Netzwerk ProBeweis

Beweise-verfallen_Netzwerk-ProBeweisHäusliche und/ oder sexuelle Gewalt ereignen sich häufig im nahen sozialen Umfeld, weswegen bei vielen Betroffenen eine hohe Hemmschwelle besteht, zeitnah eine Strafanzeige zu erstatten. Um diese in der Gewaltopferversorgung bestehende Lücke zu schließen, wurde durch das Institut für Rechtsmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration das Projekt "Netzwerk ProBeweis" im Juni 2012 ins Leben gerufen.

Ziel dieses Projektes ist es, Betroffenen eine gerichtsverwertbare, kostenfreie und verfahrensunabhängige Dokumentation und Spurensicherung bereits vor der möglichen Entscheidung für eine Strafanzeige anzubieten. Die Untersuchung erfolgt unter Gewährleistung der ärztlichen Schweigepflicht. Entschließen sich die Betroffenen zu einem späteren Zeitpunkt für eine Strafanzeige, können die gesicherten Befunde in Form eines gerichtsfesten Gutachtens eingebracht werden.

Derzeit können diese Untersuchungen im Institut für Rechtsmedizin an den Standorten Hannover und Oldenburg sowie in entsprechend geschulten Partnerkliniken, die über eine Notfallambulanz/ Chirurgie und eine Gynäkologie verfügen, durchgeführt werden.

Die Niedersächsische Frauen- und Gesundheitsministerin Cornelia Rundt zeigt sich erfreut über die Partnerkliniken: "Das Netzwerk ProBeweis bietet ein situationsgerechtes Angebot für die Opfer von Sexualdelikten und häuslicher Gewalt und leistet einen wichtigen Beitrag für die Unterstützung von gewaltbetroffenen Frauen. Die weitere Ausdehnung des Angebotes ist im Flächenland Niedersachsen von besondere Bedeutung."

Neben den zentralen Ambulanzen in Hannover und Oldenburg stützt sich das Netzwerk auf eine wachsende Zahl von Gewaltambulanzen in Partnerkliniken in Niedersachsen.

Weitere Informationen

Auf der Website des Netzwerkes ProBeweis finden Sie weitere Informationen sowie Kontaktadressen der Partnerkliniken und auch Notrufnummern. www.probeweis.de

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Mein NEIN meint NEIN

Mein-Nein-meint-NeinIm Pixiformat zeigt der vom Frauenreferat der Stadt Frankfurt herausgegebene Comic "Mein NEIN meint NEIN" alltägliche Situationen, in denen sexistische Diskriminierung passiert. In der U-Bahn, der Kneipe, der Küche oder im Skaterpark. Manchmal offensichtlich, manchmal verdeckt oder versteckt. Aber die Bilder zeigen auch, welche Möglichkeiten Menschen haben, auf diese Situationen zu reagieren. Der Comic macht Mut und zeigt, wie Hingucken, nachfragen und einmischen konkret aussehen kann. Das Heftchen passt in jede Hosentasche und eignet sich für die pädagogische Arbeit mit Kindern oder Jugendlichen.

Weitere Informationen

Der Comic steht auf der Website des Frauenreferates der Stadt Frankfurt zum Download zur Verfügung und kann dort auch kostenfrei bestellt werden.

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NRW | Ampelsystem zeigt freie Plätze in Frauenhäusern an

Frauen in Nordrhein-Westfalen, die nicht sofort einen Platz im nächstgelegenen Frauenhaus bekommen, können in einem anderen Frauenhaus aufgenommen werden. Im Internet unter www.Frauen-Info-Netz.de zeigt ein Ampelsystem jederzeit an, welche Frauenhäuser noch einen Platz frei haben und welche belegt sind. Das Frauennetz gegen Gewalt informiert mit diesem Angebot über freie Plätze in den Frauenhäusern und stellt darüber hinaus eine umfangreiche Adressdatenbank zur Verfügung. Hier kann nach Kontaktmöglichkeiten zu Frauenhäusern, Beratungsstellen und Notdiensten recherchiert werden. Das Frauennetz gegen Gewalt ist ein Projekt der Landesarbeitsgemeinschaft Autonomer Frauenhäuser NRW. (22.6.2017)

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25. November | Internationaler Tag 'NEIN zu Gewalt an Frauen'

