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Genitalverstümmelung

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation leben weltweit mehr als 150 Millionen Frauen und Mädchen, deren Genitalien verstümmelt wurden. Jedes Jahr werden erneut etwa drei Millionen Mädchen Opfer von Genitalverstümmelung (FGM = "female genital mutilation").

Genitalverstümmelung wird in vielen afrikanischen Ländern praktiziert,  aber auch auf der arabischen Halbinsel und in Teilen Asiens. Die Verfechterinnen und Verfechter dieser Tradition berufen sich zumeist auf Mythen und Überlieferungen, mitunter auch auf den Islam. In der Regel soll mit Hilfe der Verstümmelung die weibliche Sexualität kontrolliert werden.

Früher wurden diese Praktiken oft verharmlosend als "Beschneidung" bezeichnet. Der grausame Eingriff führt jedoch zu schwersten gesundheitlichen Beeinträchtigungen, lebenslangen Folgeschäden und oft auch zu Tod der betroffenen Frauen. Genitale Verstümmelung zählt zu den Menschenrechtsverletzungen an Frauen.

Mit den weltweiten Migrationsbewegungen wird Genitalverstümmelung zunehmend auch in Europa ein Thema. Migrantinnen, die Verstümmelungen erlitten haben, leben unter uns. In Deuschland haben fast die Häfte aller Gynäkologinnen und Gynäkologen bereits verstümmelte Frauen behandelt.

Informationsbroschüre zur Bekämpfung von weiblicher Genitalverstümmelung

Informationsbroschuere-zur-Bekaempfung-von-weiblicher-GenitalverstuemmelungIm Vorfeld des Internationalen Tags gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar hat das Ministerium für Soziales und Integration des Landes Baden-Württemberg eine neue Broschüre zur Bekämpfung von weiblicher Genitalverstümmelung vorgestellt. Die Broschüre richtet sich insbesondere an Frauen und Mädchen, die Opfer des Eingriffs geworden sind oder werden könnten. Sie ist in mehreren Sprachen erhältlich und kann über die Webseite des Ministeriums heruntergeladen oder bestellt werden.Weiterlesen >>>

Studie des BMFSFJ | Weibliche Genitalverstümmelung - Zahlen für Deutschland

Eine-empirische-Studie-zu-weiblicher-Genitalverstuemmelung-in-DeutschlandAnlässlich des Internationalen Tages gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar hat das Bundesfrauenministerium erstmals eine empirische Studie mit Zahlen für Deutschland vorgestellt. Demnach leben hierzulande knapp 50.000 Frauen, die Opfer einer Genitalverstümmelung geworden sind. Nach Schätzungen sind zwischen 1.500 und 5.700 Mädchen, die in Deutschland leben, davon bedroht.Weiterlesen >>>

Schnitte in Körper und Seele

Schnitte-in-Koerper-und-SeeleIn den EU-Staaten leben Hunderttausende Frauen aus Ländern, in denen Genitalverstümmelungen vorgenommen werden. Auch in Deutschland werden viele Frauenärzte mit diesen Patientinnen konfrontiert. Doch über das Ausmaß des Problems gab es bislang keine Daten. Deshalb haben Unicef, Terre des Femmes und der Berufsverband der Frauenärzte die erste Befragung von Gynäkologinnen und Gynäkologen zu diesem Thema durchgeführt.Weiterlesen >>>

BHG-Urteil: Schutz eines Mädchens vor Verstümmelung

Der Familiensenat des Bundesgerichtshofes entschied am 15. Dezember 2004, dass der Plan einer Frau, ihre Tochter nach Gambia zu bringen ausreicht, ihr das Sorgerecht für das Kind teilweise zu entziehen und es in eine Pflegefamilie zu geben. In Gambia sind 80 bis 90 Prozent der Frauen an den Genitalien verstümmelt. Die Gefahr, dass bei dem Mädchen während eines Aufenthalts in Gambia eine Beschneidung vorgenommen wird, rechtfertigt es, der Mutter das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu entziehen. Bundesgerichtshof,
Beschluss vom 15. Dezember 2004 - XII ZB 166/03, der Beschluss steht auf der Website des Bundesgerichtshofes als PDF-Datei zum Download bereit.

Wanderausstellung 'Auf Nimmerwiedersehen, Beschneidung!'

