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Das Portal aus Niedersachsen für Gleichberechtigung, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte

Gewalt gegen Frauen

Gewalt gegen Frauen und Mädchen kommt in vielen Formen vor. Dazu gehören Gewalt in Ehe und Partnerschaft die i.d.R. als häusliche Gewalt bezeichnet wird. Dazu gehören aber auch sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung, Stalking, Menschenhandel und Gewalt im Kontext von Prostitution oder auch Genitalverstümmelung. Sie kann auf ganz verschiedene Weise ausgeübt werden: mit der alltäglichen Anmache,  frauenfeindlichen Witzen, mit Einschränkung der persönlichen Freiheit, dies kann aktiv geschehen oder weil Frauen und Mädchen gewisse Orte oder Wege meiden. Zu den direkten Erscheinungsformen von Gewalt gehören sexuelle Belästigung, Beleidigung, Schläge, sexuelle Nötigung, Stalking oder Vergewaltigung und auch die Tötung der Frau. Auch verschiedene Formen digitaler Gewalt sind zu nenn.

In Deutschland wird jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von physischer und/oder sexualisierter Gewalt; etwa jede vierte Frau wird mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexualisierter Gewalt durch ihren aktuellen oder durch ihren früheren Partner.

Im Bereich des Gewaltschutzes, insbesondere seit Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetzes 2001 engagieren sich kommunale Gleichstellungsbeauftragte vor Ort. Sie initiieren funktionierende Netzwerke, um betroffenen Frauen direkt in ihren Lebensräumen Wege aus der Gewalt aufzuzeigen. Ergänzend gibt es das bundesweit erreichbare „Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen“. Seit 2018 ist in Deutschland die sog. Istanbul-Konvention in Kraft getreten, die gesetzliche Regelungen zur Prävention und zum Schutz vor Gewalt festlegt.

Kriminalstatistik zur Partnerschaftsgewalt

Ob Bedrohung, Freiheitsberaubung, Körperverletzung oder Vergewaltigung: Partnerschaftsgewalt hat viele Formen und nimmt in Deutschland weiter zu. Das zeigen die neuen Zahlen des Bundeskriminalamtes, das mittlerweile zum sechsten Mal die Statistik zum Thema Partnerschaftsgewalt ausgewertet hat. 2020 wurden insgesamt 148.031 Opfer von Partnerschaftsgewalt polizeilich erfasst, das sind 4,9 Prozent mehr Fälle als im Jahr zuvor. Dabei waren die Betroffenen zu 80,5 Prozent Frauen. Die Statistik zeigt außerdem, dass die Zahlen von Partnerschaftsgewalt insgesamt seit 2015 kontinuierlich steigen. Man müsse allerdings von einem "erheblichen Dunkelfeld" an Fällen ausgehen, sagte der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA) Münch. Denn in der BKA-Auswertung sind nur die bei der Polizei gemeldeten Fälle enthalten. 

Opfer in Partnerschaften im Jahr 2020 insgesamt: Opfer von

  • Tötungsdelikten: 359 Frauen und 101 Männer
  • vorsätzlicher einfacher Körperverletzung: 72.013 Frauen und 19.199 Männer
  • Bedrohung, Stalking und Nötigung: 29.301 Frauen und 3.721 Männer
  • Freiheitsberaubung: 1.567 Frauen und 192 Männer
  • gefährlicher Körperverletzung: 12.449 Frauen und 5.570 Männer

Weitere Informationen auf der Webseite der Bundesregierung.

Bundesweites Hilfetelefon 'Gewalt gegen Frauen'

Unter der kostenlosen Telefonnummer 08000 116 016 ist das Hilfetelefon erreichbar. www.hilfetelefon.de

Männerhilfetelefon

Auch Männer können genauso wie Frauen von Gewalt betroffen sein. Unter der Telefonnummer 0800 1239900 erhalten sie Beratung und Hilfe. Zudem ist eine Online-Beratung per Chat oder auch per Mail möglich. www.maennerhilfetelefon.de 

Hilfeportal Sexueller Missbrauch

Das Hilfeportal ist auf die Thematik des sexuellen Kindesmissbrauchs ausgerichtet und übernimmt eine Lotsenfunktion für das gesamte Bundesgebiet. www.hilfeportal-missbrauch.de.

Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe

Informationen zum Verband, bundesweite Hilfsangebote, Termine und Veröffentlichungen. www.frauen-gegen-gewalt.de 

Frauenhauskoordinierung e.V.

Darstellung der eigenen Arbeit, Aktivitäten sowie Informationen und Materialien rund um die Frauenhausarbeit, zum Thema Gewalt gegen Frauen und zur Anti-Gewalt-Arbeit. www.frauenhauskoordinierung.de