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Landesweite Kampagne: Kein Raum für häusliche Gewalt

Häusliche Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem und betrifft Menschen unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialem Status. In Niedersachsen ist die Zahl der polizeilich registrierten Fälle in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen: Im Jahr 2024 etwa wurden 32.545 Fälle erfasst – ein Anstieg um rund 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung weist auf eine gestiegene Sensibilisierung und Anzeigebereitschaft hin, macht aber zugleich den weiterhin hohen Handlungsbedarf deutlich – zumal das Dunkelfeld deutlich größer ist und viele Fälle unentdeckt bleiben. Hier setzt die Kampagne "Kein Raum für häusliche Gewalt" an, um insbesondere im Wohnumfeld für das Thema zu sensibilisieren und Betroffene niedrigschwellig zu unterstützen.

"Häusliche Gewalt passiert dort, wo Menschen sich eigentlich sicher fühlen sollten: in den eigenen vier Wänden. Gemeinsam mit Wohnungsunternehmen, Polizei, Beratungsstellen und starken Partnern setzen wir ein Zeichen für ein sicheres und gewaltfreies Wohnumfeld und machen deutlich: Wegschauen ist keine Option. Gewalt geht uns alle an", sagt Dr. Susanne Schmitt, Direktorin des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen Bremen (vdw).

"Häusliche Gewalt ist kein Randphänomen und umfasst alle Formen von Gewalt im privaten Umfeld – insbesondere in Partnerschaften und Familien. Mit der Kampagne setzen wir ein deutliches Zeichen: Gewalt darf in keinem Zuhause Platz haben. Ziel der Kampagne ist, häusliche Gewalt im unmittelbaren Wohnumfeld sichtbar zu machen und den Betroffenen beizustehen. Die steigenden Fallzahlen zeigen, dass immer mehr Menschen den Mut finden, Hilfe zu suchen und Straftaten anzuzeigen. Zugleich ist dies ein klarer Auftrag, Prävention und Unterstützung weiter auszubauen und nachhaltige Strukturen zu schaffen", betont Staatssekretär Dr. Thomas Smollich.

Gemeinsames Signal gegen häusliche Gewalt:

Die Initiative wurde vom vdw Niedersachsen Bremen angestoßen und gemeinsam mit dem Landespräventionsrat Niedersachsen (LPR) sowie der Agentur Hunger & Koch umgesetzt. Eingebunden sind zudem die Polizei Niedersachsen sowie der Verbund der niedersächsischen Frauen- und Mädchenberatungsstellen gegen Gewalt.

Staatssekretär Dr. Thomas Smollich erklärt weiter: "Wir danken dem vdw Niedersachsen Bremen für die Initiative zu dieser Kampagne, die auf Zusammenarbeit und Vernetzung setzt. Die Koordinierungsstelle „Häusliche Gewalt“ des Landespräventionsrates Niedersachsen wird weiterhin die behörden- und institutionenübergreifende Zusammenarbeit fördern und ihr Know­how einsetzen, um Betroffene zu schützen und die Präventionsarbeit auszubauen."

Verbandsdirektorin Dr. Susanne Schmitt ergänzt: "Wohnung, Haus und Nachbarschaft müssen sichere Orte bleiben. Gewalt kann jeden treffen. Deshalb lassen wir niemanden allein. Unsere Botschaft lautet: Häusliche Gewalt ist keine Privatsache. Wir stärken Mitarbeitende, Nachbarschaften und Hausgemeinschaften darin, hinzusehen, richtig zu reagieren und Hilfe zu ermöglichen. Der vdw bündelt mit der Kampagne seine langjährige präventive Arbeit und bringt sie dorthin, wo sie dringend gebraucht wird – in Wohnquartiere und Hausgemeinschaften."

