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Entschieden gegen Genitalverstümmelung vorgehen | BMFSFJ stellt Schutzbrief vor

Schutzbrief-Genitalverstuemmelung_BMFSFJWeltweit sind über 200 Millionen Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen, 3 Millionen Mädchen sind von ihr bedroht. Alleine in Deutschland leben 68.000 Frauen, die eine Genitalverstümmelung über sich ergehen lassen mussten. Und 15.000 Mädchen leben in der Angst, dass ihnen eine solche schwere Körperverletzung angetan wird. Oftmals wird die weibliche Genitalverstümmelung während der Ferienzeiten in den Herkunftsländern durchgeführt. Um Mädchen davor zu schützen hat Bundesfrauenministerin Giffey in enger Abstimmung mit Nichtregierungsorganisationen, den Ländern und den zuständigen Ressorts der Bundesregierung einen Schutzbrief gegen weibliche Genitalverstümmelung entwickelt, den die Familien und gerade auch die betroffenen Mädchen mit auf ihre Reisen in die Herkunftsländer nehmen sollen.Weiterlesen >>>

BMFSFJ | Zahlen zu weiblicher Genitalverstümmelung vorgestellt

Die Zahl der weiblichen Genitalverstümmelungen in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. 67.975 Frauen mussten hierzulande eine solche Menschenrechtsverletzung erleiden, hat eine neue Untersuchung ergeben, die Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey heute vorgestellt hat. Die Erhebung wurde im Auftrag des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ) nach einer von dem Europäischen Institut für Gleichstellungsfragen entwickelten Methodik erstellt. Im Vergleich zu den im Februar 2017 vom BMFSFJ veröffentlichten Zahlen ist das ein Anstieg von 44%. Die meisten betroffenen Frauen stammen aus Eritrea, Somalia, Indonesien, Ägypten und Nigeria. Die deutliche Steigerung der Zahl der betroffenen und gefährdeten Frauen und Mädchen ist darauf zurückzuführen, dass mehr Menschen aus Herkunftsländern, in denen weibliche Genitalverstümmelung praktiziert wird, nach Deutschland gekommen sind.Weiterlesen >>>

Genitalverstümmelung

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation leben weltweit mehr als 150 Millionen Frauen und Mädchen, deren Genitalien verstümmelt wurden. Jedes Jahr werden erneut etwa drei Millionen Mädchen Opfer von Genitalverstümmelung (FGM = "female genital mutilation").

Genitalverstümmelung wird in vielen afrikanischen Ländern praktiziert,  aber auch auf der arabischen Halbinsel und in Teilen Asiens. Die Verfechterinnen und Verfechter dieser Tradition berufen sich zumeist auf Mythen und Überlieferungen, mitunter auch auf den Islam. In der Regel soll mit Hilfe der Verstümmelung die weibliche Sexualität kontrolliert werden.

Früher wurden diese Praktiken oft verharmlosend als "Beschneidung" bezeichnet. Der grausame Eingriff führt jedoch zu schwersten gesundheitlichen Beeinträchtigungen, lebenslangen Folgeschäden und oft auch zu Tod der betroffenen Frauen. Genitale Verstümmelung zählt zu den Menschenrechtsverletzungen an Frauen.

Mit den weltweiten Migrationsbewegungen wird Genitalverstümmelung zunehmend auch in Europa ein Thema. Migrantinnen, die Verstümmelungen erlitten haben, leben unter uns. In Deuschland haben fast die Häfte aller Gynäkologinnen und Gynäkologen bereits verstümmelte Frauen behandelt.

Schutzbrief gegen weibliche Genitalverstümmelung

Schutzbrief-gegen-weibliche-GenitalverstuemmelungWeibliche Genitalverstümmelung verstößt gegen deutsches und internationales Recht und wird bestraft, auch wenn die Mädchen im Ausland beschnitten werden. Darauf weist ein Schutzbrief hin, der nun erstmals in Deutschland verfügbar ist. Betroffene Familien können, wenn sie mit ihren Kindern auf Heimatbesuch sind, den Schutzbrief vorzeigen. Um die Genitalverstümmelung ihrer Töchter zu verhindern, soll Eltern durch den Hinweis auf die rechtlichen Folgen ermöglicht werden, sich dem sozialen Druck im Heimatland zu entziehen. An der Erstellung des Schutzbriefes haben sich in Hamburg neben Initiatorin Gwladys Awo (Plan International) die Sozial-, Gesundheits-, Justiz- und Innenbehörde beteiligt. Der Schutzbrief steht in Englisch, Französisch und Deutsch als Download auf www.hamburg.de/opferschutz zur Verfügung.

