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Zweites Führungspositionengesetz in Kraft getreten

Mit dem Inkrafttreten des zweiten Führungspositionengesetzes (FüPoG II) am 12. August 2021 gelten weitere Vorgaben für mehr Geschlechtergerechtigkeit in den Vorstands- und Aufsichtsgremien großer deutscher Unternehmen, für Unternehmen mit Bundesbeteiligung sowie für bestimmte Spitzenposten im öffentlichen Dienst. Das FüPoG II baut auf den Regelungen des ersten Führungspositionengesetzes von 2015 auf und entwickelt diese fort. Weitere Informationen auf der Website des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

WoB-Index Niedersachsen von FidAR: Bei Frauen in Führung hat Niedersachsen Verbesserungspotenzial

Bei der gleichberechtigten Teilhabe haben die Unternehmen in Niedersachsen noch hohen Nachholbedarf. Der Frauenanteil in den Aufsichtsgremien der 103 größten öffentlichen und privatwirtschaftlichen Unternehmen Niedersachsens liegt mit 26,7 Prozent deutlich unter dem Bundesdurchschnitt der privatwirtschaftlichen (33,2 %) bzw. öffentlichen (34,7 %) Unternehmen in Deutschland. Auch in den Top-Managementorganen der 103 niedersächsischen Unternehmen sind Frauen mit 18,6 Prozent unterrepräsentiert (Bundesdurchschnitt Privatwirtschaft 13 %, öffentliche Unternehmen 22 %). Das zeigt eine exklusive Studie der Initiative FidAR im Auftrag des niedersächsi­schen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (Stand 1.01.2022).

Ergebnisse der Studie wurden im Rahmen des Forum Women-on-Boards am 10. Mai in der Autostadt Wolfsburg vorgestellt.

„Gleichstellung ist ein zentrales Thema für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Hier müssen auch die Unternehmen handeln. Der erste Women-on-Board-Index Niedersachsen ermöglicht uns eine Standortbestimmung für die Unternehmen des Landes, der Kommunen und der Privatwirtschaft“, erklärt Daniela Behrens, Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, bei der Vorstellung der Studie in Wolfsburg. „Zwar hat sich der Frauenanteil in leitenden Positionen in den vergangenen Jahren deutlich verbessert – auch dank der von der Bundesregierung eingeführten Frauenquote für Aufsichtsräte. Das gilt auch für Niedersachsen. Allerdings ist noch nachweislich Potenzial vorhanden, das es zu heben gilt. Wir wollen bei den Beteiligungen des Landes und der Kommunen wie auch in der Privatwirtschaft Fortschritte sehen. Denn wir haben hier in Niedersachsen genügend bestens qualifizierte Frauen, die bereit sind, Führungsverantwortung zu übernehmen.“

Der Women-on-Board-Index Niedersachsen ist die erste detaillierte Studie zu Frauen in Führungspositionen auf der Ebene eines Bundeslandes gemeinsam für öffentliche und privatwirtschaftliche Unternehmen. Untersucht wurden die Aufsichtsgremien und Top-Managementorgane von 103 niedersächsischen Unternehmen zum Stand 1.01.2022: Die 31 nach Beschäftigtenzahl größten privaten, 30 ausgewählte kommunale und 42 Landesunternehmen, die die Kriterien erfüllen. Neben den Frauenanteilen in den Aufsichtsgremien und den Top-Managementorganen standen auch die von den Unternehmen gesetzten Zielgrößen für das Aufsichtsgremium, das Top-Managementorgan und die obersten beiden Managementebenen im Fokus. Von den untersuchten Unternehmen sind 46 börsennotiert oder mitbestimmt und unterliegen damit der Pflicht, Zielgrößen zu veröffentlichen. Allerdings werden nur von 27 Unternehmen (58,7 %) Zielgrößen definiert.

Die Studie zum WoB-Index Niedersachsen sowie die wichtigsten Ergebnisse können unter https://niedersachsen.wob-index.de eingesehen werden. Informationen zum Forum Women-on-Boards finden Sie unter www.ms.niedersachsen.de/wob-index.

Pressemitteilung des Nds. Sozialministeriums, 10.5.2022

Bericht | Frauen in Führungspositionen

Die Bundesregierung hat die "Fünfte Jährliche Information der Bundesregierung über die Entwicklung des Frauen- und Männeranteils an Führungsebenen und in Gremien der Privatwirtschaft und des öffentlichen Dienstes" beschlossen. Die Ergebnisse im Überblick: Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der Privatwirtschaft ist gestiegen. In den Vorständen deutscher Unternehmen waren Frauen auch im Geschäftsjahr 2018 stark unterrepräsentiert. Es sind neue gesetzliche Regelungen für eine Frauenquote in Vorständen in Kraft getreten. Der Frauenanteil im öffentlichen Dienst entwickelt sich positiv, dennoch sind Frauen in Führungspositionen in der Bundesverwaltung weiterhin unterrepräsentiert. Für die Gremienbesetzung gelten für den Bund durch das Bundesgremienbesetzungsgesetz strengere Regeln als für die Privatwirtschaft. In den Gremien mit vom Bund bestimmten Mitgliedern hat sich der Frauenanteil weiter positiv entwickelt. Den Bericht finden Sie als pdf-Datei auf der Website des Bundesfamilienministeriums.

Frauen in Führungspositionen: Entwicklung seit 2015

Eine interaktive Anwendung des Bundesfamilienministeriums veranschaulicht die Entwicklung. www.bmfsfj.de/quote 

NiKa e. V.

Das Niedersächsische Karrierenetzwerk für Frauen im öffentlichen Dienst - www.nika-netzwerk.de.