Ziele und Maßnahmen der Kampagne:

Neben der Sichtbarmachung häuslicher Gewalt im Wohnumfeld sollen Betroffene niedrigschwellige Unterstützung erhalten. Dies umfasst die Sensibilisierung von Mitarbeitenden in Wohnungsunternehmen sowie deren Vernetzung mit örtlichen Akteuren – insbesondere den sog. Runden Tischen gegen häusliche Gewalt. Daneben wird eine mehrsprachige Website mit Hilfetelefonnummern bereitgestellt. Kampagnenmaterialien (Plakate, Postkarten, Banner) werden zur Information und Aktivierung von Mieterinnen und Mietern in Mehrfamilienhäusern und im öffentlichen Raum verteilt, um Zivilcourage und Hilfsbereitschaft zu fördern.

Die Kampagne "Kein Raum für häusliche Gewalt" startet in 13 Wohnungsunternehmen an 12 Standorten. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit werden Kompetenzen aus Wohnungswirtschaft, Prävention, Beratung und polizeilicher Arbeit gebündelt, um wirksame Strukturen für Prävention und Hilfe im Wohnumfeld zu schaffen. Nach einer erfolgreichen Pilotphase ist ein landesweiter Rollout vorgesehen. Bereits jetzt haben weitere Wohnungsunternehmen ihr Interesse an einer Beteiligung bekundet.

Hintergrund:

Häusliche Gewalt umfasst Gewalt in engen persönlichen Beziehungen, die körperlicher, sexueller, psychischer oder ökonomischer Natur sein kann und auf Macht und Kontrolle abzielt. Sie betrifft vor allem Frauen, aber auch Männer und Kinder. Bundesweit ist jede dritte Frau mindestens einmal von Gewalt betroffen; diese Zahlen spiegeln sich auch in Niedersachsen wider.

Das Land Niedersachsen engagiert sich bereits umfassend bei der Bekämpfung häuslicher Gewalt und in der Präventionsarbeit. Grundlage ist der Niedersächsische Aktionsplan gegen Häusliche Gewalt, der sich an den Vorgaben der Istanbul-Konvention orientiert. Die Koordinierungsstelle "Häusliche Gewalt" wurde 2002 eingerichtet und ist organisatorisch bei dem Landespräventionsrat Niedersachsen im Niedersächsischen Justizministerium angebunden. Die Koordinierungsstelle unterstützt Netzwerke und Fachkräfte verschiedener Bereiche bei der Entwicklung und Verstetigung der Interventions- und Präventionsarbeit vor Ort. Zudem fungiert sie als Informations- und Servicestelle für Fachkräfte und Gremien.

Zum vdw Niedersachsen Bremen gehören 180 sozial orientierte Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften, die über einen Bestand von rund 400.000 Wohnungen verfügen. Ihre Aufgabe ist es, bezahlbaren Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen anzubieten. Schon seit mehr als 25 Jahren ist der vdw im Niedersächsischen Landespräventionsrat engagiert und zählt zu den Gründungsmitgliedern der "Sicherheitspartnerschaft im Städtebau" im Jahr 2005 sowie des "Bündnisses für gute Nachbarschaften" im Jahr 2021.

Weitere Informationen und Materialien finden Sie auf der Kampagnenwebsite: gegen-häusliche-gewalt.de

Quelle: Pressemitteilung Niedersächsisches Justizministerium, 14.01.2026

Website gewaltschutz-niedersachsen.de

Die Website gewaltschutz-niedersachsen.de ist ein Weiterentwicklung der Website frauenhauser-niedersachsen.de und wird vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung gefördert. Alle vom Land Niedersachsen geförderten Frauenhäuser aktualisieren in einem internen Bereich der Website täglich die Anzahl der verfügbaren Plätz in ihren Einrichtungen, so dass schutzsuchenden Frauen zeitnah ein freier Platz in einem Frauenhaus angeboten werden kann. Das Portal Gewaltschutz Niedersachsen bietet außerdem allgemein zugängliche Informationen zum Thema Gewaltschutz mit Schwerpunkt auf niedersächsischen Projekten und Angeboten. Kernstück der Website ist eine umfangreiche Liste mit Kontaktadressen von Frauenhäusern, BISS und Fachberatungsstellen. Ein Terminkalender weist auf Fortbildungen und andere empfehlenswerte Veranstaltungen zum Thema Gewaltschutz hin. Die Startseite hält Nutzer:innen mit aktuellen Meldungen auf dem Laufenden.
www.gewaltschutz-niedersachsen.de