Weibliche Genitalverstümmelung im Flüchtlingskontext

Weibliche-Genitalverstuemmelung_PLANDie Informationsbroschüre von Plan International beschreibt Herausforderungen und Handlungsempfehlungen im Umgang mit weiblicher Genitalverstümmelung im Flüchtlingskontext. Die Handreichung richtet sich an Berufsgruppen wie Angestellte von Sozialbehörden, medizinisches Personal und Mitarbeitende in Flüchtlingsunterkünften. Sie hilft bei der Umsetzung der interdisziplinären Arbeit von Aufklärung, Schutz, Hilfe, Beratung und Begleitung betroffener Frauen und Mädchen.Weiterlesen >>>

'Null-Toleranz-Tag' gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung am 6. Februar

Die Zahl von weiblicher Genitalverstümmelung betroffener Mädchen und Frauen hat sich innerhalb von knapp 20 Jahren fast verdreifacht. 2017 lebten mehr als 58.000 betroffene Frauen und mindestens 13.000 gefährdete Mädchen in Deutschland, 1998 waren es 21.000 Betroffene und 5.500 Gefährdete. Dies geht aus Hochrechnungen der Frauenrechtsorganisation hervor, die sie seit 1998 veröffentlicht. "Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Migration aus Ländern, in denen es zur Tradition gehört, Mädchen zu beschneiden, muss dringend mehr in Aufklärung und Prävention investiert werden", erklärt Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle von TERRE DES FEMMES. Sie fordert deshalb verpflichtende Vorsorgeuntersuchungen so genannte U-Untersuchungen für alle Kinder. Bei den Untersuchungen müssen die Genitalien miteingeschlossen werden.Weiterlesen >>>

Die Fahnenaktionen von TERRE DES FEMMES

Terre-des-femmes_FahnanaktionDie von TERRE DES FEMMES entwickelte Aktion will bundesweit ein Zeichen setzen, um gegen Gewalt und Diskriminierung an Frauen und Mädchen zu protestieren und gesetzliche sowie gesellschaftliche Veränderungen einzufordern. Rund um den 25. November, dem internationalen Gedenktag "NEIN zu Gewalt an Frauen!", laufen darüber hinaus bundesweit Aktionen und Kampagnen. Der Themenschwerpunkt der Fahnenaktion 2020 lautet "#meinherzgehörtmir - Gegen Zwangsverheiratung und Frühehen!".Weiterlesen >>>

Informationsbroschüre zur Bekämpfung von weiblicher Genitalverstümmelung

Informationsbroschuere-zur-Bekaempfung-von-weiblicher-GenitalverstuemmelungIm Vorfeld des Internationalen Tags gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar hat das Ministerium für Soziales und Integration des Landes Baden-Württemberg eine neue Broschüre zur Bekämpfung von weiblicher Genitalverstümmelung vorgestellt. Die Broschüre richtet sich insbesondere an Frauen und Mädchen, die Opfer des Eingriffs geworden sind oder werden könnten. Sie ist in mehreren Sprachen erhältlich und kann über die Webseite des Ministeriums heruntergeladen oder bestellt werden.Weiterlesen >>>

Studie des BMFSFJ | Weibliche Genitalverstümmelung - Zahlen für Deutschland

Eine-empirische-Studie-zu-weiblicher-Genitalverstuemmelung-in-DeutschlandAnlässlich des Internationalen Tages gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar hat das Bundesfrauenministerium erstmals eine empirische Studie mit Zahlen für Deutschland vorgestellt. Demnach leben hierzulande knapp 50.000 Frauen, die Opfer einer Genitalverstümmelung geworden sind. Nach Schätzungen sind zwischen 1.500 und 5.700 Mädchen, die in Deutschland leben, davon bedroht.Weiterlesen >>>

Schnitte in Körper und Seele

Schnitte-in-Koerper-und-SeeleIn den EU-Staaten leben Hunderttausende Frauen aus Ländern, in denen Genitalverstümmelungen vorgenommen werden. Auch in Deutschland werden viele Frauenärzte mit diesen Patientinnen konfrontiert. Doch über das Ausmaß des Problems gab es bislang keine Daten. Deshalb haben Unicef, Terre des Femmes und der Berufsverband der Frauenärzte die erste Befragung von Gynäkologinnen und Gynäkologen zu diesem Thema durchgeführt.Weiterlesen >>>

BHG-Urteil: Schutz eines Mädchens vor Verstümmelung

Der Familiensenat des Bundesgerichtshofes entschied am 15. Dezember 2004, dass der Plan einer Frau, ihre Tochter nach Gambia zu bringen ausreicht, ihr das Sorgerecht für das Kind teilweise zu entziehen und es in eine Pflegefamilie zu geben. In Gambia sind 80 bis 90 Prozent der Frauen an den Genitalien verstümmelt. Die Gefahr, dass bei dem Mädchen während eines Aufenthalts in Gambia eine Beschneidung vorgenommen wird, rechtfertigt es, der Mutter das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu entziehen. Bundesgerichtshof,
Beschluss vom 15. Dezember 2004 - XII ZB 166/03, der Beschluss steht auf der Website des Bundesgerichtshofes als PDF-Datei zum Download bereit.