Warum wurde gerade der 25. November der Tag "Nein zur Gewalt an Frauen"? An diesem Tag ließ im Jahr 1960 der Diktator der Dominikanischen Republik Trujillo die drei Schwestern Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabal ermorden. Sie hatten es gewagt, sich für politische Freiheit im Lande einzusetzen, waren häufig inhaftiert und verhört, aber auf Druck der Kirche doch wieder freigelassen worden, bis sie schließlich zu Widerstandskämpferinnen im Untergrund wurden.
Die Mirabal-Schwestern und die Kirche seien seine zwei Probleme, soll Trujillo geäußert haben. Sein Regime überstand die Ermordung der im ganzen Land bekannten und hoch geachteten Schwestern nicht einmal ein Jahr. Zu Ehren dieser mutigen Frauen wurde 1981 auf dem ersten lateinamerikanischen feministischen Treffen in Bogotá, Kolumbien, ihr Todestag zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen ausgerufen.

1999 verabschiedete auch die Generalversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution, die den 25. November zum "International Day to Eliminate Violence Against Women" erklärte. Die Anregung dazu war von UNIFEM (United Nations Development Fund for Women) gekommen, und die Dominikanische Republik, das Land, in dem die Mirabal-Schwestern einst ermordet worden waren, hatte den Antrag eingebracht.

Gewalt gegen Frauen ist auch heute noch ein universelles, meistens unbestraftes Verbrechen mit vielen Gesichtern: Ehrenmorde, Zwangsprostitution, Frauenhandel, Zwangsehen, Genitalverstümmelung, sexuelle Belästigung und Nötigung, Vergewaltigung, körperliche und psychische Bedrohung und direkte Gewaltanwendung, geschlechtsspezifische Benachteiligung in Familie, Staat und Gesellschaft. Allein in Deutschland fliehen jährlich 40.000 Frauen vor ihren gewalttätigen Männern ins Frauenhaus. Weltweit ist die Situation für viele Frauen unendlich schlimmer.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Internationalen Tag "NEIN zu Gewalt an Frauen" finden Sie bei TERRE DES FEMMES e.V.

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Das Gewaltschutzgesetz

Das "Gesetz zum zivilrechtlichen Schutz vor Gewalttaten und Nachstellungen" - kurz gesagt Gewaltschutzgesetz - gibt geschlagenen oder bedrohten Frauen die Möglichkeit, in ihre Wohnung zurückzukehren und/oder dort zu bleiben. Auf Antrag können Gerichte dem gewalttätigen Partner verbieten, die ehemals gemeinsame Wohnung zu betreten, sich in einem bestimmten Umkreis der Wohnung aufzuhalten, Orte aufzusuchen, an denen sich die verletzte oder bedrohte Person regelmäßig aufhält, Verbindung zu ihr aufzunehmen oder ein Zusammentreffen mit ihr herbeizuführen. Die gesetzliche Regelung ist auf der Website des Bundesjustizministeriums nachzulesen.

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Bundesweites Hilfetelefon 'Gewalt gegen Frauen'

Unter der kostenlosen Telefonnummer
08000 116 016 ist das Hilfetelefon erreichbar. www.hilfetelefon.de

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Hilfeportal Sexueller Missbrauch

Das Hilfeportal ist auf die Thematik des sexuellen Kindesmissbrauchs ausgerichtet und übernimmt eine Lotsenfunktion für das gesamte Bundesgebiet. www.hilfeportal-missbrauch.de.

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Niedersachsen | Wer schlägt muss gehen

"Wer schlägt, muss gehen!" ist Teil der niedersächsischen Kampagne zur Verbesserung des Schutzes vor häuslicher Gewalt. Auf www.wer-schlaegt-muss-gehen.de finden betroffene Frauen, Fachkräfte aus Sozialarbeit, Justiz und Polizei kompakte Informationen über das Gewaltschutzgesetz, den niedersächsischen Aktionsplan zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, Adressen von Schutz- und Hilfeeinrichtungen in Niedersachsen sowie Hinweise auf weitere Angebote und Aktivitäten gegen häusliche Gewalt.

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RIGG Rheinland-Pfalz

Rheinland-pfälzisches Interventionsprojekt gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen (RIGG). www.rigg.rlp.de

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Organisationen

Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe
Informationen zum Verband, bundesweite Hilfsangebote, Termine und Veröffentlichungen.

Frauenhauskoordinierung e.V.
Darstellung der eigenen Arbeit, Aktivitäten sowie Informationen und Materialien rund um die Frauenhausarbeit, zum Thema Gewalt gegen Frauen und zur Anti-Gewalt-Arbeit.