Die UN-Frauenrechtskonvention. Wissen – Verstehen – Umsetzen

Unsere neue Broschüre „Die UN-Frauenrechtskonvention. Wissen – Verstehen – Umsetzen“ erläutert die Grundlagen, Ziele und rechtlichen Verpflichtungen von CEDAW. Sie arbeitet ihre zentralen Inhalte sowie ihre Bedeutung für die Gleichstellungsarbeit heraus. Sie macht CEDAW sichtbar und zeigt, welche Bedeutung die Konvention für Staat, Kommunen und Gesellschaft hat und welches rechtliche und gesellschaftliche Potenzial in ihrer konsequenten Umsetzung liegt. weiterlesen>>>

„Frauen machen Medien – machen Medien Frauen?“

Ein vielschichtiges Thema, das wir im neuen Kalender 2026 grafisch und textlich von vielen Seiten beleuchten. Ob nun die klischeehafte Darstellung von Frauen und Mädchen in Film und Werbung, der Gender Pay Gap im Medienbetrieb, Gender und KI oder die Herausforderungen in den Sozialen Medien. Die zwölf Monatsthemen reichten kaum aus. Auch 2026 haben wir wieder einen Postkartenkalender in der Produktion. Diesmal mit einem „Texthäppchen“ auf der Rückseite der Postkarte. Der Kalender kann hier bestellt werden.

Termine

Alle Termine >>>
20.02.2026 | Abschlussveranstaltung Mentoring Programm
23.02.2026 | Fortbildung "Stärke: Gleichstellung - Gleichstellung stärken" Teil 1
13.04.2026 | Fortbildung "Keine sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz"
29.04.2026 | Fortbildung "Genderkompetenz"
15.06.2026 | Fortbildung "Gleichstellung erfolgreich kommunizieren"
07.09.2026 | Fortbildung "Stärke: Gleichstellung - Gleichstellung stärken" Teil 1

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Stellenausschreibungen

Hier finden Sie aktuelle Stellenausschreibungen aus den Themenfeldern Gleichstellung und Frauenpolitik:

Das Städtische Klinikum Karlsruhe gGmbH sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine*n Gleichstellungsbeauftragte*n für eine unbefristete Teilzeitstelle (29,25 Stunden). Die Vergütung erfolgt nach TVöD. Bewerbungen sind bis zum 31.01.2026 möglich. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Städtischen Klinikums Karlsruhe.

Die Stadt Rietberg sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Gleichstellungsbeauftragte, unbefristet undin Teilzeit (19,5 Stunden). Die Vergütung erfolgt nach EG 9c TVöD. Bewerbungen sind bis zum 08.02.2026 möglich. Weitere Informationen zur Stelle finden Sie auf der Website der Stadt Rietberg.

Die Stadt Seelze sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Gleichstellungsbeauftragte in Teilzeit (19,5 Stunden). Die Vergütung erfolgt zunächst nach EG 9c TVöD. Bewerbungen sind bis zum 08.02.2026 möglich. Die Ausschreibung finden Sie auf der Website der Stadt Seelze.

Die Stadt Neustadt am Rübenberge sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Gleichstellungsbeauftragte in Teilzeit (19,5 Stunden). Die Vergütung erfolgt nach EG 11 TVöD. Bewerbungen sind bis zum 15.02.2026  möglich. Weitere Informationen zu Stelle finden Sie auf der Website der Stadt Neustadt am Rübenberge.

Förderhinweis Vernetzungsstelle.de