Wanderausstellung 'Auf Nimmerwiedersehen, Beschneidung!'

Auf-Nimmerwiedersehen-Beschneidung_Wanderausstellung"Adieu l'Excision! " lautet der Titel der Wanderausstellung, die über (I)NTACT - Internationale Aktion gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen e.V., Städtegruppe München entliehen werden kann. Die Ausstellung zeigt, wie Aufklärungsarbeit erfolgreich ist und wird durch ein Begleitprogramm (Vorträge, Lesungen, Podiumsdiskussionen) ergänzt.Weiterlesen >>>

Broschüre des BMFSFJ zur Genitalverstümmelung

Beim Bundesfamilienministerium kann eine Broschüre zum Thema Genitalverstümmelung heruntergeladen werden. Sie wendet sich an Ärztinnen und Ärzte sowie Beraterinnen und Berater.Weiterlesen >>>

Weitere Informationen

Terre des Femmes

Seit der Gründung von TERRE DES FEMMES 1981 engagiert sich der Verein gegen die weibliche Genitalverstümmelung. Auf der Website von Terre des Femmes sind zahllose Informationen und Materialien zum Thema zu finden. www.genitalverstuemmelung.de

Informationen zum Umgang mit Patientinnen

Der Vorstand der Bundesärztekammer hat in seiner Sitzung am 25.11.2005 Empfehlungen zum Umgang mit Patientinnen nach weiblicher Genitalverstümmelung erarbeitet. Sie sind beim Deutschen Ärzteblatt abrufbar.

Empfehlungen zum Umgang mit Patientinnen nach weiblicher Genitalverstümmelung (female genital mutilation)
Deutsches Ärzteblatt 103, Ausgabe 5 vom 03.02.2006, Seite A-285 / B-249 / C-237

Informationen zu Genitalverstümmelung von amnesty international

Amnesty International stellt auf der Website der "Menschenrechtsverletzungen an Frauen" Informationen zu Genitalverstümmelung bereit. www.amnesty-frauen.de/Main/Themen

Stell Dir vor, es ist Wahl und keine geht hin!

Stell-Dir-vor-es-ist-Wahl
In diesem Jahr können die Menschen in Rheinland-Pfalz gleich zwei Mal zur Wahl gehen. Am 14. März wird der neue Landtag gewählt, am 26. September der neue Bundestag, und im Landkreis Trier-Saarburg findet am gleichen Tag die Landratswahl statt. Aus diesem Anlass haben die Gleichstellungsbeauftragten der Region Trier sechs kurze Videos unter dem Motto: "Stell Dir vor, es ist Wahl und keine geht hin!" erstellen lassen. Auf witzige und ironische Weise nimmt Marlies Blume in diesen Filmen das Thema unter die Lupe: Ja, ich will! | Es geht um die Wurst | Die Systemrelevanz auf zwei Beinen | Mitmischen statt Staubwischen | Platzhirschgegockele und Zickenkrieg | Frauen und Männer müssen sich befruchten. Zu sehen sind die Filme auf youtube.

Neu vorgestellt

Handreichung-Gendersensible-Sprache-Bremer-Verwaltung
Die "Handreichung gendersensible Sprache in der Bremer Verwaltung" liefert eine Vielfalt von Erklärungen, Hinweisen und Vorschlägen, wie Amtssprache nicht nur Männer, sondern Frauen, Trans- und Interpersonen gleichermaßen anspricht. Das im Aus- und Fortbildungszentrum angedockte Kompetenzteam Bürger:innenservice und Kommunikation hat auf 20 Seiten eine umfangreiche Sammlung vorgelegt, wie gendersensibel formuliert werden kann. weiterlesen >>>

Termine Alle Termine >>>

März 2021

5.3.2021 | Weltgebetstag der Frauen, weltweit

5.3.–11.3.2021 | NEIN! GEGEN HÄUSLICHE GEWALT! | Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Online

8.3.2021 | Internationaler Frauentag, weltweit

8.3.2021 | Gleichberechtigung – keinen Schritt zurück in Corona-Zeiten!, Nds. Landtag / online

9.3.2021 | 3. Fachtagung der Initiative Klischeefrei, online

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Kalender 2021 | Zwölf von uns - Monika Hauser

03_Kalenderblatt-Maerz_2021
Der Kalender von Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. 2021 stellt zwölf Frauen vor, die sich besonders einsetzen, um unsere Welt gerechter zu machen. Hier unser Beitrag für den Monat März: Monika Hauser studierte Medizin, weil sie Menschen helfen und ganzheitlich unterstützen wollte. Der jungen Gynäkologin vertrauten Frauen oft Geschichten über erlittene Misshandlungen und Vergewaltigungen an. Um Patientinnen zu stärken, gründete sie u.a. Gesprächsgruppen und eröffnete eine Beratungsstelle für Schwangerschaftsabbrüche.
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