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Medizinische Versorgung gewaltbetroffener Frauen

Die vom Bundesfamilienministerium geförderte Website www.gesundheit-und-gewalt.de unterstützt die gesundheitliche Versorgung von gewaltbetroffenen Frauen in der Praxis von Ärztinnen und Ärzten.

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Berlin | SIGNAL e.V.

S.I.G.N.A.L. e.V. - Intervention im Gesundheitsbereich gegen häusliche und sexualisierte Gewalt.

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Täterarbeit - Häusliche Gewalt

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt (BAG TäHG) e.V. ist ein interinstitutioneller und interkultureller Dachverband für Täterarbeitseinrichtungen Häuslicher Gewalt in Deutschland. Seit April 2010 ist die BAG TäHG ständiges Mitglied in der Bund-Länder-AG Häusliche Gewalt. www.taeterarbeit.com

Das Männerbüro Hannover ist Mitglied im Hannoverschen InterventionsProgramm gegen Männergewalt in der Familie und Gründungsmitglied der BAG Täterarbeit Häusliche Gewalt.

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Newsletter Kinderschutz in Niedersachsen

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Für Fachkräfte und alle, die sich beruflich oder ehrenamtlich im Kinderschutz engagieren oder mit Kindern zu tun haben, gibt es den Newsletter des Kinderschutzportals Niedersachsen. Er bietet im zweimonatlichen Rhythmus Informationen, Terminhinweise und Publikationstipps. Hier geht es zur Anmeldung: www.kinderschutz-niedersachsen.de/newsletter. Weitere Informationen für Fachkräfte aber auch für Schwangere, Eltern, Kinder, Familie, Nachbarn oder andere Bezugspersonen gibt es auf www.kinderschutz-niedersachsen.de.

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Frankfurt | Plakatkampagne gegen Übergriffe im öffentlichen Raum gestartet

Plakatkampagne-Uebergriffe-oeffentlicher-Raum
"Alle Frauen und Mädchen haben das Recht auf Respekt" - so lautet der Slogan einer neuen Plakatkampagne des Frauenreferats der Stadt Frankfurt am Main gegen Übergriffe im öffentlichen Raum. Die Plakatmotive der Kampagne sind inspiriert von Erfahrungen und Forderungen von Mädchen und jungen Frauen. An über 600 Litfaßsäulen und Plakatwänden sind ihre Appelle zu sehen. weiterlesen >>>

Neu vorgestellt

Frauenkalender-2021
Zwölf Frauen stellen wir in unserem Kalender 2021 vor. "Zwölf von uns". Frauen, die zu den Themen, unter denen Frauen leiden, die Frauen zugemutet werden, tätig sind. Zwölf Frauen, die sich besonders einsetzen, um unsere Welt gerechter zu machen. In der Politik, im Recht, in der Kirche, in der Wirtschaft.
Ein hochwertiges Geschenk für Ihre Netzwerkpartnerinnen und -partner, Rats- und Kreistagsmitglieder und andere, die Sie zum Jahreswechsel beschenken wollen, mit denen Sie sich für Frauenrechte und für Menschenrechte engagieren wollen. weiterlesen >>>

Termine Alle Termine >>>

September 2020

22.9.–23.9.2020 | Grundlagen für die Gleichstellungsarbeit - Ausgebucht!, Hannover

28.9.–29.9.2020 | Deutscher Präventionstag, online

Oktober 2020

5.10.–6.10.2020 | Fachkraft der Antidiskriminierungsberatung, Lüneburg

7.10.2020 | Fortbildung für Verwaltungsmitarbeiterinnen von Gleichstellungsbeauftragten, Hannover

7.10.2020 | Gründen als Antwort auf die VUCA-Welt - Vision, Understanding, Clarity und Agility, online

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Ausstellung zur Frauenrechtskonvention

Cedaw-Ausstellung
Über 40 Jahre gibt es die UN-Frauenrechtskonvention (engl. Abk. CEDAW) schon. Doch leider sind die Inhalte der Konvention nur wenigen Menschen bekannt. Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. hat eine Ausstellung zum Verleih entwickelt. Sie informiert über die Reichweite, Entwicklung sowie Inhalte des CEDAW-Abkommens. Außerdem werden gleichstellungspolitische Inhalte der UN-Frauenrechtskonvention dargestellt, die auch auf kommunaler Ebene von Bedeutung sind. Die Ausstellung ist in Form von Roll-ups sowie als Posterausstellung erhältlich. Mehr unter www.gleichstellung-sichtbar-machen.de/projekt/ausstellung