Auf-Nimmerwiedersehen-Beschneidung_Wanderausstellung"Adieu l'Excision! " lautet der Titel der Wanderausstellung, die über (I)NTACT - Internationale Aktion gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen e.V., Städtegruppe München entliehen werden kann. Die Ausstellung zeigt, wie Aufklärungsarbeit erfolgreich ist und wird durch ein Begleitprogramm (Vorträge, Lesungen, Podiumsdiskussionen) ergänzt.Weiterlesen >>>

Broschüre des BMFSFJ zur Genitalverstümmelung

Beim Bundesfamilienministerium kann eine Broschüre zum Thema Genitalverstümmelung heruntergeladen werden. Sie wendet sich an Ärztinnen und Ärzte sowie Beraterinnen und Berater.Weiterlesen >>>

Weitere Informationen

Terre des Femmes

Seit der Gründung von TERRE DES FEMMES 1981 engagiert sich der Verein gegen die weibliche Genitalverstümmelung. Auf der Website von Terre des Femmes sind zahllose Informationen und Materialien zum Thema zu finden. www.genitalverstuemmelung.de

Informationen zum Umgang mit Patientinnen

Der Vorstand der Bundesärztekammer hat in seiner Sitzung am 25.11.2005 Empfehlungen zum Umgang mit Patientinnen nach weiblicher Genitalverstümmelung erarbeitet. Sie sind beim Deutschen Ärzteblatt abrufbar.

Empfehlungen zum Umgang mit Patientinnen nach weiblicher Genitalverstümmelung (female genital mutilation)
Deutsches Ärzteblatt 103, Ausgabe 5 vom 03.02.2006, Seite A-285 / B-249 / C-237

Informationen zu Genitalverstümmelung von amnesty international

Amnesty International stellt auf der Website der "Menschenrechtsverletzungen an Frauen" Informationen zu Genitalverstümmelung bereit. www.amnesty-frauen.de/Main/Themen

Aktuelle Aktion

Tag-der-Niedersaechsin-2017
Die Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros in Niedersachsen (lag) und der Landesfrauenrat Niedersachsen e.V. laden in Kooperation mit dem Gleichstellungsreferat der Stadt Wolfsburg am Tag der Niedersachsen zum "Tag der Niedersächsin" ein. Er findet vom 01. bis 03. September 2017 in Wolfsburg statt. Auf dem Programm steht am 02. September eine Talkrunde zum Thema "100 Jahre Frauenwahlrecht und politische Partizipation von Frauen heute". Es diskutieren die niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Cornelia Rundt, sowie Vertreterinnen der politischen Fraktionen im Landtag Niedersachsen. Darüber hinaus informieren die lag, der LFRN und das Gleichstellungsreferat der Stadt Wolfsburg an allen drei Veranstaltungstagen auf der Festmeile über ihre Arbeit. Zum Programmflyer

Broschüre der Woche

Entgeltgleichheit-fuer-Frauen-und-Maenner
Was ist Entgeltungleichheit und wie kann sie überwunden werden? Diese Frage sollte in die Berufs- und Lebensplanung von Schülerinnen und Schülern möglichst früh einbezogen werden. Deshalb hat die Gleichstellungsstelle der Stadt Regensburg Unterrichtsmaterial zum Thema Entgeltgleichheit für Frauen und Männer herausgegeben. weiterlesen >>>

Termine Alle Termine >>>

August 2017

7.8.–25.8.2017 | Informatica Feminale - Sommerstudium für Frauen in der Informatik, Bremen

7.8.–25.8.2017 | Ingenieurinnen-Sommeruni, Bremen

25.8.2017 | Psychosoziale Versorgung von Flüchtlingen. Wo stehen wir in Niedersachsen?, Hannover

30.8.2017 | Regionalveranstaltung zur HSBN: Gemeinsam gegen Armut, Gifhorn

September 2017

1.9.–3.9.2017 | Tag der Niedersächsin 2017, Wolfsburg

Aktionswochen 2017

Logo_GleichbeRECHTigt
Das neue Programm des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gemeinsam mit den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten Niedersachsens ist gestartet. Unter dem Titel "GleichbeRECHTigt leben - Unsere Werte, unser Recht" geht es um die Sicherung und Weiterentwicklung von Frauenrechten, Gleichberechtigung und Teilhabe für alle Frauen und Männer, die in Niedersachsen leben, ob als Einheimische oder als Geflüchtete. weiterlesen >>>

Kalendermonatsblatt

08_August_Kalendermonatsblatt_260px
"EINE Welt" - Der Frauenkalender der Vernetzungsstelle 2017 widmet sich dem Thema Frauen und Flucht. Lesen Sie hier unseren Beitrag für den Monat August: "HeRoes - Echte Helden im Einsatz für die Gleichberechtigung"